Blockhaus bauen: Fertighaus-Modell Blockhaus 224 von Finnscania.
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Blockhaus bauen: Preise, Anbieter, schicke Chalets

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ein Blockhaus zu bauen, ist eine der ältesten Arten des Hausbaus. Dank moderner Fertigungstechniken gibt es auch neue Fertighäuser in der Blockhaus-Variante zu kaufen. Ein Ratgeber mit Preisen, Angeboten und Tipps, was ihr beim Bau eines Blockhauses beachten solltet.

Ein Blockhaus zu bauen, scheint auf den ersten Blick nur etwas für echte Individualisten zu sein. Ein Blockbohlenhaus mit seiner rustikalen Anmutung erinnert viele an Ferien- und Almhütten. Aber auch im "normalen" Fertighausbau wird dieser Haustyp angeboten.

Wir klären, was an dieser Bauweise so besonders ist, was ein Blockhaus als Fertighaus kostet und wie hoch der Pflegeaufwand ist. Am Ende des Artikels findet ihr dann fünf aktuelle Blockhaus-Modelle aus unserer Fertighaus-Datenbank.

Galerie: 5 schicke Fertighäuser im Blockhaus-Stil

Zur Einstimmung ein paar Blockhäuser im Bild. Ihr wollt mehr Infos zu den einzelnen Modellen? Die findet ihr unten am Ende des Artikels. Und für alle, die noch mehr Inspiration suchen: In diesem Artikel hat sich eine Familie ihren Traum vom Leben im Blockhaus erfüllt: Kuscheliges Blockhaus: Marianne zeigt ihr Hütten-Wohnglück

Was ist eigentlich ein Blockhaus? Die Holzblockbauweise

Prinzipiell wird der Blockhausbau nach zwei Arten unterschieden:

  • Blockhäuser aus Naturstamm
  • Blockhäuser aus Kantholz- und Rundholzbalken (maschinell bearbeitet)

Bei den Wänden im Holzblockbau gibt es folgende Unterschiede:

  • Vollblockwand (einschalig)
  • mehrschichtige Blockwand (zweischalig)

Was wir aus alten Westernfilmen kennen, ist die traditionelle Bauweise aus Naturstämmen. Besonders markant sind hier die Ecken, bei denen sich die Balken überkreuzen und so eine Eckverbindung bilden. Bei modernen Blockhäusern verzichten die Hersteller aber weitestgehend auf solche sich überschneidenden Verbindungen. So werden die Balken meist auch nicht mehr einzeln übereinander gelegt, sondern als komplettes Wandelement angeliefert.

Deshalb dominieren heute auch Blockhäuser aus Kantholz oder Rundholz den Markt. Ihr Vorteil: Hier lassen sich viel einfacher bessere Werte in puncto Schallschutz und Wärmedämmung erzielen.

Ihr wollt es ganz genau wissen? In unserem Artikel Holzbauweise: Alles über Holzbau bei Häusern findet ihr umfangreiche Infos zur Bauweise von Blockhäusern und anderen Holzbauarten beim Fertighausbau.

Infografik Vollblockwand und Blockwand im Vergleich

Was kostet es, ein Blockhaus als Fertighaus zu bauen?

Die Kosten für ein Blockhaus hängen von vielen Faktoren ab. Neben der Größe und Ausstattung sind in puncto Kosten und Preis noch folgende Punkte wichtig:

  • Die Bauart: Während bei Rund- und Vierkantbohlen-Blockhäusern die Stämme vorab bearbeitet sind und "passgenau" an die Baustelle kommen, sind Blockhäuser aus Naturstämmen noch zum großen Teil echte Handarbeit – und daher entsprechend teurer. Die Vierkantbohlen (oder auch Blockbohlen) sind wiederum günstiger als die Rundbohlen.
  • Das Baumaterial: Wichtig bei den Kosten ist auch die Frage, wie hoch der Anteil des Massivholzes ist und welche Teile eventuell aus Leimholz (das sind miteinander verleimte Balken) bestehen. Interessanterweise sind Balken aus Leimholz aufgrund der Fertigung meist teurer als Massivholzbalken.
  • Die Holzart: Für den Bau eines Blockhauses könnt ihr ganz unterschiedliche Holzarten verwenden. Dabei gilt: Fichte ist günstiger als Kiefer, am teuersten sind Lärche und Douglasie.

