Mann und Frau unterschreiben Kaufvertrag beim Notar für Haus
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Notarkosten beim Hauskauf: Mit diesen Gebühren müsst ihr rechnen

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Wer ein Haus kaufen oder verkaufen will, kommt um einen Besuch beim Notar und die damit verbundenen Notarkosten nicht herum. Warum er wichtig ist, mit welchen Kosten ihr rechnen müsst und welche Aufgaben ein Notar für euch übernimmt, erfahrt ihr hier.

Bei jedem Haus- oder Immobilienkauf fallen neben dem Kaufpreis fürs Haus Kaufnebenkosten an, zu denen auch die Notarkosten zählen. Warum der Gang zum Notar unumgänglich ist, mit welchen Kosten ihr rechnen müsst und welche Aufgaben der Notar übernimmt, erfahrt ihr hier.

Warum braucht man beim Hauskauf oder Hausverkauf einen Notar?

Jeder Hauskauf beziehungsweise Hausverkauf bedarf in Deutschland einer notariellen Beurkundung, um rechtskräftig zu sein. Geregelt ist das in § 311b BGB (Bürgerliches Gesetzbuch). Ein Notar ist dazu befugt, Kauf und Verkauf rechtsgültig durchzuführen. Das schützt sowohl Käufer als auch Verkäufer vor Risiken, die mit einem Immobilienkauf verbunden sein können.

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf?

Notare sind nach § 17 Bundesnotarordnung dazu verpflichtet, ihre Tätigkeiten nach gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren, die im Gerichts- und Notarkostengsetz (GNotKG) verankert sind, zu erheben. Ein Notar darf von diesen Gebühren nicht abweichen. Die Notarkosten sind also nicht verhandelbar.

Als Berechnungsgrundlage für die Notarkosten oder Notargebühren dient die Höhe des Kaufpreises der Immobilie. Die Notarkosten belaufen sich auf 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises. Mit inbegriffen sind hier auch die Gebühren für den Eintrag ins Grundbuch, der mit etwa 0,5 Prozent zu Buche schlägt.

Ein Beispiel: Beträgt der Kaufpreis 300.000 Euro dann fallen darauf 2.903,60 Euro an Notarkosten an. Das sind Gebühren für die Beur­kundung des Kauf­vertrags und die Beur­kundung der in der Regel notwendigen Grund­schuld beziehungsweise Hypothek. Auch 19 Prozent Mehr­wert­steuer sind inklusive.

Dazu kommen die Grundbuchgebühren in Höhe von 1.512,50 Euro. Sie umfassen Gebühren für die Eintragung der Grund­schuld beziehungsweise Hypothek (hier: in Höhe von 80 Prozent des Kauf­preises), für die Umschreibung auf den neuen Eigentümer und für die Eintragung einer Auflassungs­vormerkung.

Insgesamt werden also 4.416 Euro fällig.

Da es sich bei den Notarkosten quasi um einen Pauschalbetrag handelt, werden zusätzliche Beratungstermine für gewöhnlich nicht zusätzlich berechnet. Was der Notar aber berechnen darf, ist eine Aufwands­entschädigung für seine Telefon- und Portokosten. Diese liegt meist zwischen 50 und 150 Euro.

Wann werden die Notarkosten fällig?

Die Notarkosten werden fällig, sobald der Notar die Fälligkeitsmitteilung verschickt hat. Mit diesem Dokument wird der Immobilienkäufer darüber in Kenntnis gesetzt, wann und wie er den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen hat. Das passiert in der Regel, nachdem der Notar eine Auflassungsvormerkung ins Grundbuch hat eintragen lassen. Die Fälligkeitsmitteilung signalisiert dem Käufer also auch, dass er den Kaufpreis nun gefahrlos zahlen kann.

Ihr wollt dieses Jahr eine Immobilie kaufen? Was sich in den Gesetzen 2021 für Eigentümer, Hauskäufer und Bauherren geändert hat, erfahrt ihr hier.

Werden die Notarkosten beim Hauskauf geteilt?

Die Notarkosten trägt normalerweise der Käufer alleine, weshalb er in den meisten Fällen auch den Notar bestimmen darf. Allerdings gibt es in Deutschland keine eindeutige gesetzliche Regelung, wer den Notar beim Hauskauf bestimmt.

Doch auch bei Verkäufern können Kosten auflaufen: Wenn die Immobilie noch keine zehn Jahre im Besitz des Verkäufers ist oder er in den letzten zwei Jahren nicht darin gewohnt hat, kann beim Verkauf eine Spekulationssteuer anfallen. Ist die Immobilie über zehn Jahre im Besitz des Voreigentümers, entfällt diese Steuer.

Handelt es sich um einen Neubau, bestimmt in der Regel die Baufirma, welchen Notar sie beauftragen möchte.

Welche Aufgaben übernimmt ein Notar beim Haus- oder Wohnungskauf?

Ein Notar ist unparteiisch und Ansprechpartner sowohl für den Käufer als auch für den Verkäufer der Immobilie. Er führt zunächst mit beiden Seiten ein Vorgespräch und lädt dann zu einem gemeinsamen Termin ein.

  • Vor dem Termin formuliert der Notar einen Vertragsentwurf für den Immobilienkauf. Beide Vertragspartner können dann noch Änderungswünsche äußern. Es ist auch möglich, einen Vorvertrag vor dem eigentlichen Immobilienkauf abzuschließen.
  • Alle Parteien treffen sich beim Notar zur gemeinsamen Vertragsunterzeichnung. Der Kaufvertrag wird vom Notar vorgelesen. Bei diesem Termin können noch offene Fragen geklärt werden.
  • Käufer und Verkäufer unterzeichnen den rechtssicheren Kaufvertrag gemeinsam.
  • Der Notar trägt die bereits erwähnte Auflassungsvormerkung ins Grundbuch ein. Sie dient dem Käufer als rechtliche Absicherung und kündigt einen Eigentümerwechsel an.
  • Der Notar verschickt die Fälligkeitsmitteilung. Der Käufer kann das Geld jetzt direkt an den Verkäufer oder auf ein Treuhänderkonto überweisen. Sogenannte Notaranderkonten dienen dem sicheren Geldtransfer bei einem Immobilienkauf und werden durch den Notar geführt. Der Käufer zahlt auf dieses Konto den Kaufbetrag ein, der Verkäufer erhält aus diesem Konto den Kaufpreis.
  • Hat der Käufer den Kaufpreis und die Grunderwerbsteuer überwiesen, veranlasst der Notar die Umschreibung des Grundbuchs und überweist den Kaufpreis an den Käufer.

Info: Die Grunderwerbssteuer fällt einmalig beim Hauskauf an und ist nicht zu verwechseln mit der Grundsteuer, die zu den jährlichen Hausnebenkosten gehört.

Notarkosten berechnen: Mit Notarkostenrechner und Grundbruchrechner

Ein Notarkostenrechner und Grundbuchrechner hilft euch dabei, die anfallenden Notarkosten und Grundbuchgebühren besser einschätzen zu können. Einen solchen Rechner findet ihr zum Beispiel bei notarkostenrechner.com, immoverkauf24.de oder auf der Seite vom Handelsblatt. Dort könnt ihr neben dem Kaufpreis auch angeben, ob ihr die Abwicklung über ein Notaranderkonto beabsichtigt und auch, ob ihr eine Grundschuldbestellung über den Notar veranlassen wollt. Banken setzen im Normalfall die Grundschuldbestellung für die Vergabe von Krediten voraus.

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