Mann entfernt in Schutzkleidung Graffiti
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Wohnen | Ratgeber

Graffiti-Entfernung: Wie ihr Graffiti am besten entfernen könnt

Katharina Schneider

Kunst oder Vandalismus? Der Grad bei Graffiti ist ein schmaler. Eine hässliche Schmiererei möchte wohl kein Hausbesitzer an seiner Hauswand sehen. Wir zeigen euch, welche Möglichkeiten zur Graffiti-Entfernung ihr habt.

Nicht jedes illegale Graffiti ist ein Kunstwerk von Banksy, das potenziell Millionen einbringt. Und eine hässliche Schmiererei möchte wohl kein Hausbesitzer an seiner Fassade haben. Aber: Es gibt mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten zur Graffiti-Entfernung. Wir zeigen euch, wie ihr Graffiti am besten entfernen könnt.

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Graffiti: Kunst oder Vandalismus?

Graffiti (vom griechischen graphein, was schreiben oder zeichnen bedeutet) gab es schon im alten Ägypten – in der Form von gekratzten Inschriften auf Tempeln oder Felsen. Graffiti-Forscher gehen davon aus, dass Graffiti als eine Art politisches Thermometer gesehen werden können. Dabei werden die Bilder nicht immer gesprüht, sondern auch durch Kratzen oder Ätzen in Oberflächen eingebracht.

Das heute sehr verbreitete Style-Writing entstand in den 1970er Jahren in New York und ist eng mit der Hip-Hop-Kultur verbunden. Den Akteuren ging es dabei auch darum, ihren eigenen Namen so weit wie möglich in der Stadt zu verbreiten.

In der Writing-Szene gilt das Besprühen von privaten Gebäuden und Autos eigentlich als verpönt. Oft haben solche Schmierereien daher nichts mit der eigentlichen Bewegung zu tun.

Warum ihr Graffiti so schnell wie möglich entfernen solltet

Solche Verschandelungen an eurer Hauswand solltet ihr so schnell wie möglich entfernen. Denn die Erfahrung hat gezeigt: Ist eine Wand erstmal vollgesprüht, zieht das oft Nachahmer an. Wird illegales Graffiti jedoch schnell entfernt, hat das eine abschreckende Wirkung. Denn der Sprayer möchte ja, dass sein Schriftzug oder Bild möglichst lange auf einer Oberfläche bleibt, damit es so viele Menschen wie möglich sehen.

Wenn sich auf eurem Besitz ein Schmierfink mit einem hässlichen Graffiti verewigen wollte, dann habt ihr mehrere Möglichkeiten, das Bild oder den Schriftzug wieder zu entfernen.

Graffiti-Entfernung durch Überstreichen

Die einfachste und schnellste Methode ist es, Graffiti zu überstreichen. Das funktioniert natürlich nicht überall. Auf Garagentoren kann es gut klappen, auch auf Hauswänden, wenn der Untergrund tragfähig ist. Gerade bei weißen Hauswänden reicht ein einzelner Anstrich allerdings oft nicht aus, weil dunkle Graffiti durchscheinen.

Wenn ihr Graffiti überstreichen wollt, dann solltet ihr die Oberfläche zunächst von Staub, Schmutz und Pollen befreien, damit die Farbe haften kann. Anschließend empfiehlt es sich, eine fleckenisolierende Grundierung aufzutragen. So könnt ihr verhindern, dass Graffiti durch die Farbe scheint. Anschließend könnt ihr die Farbe auftragen. Prinzipiell überdecken glänzende Farben Graffiti besser als matte.

Auch wenn durch das Überstreichen Graffiti erstmal oft verschwindet, kann es sein, dass es mit der Zeit wieder durchscheint. Denn die Farbschichten sind unterschiedlichen Alterungsprozessen unterworfen.

Auf Nummer sicher geht ihr, wenn ihr Graffiti komplett entfernt.