Über den Daumen kostet ein schlüsselfertiges Blockhaus rund 1.800 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter. Aber Achtung: Gerade die Fertighausbranche stöhnt unter den steigenden Preise für Baumaterialien. Das gilt ganz besonders für Holz und damit umso mehr für Blockhäuser.

Tipp: Einen ersten Überblick zu den Preisen bekommt ihr, wenn ihr alle Angebote von Blockhäusern aus der Wohnglück-Fertighausdatenbank abruft.

Blockhaus bauen: 5 Vorteile

Rustikal, authentisch und wohngesund – das sind die Vorteile, wenn ihr euch ein Blockhaus baut:

  1. Ökologisch nachhaltig: Der nachwachsende Baustoff Holz hat eine ausgeglichene CO2-Bilanz und ist dazu in der Regel auch recycelbar. Ein Blockhaus aus Holz ist damit auch ein Klimaschutzhaus. Achtet aber nach Möglichkeit auf eine entsprechende Zertifizierung des Holzes.
  2. Kurze Bauzeit: Beim Fertighausbau ist Holz DER Werkstoff, lässt er sich doch in großen Teilen bequem in der Fabrik vorfertigen und auf der Baustelle dann schnell verbauen.
  3. Hoher Wohnkomfort: Wer schon mal in einem Holzhaus gelebt hat, der kennt das: der Geruch, das Raumklima, die Atmosphäre. Holz reguliert das Raumklima auf natürliche Weise, kann es doch Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben.
  4. Sehr langlebig: Bei richtiger Pflege ist die Lebensdauer eines Blockhauses aus Holz aufgrund seiner kompakten Bauweise ähnlich wie die eines Massivhauses. Wenn ihr mehr dazu wissen möchtet: Stimmt es, dass ein Haus aus Stein länger hält als ein Holzhaus?
  5. Brandsicher: Ein Holzhaus ist in Sachen Brandsicherheit sogar fast noch besser als ein Massivhaus. Das gilt auch für das Blockhaus. Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel: Stimmt es, dass Holzhäuser leichter brennen?

Blockhaus bauen: 5 Nachteile

Allerdings sollte ihr euch vor dem Bau eine Blockhauses auch Gedanken zu den Nachteilen machen:

  1. Pflegeintensiv: Um gegen Witterungseinflüsse und eventuelle Holzschädlinge geschützt zu sein, brauchen Blockhäuser eine deutlich intensivere Pflege als zum Beispiel ein traditionelles, Stein-auf-Stein gebautes Massivhaus.
  2. Geräuschempfindlich: Holz ist wahrlich kein Lärmschlucker. Wenn ihr es wirklich ruhig haben wollt, müsst ihr in puncto Schallschutz bei einem Blockhaus deutlich investieren.
  3. Lebende Statik: Holz arbeitet. Ein Blockhaus macht da keine Ausnahme. Knackgeräusche bei Temperaturschwankungen, aber auch dann, wenn sich das Holz setzt, sind die Regel.
  4. Schwierig beim Wiederverkauf: Ein Blockhaus ist ein ziemlich individueller Haustyp – und der trifft nicht jedermanns Geschmack. Ein Verkauf kann sich daher schwierig gestalten.
  5. Komplizierter Innenausbau: Ein paar neue Steckdosen? Nachträgliche Anschlüsse für TV und/oder Internet? Wer das Blockhaus-Feeling auch im Inneren haben möchte und holzverschalte Wände hat, für den gestalten sich nachträgliche Innenausbauten teilweise schwierig.
Fertighausmodell Sarnthein von Rubner Haus.
Sieger beim Deutschen Traumhauspreis 2021 in der Kategorie "Mehrgenerationenhaus": Das in Blockbauweise errichtete "Haus Sarnthein" der Firma Rubner Haus. © A.FRANCESCHI-BZ/Rubner Haus

Darf ich überall ein Blockhaus bauen?

