Bauen | Ratgeber

Bauzinsen Entwicklung: Prognose für die Zinsentwicklung 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bauzinsen sind zuletzt leicht gestiegen und bewegen sich auf die 4-Prozent-Marke zu.
  • Anfang Januar 2026 lag der durchschnittliche Zinssatz bei einer Sollzinsbindung von zehn Jahren bei 3,85 Prozent, bei einer 15-jährigen Bindung bei 4 Prozent.
  • Insgesamt bewegen sich die Bauzinsen seit 2024 seitwärts und werden voraussichtlich weiterhin in einem Korridor zwischen 3 und 4 Prozent pendeln – deutlich sinkende Zinsen sind kurzfristig eher unwahrscheinlich.
  • Politische Entwicklungen und Kapitalmarktzinsen beeinflussen die Bauzinsen stärker als die EZB-Leitzinsen.
  • Kurzfristig sind Bauzinsen volatil, mittelfristig ist ein leichter Anstieg nicht ausgeschlossen.

Das kannst du tun

  • Halte die Kapitalmarktzinsen und politische Trends im Blick, um die Bauzinsen-Entwicklung frühzeitig einschätzen zu können.
  • Eine unabhängige Finanzierungsberatung verschafft Klarheit – nutze z. B. den Baufinanzierungsservice von Wohnglück.de.
  • In Phasen unsicherer Entwicklung kann eine längere Zinsbindung Planungssicherheit geben.
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Aktuelle Bauzinsen-Entwicklung

Seit 2024 lässt sich insgesamt eher eine Seitwärtsbewegung der Bauzinsen beobachten – allerdings mit teils spürbaren Ausschlägen. Zu Beginn des Jahres 2026 sind die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen nach verschiedenen Marktübersichten wieder etwas gestiegen und lagen ungefähr im Bereich von knapp unter 4 Prozent. Im Dezember des Vorjahres hatten sie sich laut Statista noch ungefähr bei 3,6 Prozent eingependelt.

Wichtig dabei: Diese Angaben sind nur grobe Richtwerte. Konkrete Angebote können deutlich davon abweichen – je nach Eigenkapital, Bonität, Objekt, Laufzeit, Tilgungssatz und Bank. Die veröffentlichten Durchschnittszinsen zeigen vor allem Trends, sagen aber wenig darüber aus, welchen Zinssatz einzelne Kreditnehmer tatsächlich bekommen.

Die Entwicklung zeigt vor allem eines: Der Markt bleibt volatil. Bauzinsen reagieren sensibel auf Kapitalmärkte, Politik und Wirtschaft. Wer finanzieren möchte, sollte Zinsbewegungen beobachten, Angebote vergleichen und nicht von einzelnen Durchschnittswerten auf die eigene Finanzierung schließen. 

Eine ausführliche Einordnung zu den aktuellen Zinsen und Tipps, wie du dir eine günstige Baufinanzierung sicherst, findest du im Artikel Bauzinsen aktuell: So stehen die Zinsen für Baufinanzierungen 2026.

Bauzinsen: Entwicklung bis heute

Die Entwicklung der Bauzinsen in den vergangenen Jahren zeigt einen klaren Trend: Nach einem historisch niedrigen Niveau in den Jahren 2020 und 2021 – teils deutlich unter 1 Prozent – kam es ab 2022 infolge hoher Inflation und der Zinswende der EZB zu einem starken Anstieg. 2023 lagen die durchschnittlichen Bauzinsen für zehnjährige Zinsbindungen zeitweise bei rund 4 Prozent oder etwas darüber.

Seither lässt sich eher eine Seitwärtsbewegung beobachten. In den Jahren 2024 und 2025 bewegten sich die Bauzinsen meist in einem Korridor zwischen etwas über 3 und knapp unter 4 Prozent, mit mehreren Auf- und Abwärtsbewegungen. Auch Anfang 2026 zeigen sich wieder höhere Werte, die im Durchschnitt eher am oberen Rand dieses Bereichs liegen.

