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Holzschädlinge: So erkennt und bekämpft ihr sie

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Holzschädlinge wie der Echte Hausschwamm oder der Hausbockkäfer können sowohl in Altbauten als auch in Fertighäusern großen Schaden anrichten. So erkennt ihr einen Befall und so beugt ihr holzzerstörenden Schädlingen vor.

Holz ist ein Naturbaustoff. Damit ist er auch attraktiv für natürliche Bewohner – speziell für Pilze und Insekten. Vor allem feuchte, alte Gebäude, die einige Jahre nicht richtig gepflegt wurden, werden von diesen Holzschädlingen gerne heimgesucht.

Da aber auch viele Fertighäuser in Holzbauweise errichtet werden, wächst die Gefahr, die von den gefräßigen Insekten ausgeht. Diese Gefahr dürfen Hausbesitzer nicht unterschätzen, warnt der Verband Privater Bauherren (VPB). Die holzzerstörenden Schädlinge zersetzen das Holz und reduzieren damit die Standsicherheit des Hauses. Im Extremfall kann die zerstörte Konstruktion sogar einstürzen.

Daran erkennt ihr den Befall mit Holzschädlingen

Um die holzzerstörenden Schädlinge zu entdecken, braucht es ein geschultes Auge. Einen Befall erkennt ihr an:

  • Kleinen Pilzgeflechten
  • Feinen Bohrlöcher in den Balken
  • Frischem Holzmehl
  • Dunkelbraunen Verfärbungen und der würfelartige Zersetzung des Holzes. Sie sind auch ein Alarmzeichen.
  • Fraßgeräuschen. Sind holzfressende Insekten am Werk, dann könnt ihr manchmal wenn ihr das Ohr auf das Holz legt, diese Fraßgeräusche hören.

Wir stellen euch die häufigsten Holzschädlinge vor.

Pilze, die Holz befallen

Zu den typischen Pilzen, die verbautes Holz befallen, gehören der Echte Hausschwamm, der Braune Kellerschwamm, der Weiße Porenschwamm und die selteneren, sogenannten Blättlinge.

Alle Pilze fühlen sich, ähnlich wie der Mensch, bei Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius wohl. Entscheidend für den Befall ist allerdings eine relativ hohe Holzfeuchte. Diese hängt von der Luftfeuchtigkeit ab: Ist die Luft in einem Raum lange feucht, dann wird auch das Holz dort feucht.

Der Braune Kellerschwamm ist ein Braunfäulepilz. Wie sein Name verrät, ist er in Kellern, aber auch in Dachstöcken und Holzböden zu finden. Er befällt Nadel- und Laubholz gleichermaßen. Der Kellerschwamm mag es nass. Schlecht abgelagertes Holz, aber auch Feuchtschäden an Dächern und Leitungen begünstigen seine Entstehung.

Der Weiße Porenschwamm gedeiht häufig in Gesellschaft des Braunen Kellerschwamms. Er bevorzugt feuchte Alt- aber auch Neubauten. Er befällt vorwiegend Nadelholz, aber auch Laubholz bleibt von ihm nicht verschont. Der Weiße Porenschwamm bildet Oberflächenmyzel (Geflecht aus Pilzfäden). Sie haben im jungen Stadium Ähnlichkeit mit dem Myzel des echten Hausschwamms, später entwickelt sich das Myzel des Porenschwamms in eisblumenartiger Form.

Der Weiße Porenschwamm zersetzt das Bauholz durch die sogenannte Braunfäule. Das Holz bricht würfelartig, die Tragfähigkeit der Bauteile wird beeinträchtigt.

Das Heimtückische an diesem Schädling: Trocknet das Holz, auf dem er lebt, aus, verfällt er in eine Trockenstarre und kann dort Jahre lang verharren. Wird das Holz wieder feucht, wächst er weiter.

