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Bauen | Ratgeber

Fertighaus bauen: Alle Bauweisen im Vergleich

Redaktion

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Ihr wollt ein Fertighaus bauen? Dann habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Bauweisen. Wir erklären euch, wie sich Holzrahmenbau und Holzskelettbau unterscheiden, welche Vorteile der Holzblockbau hat und was ein Fertighaus in Massivholzbauweise auszeichnet.

Eine der ersten Fragen, die aufkommt, wenn man mit dem Gedanken spielt, ein Haus zu bauen ist in der Regel: Fertighaus oder Massivhaus? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Fertighäuser punkten mit einer deutlich kürzeren Bauzeit. Feste Preise ermöglichen dazu eine finanzielle Planungssicherheit. Doch auch unter Fertighäusern gibt es bauliche Unterschiede. Wir stellen euch alle Bauweisen von Fertighäusern im Detail vor, zeigen, wie sie aufgebaut sind und welche Vorteile sie haben.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Vorteile von Fertighäusern

Es gibt viele gute Gründe eine Haus aus Holz zu bauen. Fertighäuser sind vor allem beliebt, weil die Bauzeiten kurz und die Preise fix sind. Aufgrund der besonderen Bauweise lässt sich der Rohbau in der Regel binnen weniger Tage errichten. Möglich wird das, weil die Hersteller die Bauteile (Wand- und Dachelemente) vorab in Werkhallen fertigen – unabhängig von Wind und Wetter.

Aber nicht nur das: Die unterschiedlichen Holzbauweisen ermöglichen ein angenehmes Raumklima und bieten hervorragende Dämmeigenschaften. Dadurch sind sich nicht nur hocheffiziente Energiesparprojekte. Sie haben dazu auch eine top CO2-Bilanz. Darüber hinaus muss ein Fertighaus nicht von der Stange sein: Auch bei der Gestaltung habt ihr eine Menge Spielraum.

Montage eines Fertighauses, schwebendes Deckenteil
Ein Vorteil der Fertigbauweise: In Wänden und Decken ist die Dämmung schon mit verbaut. © SchwörerHaus/Jürgen Lippert

Fertighaus in Holzrahmenbauweise

Der Holzrahmenbau ist der Inbegriff für hochwertige und energieeffiziente Gebäude, die in kürzester Bauzeit mit nachwachsenden Rohstoffen wirtschaftlich erstellt werden können. Dabei gilt: Beim Holzrahmenbau werden die Wände eines Hauses aus Holzrahmen mit senkrechten Ständern und waagerechten Riegeln dazwischen errichtet.

Im Holzrahmenbau ist eine Wand folgendermaßen aufgebaut:

  • Rahmen aus Vollholzelementen / Holzbohlen (vertikale Lastabtragung)
  • Beplankung aus Holz oder Gipswerkstoffen (dienen dem Brandschutz, Wind- und Luftdichtung)
  • Hohlraumdämmung als Wärme-, Schall- und Brandschutz

Die Bauweise eignet sich auch für den Aufbau der Decken- und Dachelemente. Sichtbar ist das Holz der Wandelemente oft nicht, Putz oder vorgemauerte Ziegel bilden meist den Abschluss der Fassade. Um eine gute Wärmedämmung zu gewährleisten, wird der Hohlraum zwischen Innen- und Außenverkleidung mit Dämmstoffen ausgefüllt. Die Wandelemente sind oftmals bereits so vorgefertigt, dass Türen und Fenster nicht mehr nachträglich eingebaut werden müssen.

Infografik Aufbau einer Holzrahmenbauwand

Fertighaus in Holztafelbauweise

Der Holztafelbau ist eine besondere Variante des Holzrahmenbaus. Methodisch ist er dem Holzrahmenbau gleich. Der Unterschied besteht darin, dass auf die Baustelle bereits vorgefertigte Wandelemente, also Holztafeln, geliefert werden. Der Holzrahmenbau wurde bereits im Werk erledigt. Beim Bau vor Ort müssen die Tafeln nur noch nach und nach zusammengesetzt werden. So entsteht innerhalb kürzester Zeit ein Rohbau, ab Oberkante Keller oder Bodenplatte.

Holzriegelbau: Holzskelettbauweise und Holzständerbauweise

Holzriegelbau ist ein Oberbegriff für Holzständerbau und Holzskelettbau. Er bedeutet, dass die Grundkonstruktion eines Hauses aus tragenden Holzbalken errichtet wird. Die Zwischenräume werden dann geschlossen und gedämmt. Alle Balken, Wände und Pfeiler außerhalb dieser Konstruktion haben keine tragende Funktion.