Dabei gilt: Solche Durchschnittswerte beschreiben nur den Markt als Ganzes. Sie hängen stark davon ab, wie sich Inflation, Kapitalmarktzinsen, Staatsfinanzen, geopolitische Risiken und die Geldpolitik entwickeln. Für einzelne Bauherren oder Käufer können die tatsächlichen Zinsen deutlich niedriger oder höher ausfallen.

Unterm Strich zeigt sich: Nach der Zinswende hat sich das Umfeld für Baufinanzierungen spürbar verändert. Die Zeit extrem günstiger Zinsen ist vorerst vorbei – stattdessen müssen sich Kreditnehmer auf ein höheres, aber schwankendes "neues Normal" einstellen.

Tabelle: Bauzinsen Entwicklung 2015 bis 2025

Die folgende Tabelle veranschaulicht die Entwicklung der durchschnittlichen Bauzinsen mit zehnjähriger Zinsbindung von 2015 bis 2025:

Entwicklung der Bauzinsen 2015 bis 2025. Quelle: Interhyp und Statista 2026
JahrDurchschnittlicher Zinssatz bei einer 10-jährigen Zinsbindung
20151,60 %
20161,33 %
20171,43 %
20181,47 %
20191,04 %
20200,79 %
20210,90 %
20222,64 %
20233,88 %
20243,50 %
20253,55 %

Tabelle: Bauzinsen Verlauf 2025/2026

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Bauzinsen mit zehnjähriger Sollzinsbindung in den letzten 12 Monaten: 

Entwicklung der Bauzinsen 01/2025 bis 01/2026. Quelle: Statista 2026
MonatDurchschnittlicher Zinssatz bei einer 10-jährigen Zinsbindung
01/20253,16 %
02/20253,50 %
03/20253,43 %
04/20253,68 %
05/20253,56 %
06/20253,57 %
07/20253,57 %
08/20253,64 %
09/20253,67 %
10/20253,65 %
11/20253,60 %
12/20253,60 %
01/20263,85 %

Zinsentwicklung: Bauzinsen Prognose 2026

Nach dem starken Zinsanstieg seit 2022 haben sich die Bauzinsen inzwischen auf einem neuen Niveau eingependelt. Bei zehnjähriger Zinsbindung liegen sie seit geraumer Zeit relativ stabil zwischen rund 3,5 und knapp unter 4 Prozent. "Wir sehen aktuell eher eine Seitwärtsbewegung", sagt Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im 1aLage Podcast. Größere Ausschläge nach oben oder unten seien zuletzt ausgeblieben.

Gleichzeitig weisen andere Marktbeobachter laut Tagesschau.de auf neue Aufwärtsrisiken hin. Steigende Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, höhere Staatsausgaben und geopolitische Unsicherheiten könnten die Bauzinsen 2026 erneut unter Druck setzen. Einige Finanzierungsexperten halten deshalb auch Zinsen von bis zu 4,5 Prozent wieder für möglich.

Nach Voigtländers Einschätzung hat sich zumindest die sogenannte Zinsstrukturkurve normalisiert. Während kurz- und langfristige Zinsen vor einem Jahr noch fast gleich hoch waren, liegen längere Laufzeiten inzwischen wieder spürbar über kürzeren. "Das zeigt: Der Markt rechnet nicht mehr mit stark fallenden Zinsen, sondern eher mit Stabilität", so der IW-Ökonom.

Wie geht es weiter mit der Bauzinsen-Entwicklung 2026? Kurzfristig gibt es widersprüchliche Signale: Einerseits sorgen Kapitalmarktreaktionen auf Politik und Konjunktur immer wieder für Schwankungen, andererseits senden weder Notenbanken noch Märkte derzeit klare Hinweise auf eine schnelle Trendwende. Damit bewegt sich der Ausblick zwischen zwei Polen – möglichen neuen Aufwärtsimpulsen und einer Phase relativer Stabilität auf höherem Niveau.

Fazit: Die Bauzinsen steuern auf einen neuen Normalzustand zu – deutlich höher als vor 2022, aber möglicherweise stabiler als in den turbulenten Jahren danach. Während einige Experten vor weiter steigenden Zinsen warnen, gehen andere von einem planbaren Umfeld aus, in dem Käufer und Investoren wieder kalkulieren können. Steigende Mieten und höhere Einkommen tragen zusätzlich dazu bei, dass Wohneigentum trotz höherer Zinsen für viele wieder attraktiver wird.