Mann überstreicht Graffiti
Teilweise lassen sich Graffiti auch gut überstreichen. © Getty Images/iStockphoto

Graffiti mit abrasiven Verfahren entfernen

Mit sogenannten abrasiven Verfahren wird Graffiti durch Reibung von der Hauswand entfernt. Das kann mit handelsüblichen Hochdruckreinigern mit Wasser funktionieren – meist aber nur, wenn die Oberfläche zuvor mit einem speziellen Anstrich behandelt worden ist. Mittlerweile kommen aber auch ganz andere Strahlmittel zum Einsatz. Darunter Kalk, Glas oder Walnussschalen.

So arbeiten speziell entwickelte Maschinen zum Beispiel mit einem Gemisch aus geschroteter Walnussschale und Glasmehl. Durch Unterdruck erreicht die Mischung eine Geschwindigkeit von 400 Kilometer pro Stunde und wird durch einen Schlauch auf die Oberfläche gesprüht. Das Granulat wird anschließend zusammen mit der Farbe wieder in die Maschine gesaugt. Diese Maschinen sollten aber nur von Profis eingesetzt werden.

Diese abrasiven Verfahren sind zwar umweltfreundlich, funktionieren jedoch nicht auf allen Oberflächen. Besonders bei rauen oder porösen Oberflächen dringen sie nicht immer in die tiefsten Schichten vor und können diese sogar beschädigen.

Die Kosten für dieses Verfahren zur Graffiti-Entfernung liegen bei etwa 50 Euro pro Stunde. In der Stunde schaffen die Geräte etwa drei bis vier Quadratmeter.

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Laserverfahren: Beseitigt Graffiti schonend und umweltfreundlich

Teuer aber umweltfreundlich, oberflächenschonend und effektiv funktioniert die Graffiti-Entfernung mit dem Laserverfahren. Dabei trifft der Laserstrahl auf die Farbe und lässt sie in kleinste Teilchen zerplatzen. Laser werden oft auf historischen Gebäuden oder bei Denkmälern angewandt und eignen sich eher für kleinere Graffiti. Größere Bilder mit dem Laser zu behandeln ist sehr zeit- und kostenintensiv.

Graffiti mit Trockeneis entfernen

Auch mit Hilfe von Trockeneis können Profis unerwünschte Graffiti von der Wand entfernen. Dabei wird die Farbe einem Kälteschock unterzogen – das Trockeneis hat eine Temperatur von rund minus 80 Grad Celsius. Das Trockeneis-Verfahren ist umweltfreundlich und für empfindliche Oberflächen wie Sandstein gut geeignet. Die Fläche muss beim Einsatz dieses Verfahrens kaum nachbehandelt werden.

Chemische Mittel zur Graffiti-Entfernung

Im Fachhandel gibt es viele chemische Mittel, die versprechen Graffiti von der Wand zu lösen. Diese Mittel gibt es als Anstrich, als Spray oder auch als Gel. Sie benötigen, je nach ihrer Zusammensetzung, eine gewisse Einwirkzeit. Diese beträgt mindestens 20 Minuten.

Welches Mittel das richtige ist, hängt von der verwendeten Farbe (Spray, Tinte oder Bitumen) sowie der Oberfläche ab. Die Mittel entfernen die Farbe mit Lösungsmitteln, die das Bindemittel des Graffiti anlösen. Nach der Einwirkzeit werden die Reste mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger abgewaschen.

Diese chemischen Graffiti-Entferner unterliegen strengen europäischen Auflagen. Aber das gilt nicht nur für ihre Zusammensetzung, sondern auch für den Umgang mit ihnen. So darf das Wasser, mit dem sie abgewaschen werden, oft nicht einfach so weggeschüttet werden. Auch Lappen, Pinsel oder Rollen müssen meistens im Sondermüll entsorgt werden. Und: Sie sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern können auch die Fassade beschädigen. Solche Produkte gehören in die Hände von Profis.

