Holzwurm Tunnel Gänge
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Holzwurm bekämpfen: Was wirklich gegen Holzwürmer hilft

Albert Linner

Level: Für Alle

Sie fräsen sich durch alle Arten von Holz: Holzwürmer gehören zu den gefürchtetsten Schädlingen. Sie können Holzmöbel ebenso zerstören wie euren Dachstuhl. Wir erklären, wie ihr den Holzwurm effektiv bekämpfen könnt.

Er kann nicht nur Biedermeierkommoden zerfressen, sondern ganze Häuser zum Einsturz bringen: der Holzwurm. Der gefürchtete Schädling ist in ganz Europa verbreitet und macht vor keiner Holzart Halt – vorausgesetzt es handelt sich um totes Holz.

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Die Schäden, die die Larven anrichten, können verheerend sein. Doch die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Holzwürmer zu bekämpfen. Wir haben für euch gesammelt, was ihr zum Thema Holzwurm wissen müsst.

Was macht ein Holzwurm?

Mit dem Begriff "Holzwurm" werden im allgemeinen Sprachgebrauch die Larven des Gemeinen Nagekäfers bezeichnet. Die erwachsenen Käfer stellen an sich keine Gefahr für Holz dar – ihre Larven dafür umso mehr. Denn die ernähren sich ausschließlich von Holz.

Nach der Paarung legt das Weibchen des Holzwurms die Eier in Holzspalten ab – oft dort, wo es selber aufgewachsen ist. Direkt nach dem Schlüpfen fangen die Larven an zu fressen. Die Dauer vom Schlüpfen der Larven bis zu ihrer Verpuppung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und kann bis zu acht Jahre betragen. Die Larven fressen bis zu ihrer Verpuppung Gänge in das Holz, welche im Laufe der Jahre zur vollständigen Auflösung des Materials führen können.

Welche Umgebung mag der Holzwurm?

Der Holzwurm ist, was die Art des Holzes angeht, nicht wählerisch, so lange das Holz nicht mehr lebt. Optimale Bedingungen hat er, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch und die Temperatur ausgewogen ist. Besonders gern ernähren sich die Schädlinge vom sogenannten Splintholz. Das ist das junge Holz unter der Rinde. Es ist besonders eiweißhaltig und daher gut für die Entwicklung der Käfer. Harte Laubholzarten wie Eiche oder Buche sind etwas weniger anfällig für den Befall als weiche Holzarten. Besonders gern mag der Holzwurm Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte und Tanne.

Wie erkennt man einen Holzwurmbefall?

Ob sich ein Holzwurm bei euch eingenistet hat, erkennt ihr am besten an den ein bis zwei Millimeter großen Bohrlöchern im betroffenen Holz. Außerdem ist unterhalb der Löcher häufig Holzstaub zu sehen. Der Staub kann – besonders auf hellem Untergrund – leicht übersehen werden. Wenn ihr sicher gehen wollt, ob ein Holzwurm am Werk ist, legt ein dunkles Blatt unter das Möbelstück, darauf lässt sich das feine Holzmehl besser erkennen. Je größer die Anzahl der Löcher und die Menge des Staubs, desto weiter ist die Zerstörung fortgeschritten.

Holzwurm in Holz
Holzwürmer können bei einem großflächigen Befall zu einer regelrechten Plage werden. © Getty Images/iStockphoto

Wie kann man einen Holzwurm bekämpfen?

Es gibt zahlreiche Mittel, wie ihr Holzwürmer wieder loswerden könnt – vom Hausmittel bis zu professionellen Methoden von Kammerjägern. Welcher Weg der beste ist, hängt davon ab, wie groß der Befall ist und auch, was befallen ist. Eine Kommode ist schließlich schlecht mit einem Dachstuhl zu vergleichen. Auf jeden Fall gilt: Je früher ihr einen Holzwurmbefall erkennt und bekämpft, desto größer sind die Erfolgschancen.

1. Holzwurm bekämpfen mit extremen Temperaturen

Der Holzwurm mag mäßige Temperaturen – extreme Hitze und Kälte töten ihn. Daher könnt ihr ein betroffenes Möbelstück in den Backofen (wenn es sehr klein ist) oder in die Sauna geben. Schon bei Temperaturen ab 55 Grad sterben die Larven. Es kann schon ausreichen, das Möbel im Sommer direkt in die Sonne zu stellen. Unterstützend könnt ihr es dazu in schwarze Folie packen, so erreicht ihr die gewünschte Gradzahl noch schneller.

Auch Kälte ist ein probates Mittel gegen Holzwürmer. Ihr könnt Kleinmöbel in die Tiefkühltruhe legen oder größere Holzmöbel im Winter bei mindestens minus zehn Grad nach draußen stellen – vorausgesetzt es ist trocken.

