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Bauen | Info-Guide

Ausbauhaus oder Bausatzhaus bauen: 10 Fertighäuser unter 150.000 Euro

Dirc Kalweit

Wer sich ein Fertighaus als Bausatzhaus oder Ausbauhaus kauft, kann eine Menge Geld sparen. Doch es gibt auch Risiken. Wir sagen euch, welche das sind und zeigen zehn tolle Beispielmodelle.

Wer sich ein Ausbauhaus oder Bausatzhaus kauft, der tut das vor allem aus einem Grund: Er will Geld durch Eigenleistung sparen. Wie das funktioniert, welche Vorteile und Nachteile dadurch entstehen und welche Fertighaus-Modelle es speziell dafür gibt, das zeigen wir euch hier.

Kennt ihr den Begriff "Muskelhypothek"? Damit bezeichnet man die Eigenleistung, die Bauherren erbringen und so das Geld für fremde Arbeitsleistungen sparen. Statt den Maler oder Fliesenleger zu bestellen, wird halt selbst Hand angelegt.

Auch wenn der Begriff etwas aus der Mode gekommen ist, das Prinzip gibt es immer noch. Im Fertighaus-Bereich werden für alle, die möglichst viel Eigenleistung mit einbringen wollen, Ausbauhäuser und Bausatzhäuser angeboten.

Ausbauhaus oder Bausatzhaus – Was sind die Unterschiede?

Ausbauhaus oder Bausatzhaus – das hört sich doch ziemlich ähnlich an. Ist es auch. Und doch gibt es wichtige Unterschiede:

  • Ein Bausatzhaus ist sozusagen die absolute Grundstufe im Fertighaus-Bereich. Der Hersteller liefert die einzelnen Bausätze. Den Rohbau und kompletten Innenausbau übernimmt der Bauherr selbst. Diese Variante ist besonders kostengünstig, erfordert aber eine Menge an Kenntnissen beim Hausbau – und natürlich viel Zeit.
  • Beim Ausbauhaus stellt der Hersteller im Grundsatz den Rohbau auf das Grundstück. Außen ist also soweit alles fertig. Als Bauherr übernehmt ihr dann hauptsächlich den Innenausbau. In welchem Umfang und zu welchen Konditionen das geschieht, dazu gibt es jeweils gesonderte Vereinbarungen. Es ist also ziemlich wichtig, genau zu klären welche Leistungen der Hersteller erbringen muss und welche ihr übernehmt.

Detaillierte Tipps zu den Umfängen und Leistungen bei einem Ausbauhaus und einem Bausatzhaus findet ihr auch in diesem Artikel:

5 Vorteile eines Ausbauhauses oder Bausatzhauses

Selber mit anpacken statt alles machen lassen hat so manchen Vorteil:

  1. Durch die Eigenleistung spart ihr – je nach Umfang und Kenntnissen – eine Menge Geld. Das könnt ihr prinzipiell zu eurem Eigenkapital dazurechnen. Das sehen auch (manche, aber nicht alle) Banken so. Unter Umständen bekommt ihr dadurch bessere Konditionen für eure Hypothek.
  2. Alte Kaufmannsregel: Gespart wird beim Einkauf. Ihr kümmert euch um die Beschaffung sämtlicher Materialien und habt so die Preise (und damit auch das Einsparpotential) immer im Blick.
  3. Ihr macht alles so, wie ihr es haben wollt. Das spart nicht nur Diskussionen mit den Gewerken ("... haben wir noch nie so gemacht ..."). Ihr habt auch einen viel stärkeren Bezug zu eurem Haus.
  4. Ihr könnt die Ausbaustufen eurem Können anpassen und so individuell planen, was ihr selber machen wollt und was ihr lieber den Profis überlasst.
  5. Ausbauhäuser und Bausatzhäuser gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten, sogar als Massivhäuser.

Ausbauhaus oder Bausatzhaus bauen: 5 Nachteile

Ganz ohne Risiko ist der Bau eines Ausbauhauses oder Bausatzhauses beileibe nicht. Folgendes solltet ihr bedenken:

  1. Überschätzt nicht euer Können! Es gibt gute Gründe, warum eine handwerkliche Ausbildung mehrere Jahre dauert.
  2. Zeitfaktor Planung: Ob ihr nun alles komplett selber macht oder doch einige Profis ranlasst: Ihr müsst die komplette Planung im Auge haben und dafür sorgen, dass alles zeitlich und organisatorisch ineinander greift.
  3. Für alle Arbeiten, die ihr selber ausführt, haftet ihr auch selber.
  4. Zeitliche Verzögerungen sowie Fehler bei Planung und Ausführung treiben die Kosten automatisch in die Höhe. Im ungünstigsten Fall ist das Ausbauhaus oder Bausatzhaus so teuer wie die schlüsselfertige Variante.
  5. Größere Firmen bekommen unter Umständen bei vielen Materialien Rabatte, ihr als einzelner Bauherr meist nicht.

Ausbauhaus oder Bausatzhaus bauen als Fertighaus

Ob Ausbauhaus oder Bausatzhaus – in beiden Fällen geht es den Bauherren darum, möglichst wenig Leistung einzukaufen und möglichst viel am Bau selber zu erledigen.

Die Hersteller von Fertighäusern sind natürlich daran interessiert, euch ihre Bauleistungen zu verkaufen. Sie haben aber auch zahlreiche Modelle im Programm, bei denen ihr als Bauherr die meisten Gewerke selbst erledigen könnt.

Dabei beschränkt sich das Angebot keineswegs nur auf kleine Einfamilienhäuser. Auch Villen, Landhäuser und sogar Mehrgenerationenhäuser gehören zu den Haustypen, die als Ausbauhaus oder Bausatzhaus zu kaufen sind. Tiny Houses sind ebenfalls als Ausbauhaus erhältlich.

