Mann reinigt mit einem Hochdruckreiniger eine Fassade.
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Fassadenreinigung: So reinigt ihr eure Fassade richtig

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Wenn sich Schmutz und Algen auf der Hausfassade festgesetzt haben, kann sich eine Fassadenreinigung lohnen. Was sie kostet, wann ihr eure Fassade selbst reinigen könnt und wann ihr eine Firma beauftragen solltet, das lest ihr hier. Plus: Tipps, um Fassadenverschmutzungen vorzubeugen.

Hässliche Schlieren, Schmutz und unschöne grüne Verunreinigungen durch Algen und Pilze lassen viele Häuser unansehnlich aussehen. Deshalb denken viele Hausbesitzer im Frühjahr darüber nach, ihre Fassade zu reinigen oder eine Firma zur Fassadenreinigung zu beauftragen.

Wann lohnt es sich, die Fassade sauberzumachen, was kostet der Profi und worauf solltet ihr achten, wenn ihr selbst Hand anlegt? Die Antworten gibt es hier.

Wann lohnt sich eine Fassadenreinigung?

Wenn eure Fassade unansehnlich geworden ist, dann gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Eine Fassadenreinigung oder ihr streicht die Fassade neu.

Ein Neuanstrich lohnt sich, wenn eure Fassade Farbabplatzungen, Risse oder Salzausfällungen aufweist. Auch von der Sonne ausgeblichene Farbe sollte erneuert werden. Ein Neuanstrich ist allerdings immer mit großem Aufwand verbunden: Ein Gerüst wird benötigt, außerdem schlagen Farbe und Arbeitszeit zu Buche.

Bei einer intakten Fassade, die lediglich von Algen, Abgasen, Pilzen oder Flechten schmutzig geworden ist, lohnt sich dagegen die Fassadenreinigung, die deutlich günstiger zu haben ist. Das gleiche gilt, wenn durch die Reinigung Graffiti von der Hauswand entfernt werden sollen. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Wie ihr Graffiti am besten entfernen könnt".

Eine Fassadenreinigung lohnt sich auch insbesondere dann, wenn ihr euer Haus verkaufen oder vermieten wollt. Eine makellose Fassade beeindruckt sowohl Käufer als auch Mieter und so lässt sich unter Umständen ein höherer Preis realisieren.

Besonderen Stellenwert haben Fassadenreinigungen bei allen Klinker-, Klinkerriemchen- und Isolier-Klinker-Fassaden, die ja nicht neu gestrichen werden. Schmutz lässt sie im Lauf der Jahre oft recht unschön aussehen.

Experten raten dazu, die Fassade spätestens alle zehn Jahr reinigen zu lassen.

Methoden der Fassadenreinigung

Es gibt viele verschiedene Methoden, um die Fassade zu reinigen. Wie viele Varianten einer Fassadenreinigung alleine bei Stein- und Denkmalfassaden existieren, zeigt sich etwa beim Blick in die Broschüre "Reinigung und Schutz - Fassade und Denkmal" der Gütegemeinschaft Reinigung von Fassaden.

Generell unterscheidet man zwischen mechanischen und chemischen Methoden der Fassadenreinigung.

Eine Fassade kann auf folgende Arten gereinigt werden:

  • mit der Hand beziehungsweise mit einem Gartenschlauch und mit verschiedenen Hausmitteln
  • per Wasserdruck mit einem Hochdruckreiniger
  • per Dampfstrahl oder Heißwasser
  • mit speziellen Fassadenreinigern
  • im Niederdruckverfahren
  • im Laserstrahlverfahren
  • mit dem Trockenstrahlverfahren
  • oder durch Trockeneisstrahlen

Welche Methode die geeignetste ist, hängt vom Material und Zustand der Fassade ab. Fassaden, die herkömmlich mit Kalk-Zement-Gemisch verputzt sind, könnt ihr mit einem Hochdruckreiniger reinigen. Auch Bruch- und Backstein- sowie Klinkerfassaden vertragen die Reinigung mit Hochdruck gut. Dabei könnt ihr ein mildes Reinigungsmittel verwenden.

Bei Wärmedämmverbundsystemen in Verbindung mit einer Kunstharzputz-Fassade kommt eine Dampfreinigung auf keinen Fall in Frage und mit einen Hochdruckreiniger müsst ihr vorsichtig sein, damit ihr die Fassade nicht beschädigt.

Für harte Oberflächen aus Granit oder mit Backsteinen könnt ihr bei Bedarf ein säurehaltiges Reinigungsmittel verwenden. Bei weichem Kalkstein oder Marmor hingegen kommt nur alkalihaltiger Reiniger infrage.

