Baustelle eines Einfamilienhauses
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Bauen | Ratgeber

Baukosten pro Quadratmeter: Was kostet ein Neubau?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Was kostet ein neu gebautes Eigenheim? Die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche hängen stark davon ab, wo ihr euer Traumhaus bauen wollt. Und zu den reinen Baukosten kommt noch eine Vielzahl anderer Posten. Ein Überblick.

Die Baukosten für ein identisches Einfamilienhaus sind nicht überall in Deutschland gleich hoch. Grundsätzlich sind sie in Großstädten oder auf Inseln höher als im ländlichen Raum. Und sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Die Baukosten pro Quadratmeter bewegen sich je nach Region zwischen 1.396 Euro und 2.176 Euro. Bei einem Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche können sich die Baukosten also um mehr als 115.000 Euro unterscheiden, je nachdem wo ihr es baut.

Wir verraten euch, mit wie viel Euro Baukosten pro Quadratmeter ihr in welchem Bundesland rechnen müsst und sagen euch, welche Kosten beim Hausbau zusätzlich auf euch zukommen.

Baukosten für Häuser in Deutschland nach Bundesland

Im bundesdeutschen Schnitt lagen die Baukosten für Wohngebäude 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 1.834 Euro pro Quadratmeter.

Je nachdem, wo ihr baut, unterscheiden sich die Baupreise aber ganz erheblich. Am höchsten sind die Baukosten pro Quadratmeter in Bayern und Baden-Württemberg. Am günstigsten baut ihr in Bremen und Sachsen-Anhalt. Generell ist der Hausbau in Süddeutschland teurer als im Norden, wie diese Grafik zeigt:

Infografik Baukosten pro Quadratmeter nach Bundesland

Mit welchen Baukosten pro Quadratmeter ihr in eurem Bundesland rechnen müsst, zeigt diese Tabelle:

Baukosten pro Quadratmeter nach Bundesland

  • Bundesland
  • Euro/Quadratmeter
  • Bayern
  • 2.176
  • Baden-Württemberg
  • 1.987
  • Saarland
  • 1.867
  • Rheinland-Pfalz
  • 1.862
  • Hamburg
  • 1.763
  • Berlin
  • 1.756
  • Hessen
  • 1.752
  • Schleswig-Holstein
  • 1.700
  • Thüringen
  • 1.630
  • Nordrhein-Westfalen
  • 1.630
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 1.609
  • Sachsen
  • 1.591
  • Brandenburg
  • 1.573
  • Niedersachsen
  • 1.494
  • Bremen
  • 1.405
  • Sachsen-Anhalt
  • 1.396

Baukosten pro Quadratmeter je nach Bundesland

Wie entwickeln sich die Baukosten?

Während heute im Schnitt 1.834 Euro Baukosten pro Quadratmeter anfallen, war das Bauen vor zehn Jahren noch deutlich günstiger. 2009 lag der durchschnittliche Baupreis bei 1.332 Euro pro Quadratmeter.

Der Anstieg der Baukosten übertrifft damit die allgemeine Teuerungsrate deutlich. Besonders stark verteuert haben sich Erdarbeiten, aber auch viele andere Handwerksleistungen.

Warum steigen die Baukosten?

Schuld an den steigenden Baukosten sind die hohe Nachfrage und Kapazitätsengpässe. Preistreiber auf dem Bau sind zudem gesetzliche Anforderungen wie das Gebäudeenergiegesetz und Stellplatzvorgaben.

Ihr könnt die Baukosten aber senken, indem ihr auf serielle oder modulare Bauweisen zurückgreift, also ein Fertighaus baut.

Baukostenunterschiede Einfamilienhaus und Doppelhaus

Die Baukosten für ein Einfamilienhaus, Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus fallen unterschiedlich hoch aus. So sind Einfamilienhäuser im Vergleich pro Quadratmeter Wohnfläche am teuersten, weil bei geringer Quadratmeterzahl eine große Außenwandfläche errichtet werden muss.