Ein Wort noch zum Thema Selbermachen. Komplett alleingelassen werdet ihr von den Anbietern natürlich nicht. Es gibt auch für "Eigenleister" ein Handbuch oder eine ausführliche Arbeitsanleitung. Da steht dann mindestens drin, wie die angelieferten Materialien zu verarbeiten sind. Und natürlich gibt es auch einen Lieferschein, in dem die gelieferten Gegenstände und Materialien aufgelistet sind. Und: Im Fall der Fälle, wenn ihr gar nicht mehr weiter kommt, steht euch ein seriöser Anbieter auch dann mit Rat (und Tat) zur Seite.

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Innenansicht des Fertighaus-Modells Solution 187 V2 von Living Fertighaus © Living Fertighaus GmbH

10 tolle Beispiele von Ausbauhäusern und Bausatzhäusern

In unserer Fertighaus-Datenbank findet ihr hunderte von Modellen, die als Ausbauhaus oder Bausatzhaus angeboten werden. Wir stellen euch hier mal zehn davon stellvertretend vor. Alle Beispiele kosten weniger als 150.000 Euro, wir haben sie aufsteigend nach Preis geordnet:

1. Haus Melle von Deutsche Landhaus Klassiker

Der Beweis, wie vielseitig ein Ausbauhaus sein kann, ist das Haus Melle des Anbieters Deutsche Landhaus Klassiker. Es ist ab einer Grundfläche von 80 Quadratmetern verfügbar und kann auch mit verschiedenen Giebelausführungen geplant werden.

2. Innovationshaus 182 von Ytong Bausatzhaus

Wer es lieber modern statt rustikal mag, der ist mit dem Innovationshaus 182 der Firma Ytong gut bedient. Das Bausatzhaus im modernen Bauhaus-Stil ist als Massivhaus trotz seiner Größe von 182 Quadratmeter Wohnfläche optimal für die Bebauung von schmalen Grundstücken geeignet.

3. Solution 87 V2 von Living Fertighaus

Keine Lust auf Treppensteigen? Mit dem Modell Solution 87 V2 hat der Anbieter Living Fertighaus ein Ausbauhaus im Programm, das ebenerdig durch einen flexiblen Grundriss punktet – und unter anderem mit verschiedenen Dachausführungen auch architektonische Individuallösungen ermöglicht.

4. Blockhaus 120 von Finnscania

Das Blockhaus 120 von Finnscania gibt es sowohl als Bausatzhaus als auch als Ausbauhaus. Es ist für zwei bis sechs Personen ausgelegt und eignet sich auch als Ferienhaus.

5. Vita Nova Modern 99 von Kager-Haus

Das Ausbauhaus Vita Nova Modern 199 von Kager-Haus entspricht bei seinem Energiestandard einem KfW-40-Effizienzhaus und ist sogar als Plusenergiehaus verfügbar.

6. One 98 von Bärenhaus

Der Bungalow One 98 der Firma Bärenhaus ist ein kompaktes Einfamilienhaus mit 98 Quadratmeter Wohnraum, die sich über drei Wohnräume verteilen. Ideal für zwei bis drei Bewohner, die auf einer Wohnebene leben möchten.

7. Vita Prima 110 von Kager-Haus

Modernste Technik in der Ausbauhaus-Variante. Das Vita Prima 110 von Kager-Haus lässt sich unter anderem mit einer Luft-Wasserwärmepumpe und Photovoltaik-Anlage inklusive Speichermedium zum Null-Energie-Haus ausbauen.

8. Duett 95 von Fingerhut Haus

Das Modell Duett 95 von Fingerhut Haus sieht doch wesentlich größer aus, als es ist. Die zur Verfügung stehende Wohnfläche von rund 88 Quadratmetern wird durch den Ausbau des Dachgeschosses ideal genutzt.

9. Innovationshaus 240 von Ytong Bausatzhaus

Ein Mehrgenerationenhaus mit Einliegerwohnung. Das Innovationshaus 240 von Ytong Bausatzhaus ist ein modernes Haus im Bauhausstil mit rund 215 Quadratmetern Wohnfläche, das als KfW-Effizienzhaus-55 geplant ist.

10. Albert Haus Balance

Auch Ausbauhäuser können durchaus ein gewisses Maß an Luxus haben. Beim Modell Balance von Albert Haus verteilen sich auf die Wohnfläche vier Schlafzimmer, ein Arbeitszimmer, ein großzügiger Wohn-/Küchen-Bereich sowie ein großes Wellnessbad mit freistehender Badewanne.

Ihr sucht noch mehr Beispiele für Ausbauhäuser und Bausatzhäuser? Hier könnt ihr euch:

Das günstigste Bausatzhaus-Modell ist dabei schon zu einem Preis von 69.000 Euro zu haben.

Ausbauhaus oder Bausatzhaus bauen: Unser Fazit

Ein neues Haus für weniger als 100.000 Euro – das klingt verlockend. Und es ist wahr. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ein günstiger Preis nicht alles ist. Wer schon mal auf einer Baustelle war, der kennt das Bild: Viele unterschiedliche Gewerke, die ineinander greifen und aus deren einzelnen Arbeiten ein Haus als Gemeinschaftsarbeit entsteht.

Wer sich für ein Bausatzhaus entscheidet, der sollte sich das vorher gut überlegen. Nur mit reichlich Erfahrung auf Baustellen und sowohl handwerklichem als auch planerischem Geschick lässt sich sowas ohne große Probleme umsetzen.

Beim Ausbauhaus sind die Anforderungen an den Bauherren nicht ganz so hoch. Trotzdem: Eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist wichtiger als gut gemeinter Enthusiasmus.

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