Mittlerweile gibt es im Fachhandel auch Produkte, die aus umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Lösemitteln hergestellt werden. Mit diesen könnt ihr euch auch selber an die Graffiti-Entfernung wagen.

Mann entfernt Graffit mit Hochdruckreiniger
Nachdem der Einwirkzeit des chemischen Graffiti-Entferners, wird er mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger abgewaschen. © Getty Images

Graffiti selbst entfernen

Für die Graffiti-Entfernung braucht ihr ein spezielles Graffiti-Entfernungs-Mittel und einen Hochdruckreiniger. Den könnt ihr euch in der Regel in jedem Baumarkt ausleihen. Bevor ihr loslegt, solltet ihr euch unbedingt die Anwendungshinweise der Hersteller gut durchlesen. Wir raten von nicht umweltfreundlichen chemischen Reinigern ab. Wenn ihr diese aber doch verwenden wollt (es gibt sie im Fachhandel auch für den privaten Gebrauch), dann erkundigt euch unbedingt bei eurer Gemeinde oder Stadt, wie das Abwasser zu entsorgen ist. Es gibt hier unterschiedliche Vorschriften.

Außerdem solltet ihr immer Schutzkleidung tragen – denn Lösungsmittel können euch Schaden zufügen. Außerdem müssen Lappen, Pinsel, Tücher und alles, was mit einem chemischen Graffiti-Entferner in Berührung gekommen ist, getrennt entsorgt werden.

Oft hinterlässt das Graffiti auch nach der Behandlung noch einen Schatten. Diesem könnt ihr mit einem speziellen Schattenentferner zu Leibe rücken. Auch der wird nach einer Einwirkzeit mit dem Hochdruckreiniger entfernt. Wichtig ist, dass ihr alle Rückstände des Mittels beseitigt. Es kann sonst die Oberfläche angreifen.

Häufig ist jedoch auch nach der Behandlung noch ein Unterschied zu der behandelten Fläche und dem Rest der Fassade zu sehen. Hier hilft entweder ein Bleichmittel, das die letzten Reste des Graffiti entfernt, oder aber die Reinigung der restlichen Fassade. Denn der Hochdruckreiniger entfernt nicht nur die Graffiti-Farbe, sondern auch anderen Schmutz, der sich an der Hauswand festgesetzt hat.

Mann entfernt in Schutzkleidung Graffiti
Wenn ihr mit den chemischen Mitteln hantiert, solltet ihr unbedingt Schutzkleidung tragen. © Getty Images/iStockphoto

Es kommt auf den Untergrund an

Lösungsmittel entfernen nicht nur Graffiti – sondern auch Farbe oder Lack, auf die sie aufgesprüht werden. Es bleibt euch also bei dieser Methode kaum etwas anderes übrig, als anschließend zu streichen, wenn die Fläche zuvor behandelt war.

Je glatter die Fläche ist, desto besser lassen sich Graffiti entfernen. Denn: Die Farbe kann hier nicht tief in die Oberfläche eindringen. So könnt ihr sie auch gut entfernen. Das Gegenteil gilt für poröse und strukturierte Oberflächen. Hier muss meist mehrmals mit chemischen Mitteln gearbeitet werden, um die unschöne Schmiererei auch nachhaltig zu entfernen.

Achtetet auf die Bedingungen

Wenn ihr ein Graffiti entfernen wollt, dann solltet ihr auf jeden Fall auf gewisse Bedingungen achten. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat euer Vorhaben auch Erfolg.

