Bungalow, Modell Ambience 77 V4, von Bien-Zenker GmbH
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Bauen | Ratgeber

Bungalow bauen: 10 moderne Bungalows unter 250.000 Euro

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Die Rückkehr der Bungalows: Lange schien diese Bauform in der Versenkung verschwunden, mittlerweile ist der Bau eines modernen Bungalows wieder in Mode gekommen. Wir zeigen euch, was diese Bauform so besonders macht. Und wir stellen zehn aktuelle Modelle vor und erklären, für wen sie sich eignen.

Wer heute einen Bungalow bauen möchte, ist keinesfalls in den 1970er Jahren stehen geblieben. Denn Bungalows sind bei modernen Bauherren längst wieder gefragt. Wir zeigen euch zehn moderne Bungalows unter 250.000 Euro und sagen euch, worauf ihr bei Bau und Kauf achten solltet.

Woher stammt der Begriff "Bungalow"?

Bungalow – das klingt irgendwie amerikanisch. Und so denken viele, dass dieser Bautyp und seine Bezeichnung aus den Vereinigten Staaten kommt. Das stimmt aber nicht so ganz.

Das Wort soll nämlich aus den nordindischen Sprachen stammen und so viel bedeuten wie "Haus nach bengalischer Art". Traditionelle bengalische Dorfhäuser sind eingeschossig und haben eine breite Veranda über die gesamte Eingangsfront. Eine Bauweise, die britische Siedler im 18. Jahrhundert für ihre dortigen Häuser übernahmen – und damit auch den Namen.

Die Briten exportierten den Bungalow – ja, es heißt der Bungalow und nicht das Bungalow – dann in die USA. Dort gehört die ebenerdige Bauweise, meist in einer Holzrahmenkonstruktion, traditionell zu den beliebtesten Formen im Hausbau.

Der berühmteste Bungalow Deutschlands

In den 1960er Jahren entdeckten auch deutsche Bauherren den Bungalow für sich – und das sogar auf höchster Ebene. 1963 gab Ludwig Erhard den Bau eines repräsentativen Gebäudes in der Tradition der klassischen Moderne in Auftrag. Ein Jahr später zog er als erster Bundeskanzler in den Kanzlerbungalow. Bis 1999 diente dieser als Wohn- und Empfangsgebäude, heute steht der einstmals moderne Bungalow unter Denkmalschutz.

Bild des ehemaligen Kanzlerbungalows in Bonn.
Steht seit 2001 unter Denkmalschutz: Der Kanzlerbungalow, das ehemalige Wohn- und Empfangsgebäude des deutschen Bundeskanzlers in Bonn. © imago images

Modernen Bungalow bauen: 5 Vorteile

Typisch für den Bungalow ist seine eingeschossige Bauweise. Durch das Wohnen auf einer Ebene ergeben sich beim Bau eines modernen Bungalows für die Bewohner einige Vorteile:

  1. Barrierefreiheit: Für ältere Menschen, aber auch für Familien mit kleinen Kindern, entfällt das lästige Treppensteigen. Bei der Bauplanung für einen Bungalow sind die DIN-Vorgaben für barrierefreies Bauen leichter zu erfüllen.
  2. Großzügigkeit: 120 Quadratmeter Wohnfläche in einem Bungalow wirken wesentlich weitläufiger, als wenn sich diese Fläche auf zwei oder noch mehr Geschosse verteilt. Sozusagen: In einem Bungalow trampelt niemand dem anderen auf dem Kopf herum. Oft hat fast jedes Zimmer einen Zugang nach draußen. Dazu sorgen häufig große Glasflächen mit bodentiefen Fenstern für eine fließende Grenze zwischen drinnen und draußen.
  3. Hohe Flexibilität: Die Wohnräume sind alle neben- und nicht übereinander. Dadurch lassen sich in modernen Bungalows extrem flexible Grundrisse verwirklichen. Denn: Die Statik spielt beim Bungalow keine so tragende Rolle wie bei einem mehrgeschossigen Haus. So sind U-, L- und sogar Z-förmige Grundrisse möglich.
  4. Große Individualität: Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Bungalow automatisch auch mit einem Flachdach versehen war. Satteldach, Pultdach oder Walmdach? Heute gibt es alle denkbaren Ausführungen, die auch beim mehrgeschossigen Bau machbar sind. So könnt ihr trotz strenger Bauordnung auf einer Ebene wohnen, wie unser Beispiel eines Bungalows aus Unterfranken zeigt.
  5. Kostenersparnis: Weniger Treppen, große Räume mit weniger Wänden, geringere Anforderungen an die Statik – das alles sind Faktoren, die beim Bau eines modernen Bungalows Kosten einsparen. Und bei einer Renovierung braucht es meist auch kein Baugerüst. Auch die Fassade eines Bungalows könnt ihr einfacher selbst reinigen als die eines mehrgeschossigen Hauses.

