Baustelle eines Einfamilienhauses
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Bauen | Ratgeber

Baukosten pro Quadratmeter: Was kostet ein Neubau?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Was kostet ein neu gebautes Eigenheim? Die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche hängen stark davon ab, wo ihr euer Traumhaus bauen wollt. Und zu den reinen Baukosten kommt noch eine Vielzahl anderer Posten. Ein Überblick.

Die Baukosten für ein identisches Einfamilienhaus sind nicht überall in Deutschland gleich hoch. Grundsätzlich sind sie in Großstädten oder auf Inseln höher als im ländlichen Raum. Und sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Wir verraten euch, mit wie viel Euro Baukosten pro Quadratmeter ihr in welchem Bundesland rechnen müsst und sagen euch, welche Kosten beim Hausbau zusätzlich auf euch zukommen.

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Wie hoch sind die Baupreise pro Quadratmeter in Deutschland?

Im bundesdeutschen Schnitt lagen die Baukosten für Wohngebäude 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 2.034 Euro pro Quadratmeter. Das sind gut 100 Euro mehr als noch im Vorjahr. Neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar. Allerdings sind die Preise 2022 erheblich gestiegen, so dass die durchschnittlichen Baukosten pro Quadratmeter, wenn man sie anhand des Baupreisindex hochrechnet, aktuell bei mindestens 2.300 Euro liegen dürften. Dabei handelt es sich um die reinen Bauwerkskosten, nicht um die gesamten Kosten eines Bauprojekts.

Allerdings gibt es regionale Unterschiede. Die Baukosten pro Quadratmeter bewegen sich laut
der LBS-Analyse "Markt für Wohnimmobilien" (Stand: Januar 2021) je nachdem, welche Region sie betreffen, zwischen 1.460 Euro und 2.278 Euro. Bei einem Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche können sich die Baukosten also um mehr als 122.000 Euro unterscheiden, je nachdem wo ihr es baut. 2022 ist mit einem Plus von rund 16,5 Prozent zu rechnen (Anstieg der Baupreise im 3. Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

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Wie hoch sind die Baukosten pro Quadratmeter nach Bundesland?

Am höchsten sind die Baukosten pro Quadratmeter in Bayern und Baden-Württemberg. Am günstigsten baut ihr in Bremen und Sachsen-Anhalt. Generell ist der Hausbau in Süddeutschland teurer als im Norden, wie diese Grafik zeigt:

Grafik Baukosten pro Quadratmeter Stand 01/2022

Was kostet ein Neubau pro Quadratmeter 2022?

Die Hausbau-Kosten 2022 sind im Vergleich zum Vorjahr laut Baupreisindex um 16,5 Prozent gestiegen (Q3/2022). Mit welchen Baukosten pro Quadratmeter ihr in eurem Bundesland 2022 ungefähr rechnen müsst, zeigt diese Tabelle:

  • Bundesland
  • Euro/Quadratmeter
  • Bayern
  • 2.653
  • Baden-Württemberg
  • 2.432
  • Hamburg
  • 2.412
  • Saarland
  • 2.300
  • Berlin
  • 2.243
  • Rheinland-Pfalz
  • 2.194
  • Hessen
  • 2.162
  • Thüringen
  • 2.030
  • Nordrhein-Westfalen
  • 2.016
  • Schleswig-Holstein
  • 2.004
  • Brandenburg
  • 1.970
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 1.956
  • Sachsen
  • 1.949
  • Niedersachsen
  • 1.815
  • Sachsen-Anhalt
  • 1.770
  • Bremen
  • 1.700

Baukosten pro Quadratmeter je nach Bundesland, Prognose für 2022

Wie entwickeln sich die Baukosten?

Während der Baupreis pro Quadratmeter 2022 im Schnitt zwischen 1.600 bis 2.700 Euro liegt, war das Bauen vor zehn Jahren noch deutlich günstiger. 2012 lagen die durchschnittlichen Baukosten bei 1.433 Euro pro Quadratmeter.

