Haus mit ausgebranntem Dachstuhl
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Wohnen | Ratgeber

Gebäudeversicherung: Was deckt sie ab, was ist sinnvoll?

Level: Für Anfänger

Die Wohngebäudeversicherung zahlt den Wiederaufbau eures Hauses, wenn es durch einen Brand, Sturm oder Wasserschaden beschädigt oder zerstört wurde. Was eine gute Gebäudeversicherung kostet und welche Klauseln darin enthalten sein sollten.

Die Wohngebäudeversicherung ist im Grunde eine Wiederaufbauversicherung. Sie zahlt die Wiederherstellung beziehungsweise den Wiederaufbau eures Hauses oder eurer Immobilie, sollte diese beschädigt oder sogar komplett zerstört werden. "Der höchste Vermögenswert einer Familie ist normalerweise das Einfamilienhaus, deshalb ergibt es unbedingt Sinn, diese Versicherung abzuschließen", sagt Harald Peschken, unabhängiger Versicherungsberater und Präsident des Bundesverbands der Versicherungsberater (BVVB).

Zudem genehmigen Banken einen Immobilienkredit häufig nur dann, wenn ihr nachweisen könnt, dass ihr eine Wohngebäudeversicherung und eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen habt. Häufig lohnt es sich, die Gebäudeversicherung schon vor Baubeginn abzuschließen – in vielen Policen ist nämlich eine beitragsfreie Feuerrohbauversicherung enthalten. Lest hier, welche anderen Versicherungen Bauherren noch abschließen sollten.

Welche Schäden deckt die Gebäudeversicherung ab?

Die Wohngebäudeversicherung kommt standardmäßig für Schäden auf, die durch

am Gebäude mit seinen wesentlichen Bestandteilen entstehen. Zu den Gebäudebestandteilen gehört zum Beispiel die Heizungsanlage, aber auch der fest verlegte Fußboden und die eingebaute Badewanne. Alles, was beweglich ist, also Mobiliar, ist dagegen ein Fall für die Hausratversicherung.

Die Gebäudeversicherung zahlt nicht für unfertige Gebäude. Hier greift die Bauleistungsversicherung.

Welche Risiken in der Gebäudeversicherung enthalten sein sollten

Harald Peschken empfiehlt, nicht nur auf den Preis der Versicherung zu schauen, sondern vor allem auf die Leistungen. Die Unterschiede sind nämlich groß. Enthalten sein sollten:

  • Schäden infolge grober Fahrlässigkeit: Wenn ihr einen Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht, zahlt die Versicherung in aller Regel nicht – es sei denn, der Tarif schließt die Folgen grob fahrlässigen Handelns ein. Ein Beispiel: Ihr seid im Winter drei Wochen verreist und heizt in dieser Zeit das Haus nicht. Daraufhin bricht ein Wasserrohr durch Frost. Ohne den Einschluss fahrlässigen Handelns würde eure Versicherung nicht für den Schaden aufkommen.
  • Entsorgungskosten, Abbruch- und Aufräumkosten bis zur Versicherungsssumme.
  • Folgen von Überspannungsschäden, das ist sinnvoll für die Klingel- und Heizungsanlage.
  • Mehrkosten durch behördliche Auflagen oder wenn die Dekontamination von Erdreich erforderlich wird.
  • Ein Unterversicherungsverzicht muss vereinbart sein. Das bedeutet, dass die Versicherung im Schadensfall die entstandenen Kosten ohne Abzug bis zur Höhe der Versicherungssumme übernimmt, auch wenn das Gebäude unterversichert ist. Unterversichert ist ein Gebäude, das mehr wert ist als die vereinbarte Versicherungssumme. In diesem Fall zahlt die Versicherung ohne Unterversicherungsverzicht Schäden nur anteilig.
  • Schäden am Gebäude durch Einbrüche sollten mitversichert sein. Die entsprechende Klausel, die in eurem Vertrag enthalten sein muss, heißt "Gebäudebeschädigung durch unbefugte Dritte".
  • Schäden durch kaputte Wasserleitungen außerhalb des Gebäudes auf dem Grundstück und außerhalb bis zur Einleitung in den Kanal sollten auch mit enthalten sein.

Zusätzlicher Schutz durch die Elementarschadenversicherung

Die Gebäudeversicherung übernimmt zwar die Kosten für Schäden am Haus durch Sturm oder Blitzschlag, nicht aber solche, die durch Starkregen, Hochwasser, Rückstau, Erdrutsche und Lawinen verursacht wurden. Diese werden nur dann übernommen, wenn ihr zusätzlich Elementarschutz vereinbart habt.

Der allerdings ist relativ teuer und in manchen Gebieten fast unbezahlbar. Nach Angaben der Versicherungswirtschaft sind in Deutschland über 98 Prozent aller Gebäude gegen Überschwemmungen im Rahmen der Elementarschadenklausel versicherbar. Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Demnach bieten in gefährdeten Gebieten 79 Prozent aller angefragten Gesellschaften von sich aus keine Absicherung gegen Elementarschäden an. Und wenn doch, dann sei diese oft extrem teuer. "Wenn die Elementarschadenversicherung möglich ist, dann würde ich sie abschließen", rät Versicherungsberater Peschken.

Starkregen
Schäden durch Starkregen sind in der normalen Gebäude- oder Hausratversicherung nicht mitversichert. Dafür müsst ihr sie um den Elementarschutz erweitern. © Getty Images/iStockphoto

Was kostet eine Wohngebäudeversicherung?

Finanztip hat Anfang 2019 bei Vergleichsportalen für zwei typische Gebäudetypen die Preise für Policen mit gutem Versicherungsschutz abgefragt. Demnach ist für ein freistehendes Einfamilienhaus der günstigste Versicherungsschutz für knapp 256 Euro im Jahr zu haben. Der teuerste Tarif schlug mit rund 470 Euro zu Buche. Wer zusätzlich die Elementarschaden-Absicherung haben will, der muss mit Jahresbeiträgen zwischen 311 und 596 Euro rechnen.

Für eine Doppelhaushälfte müsst ihr mit Beiträgen zwischen 113 und 150 Euro rechnen. Inklusive Elementarschaden-Versicherung gab es den günstigsten Schutz für 211 Euro. Für den teuersten Tarif würden 282 Euro im Jahr fällig.

Versicherungsberater Peschken rät zu Tarifen mit einem Selbstbehalt von 250 Euro. "Die meisten Schäden sind Kleinschäden. Deshalb zahlt man mit diesem Selbstbehalt weniger Prämie im Jahr – das habt ihr spätestens innerhalb von fünf Jahren wieder drin, oft auch schneller."

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