Bungalow bauen: 5 Nachteile

Einen Bungalow neu zu bauen, dafür gibt es heute vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die Gebäudeform hat aber auch ein paar ganz spezifische Nachteile:

  1. Großes Grundstück: In die Höhe zu bauen hat den Vorteil, dass sich auf wenig Grundfläche viel Wohnraum verteilen lässt. Das fällt beim Bau eines Bungalows weg. Um eine angemessene Wohnfläche zu erhalten und gleichzeitig baurechtlichen Regelungen wie den Mindestabstand zu Nachbarbauten und Grundstücksgrenzen einzuhalten, braucht ihr ein entsprechend großes Grundstück. Oder euer Bungalow wird zum Minihaus.
  2. Kosten der Wärmedämmung: Mehr Länge und Breite bedeuten auch mehr Außenwände. Und die wollen gedämmt sein. Durch das ungünstige Verhältnis von Außenwand zur Wohnfläche fallen die Kosten der Fassadendämmung im Vergleich zu mehrgeschossigen Bauten höher aus.
  3. Problemfall Keller: Einen Bungalow komplett zu unterkellern ist aufgrund der Dimensionen viel zu teuer. Allerdings ist eine Teilunterkellerung bautechnisch problematisch. Deshalb werden die meisten Bungalows ohne Keller gebaut. Da braucht es schlaue Ideen, um trotzdem genug Stauraum zu schaffen.
  4. Raum an Raum: Da alle Räume nebeneinander auf einer Ebene liegen, braucht es dafür auch entsprechende Durchgangsflächen – sonst wäre ja fast jeder Raum ein Durchgangsraum. Das beeinträchtigt die Raumplanung und es geht wiederum Wohnraum verloren.
  5. Schwachstelle Flachdach: Das gilt zwar eher beim Kauf als beim Neubau, soll hier aber nicht unerwähnt blieben. Alte Flachdächer sind oft nicht richtig isoliert. Außerdem klagen viel Besitzer von Flachdach-Bungalows aus den 1960er und 1970er Jahren über undichte Dächer. Auf potentielle Käufer kommen also ziemliche Investitionskosten zu.

Bungalow bauen als Fertighaus

Jahrzehntelang schien die Bauform Bungalow in der Versenkung verschwunden. In den vergangenen Jahren haben jedoch zahlreiche Fertighaushersteller Bungalows wieder in ihr Programm aufgenommen.

Die relativ puristische Bauform kommt der modularen Bauweise der Hersteller von Fertighäusern sehr entgegen. Dementsprechend werden Bungalows als Massivhaus, in Holzständerbauweise oder auch als günstiges Bausatzhaus angeboten. Dabei sind der Gestaltung und Ausstattung dank der modernen Fertigung kaum Grenzen gesetzt, so dass Bungalows in Fertigbauweise optisch den Mehrgeschössern in nichts nachstehen. Was typisch ist für den Fertighausbau, was für Arten es gibt, das lest ihr in "Fertighaus bauen: Alle Bauweisen im Vergleich".

