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Fertigkeller: Vorteile, Preise und Sparmöglichkeiten

Uske Berndt

Level: Für Fortgeschrittene

Ein Fertigkeller kommt aus vorgefertigten Betonteilen auf die Baustelle. Er spart Zeit und Nerven. Allerdings hat er seinen Preis.

Stein auf Stein gebaut, so sahen die Keller für Einfamilienhäuser früher aus. Die Zeiten haben sich geändert. "Gemauerte Keller gibt es zwar noch, aber heute sind eher zwei andere Varianten üblich", sagt Michael Strauch von der Initiative Pro Keller. "Entweder Keller aus Ortbeton, die auf der Baustelle betoniert beziehungsweise gegossen werden. Oder Keller aus Fertigteilen, die im Werk vorproduziert und dann vor Ort verbaut werden." Fertigkeller wollen wir euch in diesem Beitrag näher vorstellen.

Wie ein Fertigkeller entsteht

Beim Fertigbauverfahren könnt ihr euren Keller nach Wunsch auswählen, etwa Größe, Grundriss, Raumhöhe oder Fenster festlegen. Die Wand- und Deckenelemente eures Fertigkellers werden dann im Werk des Anbieters in Einzelteilen vorgefertigt und ähnlich wie ein Fertighaus auf der Baustelle montiert. Wenn die Baugrube ausgehoben und die Bodenplatte betoniert ist, kann es losgehen. Die Halbfertigteile beziehungsweise Doppelwandelemente stehen schon auf der Baustelle bereit und werden exakt nach Plan gesetzt und mit frischem Beton verbunden. Auf diese Weise steht der Keller in rund drei Tagen fix und fertig da. Die Wände stehen oft schon nach einem Tag.

Die Wandbauteile sind schon ab Werk gedämmt und enthalten Leitungen sowie elektrische Anschlüsse, dazu die Aussparungen für Fenster und Feuerschutztüren.

Damit von außen kein (Grund-)Wasser eindringt, muss das Untergeschoss rundum dicht sein. Fertigkeller entstehen heute in der Regel als "weiße Wanne". Das heißt, die Wände und Decken bestehen aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton). Außerdem sind Bodenplatte und Außenwände von Anfang an fest miteinander verbunden und bilden so eine geschlossene Wanne. Sind die Abdichtungsarbeiten ordnungsgemäß ausgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wasser eindringt, nicht größer als bei anderen Kellern.

Vorteile eines Fertigkellers

Es lohnt sich häufig, wenn ihr euch für einen Fertigkeller entscheidet, denn dieser hat folgende Vorteile:

  1. Ihr wisst durch den Fixpreis vorher, welche Kosten auf euch zukommen.
  2. Es gibt einen Fixtermin, Verzögerungen wie bei anderen Arten, einen Keller zu errichten, müsst ihr beim Fertigkeller nicht fürchten
  3. Die Bauzeit eines Fertigkellers ist sehr kurz. Gegenüber anderen Kellerkonstruktionen ist die Bauzeit um das Zwei- bis Dreifache verkürzt. Ihr könnt euer Haus also schneller weiterbauen.
  4. Da die Betonoberflächen schon sehr glatt sind, entfallen aufwendige Putzarbeiten.
  5. Ein Fertigkeller aus Beton hat den Brandschutz quasi schon mit eingebaut. Beton brennt nicht, und diese Eigenschaft erspart Bauherren die Kosten für Schutzanstriche oder eine spezielle Isolierung. Gut zu wissen: Ein Fertigkeller aus Beton bleibt auch nach einem Feuer tragfähig und stabil.
  6. Besondere Maßnahmen zum Schallschutz sind beim Fertigkeller auch nicht nötig.

Was kostet ein Fertigkeller?

Die Baufirma vor Ort kann euch unter Umständen günstiger einen Keller bauen als ein Fertigkeller-Anbieter. Der Nachteil besteht allerdings darin, dass ihr als Bauherr einen größeren Koordinierungsaufwand habt und letztlich die Verantwortung dafür habt, dass alles passt. Nachbesserungen werden sehr teuer und verzögern den Ablauf.

Was ein Fertigkeller kostet, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab. Je nach statischen Verhältnissen und Baugrund muss das Haus unterschiedlich gegründet werden, was mit unterschiedlichen Kosten einhergeht. Auch die Raumhöhe des Kellers wirkt sich auf die Kosten aus: Je höher die Decke, desto teurer ist in der Regel der Keller.

Laut Aussagen der Gütegemeinschaft Fertigkeller könnt ihr von einem Durchschnittspreis von 300 Euro pro Quadratmeter für einen Fertigkeller ausgehen. Dazu kommen allerdings noch die Kosten für den Erdaushub.

Beispielrechnung für einen Fertigkeller

Das Institut für Bauforschung hat im Auftrag der Initiative Pro Keller beispielhaft berechnet, was ein Fertigkeller für ein freistehendes Einfamilienhaus kostet. Der Beispielkeller hat folgende Spezifikationen:

  • Nutzfläche: 98 Quadratmeter
  • lichte Kellerraumhöhe: 2,30 Meter
  • wenig wasserundurchlässiger Baugrund

In diesem Fall muss ein Bauherr mit insgesamt 65.000 Euro für das komplette Untergeschoss rechnen. Für das Ausbaggern und andere Erdarbeiten fallen rund 11.000 Euro an, der Keller selbst kostet etwas 44.000 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für Estricharbeiten, Fenster und andere Gewerke.

Wichtig ist, dass ihr verschiedene Angebote einholt, bevor ihr eine Entscheidung trefft.

Wo kann man beim Fertigkeller sparen?

Wer ein niedrigeres Budget hat, der kann anstatt eines Komplettkellers einen Ausbaukeller wählen. In diesem Fall müsst ihr euch um die Isolierung der erdberührten Außenwandflächen und um die Kellerinnentreppe selbst kümmern.

Noch günstiger wird es, wenn ihr einen Mitbaukeller wählt. Diesem fehlen zusätzlich noch Fundamenterder, Bodenplatte, Entwässerungsleitungen und Kellerfenster.

Für wen ist ein Fertigkeller geeignet?

Ein Fertigkeller macht jede Baufamilie glücklich. Im Prinzip eignen sich jedes Grundstück und jeder Haustyp für das "schnelle Untergeschoss", selbst bei erhöhtem Grundwasserspiegel. Es sei denn, "die Bodenverhältnisse lassen es gar nicht zu, zum Beispiel bei einem felsigen Untergrund", erläutert Michael Strauch und fügt hinzu: "Gerade wenn es um Dichtigkeit geht, haben Fertigteile ihre Vorteile. Voraussetzung ist natürlich immer die korrekte Ausführung."

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