Bausatzhaus als Fertighaus: Modell Innovationhaus 240 von Ytong Bausatzhaus
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Bausatzhaus als Fertighaus: Kosten, Modelle, Vorteile und Nachteile

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ein Bausatzhaus ist die günstigste Variante, um an ein Fertighaus zu kommen. Doch dafür solltet ihr ein paar Voraussetzungen erfüllen. Welche das sind, erfahrt ihr hier. Plus: 5 Beispiele für Bausatzhäuser.

Kennt ihr den Begriff "Muskelhypothek"? Damit bezeichnet man die Eigenleistung, die Bauherren erbringen und so das Geld für fremde Arbeitsleistungen sparen. Beim Bausatzhaus als Fertighaus gehen die Bauherren in Sachen Eigenleistung sogar noch einen großen Schritt weiter. Wie zeigen euch, was ihr als Bauherr eines Bausatzhauses beachten solltet, nennen die Kosten und zeigen euch die Vorteile und Nachteile. Und wir geben euch ganz konkrete Beispiele von Bausatzhäusern als Fertighaus.

Was ist ein Bausatzhaus als Fertighaus?

Ein Bausatzhaus ist sozusagen die absolute Grundstufe im Fertighaus-Bereich. Der Hersteller liefert die einzelnen Bausätze. Den Rohbau und kompletten Innenausbau übernimmt der Bauherr selbst. Diese Variante ist besonders kostengünstig, erfordert aber eine Menge an Kenntnissen beim Hausbau – und natürlich viel Zeit.

Detaillierte Tipps zu den Umfängen und Leistungen bei einem Bausatzhaus findet ihr auch in diesem Artikel: Ausbauhaus, Bausatzhaus, schlüsselfertiges Haus: Die Unterschiede bei Fertighäusern

Was kostet ein Bausatzhaus als Fertighaus? Wie viel kann ich einsparen?

Bausatzhaus, Ausbauhaus, schlüsselfertiges Haus – so ist sowohl die Reihenfolge der Ausbaustufen bei Fertighäusern als auch der Preisstaffelung. Grob über den Daumen kalkuliert bekommt ihr Bausatzhäuser schon ab circa 100.000 Euro – natürlich ohne Grundstück. Und bitte vergesst bei aller Freude über ein Fertighaus zum Schnäppchenpreis auch nicht die Baunebenkosten!

Viele Fertighaushersteller bieten ihre Modelle sowohl als Bausatzhaus, Ausbauhaus oder auch schlüsselfertiges Haus an. Zwischen der Variante Bausatzhaus und dem schlüsselfertigen Modell liegen schon mal 50.000 bis 60.000 Euro, manchmal sogar mehr. Das wäre dann eure konkrete Ersparnis beim Hauskauf.

Aber wie viel Geld lässt sich durch euren konkreten Baueinsatz sparen? Der Verband privater Bauherren (VPB) warnt davor, den Wert der Eigenleistung beim Bau zu überschätzen. Und gibt dafür konkrete Beispiele.

Wer selbst das Dach ausbaut, die Schrägen dämmt und verkleidet, hat demnach damit gut hundert Stunden zu tun. Im Gegenzug spart er, je nach Wohnort, zwischen rund 3.200 und 4.000 Euro. Und das Einsetzen von Zimmertüren dauert rund 80 Stunden, das Sparpotential liegt dann zwischen 2.700 und 3.200 Euro.

Unser Tipp: Spart nicht am falschen Ende. Die Wohnglück-Bauexperten bewahren euch bei der Bauplanung und Baubegleitung vor kostspieligen Fehlern. Gleich ein unverbindliches Vorgespräch vereinbaren.

Mann und Frau mauern mit Ytong-Steinen.
Beim Bausatzhaus packen Bauherrin und Bauherr fast überall mit an. © Ytong

Welche Hersteller bieten ein Bausatzhaus als Fertighaus an?

Zahlreiche Fertighaushersteller haben Bausatzhäuser in ihrem Angebot. Es gibt aber auch Firmen, die sich speziell auf dieses Segment konzentrieren. Dazu gehört zum Beispiel die Ytong Bausatzhaus GmbH. Nach Angaben der Firma kann der Bauherr durch Eigenleistung bis zu 60.000 Euro sparen. Dabei übernehmen regionale Franchisenehmer (die sogenannten Ytong Bausatzhaus Partner) die individuelle Planung mit dem Bauherrn.

Fragt aber auf jeden Fall auch bei anderen Anbietern nach und vergleicht die Angebote. Wie ihr den für euch richtigen Anbieter von Fertighäusern findet, das lest ihr in diesem Artikel: Die besten Fertighaus-Anbieter: Wie finde ich den richtigen?

3 tolle Beispiele von Bausatzhäusern

In unserer Fertighaus-Datenbank findet ihr viele Modelle, die als Bausatzhaus angeboten werden. Wir stellen euch hier mal drei davon stellvertretend vor. Alle Beispiele kosten weniger als 150.000 Euro, wir haben sie aufsteigend nach Preis geordnet:

1. Innovationshaus 182 von Ytong Bausatzhaus

Wer es lieber modern statt rustikal mag, der ist mit dem Innovationshaus 182 der Firma Ytong gut bedient. Das Bausatzhaus im modernen Bauhaus-Stil ist als Massivhaus trotz seiner Größe von 182 Quadratmetern Wohnfläche optimal für die Bebauung von schmalen Grundstücken geeignet. Preis für das Bausatzhaus: 114.900 Euro

2. Blockhaus 120 von Finnscania

Das Blockhaus 120 von Finnscania gibt es sowohl als Bausatzhaus als auch als Ausbauhaus. Es ist für zwei bis sechs Personen ausgelegt und eignet sich auch als Ferienhaus. Preis für das Bausatzhaus: 129.800 Euro

3. Innovationshaus 240 von Ytong Bausatzhaus

Das Innovationshaus 240 von Ytong ist ein modernes Haus im Bauhausstil, das als Mehrgenerationenhaus und gleichzeitig als KfW Effizienzhaus 55 geplant ist. Die Hauptwohnung bietet mit ihren rund 162 Quadratmetern Wohnfläche Platz für die gesamte Familie. Die Einliegerwohnung verfügt über rund 54 Quadratmeter Wohnfläche. Preis für das Bausatzhaus: 147.600 Euro

Ihr sucht noch mehr Beispiele für Bausatzhäuser? Hier könnt ihr euch alle Bausatzhaus-Angebote in der Wohnglück-Fertighaus-Datenbank ansehen.

