Paar vor seinem Eigenheim
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Bauen | Ratgeber

Auflassungsvormer­kung: So schützt sie euch beim Hauskauf

Sandra Hermes

Der Notartermin macht euch noch nicht zum Hausbesitzer. Damit bis zur Grundbucheintragung nichts schiefgeht, gibt es die Auflassungsvormerkung. Wir erklären, wie sie euch schützt.

Nach der Kaufabwicklung beim Notar seid ihr zwar gefühlt die neuen Besitzer eures Traumhauses. Aber rechtlich seid ihr es erst mit der Eintragung ins Grundbuch. Damit der Verkäufer seinen Noch-Besitz nicht mehrfach zu Geld macht oder noch eine Hypothek aufnimmt, schützt den Käufer die sogenannte Auflassungsvormerkung.

Was ist eine Auflassungsvormerkung?

Eine Auflassungsvormerkung ist eine Eintragung im Grundbuch einer Immobilie. Sie schützt vor allem euch als Käufer (§ 883 im BGB). Denn nach dem Notartermin ist der Käufer noch nicht der rechtmäßige Besitzer des erworbenen Hauses oder der Wohnung. Erst nach der Eintragung des Besitzerwechsels ins Grundbuch gehört das Objekt euch.

Da dies wiederum erst der Fall ist, wenn ihr den Kaufpreis überwiesen und der Verkäufer den Eingang schriftlich bestätigt hat, liegt zwischen dem Notartermin und dem Eintrag ins Grundbuch eine gewisse Zeitspanne. Sie kann durchaus einige Wochen bis Monate betragen.

In dieser Zeit könnte der Verkäufer seine Immobilie theoretisch nochmal verkaufen oder eine Hypothek eintragen lassen. Damit genau das nicht passiert, gibt es die Auflassungsvormerkung. Sie sperrt das Grundbuch für alle Eintragungen, denen ihr nicht ausdrücklich zustimmt.

Damit ist das Haus oder die Wohnung praktisch für euch reserviert und der Verkäufer hat keinen Zugriff mehr, obwohl er rechtlich noch der Eigentümer ist.

Der Begriff der Auflassungsvormerkung bezieht sich übrigens auf die Bezeichnung "Auflassung" für den Eintrag ins Grundbuch. Ihr werdet also für den Grundbucheintrag vorgemerkt. Der Eintrag erfolgt in Abteilung 2 des Grundbuchs.

Was bewirkt die Auflassungsvormerkung noch?

Der Verkäufer kann nach Eintragung der Auflassungsvormerkung nicht mehr uneingeschränkt über seinen Besitz verfügen. Auch vor einer Zwangsvollstreckung im Falle einer Insolvenz des Verkäufers schützt die Vormerkung. Darüber hinaus ist sie auch eine Sicherheit für die Bank, die den Kauf der Immobilie finanziert. Erst wenn die Auflassungsvormerkung vorliegt, zahlt diese das vereinbarte Darlehen aus.

Was muss ich als Käufer tun?

Der Antrag zur Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch ist in der Regel bereits im Kaufvertrag integriert. Verpflichtend ist sie jedoch nicht. Euer Notar wird sich im Normalfall um die Beantragung beim Grundbuchamt kümmern.

Wichtig ist, dass ihr den Kaufpreis erst dann überweist, wenn die Auflassungsvormerkung vorliegt. In der Regel informiert euch darüber der Notar. Gibt er grünes Licht, ist das Objekt sicher für euch reserviert und ihr könnt ohne Risiko zahlen.

Was passiert, wenn der Verkauf nicht zustande kommt?

Natürlich ist keinem zu wünschen, dass ein Immobilienverkauf auf den letzten Metern noch scheitert. Wenn es aber dennoch passiert, muss die Auflassungsvormerkung wieder gelöscht werden. Denn nur dann kann der Verkäufer sein Objekt an einen anderen Käufer veräußern.

Damit das reibungslos funktioniert, bevollmächtigen Käufer und Verkäufer den Notar schon im Kaufvertrag, die Auflassungsvormerkung in einem solchen Fall löschen zu lassen.

Aber keine Panik, bevor das passiert, müsst ihr mit der Zahlung im Verzug sein oder bewusst vom Vertrag zurücktreten. Der Verkäufer kann natürlich nicht mehr vom Verkauf zurücktreten. Das soll die Auflassungsvormerkung ja gerade verhindern.

Was kostet eine Auflassungsvormerkung?

Eine Auflassungsvormerkung kostet in der Regel die Hälfte eines Grundbucheintrags. Dessen Höhe richtet sich wiederum nach dem Kaufpreis. Kostet euer Traumhaus 300.000 Euro, müsst ihr für den Grundbucheintrag 635 Euro kalkulieren. Die Auflassungsvormerkung beträgt in diesem Fall 317,50 Euro. Diese Kosten gehören zu den Kaufnebenkosten, die ihr als Käufer zahlt.

Fazit

Die Auflassungsvormerkung ist kein Muss, wird euch aber jeder Notar dringend empfehlen. Sie schützt euch als Käufer und garantiert, dass der Übergang der Eigentümerrechte und -pflichten für alle Parteien fair über die Bühne geht. Finanziert ihr eure Immobilie über einen Kredit, ist sie ohnehin ein Muss. Ohne diese Sicherheit würde eure Bank den Kredit nicht freigeben.

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