Eine Holzfassade reinigt man am besten per Hand mit einem Schrubber oder einer Bürste. Ein Hochdruckreiniger könnte dazu führen, dass Wasser in die Dämmung eindringt und sie schädigt. Alternativ bietet sich das Trockeneisverfahren an.

Mann bei der Fassadenreinigung
Viele Fassaden können mit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden - aber nicht alle. © Getty Images/iStockphoto

Selber Fassade reinigen oder Fachfirma beauftragen?

Ob ihr die Fassade selbst reinigen könnt oder besser eine Fachfirma mit der Fassadenreinigung beauftragt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Die Fassade eines eingeschossigen Bungalows könnt ihr natürlich leichter selbst reinigen als die eines mehrstöckigen Gebäudes. Sobald ihr eine hohe Leiter zur Reinigung erklimmen müsst, besteht Unfallgefahr. Kleine Verunreinigungen könnt ihr natürlich einfacher selbst beseitigen als eine stark verschmutzte Fassade.

Zudem sind nicht alle Fassadentypen von Laien leicht zu reinigen. Besonders bei beschädigten Fassaden sollten die Fachleute ran. Auch bei Fassaden aus Kunstharzputz empfiehlt es sich, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen, denn in diesem Fall dürft ihr keine Leiter an die Hauswand lehnen, sonst können Druckstellen entstehen. Hier müsst ihr ein Gerüst verwenden oder ihr benötig einen Hubwagen.

Dazu kommt, dass ihr mit dem entstehenden Abwasser nicht die Umwelt schädigen dürft. Ihr müsst es in der Regel auffangen und fachgerecht entsorgen. Vor allem chemische Reiniger dürfen nicht ins Grundwasser sickern – das schadet nicht nur der Umwelt, es ist obendrein noch strafbar. Die Vorschriften findet ihr beim zuständigen Umweltamt.

Vorteile vom Fassade selber reinigen

Wenn ihr selbst eure Fassade reinigt, dann hat das folgende Vorteile:

  • niedrige Kosten
  • zeitliche Flexibilität

Nachteile der privaten Fassadenreinigung

Dem gegenüber stehen folgende Nachteile:

  • Ihr könnt eure Fassade oder die Verschmutzung falsch typisieren und das falsche Reinigungsverfahren wählen.
  • Ohne Profi-Werkzeug ist das Schrubben und Reinigen der Fassade sehr aufwendig und körperlich anstrengend.
  • Durch leichtfertigen Umgang mit dem Hochdruckreiniger oder das Arbeiten in der Höhe besteht Verletzungsgefahr.
  • Ihr könntet die Hausfassade beschädigen.

Seriöse Fassadenreinigungs-Firma finden

Der Beruf des Fassadenreinigers ist nicht in der Handwerksrolle eingetragen. Umso mehr solltet ihr darauf achten, ein seriöses Unternehmen zu beauftragen. Häufig helfen zur ersten Orientierung die Internetbewertungen. Vor der Beauftragung bietet eine professionelle Firma ein Vorgespräch und meist sogar eine kostenfreie Probefläche an.

Auf gar keinen Fall solltet ihr auf sogenannte "Schnellwäscher" vertrauen, die unangemeldet vor der Tür stehen und nur jetzt, nur an diesem einen Tag ein vermeintliches Sonderangebot unterbreiten und gegen Cash auch gleich zur Tat schreiten wollen. Das ist unseriös.

Achtet auch auf einen schriftlichen Vertrag, in dem ein Festpreis festgelegt ist.

Dienstleistungsunternehmen, die ihren Kunden eine fachgerechte und qualitativ hochwertige Reinigung von Fassaden aus den Werkstoffen Metall und Stein anbieten, erkennt ihr an dem RAL Gütezeichen "Reinigung von Fassaden".

Mann reinigt Fassade
Professionell arbeitende Firmen sorgen dafür, dass das Schmutzwasser nicht einfach ins Erdreich gelangt und haben das notwendige Equipment. © Fassadenblitz GmbH

Was kostet eine Fassadenreinigung?

Wer seine Hausfassade selbst reinigt, hat die niedrigsten Kosten. Für Reinigungsmittel müsst ihr etwa 20 Euro rechnen, dazu kommt gegebenenfalls die Miete für einen Hochdruckreiniger. Vier Stunden kosten in etwa 20 Euro. Ein ganzer Tag kostet 25 Euro. Dazu kommt eine Kaution.