Der Anstieg der Baukosten übertrifft damit die allgemeine Teuerungsrate deutlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Baumaterialien zuletzt stark verteuert haben. Aber auch die Preise für Handwerkerleistungen sind gestiegen.

Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) geht davon aus, dass sich die Bauwerkskosten 2022 um sieben bis 25 Prozent erhöht haben. Bereits 2021 war ein Plus von durchschnittlich zehn Prozent für Bauleistungen zu verzeichnen gewesen.

Mehr zur Entwicklung der Baukosten 2022 mit aktuellen Zahlen, Prognosen und Studien erfahrt ihr in unserem Newsticker: Baupreise: Aktuelle Zahlen und Prognosen zur Baupreisentwicklung

Warum steigen die Baukosten?

Schuld an den steigenden Baukosten sind die hohe Nachfrage und Kapazitätsengpässe. Die Bauunternehmen sind vollständig ausgelastet, außerdem haben sie Probleme, genug Fachpersonal zu bekommen. Preistreiber auf dem Bau sind zudem gesetzliche Anforderungen wie das Gebäudeenergiegesetz und Stellplatzvorgaben. Seit dem Frühjahr 2021 kommt eine weltweit wachsende Nachfrage auf den Märkten für Rohstoffe und Baumaterial hinzu. Das hat zu extrem gestiegenen Preisen für Baumaterialien geführt.

Tipp: Ihr könnt die Baukosten senken, indem ihr auf serielle oder modulare Bauweisen zurückgreift, also ein Fertighaus baut. Mehr als 1.000 Modelle findet ihr in unserer Fertighaus-Datenbank.

Was ist teurer – Einfamilienhaus oder Doppelhaus?

Die Baukosten für ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus fallen unterschiedlich hoch aus. So sind Einfamilienhäuser im Vergleich pro Quadratmeter Wohnfläche am teuersten, weil bei geringer Quadratmeterzahl eine große Außenwandfläche errichtet werden muss.

Bei Reihenhäusern hingegen fallen (außer bei den beiden Endhäusern) jeweils zwei Außenwände weg und werden durch eine deutlich kostengünstigere Trennwand ersetzt. Dasselbe gilt für ein Doppelhaus.

Die reinen Baukosten pro Quadratmeter für ein Einfamilienhaus liegen bundesweit bei durchschnittlich 1.600 bis 2.700 Euro. Für ein Mehrfamilienhaus betragen die Baukosten etwa 1.400 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter.

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Was kostet ein Neubau 2022? Diese Kosten kommen zu den Baukosten dazu

Mit den Baukosten allein ist es nicht getan. Was beinhalten die Baukosten pro Quadratmeter? Dazu zählen beim Hausbau die Kosten für die Schalungen und den Verputz sowie für die Innenwände, die Verkleidungen, Böden und Bodenaufbauten. Ebenso die Kosten für alle technischen Anlagen wie Heizungs- und Wasseranlagen, Kamine und Elektroleitungen.

Neben diesen reinen Baukosten für die Errichtung des Gebäudes kommen noch viele weitere Kosten auf euch zu, wenn ihr ein Haus bauen wollt. Und zwar:

  • Grundstückskosten: Die Kosten für baureife Grundstücke fallen in Deutschland extrem unterschiedlich aus – je nachdem, wo euer Traumhaus stehen soll. Sie liegen laut Statistischem Bundesamt je nach Bundesland und Stadt zwischen 50 und 1.300 Euro pro Quadratmeter. Im Schnitt zahlt ihr 2022 rund 230 Euro pro Quadratmeter Bauland. Je nachdem, in welcher Region sich euer Wunsch-Grundstück befindet und ob ihr durch einen Makler fündig geworden seid, müsst ihr noch bis zu 15 Prozent der Kosten für das Grundstück an Erwerbsnebenkosten dazurechnen. Dazu gehören Maklercourtage, Notarkosten und Grunderwerbsteuer.
  • Erschließungs- und Herrichtungskosten: Dazu zählen Straßenbaukosten inklusive Park- und Grünanlagen, die erstmalige Herstellung von Entwässerung und Beleuchtung, Kanalisation, zentrale Versorgung (Strom, Gas, Wärme, Wasser) und mitunter auch der Schmutz- und Regenwasseranschluss. Auch das Herrichten des Geländes und die Beseitigung von alten Gebäuden und Bäumen zählen dazu. Insgesamt können die Erschließungskosten je nach Entfernung zum nächsten Anschlusspunkt zwischen 10.000 und gut 15.000 Euro betragen. Mehr dazu hier: Das kostet die Erschließung eines Grundstücks.
  • Baunebenkosten: Dazu zählen unter anderem alle Planungsleistungen wie ein Architektenhonorar, Kosten für etwaige Bodengutachten und die Vermessung, für den Energieausweis, sowie alle Genehmigungskosten und Versicherungen. In der Regel
    betragen die Kosten für das Bodengutachten rund 0,5 Prozent der Bausumme.
    Zwischen 0,5 und 1 Prozent eurer Bausumme müsst ihr für den Bauantrag einkalkulieren. Die Vermessungskosten für ein durchschnittlich großes Ein- oder Zweifamilienhausgrundstück betragen etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Banken kalkulieren für die Baunebenkosten oft pauschal rund 15 Prozent der Baukosten ein.
  • Kosten für die Außenanlagen: Einen Garten, eine Terrasse oder einen Carport anzulegen, kostet ebenfalls Geld. Hier rechnet man in der Regel mit fünf Prozent der Baukosten für das Haus.
  • Einrichtungskosten: Für ein neues Haus wird häufig auch neues Mobiliar angeschafft. Die Kosten dafür sowie für eine Einbauküche dürft ihr bei der Kostenkalkulation nicht vergessen.

Was kostet ein Hausbau 2022? Kostenbeispiel für ein Einfamilienhaus

Angenommen, ihr wollt auf einem 600 Quadratmeter großen Grundstück ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fläche bauen. Dann müsst ihr ganz grob mit folgenden Kosten rechnen:

  • Bauwerkskosten: 345.000 Euro (2.300 Euro x 150 Quadratmeter)
  • Grundstückskosten: 161.000 Euro (230 Euro x 700 Quadratmeter)
  • Herrichten und Erschließen des Grundstücks: 15.000 Euro
  • Baunebenkosten: 51.700 Euro (15 Prozent der Bauwerkskosten)
  • Außenanlagen: 17.250 Euro (5 Prozent der Bauwerkskosten)
  • Ausstattung: 20.000 Euro
  • Gesamtkosten Einfamilienhaus-Bau: 609.950 Euro

Lest hier, wie ihr beim Hausbau Geld sparen könnt.

Infografik Zusammensetzung der Kosten beim Hausbau

Fazit: Das sind die Kosten für einen Hausbau 2022

Die Kosten für einen Hausbau hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, so dass diese Frage kaum pauschal beantwortet werden kann. Aber es gibt Durchschnittswerte, an denen ihr euch ganz grob orientieren könnt.

Im bundesdeutschen Durchschnitt liegen die Baukosten für ein Eigenheim zwischen 1.600 Euro und 2.700 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt kommt ihr bei den Kosten auf durchschnittlich 240.000 bis 405.000 Euro. Das sind allerdings die reinen Bauwerkskosten. Was euch auch helfen kann, die Kosten für euer Bauprojekt auszurechnen, sind die Wohnglück-Rechner. Damit könnt ihr ermitteln, wie viel Haus ihr euch leisten könnt, wie hoch die Notar- und Grundbuchkosten sein werden und mit welchen Baukosten ihr rechnen müsst.

Unser Tipp: Ihr entscheidet euch dagegen, ein Haus selbst zu bauen und möchtet lieber eins gebraucht kaufen? Mit der Wohnglück Immobilienbewertung könnt ihr euer Traumhaus schon vorab bewerten lassen. Weitere Tipps für die nächsten Schritte findet ihr auch in unserer "Checkliste Hauskauf" und der "Checkliste Hausbesichtigung". Und hier gibt es aktuelle Prognosen, Nachrichten, Studien zur Preisent­wicklung bei Immobilien.

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