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Newsticker: Entwicklung der Bauzinsen

01/2026: Bauzinsen bleiben stabil – leicht höhere Spreads

Zu Jahresbeginn liegen die Bauzinsen für zehnjährige Festzinsdarlehen bei etwa 3,7 bis 3,85 Prozent, während langfristige Renditen am Kapitalmarkt hoch bleiben. Kurzfristige Schwankungen sind möglich, doch ein starker Rückgang der Bauzinsen gilt als eher unwahrscheinlich.

12/2025: EZB bestätigt erneute Zinspause

Die Europäische Zentralbank hat am 18. Dezember 2025 den Leitzins zum vierten Mal in Folge unverändert bei 2,00 Prozent belassen – Hauptrefinanzierungssatz 2,15 Prozent und Einlagenzins 2,00 Prozent. Die Inflationsrate liegt weiterhin nahe dem Zielwert von 2 Prozent. Experten gehen davon aus, dass diese Geldpolitik auch 2026 zu einer Seitwärtsbewegung bei den Bauzinsen beitragen wird.

10/2025: EZB legt dritte Zinspause in Folge ein

Der EZB-Rat belässt am 30. Oktober 2025 die Leitzinsen unverändert. Begründung: Die Inflation liegt nahe am Zielwert von 2 Prozent, die Wirtschaft wächst moderat, der Arbeitsmarkt bleibt robust. Für Bauzinsen bedeutet das: keine unmittelbaren Impulse von der Geldpolitik, sie bleiben weiter stark vom Kapitalmarkt abhängig.

09/2025: EZB verlängert Zinspause

Am 11. September 2025 entscheidet die EZB erneut, die Leitzinsen nicht zu verändern. Die Inflationsaussichten und das Wirtschaftswachstum werden als weitgehend stabil eingeschätzt. Die Bauzinsen reagieren kaum – sie bleiben vor allem durch die Entwicklung der Anleiherenditen bestimmt.

07/2025: EZB setzt auf Pause nach vorherigen Senkungen

Am 24. Juli 2025 legt die EZB eine Zinspause ein. Zuvor hatte sie die Leitzinsen mehrfach gesenkt. Die Notenbank verweist auf ein schwieriges globales Umfeld, in dem sich die europäische Wirtschaft dennoch als widerstandsfähig zeigt. Für Bauzinsen heißt das: Entlastung durch frühere Zinssenkungen, aber keine neuen Impulse nach unten.

06/2025: EZB senkt Leitzins zum siebten Mal in Folge

Am 5. Juni 2025 senkt die EZB die Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte. Grund ist die sinkende Inflation im Euroraum. Ziel ist es, Kredite günstiger zu machen und Investitionen anzukurbeln. Die Bauzinsen reagieren jedoch nur begrenzt, da sie stärker an den Kapitalmarkt und weniger direkt an den Leitzins gekoppelt sind.

04/2025: EZB senkt Leitzins erneut

Weiterhin hält die EZB an ihrem geldpolitischen Kurs fest und senkt den Leitzins am 17. April 2025 (mit Wirkung ab dem 23. April 2025) wie folgt: Hauptrefinanzierungssatz: 2,40 Prozent; Spitzenrefinanzierungssatz: 2,65 Prozent, Einlagenzinssatz: 2,25 Prozent.

03/2025: Geplantes deutsches Schuldenpaket hat Folgen bei Baukrediten

Die Bauzinsen sind Anfang März 2025 sprunghaft angestiegen, um etwa 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte. Grund war die Bekanntgabe der geplanten Schuldenprogramme, denen der Bundesrat bereits zugestimmt hat. 

03/2025: EZB senkt Leitzins erneut

Die Europäische Zentralbank hält an ihrem geldpolitischen Kurs fest und reagiert auf die nachlassende Inflation sowie die anhaltend schwache Konjunktur im Euroraum. Erneut senkt sie die Leitzinsen – diesmal um jeweils 25 Basispunkte. Es ist bereits die sechste Zinssenkung seit der geldpolitischen Kehrtwende im Sommer 2024. Ein Effekt auf die Bauzinsen ist nicht spürbar.

