Baustelle eines Einfamilienhauses
© iStock/Getty Images/querbeet

Bauen | Ratgeber

Baukosten pro Quadratmeter: Was kostet ein Neubau?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Was kostet ein neu gebautes Eigenheim? Die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche hängen stark davon ab, wo ihr euer Traumhaus bauen wollt. Und zu den reinen Baukosten kommt noch eine Vielzahl anderer Posten. Ein Überblick.

Die Baukosten für ein identisches Einfamilienhaus sind nicht überall in Deutschland gleich hoch. Grundsätzlich sind sie in Großstädten oder auf Inseln höher als im ländlichen Raum. Und sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Wir verraten euch, mit wie viel Euro Baukosten pro Quadratmeter ihr in welchem Bundesland rechnen müsst und sagen euch, welche Kosten beim Hausbau zusätzlich auf euch zukommen.

Durchschnittliche Baukosten pro Quadratmeter in Deutschland

Im bundesdeutschen Schnitt lagen die Baukosten für Wohngebäude 2020 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 1.920 Euro pro Quadratmeter. Neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar. Allerdings sind die Preise 2021 erheblich gestiegen, so dass die durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter, wenn man sie anhand des Baupreisindex hochrechnet, 2022 bei mindestens 2.100 Euro liegen dürften. Dabei handelt es sich um die reinen Bauwerkskosten, nicht um die gesamten Kosten eines Bauprojekts.

Dabei gibt es allerdings regionale Unterschiede. Die Baukosten pro Quadratmeter bewegen sich laut der LBS-Analyse "Markt für Wohnimmobilien" (Stand: Januar 2021) je nach Region zwischen 1.460 Euro und 2.278 Euro. Bei einem Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche können sich die Baukosten also um mehr als 122.000 Euro unterscheiden, je nachdem wo ihr es baut.

[Anzeige] Solaranlage für 0 € Anschaffungskosten – kommt dein Haus in Frage?*

Baukosten für Häuser in Deutschland nach Bundesland

Am höchsten sind die Baukosten pro Quadratmeter in Bayern und Baden-Württemberg. Am günstigsten baut ihr in Bremen und Sachsen-Anhalt. Generell ist der Hausbau in Süddeutschland teurer als im Norden, wie diese Grafik zeigt:

Grafik Baukosten pro Quadratmeter Stand 01/2022

Mit welchen Baukosten pro Quadratmeter ihr in eurem Bundesland rechnen müsst, zeigt diese Tabelle:

  • Bundesland
  • Euro/Quadratmeter
  • Bayern
  • 2.278
  • Baden-Württemberg
  • 2.088
  • Hamburg
  • 2.071
  • Saarland
  • 1.975
  • Berlin
  • 1.926
  • Rheinland-Pfalz
  • 1.884
  • Hessen
  • 1.856
  • Thüringen
  • 1.743
  • Nordrhein-Westfalen
  • 1.731
  • Schleswig-Holstein
  • 1.721
  • Brandenburg
  • 1.691
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 1.679
  • Sachsen
  • 1.673
  • Niedersachsen
  • 1.558
  • Sachsen-Anhalt
  • 1.520
  • Bremen
  • 1.460

Baukosten pro Quadratmeter je nach Bundesland, Stand 1/2021

Wie entwickeln sich die Baukosten?

Während heute im Schnitt 2.100 Euro Baukosten pro Quadratmeter anfallen, war das Bauen vor zehn Jahren noch deutlich günstiger. 2012 lag der durchschnittliche Baupreis bei 1.433 Euro pro Quadratmeter.

Der Anstieg der Baukosten übertrifft damit die allgemeine Teuerungsrate deutlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Baumaterialien zuletzt stark verteuert haben. Aber auch die Preise für Handwerkerleistungen sind gestiegen.

Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) geht davon aus, dass sich die Bauwerkskosten allein 2021 im Schnitt um etwa zehn Prozent erhöht haben.

Warum steigen die Baukosten?

Schuld an den steigenden Baukosten sind die hohe Nachfrage und Kapazitätsengpässe. Die Bauunternehmen sind vollständig ausgelastet, außerdem haben sie Probleme, genug Fachpersonal zu bekommen. Preistreiber auf dem Bau sind zudem gesetzliche Anforderungen wie das Gebäudeenergiegesetz und Stellplatzvorgaben. Seit dem Frühjahr 2021 kommt eine weltweit wachsende Nachfrage auf den Märkten für Rohstoffe und Baumaterial hinzu. Das hat zu extrem gestiegenen Preisen für Baumaterialien geführt.

Ihr könnt die Baukosten aber senken, indem ihr auf serielle oder modulare Bauweisen zurückgreift, also ein Fertighaus baut. Mehr als 1.000 Modelle findet ihr in unserer Fertighaus-Datenbank.

Baukostenunterschiede Einfamilienhaus und Doppelhaus

Die Baukosten für ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus fallen unterschiedlich hoch aus. So sind Einfamilienhäuser im Vergleich pro Quadratmeter Wohnfläche am teuersten, weil bei geringer Quadratmeterzahl eine große Außenwandfläche errichtet werden muss.

Bei Reihenhäusern hingegen fallen (außer bei den beiden Endhäusern) jeweils zwei Außenwände weg und werden durch eine deutlich kostengünstigere Trennwand ersetzt. Dasselbe gilt für ein Doppelhaus.

Für ein Einfamilienhaus zahlt ihr im Schnitt 1.895 Euro pro Quadratmeter. Bei Doppelhäusern liegen die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche niedriger, nämlich bei 1.874 Euro.

