Bauholz auf einer Baustelle, Baupläne liegen auf einem Holzstapel.
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Fertighaus bauen: 8 Tipps für die Vertragsgestaltung

Claudia Lindenberg

Level: Für Einsteiger

Wer ein Fertighaus baut, sollte in Sachen Vertrag auf wichtige Details achten. Wir erklären, was ihr bei der Vertragsgestaltung nicht vergessen dürft.

Das neue Bauvertragsrecht gilt seit Anfang 2018 und bringt für euch als Bauherren in Form des Verbraucherbauvertrags einige vorteilhafte Neuerungen mit sich. Trotzdem solltet ihr bei der Vertragsgestaltung auf Fallstricke achten. Wir haben euch acht Tipps für die Vertragsgestaltung zusammengestellt.

1. Lest die Angaben zur Ausbaustufe genau durch

Die Angaben der Fertighaushersteller zur Ausbaustufe sorgen oftmals für Unklarheit. Was ist mit beispielsweise mit "schlüsselfertig" genau gemeint? Bedeutet das schon "bezugsfertig"? Oder müsst ihr noch Malerarbeiten durchführen und Bodenbeläge verlegen? Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, solltet ihr hier genau vergleichen, ob der Vertragsinhalt dem entspricht, was ihr euch unter der gewünschten Ausbaustufe vorgestellt habt.

2. Beim Ausbau- oder Bausatzhaus: Legt fest, wer wofür zuständig ist

Wenn ihr euch für ein Bausatz- oder Ausbauhaus entschieden habt, kommt es darauf an, die Schnittstellen klar festzulegen. Wer ist wofür zuständig? Daher solltet ihr zu folgenden Punkten feste Vereinbarungen treffen, um Unklarheiten vorzubeugen:

  • Wer koordiniert den Ausbau, der Bauherr oder die Baufirma?
  • Für welche Vorarbeiten vor Baubeginn ist die Baufirma zuständig?
  • Wer ist für die Außenanlagen zuständig?
Paar sucht Musterfliesen aus
Beim Hausbau gibt es jede Menge Details zu beachten. © SchwörerHaus/Jürgen Lippert

3. Achtet auf präzise Angaben in der Bauleistungsbeschreibung

Mit eindeutigen Angaben in der Bauleistungsbeschreibung könnt ihr spätere Missverständnisse vermeiden. Besser ist es daher, wenn ihr darauf besteht, dass in der Beschreibung Angaben zu Produkt und Material genannt sind und die Baufirma nicht auf ungenaue Angaben wie "hochwertiges Material" ausweicht. Beispiel Badarmaturen: Lasst euch genau auflisten, welche Variante ihr ausgesucht habt, anstatt eine unkonkrete Angabe à la "Markenfabrikat führender Hersteller" zu verwenden.

4. Achtet auf nachteilige Klauseln zu Baubeschreibung

Es gibt nach Angaben des Verbands Privater Bauherren (VPB) Bauunternehmen, die mit der Klausel "Vorvertraglich übergebene Baubeschreibungen werden nicht Vertragsinhalt" die Vorgaben des reformierten Baurechts zum Verbraucherbauvertrag umgehen wollen. Diese Klausel könnte im Extremfall dazu führen, dass ihr am Ende gar nicht das Fertighaus erhaltet, das ihr euch vorgestellt habt. So könnte die Baufirma beispielsweise einfach eine Dachgaube weglassen oder andere Dachziegel verwenden.

5. Vereinbart klare Regeln zur Bezahlung

Wann werden die Abschlagszahlungen jeweils fällig? Wie hoch ist der Preis insgesamt? Das solltet ihr genau festschreiben lassen – und auch darauf achten, bis wann der vereinbarte Festpreis gültig ist. Außerdem wichtig: Die Schlussrate sollte erst nach der Abnahme fällig werden. Sonst habt ihr bei Mängeln kein Druckmittel mehr, um die Baufirma zum Beheben der Mängel zu zwingen.

6. Achtet auf Sicherheiten

Achtet auf Sicherheitsleistungen wie eine Bank- oder Fertigstellungsbürgschaft. So seid ihr auf der sicheren Seite, falls die Baufirma pleitegehen sollte.

7. Lasst euch nicht zur Aufteilung in mehrere Verträge überreden

Nach Angaben des VPB versuchen einige Baufirmen, Bauherren zur Aufspaltung des Vertrags in Einzelgewerke zu überreden. Darauf solltet ihr euch nicht einlassen, da die günstigeren rechtlichen Vorgaben für Verbraucherbauverträge dann nicht mehr gelten. Der Grund: Es handelt sich dann jeweils nicht mehr um einen schlüsselfertigen Neubau.

8. Lasst den Vertrag von einem Experten prüfen

Bauherren haben in der Regel ein knappes Budget, doch Bauexperten raten dazu, den Bauvertrag durch einen Anwalt für Baurecht oder Sachverständigen prüfen zu lassen. Das kostet euch einige Hundert Euro, aber ich vermeidet so Fallstricke, die euch später weitaus teurer zu stehen kommen können.

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