Holzständerbauweise

Im Grunde ist die Holzständerbauweise eine Weiterentwicklung des Fachwerkbaus. Bei der Holzständerbauweise reichen senkrechte Stützen, die sogenannten Ständer, vom Bodenniveau bis unters Dach und werden dabei geschossübergreifend montiert. Sie werden mit Holzplatten versteift. Das Tragegerüst wird vor Ort auf der Baustelle aufgebaut und steht ohne weitere Beplankungen stabil. Der Abstand zwischen den einzelnen Holzständern beträgt etwa 50 Zentimeter.

Im Gegensatz dazu weist der Holzrahmenbau einzelne Rahmen auf, die nur auf Geschossebene verlaufen und von den jeweiligen Etagen getrennt sind.

Die einstige Form der Holzständerbauweise wird heute überwiegend für den Bau von landwirtschaftlichen Gebäuden oder Lagerhallen verwendet. Im Hausbau dominiert eher die Holzskelettbauweise.

Holzskelettbauweise

Diese ist die direkte Fortsetzung des alten Fachwerkbaus in modernem Gewand. Bei der Skelettbauweise wird zunächst eine tragende Konstruktion aus senkrechten Stützen und horizontalen Trägern errichtet, die an ihren Schnittstellen miteinander verbunden sind. Dadurch entsteht ein Gerüst, das die gesamte Last des Bauwerks tragen muss. Es wirkt tatsächlich wie ein Skelett.

Bei der Holzskelettbauweise ist der Abstand zwischen den Balken weitaus größer als bei der Holzständerbauweise. Die Statik des Hauses bleibt unberührt, solange das Holzskelett nicht angetastet wird.

Ein Vorteil im Holzskelettbau: Im Vergleich zu anderen Bauweisen handelt es sich hierbei um ein relativ offenes System. Es gibt keine festgelegte Standardkonstruktion, nach der das Holzskelett aufgebaut sein muss. Das ermöglicht euch bei der Grundrissgestaltung eine hohe Flexibilität.

Der Holzskelettbau bietet auch ein breites Spektrum bei der Gestaltung innenliegender Wände, da keine Lastabtragung über diese verläuft, wie das zum Beispiel beim Holzrahmen- oder Holztafelbau der Fall ist. Spätere Umbaumaßnahmen an einzelnen Wänden lassen sich problemlos bewerkstelligen, da diese keine lastabtragende Funktion besitzen.

Wenn ein sehr transparenter Bau mit großen Fenster- oder Glasflächen realisiert werden soll, greift man fast immer auf die Skelettbauweise zurück. Mit ihr lassen sich sehr filigran wirkende Bauwerke verwirklichen.

Fertighausmodell Kundenhaus Lamberti von DAVINCI HAUS.
Die Holzskelettbauweise ermöglicht große Fenster- und Glasflächen. © DAVINCI HAUS

Ein Fertighaus in Holzblockbauweise bauen

Traditionelle Blockhäuser findet ihr hauptsächlich in waldreichen Regionen oder in Gebirgsgegenden. Diese naturnahe Bauweise ist, anders als die bereits genannten, fast ausschließlich im Wohnungsbau anzutreffen. Beim Holzblockbau bestehen die Wände aus Holzbohlen. Im modernen Blockhausbau werden für Wand-, Decken und Dächer fast ausschließlich Nadelhölzer verwendet, die sehr gerade wachsen. So zum Beispiel:

  • Fichte
  • Kiefer
  • Tanne

Auch Douglasie wird als Konstruktionsholz im Blockbau immer häufiger verwendet. Für den unteren Balkenkranz werden traditionell auch Lärchen- oder Eichenholz verwendet. Man sagt ihnen nach, dass sie besonders widerstandfähig bei eventuell aufsteigender Feuchtigkeit sind.

Im Blockbau findet ihr zwei grundlegende Formen:

  • Blockhäuser aus Naturstamm
  • Blockhäuser aus Kantholz- und Rundholzbalken (maschinell bearbeitet)

Bei den Wänden im Holzblockbau unterscheidet man in:

  • Vollblockwand (einschalig)
  • mehrschichtige Blockwand (zweischalig)

Bei Blockbauhäusern aus Naturstamm kommen die Stämme in natürlicher Form als Vollblockwand zum Einsatz. Bei der einschaligen Vollblockwand werden die bis zu 300 Millimeter dicken Balken aufeinandergeschichtet (Verkämmung). Besonders typisch bei dieser Bauform sind die hervorstehenden ausgeklinkten Kreuzecken. Einzige Anpassung: Für das zwischen den Holzstämmen liegende Dichtungsband muss eine zusätzliche Längsnut in den Balken gefräst werden. Optional können die Rundhölzer seitlich behauen werden.

