Graffiti auf Garagentor
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Wohnen | Ratgeber

Graffiti-Schutz: So geht wirkungsvolles Anti-Graffiti

Katharina Schneider

Ein illegales Graffito zu entfernen, kann mühsam und teuer werden. Doch mit einem ausreichenden Graffiti-Schutz könnt ihr Sprayer von eurer Hauswand abhalten. Oder zumindest dafür sorgen, dass ihr das "Andenken" anschließend ohne großen Aufwand beseitigen könnt.

Graffiti können Kunstwerke sein – oder aber einfach nur hässliche Schmierereien. Gerade in urbanen Gegenden sind Hausbesitzer und deren Eigentum vor solchen, oftmals unangenehmen, Überraschungen an der Fassade nicht gefeit. Doch es gibt einige Methoden für wirksamen Graffiti-Schutz. Wir zeigen euch, wie ihr eure Hausfassade vor unerwünschten Sprayern und Taggern schützen könnt.

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Was spricht für Graffiti-Schutz?

Der Eigentümerverband Haus & Grund schätzt, dass durch illegale Graffiti in Deutschland jährlich Schäden zwischen 200 und 500 Millionen Euro entstehen. Da die Täter meistens nicht gefunden werden, bleiben die Besitzer der besprühten Oberflächen auf den Kosten sitzen. Und eine Graffiti-Entfernung kann teuer und aufwendig werden. Wie hoch die Kosten sind, hängt von Größe, verwendeter Farbe und der Oberfläche ab. 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter sind keine Seltenheit.

Die Graffiti-Entfernung kann außerdem der Oberfläche selber schaden – und oft lässt sich ein einheitliches Bild der Fassade nur durch viele aufwendige Arbeitsschritte wieder herstellen. Und auch wenn Gebäudeversicherungen teilweise (meistens in Premium-Tarifen) die Entfernung übernehmen – einen Selbstbehalt haben die meisten.

Damit es gar nicht so weit kommt, könnt ihr mit mehreren Maßnahmen dafür sorgen, dass selbst ernannte Künstler gar nicht erst Schaden an eurer Fassade anrichten. Oder dass die Beseitigung der Graffiti zumindest weitaus weniger kompliziert und damit natürlich auch günstiger wird.

Graffiti-Schutz mit geeignetem Schutzanstrich

Im Fachhandel gibt es mehrere Produkte, mit denen ihr Hauswände oder Garagentore zum Graffiti-Schutz behandeln könnt. Verhindern könnt ihr die Entstehung von Graffiti so zwar nicht, aber sie lassen sich dann viel leichter wieder entfernen.

Die flüssigen oder gelförmigen Mittel bilden beim Trocknen oder Aushärten an der Oberfläche und in deren Poren dünne Schichten, die verhindern, dass Farbe und Tinte dort haften bleiben. Sie bilden eine sogenannte Trennschicht und werden deshalb im Fachjargon auch "Trennschichtbildner" genannt. Nicht jedes Mittel ist aber für alle Untergründe geeignet. Am besten lasst ihr euch von einem qualifizierten Fachbetrieb beraten.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen folgenden Schutzanstrichen:

Temporäre Anti-Graffiti-Mittel

Die temporären Trennschichtbildner werden in der Regel in zwei bis drei Schichten aufgetragen. Sie verhindern, dass sich die Farbe oder Tinte mit dem Untergrund verbindet. Die Farbe dringt also nicht in die Hauswand oder die zu schützende Oberfläche ein und kann in der Regel mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger ohne den Einsatz von chemischen Graffiti-Entfernern beseitigt werden.

Der Vorteil dieser Methode: Die bauphysikalischen Eigenschaften der Oberfläche werden kaum verändert. So bleibt auch die Wasserdampfdurchlässigkeit der geschützten Fläche erhalten – es besteht also kaum eine Schimmelgefahr. Viele dieser Produkte bestehen aus Mikrowachsen. Sie sind biologisch abbaubar und enthalten keine Lösungsmittel. Zudem lassen sie sich leicht auftragen und sind meist nicht zu erkennen. Sie bieten bis zu zwei Jahre Schutz.

Semi-Permanente Anti-Graffiti-Mittel

Semi-Permanente Trennschichtbildner sind ebenfalls kaum zu erkennen. Sie können im Ein- oder Zweischicht-System aufgetragen werden und erhalten – je nach System – die Wasserdampfdurchlässigkeit der Oberfläche. Sie sind günstiger als permanente Systeme, sollten aber auch gewartet werden.

Permanente Anti-Graffiti-Mittel

Permanente Trennschichtbildner halten dauerhaft, zuverlässig und das auf vielen Oberflächen. Von ihnen lassen sich Graffiti sehr leicht und und meist vollständig entfernen. Allerdings haben diese Produkte häufig eine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit und können so den Feuchteausgleich der Hauswand behindern. Außerdem sind sie sehr schwer zu entfernen und empfindlich, wenn das Mauerwerk feucht ist.

Welche Produkte sind zu empfehlen?