2. Holzwürmer mit Eicheln weglocken

Eicheln sind die Leibspeise der Holzwürmer. Sie werden von ihrem Geruch angezogen, verlassen über die Bohrlöcher das Möbelstück, bohren sich in die Eicheln hinein und fressen dort weiter. Um den Holzwurm zu bekämpfen, legt einfach Eicheln rings um die Bohrlöcher und die Holzwürmer werden sich bald eine neue Heimat suchen.

Eichel
Leibspeise: Holzwürmer lieben Eicheln. © Getty Images/iStockphoto

3. Holzwurm mit Hausmitteln bekämpfen

Bei mäßigem Holzwurmbefall können auch einfache Hausmittel schon eine Wirkung zeigen. Ihr könnt zum Beispiel mit einer Spritze Essigessenz in die Bohrlöcher spritzen. Borsalz kann, mit Wasser angerührt, ebenfalls mit einer Spritze in das Holz eingebracht werden. Außerdem hilft es, das befallene Holz im Abstand von 24 Stunden zwei Mal mit der Salzlösung einzusprühen. Der Vorteil beim Borsalz: Für den Menschen ist es ungefährlich und ist – im Gegensatz zum Essig – geruchsneutral.

Außerdem kann es helfen, die Bohrlöcher mit Bienenwachs zu versiegeln. So ersticken die Holzwürmer nach und nach. Das kann jedoch eine sehr mühsame und langwierige Arbeit sein.

4. Isopropanol, Salmiakgeist und Holzwurm Ex

Isopropanol ist der einfachste, einwertige Alkohol. Er ist für zwei bis fünf Euro pro Liter günstig zu bekommen. Für Holzwürmer ist die Substanz tödlich. Der Vorteil des Alkohols ist, dass er geruchsneutral ist und keine Rückstände hinterlässt. Allerdings geht von ihm eine hohe Explosionsgefahr aus. Bevor ihr euer Möbelstück mit Isopropanol behandelt, solltet ihr sicher gehen, dass Farbe, Lasur oder Lack den Alkohol vertragen.

Der Arbeitsplatz sollte wegen der Explosionsgefahr sehr gut durchlüftet sein – am besten ihr arbeitet im Freien. Der unverdünnte Alkohol wird mit einem Pinsel direkt auf das Möbel aufgetragen. Anschließen sollte das Holz so schnell wie möglich in Folie eingewickelt werden, um die Verflüchtigung zu stoppen. Der Alkohol braucht etwa drei Tage, um seine Wirkung zu entfalten. Bei besonders dickem Holz ab etwa fünf Zentimetern wird er wohl nicht alle Tiefen erreichen.

Holzwurm Holz
Klarer Fall: Hier hat sich der Holzwurm eingenistet. © Getty Images/iStockphoto

Die Behandlung mit Salmiakgeist erfolgt auf die gleiche Art. Zusätzlich kann das Ammoniakwasser auch mit einer Spritze in die Bohrlöcher injiziert werden. Der Liter ist für etwa vier bis fünf Euro zu haben.

Außerdem gibt es es im Fachhandel bereits fertige Holzwurmvernichtungsmittel. Holzwurm Ex heißen diese Substanzen, die mit Spritze, Pinsel oder Sprühflasche auf das Material gebracht werden.

5. Die harte Tour: Begasung, Heißluft – und Mikrowellenverfahren

Ist der Dachstuhl von Holzwürmern befallen, helfen nur noch Profis. Besonders drei Verfahren haben sich bei starkem Holzwurmbefall bewährt: Mikrowellen, Heißluftverfahren und Begasung. Bei der Behandlung mit Mikrowellen bleiben keine chemischen Rückstände. Außerdem werden die Oberflächen nicht beschädigt. Die Wellen dringen in das Holz ein, erhitzen die Larven und töten sie.

Das Heißluftverfahren zur Holzwurmbekämpfung funktioniert ähnlich: Die Schädlinge werden mit Hitze abgetötet. Es kann jedoch sein, dass die Heißluft nicht alle befallenen Bereiche erreicht. Dazu gehören zum Beispiel Schwellen und Außenfachwerk. Die entsprechenden Bereiche müssen dann chemisch nachbehandelt werden.

Für eine rigorose Ausrottung der Holzwürmer hilft nur die Begasung mit Stickstoff, Argon oder Kohlendioxid. Das Gas dringt in alle betroffenen Bereiche ein und kann den Schädling fast immer komplett vernichten. Doch diese Behandlung hat es in sich: Nicht nur muss das Haus komplett eingehüllt werden, das Gas ist für Mensch und Tier auch giftig.

Außerdem ist eine Begasung das teuerste und aufwendigste Verfahren. Bei einem Dachstuhl von rund 100 Qudratmetern entstehen Kosten von 15.000 Euro. Bei einem Fachwerkhaus können es aber auch schnell 35.000 Euro sein. Die Kosten für Heißluft und Mikrowellen liegen bei einigen tausend Euro – je nachdem, wie viel Holz zu behandeln ist.

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