Eisblumenartiges Myzel des weissen Porenschwammes
Der Weiße Porenschwamm bildet Oberflächenmyzel. Sie haben im jungen Stadium Ähnlichkeit mit dem Myzel des echten Hausschwamms. Später nehmen sie eine eisblumenartige Form an. © Verband Privater Bauherren (VPB)

Besonders gefährlich: Der Echte Hausschwamm

Fruchkörper eines Hausschwamms
Der Hausschwamm ist mit seinem Fruchtkörper gut zu erkennen und von anderen Pilzen zu unterscheiden. © Getty Images/iStockphoto

Besonders gefährlich ist der Echte Hausschwamm. Der Pilz entwickelt sich unter günstigen Bedingungen recht schnell und richtet in kürzester Zeit erhebliche Schäden am Holz an.

Der Echte Hausschwamm bevorzugt Nadelhölzer, ist aber auch auf Laubholz zu finden. Da er Holzfeuchten von 50 bis 60 Prozent bevorzugt, befällt er auch Neubauten. Das befallene Holz zersetzt sich würfelartig. Es verliert seine Festigkeit und trägt nicht mehr. Die Sporen des Echten Hausschwammes siedeln sich auf dem Holz an, wo er die Nährstoffgrundlage für seine Weiterentwicklung über die Myzelen bis hin zum Fruchtkörper findet. Die Myzelstränge wachsen auch auf anderen porösen Baustoffen wie Mauerwerk, Faserplatten, Schilfdämmstoffen, Papier, Textilien und anderen zellulosehaltigen Materialien.

Nicht einmal der Entzug von Feuchtigkeit macht dem Echten Hausschwamm zu schaffen – über bis zu sechs Meter lange Strangmyzel versorgt sich der Schädling selbst mit Wasser. Außerdem kann der Pilz jahrelang in einer Trockenstarre verharren – und dann weiterleben, wenn die Bedingungen für ihn wieder günstig sind.

Günstige Bedingungen hat er bei hoher Feuchtigkeit. Er wächst ab 25 Prozent Holzfeuchte und einer Temperatur von 18 bis 22 Grad. Der Echte Hausschwamm mag keine Zugluft, deshalb bevorzugt er versteckte Hohlräume – hinter Möbeln, Wandverkleidungen und Fußleisten sowie in Treppenstufen und an Balkenköpfen.

Ein Befall wird auch deshalb oft erst Jahre später festgestellt. Ihr könnt den Befall an der intensiven Braunfäule des Holzes erkennen (der Pilz ernährt sich von den hellen Bestandteilen im Holz, übrig bleiben die dunklen). Außerdem ist es für einen Hausschwamm-Befall typisch, dass das Holz einen sogenanten Würfelbruch aufweist, die Risse sich also würfelförmig durch das Holz ziehen. In jedem Fall solltet ihr beim Verdacht auf Hausschwamm einen Experten zu Rate ziehen.

So sieht es aus, wenn ein Haus vom Echten Hausschwamm befallen ist:

Weil der Hausschwamm der in Europa holzschädlichste unter den Pilzen ist, müsst ihr bei der Bekämpfung auf zahlreiche Aspekte achten. Unternehmt nichts alleine, sondern zieht einen Fachmann zu Rate. In einigen Bundesländern ist ein Befall sogar meldepflichtig.

Dem Hausschwamm lässt sich allerdings recht gut vorbeugen. Ihr solltet ihm die Bedingungen, die er zum Wachsen braucht, möglichst nicht geben. Das heißt: keine hohe Luft- oder Holzfeuchte, regelmäßiges Lüften, warme Temperaturen. Ein Wasserschaden sollte umgehend und ausreichend getrocknet werden. Schon beim Bau ist es wichtig, darauf zu achten, keien Kältebrücken entstehen zu lassen. Ihr solltet außerdem beim Bau nur gut durchgetrocknetes Holz verwenden.

Mehr Informationen über den Echten Hausschwamm lest ihr hier:

Holzzerstörende Insekten: Hausbock und Gemeiner Nagekäfer

Neben den holzzerstörenden Pilzen machen vor allem holzzerstörende Insekten vielen Besitzern alter Häuser zu schaffen. Häufige Plagegeister sind die Larven des Hausbockkäfers, des Gemeinen Nagekäfers und des Braunen Splintholzkäfers.