Was kostet ein moderner Bungalow?

Wie bei anderen Haustypen auch, kommt es bei den Baukosten vor allem auf die Ausstattung, die Größe und die verwendeten Materialien an. So über den Daumen könnt ihr aber mit Baukosten von rund 2.000 Euro pro Quadratmeter rechen. Das ist etwas mehr als bei einem Einfamilienhaus. Hier kalkuliert man im allgemeinen mit rund 1.800 Euro pro Quadratmeter.

Die Mehrkosten haben vor allem einen Grund: Ein Bungalow benötigt aufgrund seiner eingeschossigen Bauweise eine größere Grund- und Dachfläche, um dieselbe Quadratmeterzahl wie ein einstöckiges Haus zu erreichen.

Im Fertighausbereich sind die Baukosten niedriger, wenn ihr euch für ein Ausbauhaus entscheidet. Aber Achtung: Das ist nicht jedermanns Sache und erfordert neben viel handwerklichem Geschick auch Organisationstalent und vor allem Nerven. Im schlimmsten Fall versenkt ihr so mehr Geld, als ihr einspart.

Woran erkenne ich einen guten, modernen Bungalow?

Durch seine besondere Bauform ergeben sich beim Bungalow einige Chancen, aber auch Risiken, die ihr bei der Planung und/oder beim Kauf beachten solltest. Ein moderner Bungalow sollte zumindest folgende Anforderungen erfüllen:

  • Gut geplanter Grundriss: Da ihr nicht in die Höhe, sondern nur auf der Fläche baut, muss der Platz perfekt ausgenutzt werden. Der Normalfall ist ein rechteckiger oder auch quadratischer Grundriss. Bei Grundrissen mit einer T-, L-, oder U-Form lassen sich noch eine Terrasse oder eine Garage mit einplanen. Bleibt bei der Grundrissplanung möglichst einfach, jedes Extra kostet Platz und damit Geld.
  • Energieeffizienz: Ein große Außenwandfläche, oft bodentiefe Fenster, dazu eventuell ein Flachdach: Die Frage nach der Energieeffizienz stellt sich bei Bungalows ganz besonders. Auch wenn heutzutage dieser Punkt im Neubaubereich sowieso wichtig ist, solltet ihr hier ganz besonders hinschauen. Ob Wärmepumpe, Photovoltaikanlage oder eine spezielle Wärmedämmung – alles, was die Energiebilanz verbessert, hilft beim Bungalow ganz besonders.
  • Echte Barrierefreiheit: Wirklich barrierefrei oder doch eher barrierearm? Die Unterschiede sind größer, als viele denken. Wer wirklich wert darauf legt, im Alter möglichst unabhängig zu bleiben und sich gerade deshalb für einen modernem Bungalow entscheidet, der sollte diesen Punkt genau unter die Lupe nehmen.

Bungalow bauen: 10 moderne Beispiele

Auch in unserer Fertighaus-Datenbank findet ihr zahlreiche moderne Bungalow-Modelle verschiedenster Hersteller. Wir haben für euch zehn Bungalows bis 250.000 Euro aus der Datenbank herausgesucht und nach Preis geordnet. Außerdem geben wir eine Einschätzung, für wie viele Personen sich die Bungalows besonders eignen.

1. Single Haus 54 von Albert Haus

Ein kleiner Bungalow für Alleinstehende: Das Single Haus 54 von Albert Haus eignet sich als Anbau an ein bestehendes Gebäude oder für die Hinterhofbebauung im Garten, zum Beispiel als vermietbare Gartenwohnung.

2. Bungalow 128 von Town & Country

Beim Bungalow 128 des Anbieters Town & Country lässt sich der Bereich neben dem Eingang als Einliegerwohnung oder abgeschlossener Arbeitsbereich nutzen oder sogar als Wohnung mit separatem Eingang vermieten.