06/2024: EZB senkt den Leitzins

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat 2023 den Leitzins mehrfach erhöht. Dadurch sind auch die Bauzinsen in den vergangenen Jahren gestiegen. Im Juni 2024 hat die EZB zum ersten Mal seit Herbst 2019 die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt: Ab dem 12. Juni beträgt der EZB-Leitzins 4,25 Prozent. Diese geldpolitische Entscheidung hat bereits Einfluss auf die Bauzinsen genommen, die Ende 2023 deutlich gesunken sind.

12/2023: Bauzinsen sinken

Seit Beginn 2022 sind die Bauzinsen in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Kostete ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung laut dem Statistikportal Statista im Schnitt im Januar 2022 ein Prozent Zinsen, waren es im November 2023 mehr als vier Prozent. Doch in den vergangenen Wochen sind die Bauzinsen in Deutschland um satte 0,70 Prozentpunkte gesunken: nach Angaben des Anbieters Interhyp von 4,23 Prozent auf aktuell 3,53 Prozent (bei zehn Jahren Zinsbindung). 

09/2023: EZB erhöht erneut den Leitzins

Die EZB hat zum zehnten Mal den Leitzins erhöht: um 0,25 auf jetzt 4,50 Prozentpunkte. Finanzexperten bewerten die Erhöhung in Bezug auf die Bauzinsen als weniger dramatisch. Denn ein weiterer wichtiger Index, die Zinsen für Bundesanleihen, blieb unverändert. Deshalb gehen die meisten Fachleute bei der Bauzinsentwicklung erst einmal von einer Seitwärtsbewegung aus.

05/23: Kreditvolumen stark zurückgegangen

Die im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Finanzinstitute vergaben im ersten Quartal 2023 Immobiliendarlehen im Wert von über 25,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal ergab das ein Minus von 47,8 Prozent. Zwar verzeichnete der vdp im ersten Quartal 2023 ein Rekordergebnis, gleichzeitig seien aber auch die gestiegenen Bauzinsen und hohen Baupreise Grund für den drastischen Rückgang des Kreditvolumens.

04/2023: Kurzfristige Erholung bei den Bauzinsen

Bei "nur" noch rund 3,75 Prozent lagen Anfang April im Durchschnitt die Zinsen für Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit. Das zeigt das Zinsbarometer der Interhyp AG. "Mit einer Monatsrate von 1.000 Euro lässt sich theoretisch ein Kredit über 210.000 Euro aufnehmen und bedienen", sagt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft des Unternehmens. 

Einen eindeutigen Trend wollen die Experten daraus aber noch nicht ableiten, im Gegenteil. Demnach waren die Bauzinsen zuletzt durch die Turbulenzen auf dem Bankensektor gefallen. Durch den anhaltenden Kampf gegen die Inflation dürften sich Baudarlehen in den nächsten Monaten aber wieder verteuern.

03/2023: 5-Prozent-Marke bei Bauzinsen "gar nicht mal so utopisch"

Die Inflationsrate verharrte im Februar 2023 bei 8,7 Prozent. Damit steigt laut einem Bericht auf tagesschau.de der Druck auf die EZB, in nächster Zeit erneut den Leitzins anzuheben. Das hätte auch unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Bauzinsen. 

In dem erwähnten Beitrag rechnen Finanzexperten in diesem Jahr sogar mit einem Anstieg von über fünf Prozent bei zehnjähriger Zinsbindung.

01/2023: Bauzinsen-Prognose: Zwischen 3 und 4 Prozent

Der Kreditvermittler Interhyp gibt eine Prognose ab und rechnet in diesem Jahr mit Zinsen für Immobilienkäufer zwischen drei und vier Prozent. 

Dabei weisen die Finanzierungsexperten darauf hin, dass der Kampf der Zentralbanken gegen die historisch hohe Inflation noch nicht ausgestanden ist. In Kombination mit den Sorgen um die Konjunktur wird das Zinsumfeld in diesem Jahr entsprechend anfällig für Schwankungen sein.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinsentwicklung?