Der Preis für eine professionelle Fassadenreinigung richtet sich nach der Fläche der Fassade und danach, wie stark diese verschmutzt ist. Hier könnt ihr grob mit folgenden Kosten rechnen:

  • Fassadenreinigung per Hochdruckreiniger ohne Reinigungsmittelzusätze: ab 5 Euro pro Quadratmeter. Wird zusätzlich ein Algenmittel verwendet, dann müsst ihr mit etwa 15 Euro pro Quadratmeter rechnen.
  • Fassadenreinigung per Sandstrahler: ab 15 Euro pro Quadratmeter.
  • Fassadenreinigung mit Trockeneisstrahlen: zwischen 100 und 150 Euro pro Stunde. Umgerechnet auf den Quadratmeter fallen je nach Verschmutzungsgrad etwa 20 bis 60 Euro an.
  • Vorbeugende Desinfektion und Versiegelung nach der Fassadenreinigung: 4 bis 8 Euro pro Quadratmeter.

Insbesondere bei aufwendigen Reinigungen und für das Entfernen von hartnäckigen Moos- und Algenbelägen von empfindlichen Fassaden können die Kosten auch deutlich höher liegen.

Bei Gebäuden, die höher als zehn Meter sind, kann eine Hubbühne erforderlich sein. Für die müsst ihr meist einen pauschalen Zuschlag von 100 bis 200 Euro einkalkulieren. Müssen Gerüste eingesetzt werden, also ab Höhen von etwa 20 Metern, verteuert das die Kosten erheblich. Schon für das Gerüst selbst müsst ihr in den meisten Fällen zwischen sechs und zwölf Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche rechnen.

Für größere Flächen werden oft Rabatte gewährt – in der Praxis beginnt das häufig schon bei Flächen über 50 Quadratmetern.

So beugt ihr schmutzigen Hausfassaden vor

Tendenziell verschmutzen Hausfassaden heute häufiger als früher und sie sind auch öfter von Algen befallen. Das liegt auch an der immer höheren Energieeffizienz von Gebäuden. Bei entsprechender Dämmung der Wände wird weniger thermische Energie vom Innern des Hauses nach außen transportiert. Daher sind die Außenflächen kühler und die Feuchtigkeit auf der Fassade verdunstet langsamer beziehungsweise gar nicht. Das bietet ideale Voraussetzungen für Algen, vor allem wenn durch Feinstaub und Schmutz ein Nährboden gegeben ist.

Zudem führt bei hoher Luftfeuchtigkeit eine kühle Hauswand zur Kondensation von Wasser, was ebenso einen positiven Effekt auf die Entwicklung von Mikroorganismen hat. Verschmutzung und Algenbefall lassen sich nicht dauerhaft vermeiden. Aber ihr könnt den Algenbefall der Fassade deutlich abmildern und verlangsamen.

Schon bei der Planung des Gebäudes könnt ihr viel dafür tun, Algen auf der Fassade zu verhindern:

  • Ein Dachüberstand verhindert, dass die Fassade bei Niederschlag nass wird.
  • Wenn ihr eine Wärmedämmung der Fassade plant, dann zieht eine hinterlüftete Außenfassade in Erwägung.
  • Eine Klinkerfassade statt einer aus Putz ist ebenfalls sinnvoll. Klinker speichern die Sonnenwärme, nehmen aber keine Feuchtigkeit auf. Das verhindert ein algenfreundliches Klima. Zudem lassen sich harte Klinker gut reinigen.
  • Wählt einen mineralischen, hydrophilen Putz. Dieser absorbiert Nässe und entzieht den Algen dadurch die nötige Feuchtigkeit.
  • Auch mit der Wahl des Fassadenanstriches könnt ihr den Algenbefall der Fassade verlangsamen. Ein mineralischer, hydroaktiver Anstrich mit Silikonharz-Farben sorgt für eine schnellere Feuchtigkeitsabsorption.
  • Reduziert die vorhandene Verschattung so gut es geht. Schneidet Pflanzen zurück oder setzt diese um. Stellt weniger Gegenstände vor den Wänden auf. Mehr Sonnenlicht trocknet das Kondenswasser auf den Wänden schneller ab.
  • Eine Kiesschüttung vor dem Sockel hilft auch in gewissem Maße gegen Algenbewuchs.

Biozide bieten nur temporären Schutz

Von einer Verwendung von Bioziden zur Algenbekämpfung im Putz müssen wir abraten. Diese biete nur einen temporären Schutz vor Algenwachstum. Das Biozid wird zudem aus der Fassade durch Niederschläge herausgewaschen, sickert in das Grundwasser und stellt darüber hinaus auf Dauer eine gesundheitliche Gefahr dar.

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