3. Edition 126 von Wolf-Haus

Einen außergewöhnlichen Grundriss bietet der Bungalow Edition 126 von Wolf-Haus: Die Räume sind in einer V-Form zur Terrasse angeordnet. Dadurch entsteht ein geschützter Eingangsbereich und ein überdachter Freisitz zum Garten. Ein zweites Kinderzimmer ist durch die besondere Form allerdings nicht vorgesehen.

4. Solution 101 V3 von Living Fertighaus

Typisch Bungalow: Beim Solution 101 V3 von Living Fertighaus spielt sich das Wohnen auf einer Ebene ab. Große Gemeinschaftsbereiche, Schlafräume und praktische Stauflächen werden bei diesen Bungalow durch architektonische Highlights wie zum Beispiel Giebelerker, Querhäuser oder Übereck-Panoramaerker ergänzt.

5. Nivo 140 von FingerHaus

Das Modell Nivo 140 von FingerHaus ist der Bungalow mit der größten Wohnfläche in unserer Auswahl – genug Platz für eine vier- bis fünfköpfige Familie. Das Haus ist mit Walmdach oder mit Flachdach erhältlich, was laut Hersteller den Charakter der Architektur bei gleichem Grundriss grundlegend ändert.

6. Ambience 77 von Bien Zenker

Für bis zu zwei Personen scheint das Ambience 77 von Bien Zenker ideal. Dank eigenem Technik- und Hauswirtschaftsraum auf der Wohnebene funktioniert dieses Wohnkonzept ausgezeichnet auch ohne Untergeschoss.

7. Klassischer Bungalow mit Walmdach von Okal Haus GmbH

Mit seinem Walmdach macht dieser klassische Bungalow von der Okal Haus GmbH richtig was her. Mittelpunkt dieses Hauses ist der offene Wohnbereich, der durch viele Glaselemente hell und freundlich wirkt.

8. Chalet 86 von Favorit Massivhaus

Wem die Wohnfläche nicht ausreicht: Das Modell Chalet 86 von Favorit Massivhaus gibt es auch mit seitlichen Anbauten. Dann kommen noch einmal 15 Quadratmeter fürs Kind und zwölf Quadratmeter für ein Arbeitszimmer hinzu.

9. Nivelo von Fingerhut Haus

Fingerhut Haus hat den Bungalow Nivelo für Singles und Paare geplant, er ist aber auch für eine dreiköpfige Familie geeignet. Besonders gut gefällt die Holzverschalung und der großzügige Wohn- und Essbereich.

10. Bungalow Vita von Kern-Haus

Mit seinem Bungalow Vita präsentiert Kern-Haus ein besonders seniorenfreundliches Wohnkonzept, bei dem sogar die Unterbringung einer Betreuungsperson mit eingeplant ist. Dementsprechend großzügig sind Türen und auch Badezimmer gestaltet.

Ihr sucht noch mehr Bungalow-Beispiele? Hier könnt ihr euch alle Bungalow-Angebote in der Wohnglück-Fertighaus-Datenbank ansehen. Dazu gehört auch ein Luxusmodell, das beweist, dass man für einen Bungalow auch über 750.000 Euro ausgeben kann.

Modernen Bungalow bauen: Unser Fazit

Das Comeback des Bungalows hat gute Gründe. Neben den zahlreichen Gestaltungsvarianten, die für fast jeden Geschmack etwas bieten, ist es vor allem die puristische, unkomplizierte Bauweise, die viele überzeugt.

Bungalows eignen sich aus unserer Sicht besonders für folgende Zielgruppen:

  • ältere Bauherren, die Wert auf Barrierefreiheit legen
  • kleine Familien oder Paare, deren Kinder "aus dem Haus sind"
  • Bauherren, denen ein Tiny House zu wenig ist, die sich aber trotzdem bewusst verkleinern wollen

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass ihr für einen großen Bungalow auch ein großes Grundstück benötigt. Viele Hersteller bieten aber auch Modelle mit kleinerer Grundfläche an.

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