Die Käfer legen ihre Eier im Holz ab und die Larven entwickeln sich über mehrere Jahre im Holz. Dabei fressen sie Gänge ins Holz. Nach und nach pulverisieren sie so im wahrsten Sinne des Wortes das Holz – bis es unrettbar verloren ist.

Hausbockkäfer (Hylotrupes Bajulus)

Hausbock auf Holz
Der erwachsene Käfer ist keine Gefhar mehr fürs Holz. Er lebt nur rund vier Wochen lang. In dieser Zeit nimmt er keine Nahrung mehr zu sich. © Getty Images/iStockphoto

Der Hausbock – oder besser gesagt dessen Larven – ernähren sich bevorzugt von totem Splintholz von Nadelbäumen. Dabei fressen die Larven so viel, dass sie ganze Dachstühle zum Einsturz bringen können. Denn: Die Larven brauchen je nach Holz, Temperatur und Feuchtigkeit bis zu 18 Jahre, um sich zum fertigen Käfer zu entwickeln. Und in dieser langen Zeit können sie viel Unheil anrichten.

Der Hausbock bevorzugt junges Splintholz mit einer Holzfeuchte von über 20 Prozent. Außerdem mögen die Larven Wärme, eine Temperatur von 28 bis 30 Grad Celsius ist für sie optimal. Außerdem benötigen die Larven Holz mit einem hohen Eiweißgehalt, um sich zu entwickeln.

Einen Hausbock-Befall zu erkennen, ist nich unbedingt einfach. Anzeichen sind lebende Larven oder Käfer, hörbare Nagegeräusche, Sägemehl auf dem Boden, Ausbeulungen am Holz oder sichtbare Schlupflöcher. Ein Fachmann kann euch helfen, wenn ihr einen Hausbock-Befall vermutet.

Um den Hausbock zu bekämpfen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Kleine Möbelstücke oder Holzteile könnt ihr mit extremen Temperaturen in Sauna oder Tiefkühltruhe von den Larven befreien. Hat der Käfer das ganze Haus oder den Dachstuhl befallen, müsst ihr erstmal abwägen, ob sich die Bekämpfung noch lohnt oder ob der Schaden schon zu groß ist. Mit dem Heißluftverfahren oder dem Mikrowellenverfahen rückt ihr dem Käfer zu Leibe. Eine chemische Nachbehandlung kann vor einem erneuten Befall schützen.

Vorbeugen könnt ihr einem Hausbock-Befall schon mit der Holzauswahl. So meiden die Käfer technisch getrocknetes Holz, das eine Holzfeuchte von unter 10 Prozent aufweist. Laub- oder Kernholz ist für die Käfer ebenfalls uninteressant. Mit chemischen Mitteln wie Boraten könnt ihr das Holz außerdem vorbehandeln. Auch ökologische Stoffe gibt es mittlerweile, die verhindern sollen, dass die Käfer das Holz überhaupt als solches erkennen.

Mehr Informationen über den Hausbock und wie ihr ihn bekämpfen könnt, lest ihr hier:

Hausbock bekämpfen: Was wirklich gegen Hausbockkäfer hilft

Holzwurm oder Gemeiner Nagekäfer (Anobium Punctatum)

Holzwurm oder Larve des Gemeinen Nagekäfers
Als Holzwürmer bezeichnet man in der Regel die Larven des Gemeinen Nagekäfers. © Getty Images/iStockphoto

Im Gegensatz zum Hausbock interessiert sich der Gemeine Nagekäfer auch für Laubholz. Seine Larven werden im allgemeinen Sprachgebrauch als "Holzwurm" bezeichnet. Die Larven stürzen sich auf jegliches Totholz – bevorzugt ernähren sie sich von Splintholz. Dazu sollte die Temperatur für ihre Entwicklung ausgewogen und die Holzfeuchte eher hoch sein. Auch wenn der Holzwurm Laubholz nicht verschmäht – seine Leibspeise sind weiche Nadelhölzer.

Einen Holzwurmbefall könnt ihr etwas besser erkennne als einen Befall durch den Hausbock. Denn im Gegensatz zu den Larven des Hausbocks verursachen die des Gemeinen Nagekäfers immer rund ein bis zwei Millimeter große Bohrlöcher. Unterhalb des befallenen Möbelstücks ist außerdem meistens Sägemehl zu sehen.

