Tiny House der Firma Wohnwagon
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Tiny House Preise: Mit diesen Kosten müsst ihr rechnen

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Für viele erscheinen die Minihäuser auf Rädern als erschwingliche Option, doch mit welchen Tiny House-Kosten muss man tatsächlich rechnen? Wir beantworten die Frage, was ein Tiny House kostet und nennen euch Preise für verschiedene Ausbaustufen.

Auch wenn Tiny Houses deutlich kleiner sind als herkömmliche Einfamilienhäuser: Halbe Quadratmeterzahl bedeutet nicht gleich halber Preis. Die Grundkosten, die beim Hausbau anfallen, sind erstmal unabhängig von der Größe der Wohnfläche. Deshalb sind Tiny Houses oder Minihäuser trotz ihrer geringen Grundfläche häufig nicht so billig, wie viele denken. Je kleiner ein Haus, desto höher sind in der Regel die Baukosten pro Quadratmeter. Allerdings ist ein Tiny House im Unterhalt deutlich billiger als ein konventionelles Haus. Wir beantworten euch hier die Frage nach den Tiny-House-Kosten. Außerdem listen wir auf, mit welchen Preisen ihr bei welchem Hersteller rechnen müsst.

So berechnet sich der Preis für ein Tiny House

Was ein Tiny House kostet, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie viel Eigenleistung wird erbracht? Tiny Houses im Rohbau sind natürlich günstiger als schlüsselfertige, sofort beziehbare Exemplare. Am billigsten sind Fertigbausätze.
  • Handelt es sich um ein vorgefertigtes Serienmodell (Fertighaus) oder wird das Tiny House nach individuellen Wünschen gebaut? Ein Mittelweg sind Basismodelle, die weitgehend vorgefertigt sind, bei denen sich bestimmte Elemente aber nach den Wünschen des Eigentümers individualisieren lassen.
  • Der Größe der Wohnfläche oder des Anhängers.
  • Der technischen Ausstattung.
  • Ist das Tiny House autark oder nicht? Autarke Tiny Houses sind in der Regel teurer.

Grundstückskosten für ein Tiny House

Vergesst nicht, dass ihr für euer Tiny House auch noch einen Stellplatz oder ein Grundstück benötigt. Dieses könnt ihr mieten, pachten oder kaufen, was natürlich mit weiteren Kosten verbunden ist.

Für ein Tiny House reicht ein Grundstück mit 150 bis 200 Quadratmetern. Der durchschnittliche Kaufwert baureifer Grundstücke in Deutschland lag im vergangenen Jahr bei 189,51 Euro pro Quadratmeter. Also benötigt ihr allein für das Grundstück im Schnitt rund 75.000 Euro – je nach Region auch mal viel weniger oder deutlich mehr.

Wollt ihr das Grundstück pachten, dann kommt es natürlich immer sehr auf die Lage an, wie hoch die monatliche Pacht dafür ausfällt. Generell setzen sich die Kosten meist aus einmaligen Erschließungskosten (Wasser, Abwasser, Gas, Strom) und einer monatlichen Pacht zusammen.

Die Erschließung kostet etwa 750 bis 2.000 Euro. An Pacht zahlen Tiny-House-Bewohner in Deutschland meist zwischen 150 und 300 Euro pro Monat. Auf das Jahr hochgerechnet sind das 1.800 bis 3.600 Euro.

Lest hier mehr zum Thema Grundstück fürs Tiny House.

Was kostet ein Tiny House im Schnitt?

Laut einer Befragung von deutschen Tiny-House-Herstellern kostete ein Tiny House 2020 im Schnitt rund 2.300 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittskosten lagen bei gut 67.000 Euro. Allerdings sind die Preise für Holz und andere Baumaterialien stark gestiegen, so dass die Kosten für ein Tiny House inzwischen im Schnitt höher liegen dürften.

Wie viel ein Tiny House konkret kostet, hängt auch von der Ausbaustufe ab, die ihr wählt.

Preise für Tiny-House-Fertigbausätze

Die günstigste Art, an ein Tiny House zu kommen, ist – sofern ihr es nicht komplett selbst baut – ein Fertigbausatz. Ein solcher besteht aus vorgefertigten Elementen, die ihr selbst aufbauen müsst. Da die Personalkosten meist um die 40 Prozent der Baukosten ausmachen, könnt ihr so einiges sparen.

Der Preis für ein Fertigbausatz-Tiny House beginnt bei 9.900 Euro. Zu diesem Preis verkauft Kleiner Nomade seinen Rohbausatz "Pure". Dafür bekommt ihr einen Tiny-House-Anhänger, Holz für die Bodenplatte und ein zimmermannsmäßiges Rahmenwerk. Wollt ihr auch noch wind- und luftdichte Folien inklusive benötigter Klebebänder und eine Schafwolldämmung, dann kostet der Fertigbausatz für ein Tiny House 11.800 Euro.

Holzbau Pletz verkauft seinen Tiny-House-Fertigbausatz für 16.000 Euro. Enthalten ist das Fahrgestell mit Zulassungspapieren, die Ständerkonstruktion einschließlich Dachbögen, Dämmung, Verkleidung für Innen- und Außenwände aus Fichte sowie das Dachaufbaumaterial. Gegen Aufpreis gibt es ein Fenster- und Türpaket.

Auch bei Rolling Tiny House beginnen die Preise für einen Rohbausatz bei 16.660 Euro – dafür erhaltet ihr allerdings lediglich den Trailer mit einem Stahlrahmen, weitere Materialien sind nicht enthalten und kommen noch dazu.