So urig und gemütlich ein Blockhaus auch aussehen mag – überall hinstellen dürft ihr es nicht. Was ihr in welcher Form wohin bauen dürft, das regelt der örtliche Bebauungsplan. Und der schreibt oft sehr detailliert vor, was für ein Haus ihr an einer bestimmten Stelle errichten dürft – und was für eines eben nicht.

So dürfte es schwierig werden, ein Blockhaus in einer nordfriesischen Kleinstadt genehmigt zu bekommen, deren Stadtbild hauptsächlich von Klinkerbauten bestimmt wird. Im Süden Deutschlands kann das schon ganz anders aussehen. Eine verbindliche Auskunft dazu bekommt ihr vom örtlichen Bauamt. Diese Info solltet ihr unbedingt einholen, bevor ihr euch auf die Suche nach dem perfekten Blockhaus macht.

Wie hoch ist der Pflegeaufwand bei einem Blockhaus?

So schön der natürliche Baustoff Holz auch ist – gänzlich unbehandelt solltet ihr in unseren Breitengraden ein Blockhaus nicht lassen. Wobei es hier auch sehr auf die Holzart ankommt. Bei der nordischen Kiefer zum Beispiel sorgt ein natürlicher, unschädlicher Pilz für die typische, silbergrau Patina – und schützt damit gleichzeitig das Holz.

Wer das nicht mag oder wer beim Holzschutz auf Nummer Sicher gehen will, der sollte sein Blockhaus regelmäßig streichen. Aber was heißt regelmäßig? Nun, das hängt vor allem vom verwendeten Mittel ab.

Einen Anstrich mit Leinöl solltet ihr alle drei bis fünf Jahre auffrischen, einen mit Lasur alle vier bis sechs Jahre. Und einen deckenden Farbanstrich erneuert ihr am besten so nach sechs bis zehn Jahren.

Viele tolle Infos zum richtigen Streichen von Holzhäusern findet ihr auf der Seite blockhaus-bauen.info. Und natürlich haben wir uns auch bei Wohnglück schon ausführlich mit dem Thema beschäftigt, und zwar hier: Holzschutzmittel: Was wirklich hilft und euer Holz schützt. Darin findet ihr auch Tipps zum konstruktiven Holzschutz ganz ohne Chemie.

5 Tipps: Darauf solltet ihr bei einem Blockhaus achten

Hier noch fünf ganz konkrete Tipps, die euch bei der Wahl des richtigen Blockhauses helfen sollen:

  1. Herkunft checken. Wo kommt das Holz eigentlich her? Als Faustregel gilt: Je weiter das Holz aus dem Norden kommt, desto besser. Denn: Im Norden wachsen die Bäume langsamer, das macht das Holz qualitativ höherwertiger – und damit teurer. Daher transportieren manche Unternehmen ihr (ganz woanders geschlagenes) Holz kurzerhand nach Skandinavien, um es von dort mit einem neuen Herkunftsnachweis zu "reimportieren". Fragt also ganz genau nach, woher das Holz wirklich kommt und lasst euch darüber Nachweise zeigen.
  2. Holzart wählen. Weich oder hart, langsam oder schnell gewachsen, mit oder ohne Neigung zur Rissbildung – die Frage nach der richtigen Holzart beim Blockhausbau lässt sich pauschal nicht beantworten. Heutzutage werden beim Blockhausbau werde fast ausschließlich Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer oder Tanne verwendet, weil diese besonders gerade wachsen. Auch Douglasie kommt als Konstruktionsholz zum Einsatz. Und zum Schutz gegen Feuchtigkeit wird bei den unteren Balken manchmal das gegen Nässe besonders widerstandsfähige Eichen- oder Lärchenholz verbaut.
  3. Baugenehmigung beantragen. Wie schon beschrieben – zuallererst solltet ihr euch bei eurem örtlichen Bauamt erkundigen, was der Bebauungsplan für die Gegend vorsieht, in der ihr das Blockhaus bauen wollt. Ohne die entsprechende Genehmigung nützt euch auch das tollste Blockhaus-Angebot rein gar nichts.
  4. Qualität prüfen. Über die Qualität der Holzbauteile (NICHT über deren Montage) gibt das RAL-Gütezeichen 422 "Holzhausbau" Auskunft. Es wird von der Gütegemeinschaft Holzbau-Ausbau-Dachbau e.V. vergeben und beinhaltet eine ständige Eigenüberwachung der Produktionsprozesse von der Wareneingangskontrolle bis zur Bauabnahme. Auch andere Labels wie zum Beispiel eine FSC-Zertifizierung sollte ihr beachten – vor allem dann, wenn euch an Nachhaltigkeit gelegen ist.
  5. Selbst bauen: Gerade beim Innenausbau eines Blockhauses könnt ihr Zeit und Geld sparen, wenn ihr selbst mit anpackt. Und sogar beim Bau des Blockhauses selbst bieten euch die Hersteller oft einen Bausatz an, den ihr entweder komplett aufbauen oder in Teilen selbst ausbauen könnt. Lest hier mehr zu den Möglichkeiten: Bausatzhaus bauen: Kann ich selbst ein ganzes Haus bauen?