Vorteile und Nachteile eines Bausatzhauses

Die Vorteile eines Bausatzhauses liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand.

  1. Durch die Eigenleistung spart ihr – je nach Umfang und Kenntnissen – eine Menge Geld. Das könnt ihr prinzipiell zu eurem Eigenkapital dazurechnen. Das sehen auch (manche, aber nicht alle) Banken so. Unter Umständen bekommt ihr dadurch bessere Konditionen für eure Hypothek.
  2. Ihr könnt die Ausbaustufen eurem Können anpassen und so individuell planen, was ihr selber machen wollt und was ihr lieber den Profis überlasst. Der Sinn dabei ist natürlich, so viel wie möglich in Eigenregie zu erledigen.
  3. Gut geplant und ausgeführt ist das Bausatzhaus die günstigste Variante, um sein eigenes Fertighaus zu bauen.

Ganz ohne Risiko ist der Bau eines Bausatzhauses aber nicht. Das sind die Nachteile:

  1. Überschätzt nicht euer Können! Es gibt gute Gründe, warum eine handwerkliche Ausbildung mehrere Jahre dauert. Außerdem gibt es auch unterschiedliche Bauweisen bei Fertighäusern.
  2. Zeitfaktor Planung: Ob ihr nun alles komplett selber macht oder doch einige Profis ranlasst: Ihr müsst die komplette Planung im Auge haben und dafür sorgen, dass alles zeitlich und organisatorisch ineinander greift. Und: Für alle Arbeiten, die ihr selber ausführt, haftet ihr auch selber.
  3. Zeitliche Verzögerungen sowie Fehler bei Planung und Ausführung treiben die Kosten automatisch in die Höhe. Im ungünstigsten Fall ist das Bausatzhaus so teuer wie die schlüsselfertige Variante. Zumal ihr für alle Baumängel auch selber haftet. Dazu gleich mehr.

Wie vermeide ich Baumängel bei meinem Bausatzhaus?

Da ihr beim Bausatzhaus den größten Teil der Gewerke selbst erledigt, haftet ihr auch bei eventuellen Baumängeln und den daraus entstehenden Folgeschäden. Daher ist es ganz wichtig, schon beim Vertragsabschluss genau festzulegen, welche Arbeiten ihr als Bauherr selbst erledigt – und welche eventuell doch vom Hersteller (oder anderen Handwerkern) übernommen werden.

Gute Anbieter von Bausatzhäusern bieten nicht nur Schulungen an, sondern helfen auch vor Ort auf der Baustelle, wenn es dann doch mal klemmen sollte. Und sie haben auch Zusatzleistungen im Programm, wenn ihr euch kurzfristig doch entscheidet, ein Gewerk den Profis zu überlassen. Klärt vor Vertragsabschluss, welche (Zusatz-)Services der Hersteller konkret im Fall der Fälle anbietet und was er dafür verlangt. Im Zweifelsfall zahlt ihr dann zwar drauf, habt aber ein mängelfreies Haus.

Unser Tipp: Bei unseren Wohnglück-Services bieten wir euch neben der Bauplanung auch eine durch Experten unterstützte Baubegleitung und eine Bauabnahme an.

Bausatzhaus als Fertighaus bauen: Lohnt sich das?

Ein neues Haus für rund 100.000 Euro – das klingt verlockend. Und es ist wahr. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ein günstiger Preis nicht alles ist. Wer schon mal auf einer Baustelle war, der kennt das Bild: Viele unterschiedliche Gewerke, die ineinander greifen und aus deren einzelnen Arbeiten ein Haus als Gemeinschaftsarbeit entsteht.

Wer sich für ein Bausatzhaus entscheidet, der sollte sich das vorher gut überlegen. Nur mit reichlich Erfahrung auf Baustellen und sowohl handwerklichem als auch planerischem Geschick lässt sich sowas ohne große Probleme umsetzen. Lest dazu auch diesen Artikel Bausatzhaus bauen: Kann ich selbst ein ganzes Haus bauen?

Komplett alleingelassen werdet ihr von den Anbietern natürlich nicht. Es gibt auch für "Eigenleister" ein Handbuch oder eine ausführliche Arbeitsanleitung. Da steht dann mindestens drin, wie die angelieferten Materialien zu verarbeiten sind. Und natürlich gibt es auch einen Lieferschein, in dem die gelieferten Gegenstände und Materialien aufgelistet sind. Und: Im Fall der Fälle, wenn ihr gar nicht mehr weiter kommt, steht euch ein seriöser Anbieter auch dann mit Rat (und Tat) zur Seite.

Übrigens: Wer lieber ein Ausbauhaus als Fertighaus sucht, für den haben wir noch diesen Artikelvorschlag: Ausbauhaus als Fertighaus: Kosten, Modelle, Vorteile und Nachteile.

Unser abschließender Tipp: Nutzt für euer Bauvorhaben die Expertise der Bauexperten des Wohnglück-Service.

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