Der Bau eines Einfamilienhauses mit einer Wohneinheit kostete die Bauherren laut Statistischem Bundesamt 2020 im Schnitt 291.032 Euro. In diesem Betrag sind allerdings nur die reinen Baukosten enthalten.

Unsere Buchempfehlungen für Bauherren: Stiftung Warentest bietet zahlreiche tolle Ratgeber-Bücher für Bau- oder Immobilienprojekte – guckt euch mal die Übersicht an. (Anzeige*)

Was kostet ein Einfamilienhaus? Diese Kosten kommen zu den Baukosten dazu

Neben den Baukosten für die Errichtung des Gebäudes kommen noch viele weitere Kosten auf euch zu, wenn ihr ein Haus bauen wollt. Und zwar:

  • Grundstückskosten: Die Kosten für baureife Grundstücke fallen in Deutschland extrem unterschiedlich aus – je nachdem, wo euer Traumhaus stehen soll. Sie liegen laut Statistischem Bundesamt je nach Bundesland und Stadt zwischen 50 und 1.300 Euro pro Quadratmeter. Im Schnitt zahlt ihr 199 Euro pro Quadratmeter Bauland. Je nachdem, in welcher Region sich euer Wunsch-Grundstück befindet und ob ihr durch einen Makler fündig geworden seid, müsst ihr noch bis zu 15 Prozent der Kosten für das Grundstück an Erwerbsnebenkosten dazurechnen. Dazu gehören Maklercourtage, Notarkosten und Grunderwerbsteuer.
  • Erschließungs- und Herrichtungskosten: Dazu zählen Straßenbaukosten inklusive Park- und Grünanlagen, die erstmalige Herstellung von Entwässerung und Beleuchtung, Kanalisation, zentrale Versorgung (Strom, Gas, Wärme, Wasser) und mitunter auch der Schmutz- und Regenwasseranschluss. Auch das Herrichten des Geländes und die Beseitigung von alten Gebäuden und Bäumen zählen dazu. Insgesamt können die Erschließungskosten je nach Entfernung zum nächsten Anschlusspunkt zwischen 10.000 und gut 15.000 Euro betragen. Mehr dazu hier: Das kostet die Erschließung eines Grundstücks.
  • Baunebenkosten: Dazu zählen unter anderem alle Planungsleistungen wie ein Architektenhonorar, Kosten für etwaige Bodengutachten und die Vermessung, für den Energieausweis, sowie alle Genehmigungskosten und Versicherungen. In der Regel betragen die Kosten für das Bodengutachten rund 0,5 Prozent der Bausumme. Zwischen 0,5 und 1 Prozent eurer Bausumme müsst ihr für den Bauantrag einkalkulieren. Die Vermessungskosten für ein durchschnittlich großes Ein- oder Zweifamilienhausgrundstück betragen etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Banken kalkulieren für die Baunebenkosten oft pauschal rund 15 Prozent der Baukosten ein.
  • Kosten für die Außenanlagen: Einen Garten, eine Terrasse oder einen Carport anzulegen, kostet ebenfalls Geld. Hier rechnet man in der Regel mit fünf Prozent der Baukosten für das Haus.
  • Einrichtungskosten: Für ein neues Haus wird häufig auch neues Mobiliar angeschafft. Die Kosten dafür sowie für eine Einbauküche dürft ihr bei der Kostenkalkulation nicht vergessen.

Übersicht: Kostenbeispiel für ein Einfamilienhaus

Angenommen, ihr wollt auf einem 600 Quadratmeter großen Grundstück ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fläche bauen. Dann müsst ihr ganz grob mit folgenden Kosten rechnen:

  • Bauwerkskosten: 315.000 Euro (2.100 Euro x 150 Quadratmeter)
  • Grundstückskosten: 139.300 Euro (199 Euro x 700 Quadratmeter)
  • Herrichten und Erschließen des Grundstücks: 15.000 Euro
  • Baunebenkosten: 47.250 Euro (15 Prozent der Bauwerkskosten)
  • Außenanlagen: 15.750 Euro (5 Prozent der Bauwerkskosten)
  • Ausstattung: 20.000 Euro
  • Gesamtkosten Einfamilienhaus-Bau: 552.300 Euro

Lest hier, wie ihr beim Hausbau Geld sparen könnt.

Infografik Zusammensetzung der Kosten beim Hausbau

Fazit: Das kostet ein Hausbau 2022

Die Kosten für einen Hausbau hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, so dass diese Frage kaum pauschal beantwortet werden kann. Aber es gibt Durchschnittswerte, an denen ihr euch ganz grob orientieren könnt.

Im bundesdeutschen Durchschnitt liegen die Kosten für ein Eigenheim zwischen 320.000 und 385.000 Euro. Das sind allerdings die reinen Bauwerkskosten. Was euch auch helfen kann, die Kosten für euer Bauprojekt auszurechnen, sind die Wohnglück-Rechner. Damit könnt ihr ermitteln, wie viel Haus ihr euch leisten könnt, wie hoch die Notar- und Grundbuchkosten sein werden und mit welchen Baukosten ihr rechnen müsst.

Unser Tipp: Ihr entscheidet euch dagegen, ein Haus selbst zu bauen und möchtet lieber eins gebraucht kaufen? Mit der Wohnglück Immobilienbewertung könnt ihr euer Traumhaus schon vorab bewerten lassen. Weitere Tipps für die nächsten Schritte findet ihr auch in unserer Checkliste Hauskauf und Checkliste Hausbesichtigung. Und hier gibt es aktuelle Prognosen, Nachrichten, Studien zur Preisent­wicklung bei Immobilien.

*Dieser Beitrag wurde um sogenannte Affiliate-Links ergänzt. Dadurch bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

Das wird dich auch interessieren