Bei Reihenhäusern hingegen fallen (außer bei den beiden Endhäusern) jeweils zwei Außenwände weg und werden durch eine deutlich kostengünstigere Trennwand ersetzt. Dasselbe gilt für ein Doppelhaus.

Für ein Einfamilienhaus zahlt ihr im Schnitt 1.804 Euro pro Quadratmeter. Bei Doppelhäusern liegen die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche niedriger, nämlich bei 1.794 Euro.

Der Bau eines Einfamilienhauses mit einer Wohneinheit kostete die Bauherren laut Statistischem Bundesamt 2019 im Schnitt 275.431 Euro. In diesem Betrag sind allerdings nur die reinen Baukosten enthalten.

Was kostet ein Einfamilienhaus? Diese Kosten kommen zu den Baukosten dazu

Neben den Baukosten für die Errichtung des Gebäudes kommen noch viele weitere Kosten auf euch zu, wenn ihr ein Haus bauen wollt. Und zwar:

  • Grundstückskosten: Die Kosten für baureife Grundstücke fallen in Deutschland extrem unterschiedlich aus – je nachdem, wo euer Traumhaus stehen soll. Sie liegen laut Statistischem Bundesamt je nach Bundesland zwischen 49 und 1.348 Euro pro Quadratmeter. Je nachdem, in welcher Region sich euer Wunsch-Grundstück befindet, und ob ihr durch einen Makler fündig geworden seid, müsst ihr noch bis zu 15 Prozent der Kosten für das Grundstück an Erwerbsnebenkosten dazurechnen. Dazu gehören Maklercourtage, Notarkosten und Grunderwerbsteuer.
  • Erschließungskosten: Dazu zählen Straßenbaukosten inklusive Park- und Grünanlagen, die erstmalige Herstellung von Entwässerung und Beleuchtung, Kanalisation, zentrale Versorgung (Strom, Gas, Wärme, Wasser) und mitunter auch der Schmutz- und Regenwasseranschluss. Insgesamt können die Erschließungskosten je nach Entfernung zum nächsten Anschlusspunkt zwischen 10.000 und gut 15.000 Euro variieren.
  • Baunebenkosten: Darunter fallen Kosten für etwaige Bodengutachten und die Vermessung, außerdem für die Baugenehmigung. Eventuell müssen auch Bäume gefällt oder alte Gebäude abgerissen werden. In der Regel betragen die Kosten für das Bodengutachten rund 0,5 Prozent der Bausumme. Zwischen 0,5 und 1 Prozent eurer Bausumme müsst ihr für den Bauantrag einkalkulieren. Die Vermessungskosten für ein durchschnittliches großes Ein- oder Zweifamilienhausgrundstück betragen etwa 1.500 bis 2.000 Euro. Banken kalkulieren für die Baunebenkosten oft pauschal rund 15 Prozent der Baukosten ein.
  • Kosten für die Außenanlagen: Einen Garten, eine Terrasse oder einen Carport anzulegen, kostet ebenfalls Geld. Hier rechnet man in der Regel mit fünf Prozent der Baukosten für das Haus.
  • Einrichtungskosten: Für ein neues Haus wird in der Regel auch neues Mobiliar angeschafft. Die Kosten dafür, sowie für eine Einbauküche, dürft ihr bei der Kostenkalkulation nicht vergessen.

Fazit: Das kostet ein Hausbau

Die Kosten für einen Hausbau hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab, so dass diese Frage kaum pauschal beantwortet werden kann. Was es aber gibt, sind Durchschnittswerte, an denen ihr euch ganz grob orientieren könnt.

Im bundesdeutschen Durchschnitt liegen die Kosten für ein Eigenheim zwischen 320.000 und 385.000 Euro. Dabei wird von einer Grundstücksgröße von 700 bis 850 Quadratmetern und einer Wohnfläche von etwa 150 Quadratmetern ausgegangen.

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