  • Temperatur: Experten empfehlen Temperaturen von mindestens 15 Grad Celsius. Wenn es wärmer ist, kann das Lösungsmittel noch besser wirken.
  • Trockenes Wetter: Bei Regen oder Niederschlag macht eine Graffiti-Entfernung nur wenig Sinn. Die meisten Mittel lösen sich beim Kontakt mit Wasser auf und benötigen daher einen trockenen Untergrund, um ihre Wirkung entfalten zu können.
  • Schützt die Umgebung und euch selber: Da die chemischen Entferner sehr aggressiv sind, gilt es, die Umgebung gut vor ihnen zu schützen. Sowohl die restliche Fassade wie auch der Boden und ihr selbst solltet nicht direkt mit ihnen in Kontakt kommen.
  • Testet das Mittel zuerst: Wie bei vielen aggressiven Reinigungsmitteln solltet ihr auch bei chemischen Graffiti-Entfernern die Verträglichkeit der Oberfläche zuvor an einer kleinen Stelle testen.

Was kostet eine Graffiti-Entfernung?

Egal ob ihr selber Hand anlegt oder einen Profi beauftragt – umsonst ist die Graffiti-Entfernung natürlich nicht. Jährlich entstehen durch illegale Graffiti in Deutschland Schäden zwischen 200 und 500 Millionen Euro, schätzt der Eigentümerverband Haus & Grund. Wie viel die Graffiti-Entfernung tatsächlich kostet, hängt sehr davon ab, welche Methode gewählt wird und ob ihr einen Profi engagiert oder es selbst macht.

Profis mit speziellen Geräten, die mit Granulaten oder Trockeneis arbeiten, berechnen ihre Honorare auf Stundenbasis. Ihr müsst mit etwa 50 Euro pro Stunde rechnen. Wie viele Quadratmeter Graffiti in der Stunde bearbeitet werden können, hängt wiederum auch stark von der Oberfläche ab.

Für Kleingraffiti bis drei Quadratmeter bieten Firmen häufig einen Pauschalpreis an, der meist zwischen 100 und 120 Euro liegt.

Grob gesagt können für die Graffiti-Entfernung Kosten zwischen 20 und 100 Euro pro Quadratmeter anfallen.

Wer zahlt die Graffiti-Entfernung?

Wer ein illegales Graffiti an einem Haus anbringt, der begeht damit eine Sachbeschädigung. Wird der Schmierfink also rechtskräftig verurteilt, kann der betroffene Eigentümer Schadensersatzansprüche gegen ihn geltend machen. Aber: In der Praxis wird der Täter in den allermeisten Fällen nicht gefasst.

Häufig übernehmen aber Gebäudeversicherungen die Kosten für die Entfernung – zumindest in Premium-Tarifen. Meist ist ein Selbstbehalt von rund 150 Euro integriert – alles, was darüber geht, übernimmt die Versicherung. Durch Mitgliedschaften in Eigentümerverbänden wie Haus & Grund könnt ihr Graffiti-Entfernung außerdem zu speziellen Konditionen bekommen.

Teilweise können Vermieter die Kosten für die Graffiti-Beseitung auf ihre Mieter umlegen. Dazu gibt es allerdings ganz unterschiedliche Urteile in der deutschen Rechtsprechung. Eine Umlegung ist nur möglich, wenn die Kosten als Betriebskosten gelten. Dafür müssen sie regelmäßig anfallen. Außerdem gilt für Graffiti laut ständiger Rechtsprechung: Es darf sich lediglich um Reinigungskosten handeln. Wird die Bausubstanz angegriffen, fallen die Kosten für die Graffiti-Entfernung unter Instandhaltungskosten, die nicht auf den Mieter umgelegt werden dürfen.

Hauswände vor Graffiti schützen

Wer sich im Vorfeld vor Graffiti schützt, der tut sich auch mit deren Beseitigung leichter. Effektiven Graffiti-Schutz erreicht ihr entweder mit speziellen Schutzanstrichen, die verhindern, dass die Graffiti-Farbe tief in die Oberfläche einzieht. So könnt ihr unschöne Schmierereien schnell und unkompliziert abwaschen.

Aber auch mit einer begrünten Fassade, Beleuchtung in dunklen Ecken oder indem ihr einen Künstler beauftragt, ein legales Graffiti auf eurer Fassade anzubringen, haltet ihr Schmierfinken von eurer Fassade fern.

Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Graffiti-Schutz.

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