Die Entwicklung der Bauzinsen wird durch eine Vielzahl an wirtschaftlichen, politischen und marktbezogenen Faktoren beeinflusst. Hier sind die wichtigsten Treiber:

  • EZB-Leitzins: Gibt den Rahmen für die Geldpolitik im Euroraum vor, beeinflusst jedoch Bauzinsen nur indirekt.
  • Inflation: Steigende Preise führen oft zu Zinserhöhungen, da die EZB gegensteuern will.
  • Kapitalmarktzinsen: Vor allem die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen gelten als wichtiger Richtwert für Bauzinsen.
  • Wirtschaftliche Lage: Eine schwache Konjunktur kann zu sinkenden Zinsen führen, eine starke Wirtschaft zu steigenden.
  • Staatsverschuldung & Investitionsprogramme: Große Schuldenpakete (z. B. für Infrastruktur oder Verteidigung) können die Kapitalmarktzinsen erhöhen.
  • Geopolitische Entwicklungen: Handelskonflikte, Kriege oder politische Unsicherheiten sorgen für Schwankungen am Anleihemarkt.
  • Erwartungen der Finanzmärkte: Viele Zinsschritte werden bereits im Vorfeld "eingepreist", bevor sie offiziell verkündet werden.
  • Nachfrage nach Immobilienkrediten: Bei hoher Nachfrage und geringer Liquidität können Banken die Zinsen erhöhen.

Diese Faktoren wirken häufig parallel und mit zeitlicher Verzögerung. Deshalb ist die Zinsentwicklung bei Baufinanzierungen schwer vorherzusagen – aber umso wichtiger genau zu beobachten.

Steigen die Bauzinsen weiter?

Ob die Bauzinsen 2026 weiter steigen, lässt sich derzeit nicht eindeutig beantworten. Die Signale aus Politik, Kapitalmärkten und Geldpolitik zeigen in unterschiedliche Richtungen. Einerseits sorgen hohe Staatsausgaben, wachsende Neuverschuldung und geopolitische Unsicherheiten immer wieder für Aufwärtsdruck auf die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen – und damit auch auf die Bauzinsen. Mehrere Finanzierungsexperten halten deshalb auch Zinsen von deutlich über 4 Prozent im Laufe des Jahres 2026 für möglich.

Andererseits zeigt sich am Markt zuletzt auch eine gewisse Beruhigung. Die Bauzinsen haben sich nach dem starken Anstieg seit 2022 auf einem höheren Niveau eingependelt. Weder von der Europäischen Zentralbank noch von den Kapitalmärkten gehen derzeit klare Signale für eine schnelle Trendwende aus. Vieles spricht kurzfristig eher für Schwankungen innerhalb eines Korridors als für eine klare Auf- oder Abwärtsbewegung.

Mittelfristig sieht IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer sogar leichtes Entlastungspotenzial – allerdings unter bestimmten Voraussetzungen: Sollten sich geopolitische Spannungen abschwächen und die Weltwirtschaft stabilisieren, könnten die Zinsen etwas nachgeben. "Ich kann mir vorstellen, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren kleine Impulse nach unten gibt", sagt Voigtländer. Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Erwartungen: Die extrem niedrigen Bauzinsen von rund 1 Prozent aus den Jahren 2020 und 2021 seien "auf absehbare Zeit nicht mehr zu erwarten".

Unterm Strich bleibt der Ausblick zweigeteilt: Kurzfristig sind weitere Ausschläge nach oben nicht ausgeschlossen, vor allem wenn politische oder wirtschaftliche Risiken zunehmen. Gleichzeitig spricht vieles dafür, dass sich die Bauzinsen langfristig auf einem neuen Normalniveau einpendeln – höher als vor der Zinswende, aber mit Phasen relativer Stabilität, in denen Käufer und Bauherren wieder besser planen können.

Rechenbeispiele: Mögliche Kosten für Baufinanzierungen

Schon kleine Veränderungen beim Zinssatz können große Auswirkungen auf die monatliche Belastung und die Gesamtkosten einer Baufinanzierung haben. Je nachdem, wie die Entwicklung der Bauzinsen aussieht, ergeben sich unterschiedliche Szenarien für Kreditnehmer.