Aus technischer und wirtschaftlicher Sicht fällt diese traditionelle Bauweise jedoch weit hinter Blockbauhäuser aus Kant- oder Rundholz zurück, die den Markt dominieren. Der Bau eines Blockbauhauses aus Kantholz- oder Rundholzbalken hat einige Vorteile: Er bietet weitaus mehr Gestaltungsspielraum, auch weil sich die moderne Klebetechnik weiterentwickelt hat. Dazu werden die Wände häufig als zweischalige Blockwand gebaut, was den Einbau einer zusätzlichen Dämmschicht ermöglicht. Diese erhöht den Schallschutz, die Wind- und Luftdichtigkeit und vor allem den Wärmedämmwert der Wand erheblich.

Das hat besonders in puncto Energieeffizienz Vorteile gegenüber der traditionellen einschaligen Vollblockwand. Durch die im Zwischenraum liegende Dämmung kann außerdem auch die Holzoptik im Wohnraum erhalten bleiben, Vollblockwände werden in der Regel von innen mit Gipskartonplatten verdeckt.

Infografik Vollblockwand und Blockwand im Vergleich

Fertighaus bauen in Massivholzbauweise

Fertighäuser gibt es auch als "Massivhaus". Aber Achtung: Hier kommt es bei der Begrifflichkeit immer wieder zu Mißverständnissen! Massivholzbau heißt nicht, dass das Holz in irgendeiner Form massiver ist als zum Beispiel beim Holzrahmen- oder Holriegelbau.

Vielmehr unterscheidet sich die Massivholzbauweise vom Holzrahmen- und Holzskelettbau durch einen durchgehend massiven Elementaufbau. Der Vorfertigungsgrad ist hoch, Wände-, Dach- und Deckenelement kommen als vollständig vorgefertigte Bauteile oder Module auf der Baustelle an und können dort direkt zusammengesetzt werden.

Beim Massivholzbau gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Systeme:

  • Brettstapelbauweise
  • Brettsperrholz

Bei der Brettstapelbauweise sind alle Elemente aus massiven Brettstapelelementen gefertigt. Gemeint sind damit Lamellen aus hochkant gestapelten Brettern, Bohlen und Kanthölzern. Diese können auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden sein:

  • Keilzinkung in Längsrichtung
  • mit Nägeln, Hartholzdübeln oder durch Leimung in Querrichtung

Die Brettstapelbauweise hat einige Vorteile:

Brettsperrholz hingegen besteht aus mindestens drei kreuzweise miteinander verklebten, keilgezinkten Brettlagen. Auch diese Massivholzbauweise hat einige nennenswerte Vorteile:

  • Kreuzweise Verklebung reduziert Quell- und Schwindverhalten des Holzes durch Feuchteveränderung (Absperreffekt).
  • Fläche ist luftdicht.
  • Es gibt keine grundsätzlich vorgegebenen Raster. Wie groß die Bauteile sein können, ist lediglich von den herstellerspezifischen Größt- und Transportmaßen abhängig.
  • Die flächige Bauweise erzielt Vorteile für den Wärme-, Feuchte-,Brand- und Schallschutz, da Luftströmungen unterbunden werden können.

Zwischendecken aus Holz im Fertighaus

Die Wände stehen fest, doch welche Decken sollen es im Fertighaus sein? Auch hier habt ihr eine Auswahl:

Inzwischen bieten Fertighaus-Hersteller unterschiedliche Lösungen für Zwischendecken an, zwischen denen ihr auswählen könnt. Wollt ihr den Charme eines Chalets, empfiehlt sich eine Holzbalkendecke. Eine ökonomische Alternative zu Beton- und Balkendecken findet ihr zum Beispiel in Brettstapeldecken.

Grafik Aufbau einer Brettstapeldecke

Was kostet es, ein Fertighaus aus Holz zu bauen?

Pauschal kann man diese Frage nicht beantworten, denn der Preis für ein Fertighaus ist abhängig von vielen unterschiedlichen Faktoren, angefangen bei der Ausstattung. Aber grob könnt ihr mit Kosten zwischen 1.500 und 2.500 Euro pro Quadratmeter rechnen. Welche Faktoren die Kosten beeinflussen können und bei welchen Herstellern ihr Fertighäuser kaufen könnt, lest ihr in "Holzhaus bauen: Moderne Holzhäuser, faire Kosten".

Ihr seid auf der Suche nach einem Fertighaus? Dann stöbert doch einfach in den knapp 1.000 Angeboten unserer Fertighaus-Datenbank. Oder schaut euch mal auf unserer Seite vom Deutschen Traumhauspreis mit Deutschlands schönsten Fertighäusern um.

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