Die Gütegemeinschaft Anti-Graffiti e.V. hat ein Gütezeichen entwickelt, mit dem sie hochwertige Graffiti-Schutz-Produkte auszeichnet. Ihr solltet auf jeden Fall auf ein von einem unabhängigen Labor oder einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziertes Produkt zurückgreifen. Neben der Gütegemeinschaft Anti-Graffiti gibt es auch ein Verzeichnis von geprüften Anti-Graffiti-Systemen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) für die Anwendung auf Betonflächen an Bauwerken und Bauteilen.

Kosten für den Graffiti-Schutz

Je nachdem, für welches System ihr euch entscheidet, entstehen unterschiedliche Kosten. Beim temporären Graffiti-Schutz müsst ihr mit rund zehn Euro pro Quadratmeter rechnen. Der Schutz hält aber nur rund zwei Jahre – danach müsst ihr ihn wieder erneuern. Der permanente Schutz schlägt mit rund 16 Euro pro Quadratmeter zu Buche – dafür hält er auch dauerhaft.

Es ergibt kaum Sinn, die komplette Hauswand mit den Trennschichtbildnern zu behandeln. Sie sind nicht nur teuer, sondern verändern vor allem die Atmungsfähigkeit der Oberfläche. Daher solltet ihr nur die attraktivsten Flächen, die ihr nicht durch andere Maßnahmen schützen könnt, mit den Mitteln behandeln.

Mann entfernt Graffiti
Wenn Oberflächen mit Trennschichtbildnern behandelt worden sind, lassen sich Graffiti leicht entfernen. © Getty Images

Hauswände vor Graffiti schützen: Zugänge versperren

Einfach aber effektiv ist es, den "Schmierfinken" den Weg zu versperren. Das könnt ihr zum Beispiel mit Zäunen und Hecken tun, die ihr vor attraktiven Außenwänden platziert. Auch eine Reihe an großen Blumenkübeln verstellt den Weg und hilft als Absperrung. Dort, wo die Sprayer nicht hinkommen, können sie eure Fassade auch nicht besprühen.

Ausreichende Beleuchtung schreckt Sprayer ab

Eine ausreichende Beleuchtung schützt vor allen möglichen illegalen Aktivitäten – denn wer etwas Verbotenes tut, will dabei nicht gern beobachtet werden. So ist eine ausreichende Außenbeleuchtung rund um Haus und Grundstück nicht nur ein effektiver Schutz gegen Einbrecher. Sie schützt auch vor ungewollten Wand-Schmierereien. Wenn ihr euch zusätzlich schützen wollt, könnt ihr zudem noch Kameras oder Kamera-Attrappen an für Sprayer attraktiven Stellen rund ums Haus anbringen.

Graffiti-Schutz mit Fassadenbegrünung

Ähnlich funktioniert die Idee einer Fassadenbegrünung. Denn bepflanzte Hauswände lassen sich nicht wirklich gut besprühen. Efeu und wilder Wein sind beliebte Pflanzen zur Fassadenbegrünung. Aber Achtung: Deren Haftwurzeln lassen sich ähnlich schwer wie Graffiti entfernen.

Wer nicht die komplette Hauswand mit Pflanzen behangen haben möchte, der sollte den Sockelbereich schützen. Besonders gut funktioniert das mit Pflanzen, die Dornen haben und die Sprayer so doppelt abhalten. Rosen oder Feuerdorn eignen sich hierfür besonders gut.

Wenn ihr eure Fassade begrünen wollt, dann könnt ihr in unserem großen Übersichtsartikel alles zur Fassadenbegrünung lesen:

Graffiti als Graffiti-Schutz

Das hört sich natürlich erstmal komisch an. Aber: Ein Graffiti oder eine bunte Fassade kann ebenfalls ein wirkungsvoller Graffiti-Schutz sein. Auf bunten Wänden sprühen Sprayer meist nicht gern – denn dort wirkt ein Tag weit weniger eindrucksvoll als auf einer weißen oder einfarbigen Oberfläche. Ähnliches gilt für Wände, die mit schönen Graffiti namhafter Künstler besprüht sind. Denn vor diesen haben andere Sprayer oft Respekt – und wollen das Werk nicht durch die eigene Arbeit "verunstalten".

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Unternehmen, die legale Graffiti anbieten. So kostet das Besprühen eines Garagentors mit einem Graffito etwa 700 bis 1.500 Euro.

Wie werde ich Graffiti wieder los?

Wenn sich trotz aller Schutzmaßnahmen doch ein Sprayer an eurer Fassade verewigt hat, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Graffito wieder zu entfernen. Je nach Art der Farbe und der Oberfläche, aber auch der Größe des "Andenkens", empfehlen sich verschiedene Lösungen. Ihr könnt dem Graffito selber mit chemischen Graffiti-Entfernern zu Leibe rücken. Diese Mittel gibt es mittlerweile auch weit umweltfreundlicher und biologisch abbaubar. Das ist nicht nur besser für die Natur – sondern auch für euch weniger gefährlich.

Es gibt aber auch zahlreiche Spezialverfahren – von der Behandlung mit Trockeneis über Sand- bis hin zu Walnussgranulat – die umweltfreundlich und oberflächenschonend sind. Am besten, ihr wendet euch dafür an einen Fachbetrieb.

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