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die Kosten für ein Darlehen über 300.000 Euro mit 10 Jahren Zinsbindung und 2 Prozent Tilgung verändern – abhängig vom Zinsniveau:

Die Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich die Kosten für ein Darlehen abhängig vom Zinsniveau verändern.
SzenarioZinssatz*Monatliche RateZinskosten nach 10 Jahren
Aktuell (Januar 2026)3,85 %1.462,50 €102.454,46 €
Best Case (Zinsen fallen)3,0 %1.250,00 €80.129,28 €
Worst Case (Zinsen steigen)4,0 %1.500,00 €106.375,13 €

*Hierbei handelt es sich um Beispielzinssätze. Reale Zinssätze hängen von verschiedenen Faktoren ab und können davon abweichen.

Ein Zinsunterschied von nur einem Prozentpunkt kann über zehn Jahre einen Mehrbetrag von rund 30.000 Euro an reinen Zinskosten bedeuten. Deshalb lohnt es sich, Zinsentwicklungen frühzeitig zu beobachten, Angebote zu vergleichen und bei günstiger Gelegenheit zu handeln. ​Starte jetzt den kostenlosen Kreditfinder von Wohnglück.de!

Fazit: Aktuelle Zinsentwicklung – jetzt kaufen oder warten?

Die Bauzinsen 2026 bewegen sich auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Zinswende, haben sich zuletzt aber weitgehend stabilisiert. Trotz einzelner Zinsschritte der EZB zeigen die Bauzinsen kaum direkte Reaktionen – sie werden vor allem vom Kapitalmarkt geprägt, insbesondere von der Entwicklung langfristiger Anleiherenditen.

Wer auf deutlich sinkende Zinsen hofft, setzt auf ein unsicheres Szenario. Zwar sind mittelfristig kleine Entlastungen möglich, etwa wenn sich die Weltwirtschaft stabilisiert und geopolitische Spannungen nachlassen. Eine Rückkehr zu den extrem niedrigen Zinsen der Jahre 2020 und 2021 gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Gleichzeitig können politische Entscheidungen, hohe Staatsausgaben oder neue Krisen jederzeit wieder Aufwärtsdruck auf die Zinsen auslösen.

Deshalb gilt: Wer ein passendes Objekt gefunden hat und die Finanzierung solide stemmen kann, sollte seine Entscheidung nicht allein von der Hoffnung auf günstigere Zinsen abhängig machen. Die Kombination aus teils moderater gewordenen Kaufpreisen, weiter steigenden Mieten und einem inzwischen kalkulierbareren Zinsumfeld kann den Einstieg in Wohneigentum attraktiv machen. Mit ausreichend Eigenkapital, einer realistischen Tilgungsrate und einer gut gewählten Zinsbindung lässt sich das Risiko begrenzen – und langfristige Planungssicherheit gewinnen.

Tipp: Eine frühzeitige Finanzierungsberatung verschafft dir Klarheit über Spielräume, Risiken und Möglichkeiten – und kann helfen, genau jetzt die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Häufige Fragen zur Entwicklung der Zinsen für Immobilienkredite

Wie haben sich die Bauzinsen in den letzten fünf Jahren entwickelt?

Seit 2020 haben sich die Bauzinsen deutlich verändert. In der Niedrigzinsphase lagen die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen noch unter 1,5 Prozent. Ab 2022 kam es zu einem starken Anstieg infolge der Zinswende der EZB und der hohen Inflation. 2023 erreichten die Bauzinsen Höchststände von über 4 Prozent. 2024 folgte eine Phase der Seitwärtsbewegung mit Schwankungen zwischen 3,0 und 3,6 Prozent. Der Seitwärtstrend setzt sich fort, auf einem erhöhten Niveau: 2025 und Anfang 2026 haben sich die Zinsen zwischen rund 3,5 und knapp unter 4 Prozent eingependelt.

Wie entwickeln sich die Bauzinsen aktuell?

Aktuell zeigen die Bauzinsen eine eher seitwärts gerichtete Bewegung auf hohem Niveau. Bei zehnjähriger Zinsbindung liegen sie meist zwischen 3,5 und knapp unter 4 Prozent. Größere Ausschläge nach oben oder unten bleiben bislang aus. Die Entwicklung wird vor allem durch die Kapitalmarktzinsen geprägt, insbesondere durch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen.

Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Zinsen?

Die Bauzinsen werden vor allem vom Kapitalmarkt bestimmt. Besonders wichtig ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen: Steigt sie, werden in der Regel auch Baufinanzierungen teurer. Ein zentraler Treiber dafür ist die Inflation – je höher die erwartete Teuerung, desto höhere Zinsen verlangen Investoren.

Auch die wirtschaftliche Lage, geopolitische Krisen und politische Unsicherheiten spielen eine Rolle, weil sie die Risikoeinschätzung der Märkte verändern. Hohe Staatsausgaben und neue Schulden können die Zinsen ebenfalls nach oben treiben. Die EZB beeinflusst Bauzinsen vor allem indirekt: Ihre Geldpolitik prägt die Erwartungen der Märkte und damit auch die langfristigen Zinsen.

Steigen Bauzinsen weiter an?

Ein starker, dauerhafter Anstieg ist aktuell nicht das Basisszenario. Kleinere Aufwärtsbewegungen sind aber möglich – etwa durch neue geopolitische Spannungen, hohe Staatsausgaben oder wirtschaftspolitische Entscheidungen. Gleichzeitig spricht vieles für eine Phase mit Schwankungen innerhalb eines gewissen Korridors statt für eine klare Trendrichtung.

Bauzinsen-Prognose 2026: Wie entwickeln sich die Bauzinsen weiter?

Für 2026 gibt es keine einheitliche Prognose. Kurzfristig rechnen viele Experten mit weiteren Schwankungen, leichte Anstiege sind möglich. Mittelfristig könnten die Zinsen etwas nachgeben, wenn sich die geopolitische Lage entspannt und die Weltwirtschaft stabil bleibt. Kleine Impulse nach unten in den nächsten zwei bis drei Jahren sind möglich, aber: Extrem niedrige Zinsen wie 2020/2021 sind auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Insgesamt bleibt der Markt volatil. 

Welche Prognosen gibt es für die zukünftige Entwicklung der Bauzinsen?

Aktuell lassen sich keine belastbaren Aussagen treffen. Einige Experten sehen Aufwärtsrisiken bis in den Bereich von über 4 Prozent, andere erwarten eher Stabilität auf dem aktuellen Niveau. Langfristig dürften sich die Bauzinsen auf einem neuen Normalniveau einpendeln: höher als vor 2022, aber weniger extrem schwankend als in den Jahren der Zinswende.

Welche Zinsentwicklung ist zu erwarten und was bedeutet das für meine Baufinanzierung?

Kurzfristig sind weitere Schwankungen möglich, mittelfristig leichte Entlastungen nicht ausgeschlossen. Das aktuelle Niveau von rund 3,5 bis knapp unter 4 Prozent ist historisch gesehen nicht außergewöhnlich, aber deutlich höher als in der Niedrigzinsphase. Für Käufer heißt das: Finanzierungen sind planbar, aber teurer – daher sind Eigenkapital, realistische Raten und ein sorgfältiger Kreditvergleich wichtiger denn je.

Wie entwickeln sich die Zinsen für eine Anschlussfinanzierung?

Für 2026 rechnen viele Marktbeobachter bei Anschlussfinanzierungen mit stabilen bis leicht steigenden Zinsen. Für zehnjährige Zinsbindungen wird ein Korridor von etwa 3 bis 4 Prozent erwartet. Eine Rückkehr zu den extrem niedrigen Zinsen der Jahre 2020 und 2021 gilt als sehr unwahrscheinlich. Das aktuelle Niveau wird daher als neues Normal angesehen, weshalb sich eine frühzeitige Planung der Anschlussfinanzierung empfiehlt.

Wann steigen die Bauzinsen?

Bauzinsen steigen typischerweise, wenn die Inflation hoch ist, die EZB den Leitzins anhebt oder die Kapitalmarktzinsen steigen – etwa durch hohe Staatsausgaben oder geopolitische Unsicherheiten. Auch wenn Investoren höhere Renditen für Anleihen verlangen, wirkt sich das auf die Bauzinsen aus. In der Regel reagieren die Bauzinsen schneller als der Leitzins, weil der Kapitalmarkt künftige Entwicklungen vorwegnimmt.