Für die Holzwurm-Bekämpfung gilt ähnliches wie für die des Hausbocks. Extreme Temperaturen mögen die Larven nicht. Deshalb könnt ihr euch bei kleinen Teilen mit Sauna, Backofen oder Gefrierschrank helfen. Auch Heißluft- und Mikrowellenverfahren machen sich die Temperatur-Empfindlichkeit des Holzwurms zu Nutzen. Mit chemischen Mitteln wie Holzwurm Ex oder Isopropanol lassen sich befallene Möbelstücke auch selbst behandeln. Eine Begasung wird bei Privatgebäuden heute aufgrund des Aufwands und hohen Preises nicht mehr gemacht.

Auch dem Holzwurm könnt ihr schon beim Bau des Hauses vorbeugen. Verwendet harte Kernhölzer, die keine hohe Holzfeuchte aufweisen. Technisch getrocknete oder thermisch behandelte Hölzer sind hier eine gute Wahl. Auch eine Behandlung mit Boraten oder ökologischen Mitteln, um den Schädling fernzuhalten, ist vielversprechend.

Mehr zu diesem Holzschädling und seiner Bekämpfung lest ihr in diesem Artikel:

Holzschädlinge: Vorbeugung und Bekämpfung

Damit die Tragfähigkeit von Holzkonstruktionen nicht durch Holzschädlinge beeinträchtigt wird, ist vorbeugender Holzschutz wichtig.Holzschädlinge lieben es feucht – egal ob Pilz oder Käfer. Deshalb ist gut durchgetrocknetes Holz sehr viel widerstandsfähiger. Ihr könnt auch auf technisch getrocknetes oder thermisch behandeltes Holz zurückgreifen – das erhöht den Schutz. Prinzipiell gilt, dass Kernholz sehr viel widerstandsfähiger ist als Splintholz.

Bester Schutz vor dem Hausschwamm ist es, das Haus trocken zu halten und Nässeschäden umgehend zu beseitigen. Ein Tipp zur Vorbeugung eines Befalls mit dem Holzbock ist ein gutes Heiz- und Lüftverhalten – die Holzschädlinge fühlen sich nämlich in geheizten, trockenen Räumen gar nicht wohl.

Ebenso wichtig ist die Pflege und regelmäßige Kontrolle der bestehenden Holzkonstruktion.

Experten mit der Bekämpfung von Holzschädlingen beauftragen

Haben sich Insekten oder Pilze im Haus eingenistet, können sie meistens bekämpft werden – chemisch, durch Heißluft oder durch Mikrowellen. Zunächst muss aber geklärt werden, um welchen Holzschädling es sich genau handelt. Und: Ob eine Bekämfpung sich überhaupt lohnt. Denn teilweise haben die Schädlinge schon so viel Unheil angerichtet, dass ein Abriss günstiger ist als die Bekämpfung.

Folgende Institutionen führen Schädlingsbestimmungen durch:

  • Holzforschungsinstitute
  • Botanische Universitätsinstitute
  • Staatliche Materialprüfanstalten
  • Pflanzenschutzämter
  • Holzschutzmittelhersteller

Der Befall mit Hausschwamm, ebenso wie der Befall durch Hausbockkäfer, ist in einigen Bundesländern in den Bauordnungen als anzeige- und meldepflichtig geregelt. Einen Befall müsst ihr den Bauordnungsbehörden mitteilen.

Die Bekämpfung von Hausschwamm oder Holzkäfern gehört in die Hand eines Holzschutzexperten. Sie ist zeitaufwändig, teuer und nicht immer erfolgreich.

Bausachverständigen einschalten, um Holzschädlinge auszuschließen

Hauskäufer, die sich für ein altes Gebäude interessieren, sollten unbedingt vor dem Kauf alle neuralgischen Punkte von einem Bausachverständigen prüfen lassen. Der VPB warnt: Ist das Haus befallen, immer erst die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und deren Kosten abklären lassen, bevor ihr den Kaufvertrag unterschreibt.

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