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Bauen | Checkliste

Haus oder Wohnung finanzieren: So berechnet ihr euer Eigenkapital

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Level: Für Alle

Ihr wollt ein Haus oder eine Wohnung finanzieren? Mit dieser Checkliste könnt ihr sowohl euer Eigenkapital berechnen als auch, wie viel Geld ihr monatlich für den Kredit zurückzahlen könnt.

Ihr spielt mit dem Gedanken, euch ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen? Dann ist oft die erste Frage: Wieviel Haus kann ich mir überhaupt leisten?

Um diese Frage zu klären, müsst ihr zuerst eure Finanzsituation analysieren. Denn die Höhe des Eigenkapitals ist wichtig, ebenso die Summe, die ihr monatlich für einen Kredit aufbringen könnt.

Wie viel Eigenkapital habe ich?

Damit ihr dabei keinen Posten vergesst, hier unsere Checkliste für den persönlichen Kassensturz:

Bestehendes Vermögen

  • Guthaben auf dem Girokonto
  • Bankguthaben
  • Sparbücher
  • Goldbarren oder -münzen
  • Bargeld
  • Wertpapiere (mit tagesaktuellem Kurs)
  • Bausparvertrag (eingezahlte Summe)
  • Lebensversicherung (mit aktuellem Rückkaufswert)

= EIGENKAPITAL

Wie viel Geld habe ich monatlich zur Verfügung?

Die meisten von uns werden den Traum von der eigenen Immobilie finanzieren müssen. Egal, über welchen Weg ihr das macht, ob Bank oder Bausparkasse: Wichtig ist, sich einen realistischen Überblick über den eigenen finanziellen Status zu verschaffen. Nur so könnt ihr euch darüber klar werden, wie viel Geld ihr monatlich für die Rückzahlung eines Kredits zur Verfügung habt.

Einnahmen versus Ausgaben – das ist die einfachste Methode, den finanziellen Spielraum auszuloten.

Checkliste: Einnahmen prüfen

Regelmäßige Einnahmen

  • Gehalt/Lohn
  • Urlaubsgeld
  • Provision/Weihnachtsgeld/Prämien
  • Kindergeld/Unterhaltszahlungen
  • Zinserträge
  • Mieteinnahmen von bereits vorhandenen Immobilien (OHNE eventuelle Einnahmen der geplanten Immobilie)

Einmalige Einnahmen

  • Geldgeschenk/Steuerrückerstattung
  • Verkauf des Autos oder von Wertpapieren

Wenn ihr die Summen addiert habt, dann teilt den Betrag durch zwölf, um auf die Summe zu kommen, die euch durch einmalige Einnahmen monatlich zur Verfügung steht.

= SUMME EINNAHMEN

Checkliste: Ausgaben auflisten

Regelmäßige Ausgaben

  • Lebensmittel
  • Miete und Betriebskosten
  • Urlaub/Freizeit (Ausgehen, Sport, Kino, Hobby etc.)
  • Bekleidung
  • Telefon, Handy, Internet
  • Versicherungen (zum Beispiel Hausrat, Haftpflicht, Unfall, Kfz)
  • Gesundheit
  • Auto und Verkehr
  • Rücklagen für Haushaltsgeräte und Möbel
  • Betriebskosten und Wohnnebenkosten in der neuen Wohnung/ im neuen Haus
  • Sonstiges

Unregelmäßige Ausgaben

  • Sondertilgung für die Wohnung
  • Reparaturen für das Kfz
  • Vermögensschaden, der nicht durch die Versicherung gedeckt ist

Wenn ihr die unregelmäßigen Ausgaben addiert habt, dann teilt den Betrag durch zwölf, um auf die durchschnittliche monatliche Belastung zu kommen.

= SUMME AUSGABEN

Alle Werte realistisch aufgeschrieben? Dann ergibt sich daraus folgende einfache Rechnung:

SUMME EINNAHMEN - SUMME AUSGABEN = VERFÜGBARES NETTOEINKOMMEN

Tipps für die Finanzierung

Bei der Gegenüberstellung sämtlicher Ein- und Ausgaben solltet ihr außerdem folgende Fragen beantworten:

  • Verändert sich die Höhe der Ein- und Ausgaben, weil zum Beispiel das monatliche Entgelt nach Stunden berechnet wird?
  • Wie schnell kann ich über bestimmte Summen verfügen, etwa bei Festgeldern?
  • In welchen zeitlichen Perioden treten Ein- und Ausgaben auf? Bei der Mietzahlung wird das monatlich sein; Versicherungsprämien sind oft vierteljährlich oder jährlich fällig.
  • Auch bei Fragen zur Sicherheit (befristete Arbeitsverträge, erfolgsabhängige Prämien) solltet ihr realistisch bleiben.
  • Kann ich die Kosten auch bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit noch tragen?

Denkt bei der künftigen Finanzierung auch an die Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Steuern). In der Gesamtkostenrechnung wird auch gern der Erwerb von neuen Möbeln oder die Gestaltung der Außenanlage (wie das Pflastern der Hofeinfahrt oder der Bau der Garage) vergessen.

Und plant bitte auch immer eine "eiserne Reserve" ein. Viele Bauherren oder Wohnungskäufer überschätzen das eigene "Verzichtpotential". Wer sein komplettes Eigenkapital für die Immobilienfinanzierung einsetzt, kann schnell in Bedrängnis kommen. Fällt beispielsweise eine größere Reparatur an oder geht die Waschmaschine kaputt, muss schlimmstenfalls ein zusätzlicher Kredit aufgenommen werden.

Behaltet eine eiserne Reserve in der Hinterhand

Von daher behaltet am besten zwei bis drei Monatsnettogehälter als Reserve. Und plant als Richtwert für die laufenden Lebenshaltungskosten etwa ein Drittel des Nettoeinkommens ein.

Klingt komplizierter als es ist. Bleibt bei eurer Planung und der Kalkulation von Einnahmen und Ausgaben realistisch. Auf dem Weg zum eigenen Haus oder zur eigenen Wohnung wird euch noch viel Zahlenwerk begegnen. Es lohnt sich also, sich von Anfang an einen guten Überblick zu schaffen. Spätestens beim Einzug in die eigenen vier Wände merkt ihr, wie wichtig eine gute Finanzplanung für das eigene Wohnglück ist.

Als abschließender Hinweis: Lest bei Interesse folgend noch weitere Tipps, was ihr bei der Baufinanzierung beachten solltet.

Lies noch mehr…

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