Welchen Einfluss haben steigende Immobilienpreise auf die Zinsentwicklung bei der Baufinanzierung?

Steigende Immobilienpreise beeinflussen die Bauzinsen nicht direkt. Sie erhöhen aber den Finanzierungsbedarf. Wer mehr Kredit aufnehmen muss, ist stärker von Zinsänderungen betroffen. Gleichzeitig verlangen Banken bei hohen Beleihungsausläufen oft höhere Zinsen, was die Finanzierung zusätzlich verteuert.

Welche Zinsbindung ist 2026 sinnvoll?

Für 2026 gilt: Je länger die Zinsbindung, desto mehr Sicherheit hat man gegen steigende Zinsen, aber desto höher ist in der Regel der anfängliche Zinssatz. Bei aktueller Zinslage empfiehlt sich häufig eine Zinsbindung von zehn Jahren oder länger, um Planungssicherheit zu gewinnen und das Risiko möglicher Zinsanstiege zu reduzieren. Experten raten, auch über längere Bindungen (z. B. 15 oder 20 Jahre) nachzudenken, wenn finanzielle Stabilität und feste Raten wichtig sind.

Eine kürzere Bindung kann sinnvoll sein, wenn du Flexibilität suchst und bereit bist, das Zinsänderungsrisiko zu tragen, etwa wenn moderate Zinsrückgänge erwartet werden.

Welche Rolle spielt die EZB bei der Entwicklung der Bauzinsen?

Die EZB steuert mit dem Leitzins die Geldpolitik im Euroraum. Dieser beeinflusst die kurzfristigen Zinsen direkt, die Bauzinsen hingegen nur indirekt. Wichtig für Bauzinsen sind vor allem die langfristigen Kapitalmarktzinsen, also z. B. die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Zinsschritte der EZB – insbesondere wenn sie überraschend kommen – können Erwartungen verändern und so auch Bauzinsen beeinflussen, etwa durch vorweggenommene Marktreaktionen.

Inwiefern beeinflussen Inflation und Leitzinsen die Höhe der Bauzinsen?

Inflation und Leitzinsen beeinflussen Bauzinsen vor allem indirekt. Steigt die Inflation, verlangen Investoren höhere Renditen als Ausgleich für den Kaufkraftverlust. Das treibt die Zinsen für Staatsanleihen nach oben – und damit auch die Bauzinsen.

Der Leitzins der EZB steuert vor allem kurzfristige Zinsen. Sinkt er, können sich auch Bauzinsen etwas entspannen, meist aber nur verzögert. Steigt er, signalisiert das ein höheres Zinsniveau. Insgesamt orientieren sich Bauzinsen stärker an den langfristigen Kapitalmarktzinsen als direkt am Leitzins.

Welche Auswirkungen haben steigende Bauzinsen auf meine Monatsrate?

Steigende Bauzinsen erhöhen die monatliche Rate eines Immobilienkredits spürbar. Schon ein Prozentpunkt mehr beim Zinssatz kann mehrere Hundert Euro pro Monat ausmachen. Das liegt daran, dass bei höheren Zinsen ein größerer Anteil der Rate für Zinszahlungen und ein kleinerer für die Tilgung aufgewendet wird. Gleichzeitig steigen über die Laufzeit die Gesamtkosten der Finanzierung deutlich.

Wie viel teurer könnte eine Baufinanzierung durch Zinsanstieg werden?

Bei einem Darlehen über 300.000 Euro und zehnjähriger Zinsbindung beträgt die Monatsrate bei 3,0 Prozent Zins etwa 1.250 Euro. Steigt der Zins auf 4,0 Prozent, erhöht sich die Rate auf rund 1.500 Euro – das sind über 250 Euro mehr pro Monat. Die Zinskosten über zehn Jahre steigen dabei um ca. 30.000 Euro. Das zeigt: Schon geringe Veränderungen beim Zinssatz haben große Auswirkungen auf die finanzielle Belastung.

Illustration eines Laptops und Smartphones, die in Form eines pinken Briefumschlags Post erhalten

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