Tiny Home Deutschland verkauft ebenfalls Trailer mit Stahlrahmen, die man selbst zum Tiny House ausbauen kann. Der Preis liegt bei 14.900 Euro. Mit den Materialien, die man noch benötigt, kann man sich so für rund 40.000 Euro ein Tiny House selberbauen.

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Das kostet ein Tiny-House-Ausbauhaus

Viele Hersteller bieten ihre Tiny Houses als Ausbaumodell oder bezugsfertig an. Wer den Innenausbau selbst übernimmt, spart Geld. Für einen Tiny-House-Rohbau zum selber ausbauen müsst ihr mit Kosten ab etwa 24.000 Euro rechnen, inklusive Mehrwertsteuer.

Zu diesem Preis bietet Tiny House Rheinau sein kleinstes Tiny House auf einem Trailer in der Rohbauversion an. Nicht dabei ist die Dämmung und die Außenverkleidung.

Bei Tiny House Allgäu beginnen die Kosten für ein Tiny-House-Ausbauhaus bei 28.560 Euro. Die schlüsselfertige Variante gibt es ab 69.020 Euro. Mit einem Ausbauhaus könnt ihr in diesem Fall also mehr als die Hälfte sparen.

Bei GoTiny beginnen die Preise für einen Rohbau bei 26.000 Euro, da ist der Anhänger aber noch nicht mit dabei.

Das Reset House ist ein Holzblockhaus auf einer Wechselbrücke. Das Besondere ist der Vollholzwandaufbau aus Blockbohlen. Das Reset House Raw zum Selbstausbau kostet ab 43.999 Euro.

Allerdings kommen zu all den genannten Preisen neben den Materialkosten für den Innenausbau auch noch die Ausstattungskosten, die leicht noch mal 20.000 Euro ausmachen können. Auch der Transport zum Stellplatz muss zusätzlich bezahlt werden.

Was kostet ein schlüsselfertiges Tiny House?

Bezugsfertige Tiny Houses, die zum dauerhaften Wohnen geeignet sind, fangen bei circa 45.000 Euro an, können aber auch 180.000 Euro kosten. Anbieter in Osteuropa bieten in der Regel niedrigere Preise an. Allerdings solltet ihr in diesem Fall prüfen, ob das Haus auch alle deutschen Auflagen erfüllt, um eine Baugenehmigung und Straßenzulassung zu bekommen.

Ein paar Preisbeispiele für schlüsselfertige Tiny Houses on Wheels von deutschen oder europäischen Herstellern:

  • Ein 24 Quadratmeter großes Rolling Tiny House kostet je nach Ausstattungswünschen zwischen 55.500 und 63.400 Euro.
  • Bei der Tischlerei Tiny House Diekmann liegen die Preise zwischen 39.900 Euro für ein zehn Quadratmeter großes Tiny House und gehen bis zu 79.000 Euro für ein knapp 21 Quadratmeter großes Tiny.
  • Die Tiny Manufaktur Huchler verlangt zwischen 20.000 Euro und 29.500 Euro für ihre Tiny Häuser.
  • Ein Tiny House von KMS Tiny House kostet zwischen 35.000 und 90.000 Euro. Ein solide ausgestattetes Modell zum Wohnen mit einer Länge von etwa sieben Metern hat beispielsweise einen Preis von rund 65.000 Euro.
  • Die Tischlerei Wöhltjen baut schlüsselfertige Tiny Houses ab 87.000 Euro.
  • Bei Winzig Wohnen bekommt ihr ein Tiny House ab 80.000 Euro
  • Bei Tiny House Kisslegg kostet ein komplett fertiges Tiny House je nach Ausstattung zwischen 55.000 und 65.000 Euro.
  • GoTiny verlangt für ein Tiny House auf Rädern, das 21 Quadratmeter groß, winterfest und voll ausgestattet ist, zwischen 75.000 und 95.000 Euro.
  • Beim österreichischen Hersteller Wohnwagon liegen die Preise für ein Tiny House zwischen 50.000 und 180.000 Euro.

Achtung: Dazu kommen meist noch Überführungskosten sowie Kosten für die Baugenehmigung.

Hier findet ihr noch weitere Beispiele von bezugsfertigen Tiny Houses.

Fazit: Das kostet der Traum vom Tiny House

Die Gesamtkosten für ein Tiny House in den üblichen Größen liegen meistens zwischen 60.000 und 70.000 Euro. Besonders stylische Small Houses oder autarke Tiny Houses können aber deutlich mehr kosten. Günstiger wird es, wenn ihr nach einer Anleitung euer Tiny House selbst baut.

Für sogenannte Minihäuser, die im Volksmund auch oft als Tiny Houses bezeichnet werden, werden auch mal schnell 100.000 Euro und mehr fällig. Solche kleinen Häuser findet ihr auch in unserer Fertighaus-Datenbank.

Zu den Kosten für das Haus an sich kommen noch jene für das Grundstück, auf dem das Tiny House stehen sollen. Die Kaufpreise variieren sehr stark je nach Region. Wollt ihr einen Stellplatz pachten, dann müsst ihr jährlich mit mindestens 1.800 Euro rechnen.

Inzwischen gibt es auch einige Banken, die ein Tiny House finanzieren.

Ein Tipp zum Schluss: In unserer Serie "Tiny Wohnglück" porträtieren wir Tiny-House-Bewohner. Dort könnt ihr auch nachlesen, wie viel sie jeweils für ihr Tiny House ausgegeben haben.

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