Rustikales Blockhaus bauen: 5 Fertighaus-Beispiele unter 175.000 Euro

Auch in unserer Fertighaus-Datenbank findet ihr einige Blockhaus-Modelle. Wir haben für euch fünf Blockhäuser zwischen 79.000 Euro und knapp 170.000 Euro (in der Variante als Bausatzhaus) aus der Datenbank herausgesucht und aufsteigend nach Preis geordnet:

1. Blockhaus 98

Dieses Blockhaus lässt sich als Wohnhaus für zwei bis drei Personen oder als Ferienhaus für maximal acht Personen nutzen.

2. Blockhaus 135

Ein Blockhaus mit Satteldach in zweischaliger Bauweise inklusive einer überdachten Terrasse.

3. Blockhaus 208

Klassisches Blockhaus. Laut Angaben des Herstellers seit 1995 im Fertigungsprogramm und immer noch beliebt in den Top 10. Änderungen nach Kundenwunsch möglich.

4. Chalet 160

Dieses Chalet lässt sich in vielen Varianten bauen und eignet sich somit sowohl als Wohnsitz als auch für die Ferienvermietung.

5. Blockhaus 224

Dieses Blockhaus in Massivholzbauweise ist in einer Variante auch mit Einliegerwohnung verfügbar. Großzügige Gestaltung und flexible Aufteilung der Räumlichkeiten.

Und noch ein Tipp zum Angucken: Der Gewinner des Deutschen Traumhauspreises 2021 in der Kategorie "Mehrgenerationenhäuser" ist ein Haus, das in Blockbauweise errichtet wurde.

Uriges Blockhaus bauen: Unser Fazit

Ja, ein Blockhaus ist definitiv ein Hingucker. Es weckt nicht nur Sehnsüchte nach einem gemütlichen und gesundem Wohnen, es erfüllt sie meist auch. Aber so ein Haustyp passt nicht automatisch in jede (Neubau-)Gegend. Und in Sachen Pflege und Wiederverkaufswert sind andere Haustypen definitiv vorteilhafter.

Trotzdem: Ein Blockhaus kann durchaus eine interessante Alternative zu anderen Haustypen wie zum Beispiel einem Bungalow, einem Landhaus oder gar einem Haus im Bauhausstil sein. Wenn ihr euch für ein Blockhaus entscheidet, dann habt ihr auf jeden Fall ein individuelles und charaktervolles Zuhause.

Unser abschließender Tipp: Ihr seid euch nicht sicher, ob es ein Blockhaus sein soll – und sucht noch nach anderen Fertighaus-Typen? Dann schaut euch gern einmal in unserer umfangreichen Datenbank um. Ihr könnt euch direkt alle Angebote anzeigen lassen. Oder nach bestimmten Kategorien filtern.

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