Paar sitzt auf einem Baugerüst
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Bauen | Ratgeber

10 Hausbau-Tipps für Bauherren: So vermeidet ihr Stress

Sven Rohde

Sven Rohde

Level: Für Alle

"Hätte ich das nur vorher gewusst!" – jeder Bauherr kennt diesen Ärger. Unsere zehn Hausbau-Tipps helfen, unnötigen Stress zu vermeiden.

Ein Haus zu bauen ist nicht nur finanziell für viele ein Kraftakt. Auch beim Hausbau selbst brauchen Bauherren gute Nerven, um mit dem Stress umzugehen. Noch besser ist es, Ärger und Aufregung von vornherein möglichst zu vermeiden. Wir präsentieren zehn praktische Hausbau-Tipps für Bauherren.

1. Hausbau-Tipp: Absprache mit dem Partner

Sich mit dem Partner abzusprechen klingt banal – ist es aber nicht. Experten berichten es immer wieder: Ein Haus zu bauen ist für viele Partnerschaften eine echte Prüfung, schließlich gibt es ja zwei "Bauherren". Da hilft es enorm, wenn beide klar äußern, welche Wünsche ihr ans neue Zuhause habt.

Danach sollten alle Seiten die Zuständigkeiten klären: Wer übernimmt die Kommunikation mit dem Architekten oder der Baufirma, wer kümmert sich um die Finanzierung, wer erledigt den Papierkram? Und wie wird der andere über den Stand der Dinge informiert?

Unser Tipp: Nutzt ein Projektmanagement-Tool, wir empfehlen das kostenlose Trello. Ihr könnt ganz einfach Ideen sammeln, Aufgaben anlegen und zuweisen – und behaltet dank des Pinnwand-Systems stets den Überblick.

Wichtig auch: Inmitten der Aufregung auch mal die Ruhe für ein Wellness-Wochenende zu finden.

Frau sitzt am Tisch vor Plänen und Zeichnungen eines Hauses
Beim Hausbau den Überblick behalten: Mit digitalen Tools geht's leichter. © Schwoerer Haus/Jürgen Lippert

2. Hausbau-Tipp: Musterhäuser ansehen

Pläne zu zeichnen ist wunderbar, 3D-Animationen am Computer oder die immer beliebter werdenden Virtual-Reality-Rundgänge simulieren tolle Wohnräume – aber nichts geht über den sinnlichen Eindruck eines Raumes oder eines Hauses, in dem man steht.

Selbst wenn ihr gar nicht neu bauen wollt, hilft der Besuch in Musterhäusern, die eigenen Wohnbedürfnisse besser kennenzulernen. In einem Musterhaus lässt sich erleben, wie groß ein Wohnzimmer von 30 Quadratmetern tatsächlich ist, welche Fußbodenbeläge einem die liebsten sind, welche Wandfarben und Fliesen das neue Zuhause schmücken sollen. Manche Musterhäuser sind so gelungen, dass sie eine kostenlose Einrichtungsberatung darstellen.

Auch der Besuch der Musterhaus-Parks von Fertighaus-Anbietern lohnt sich. Hier bekommt ihr als Bauherr auch ein Gefühl für die Kosten von einzelnen Gewerken und nehmen vielleicht von so manch kostspieliger Variante Abstand.

3. Hausbau-Tipp: Lasst euch Zeit!

Die meisten Bauvorhaben dauern länger als gedacht. Die Planung braucht noch Zeit, die Bank hat weiteren Klärungsbedarf, es liegen nicht alle Kostenvoranschläge vor. Wer jetzt schon die Mietwohnung gekündigt hat oder unbedingt Weihnachten im neuen Zuhause feiern will, kann in
unan­genehme Bedrängnis kommen.

So entstehen schlechte Kompromisse oder Pfusch unter Zeitdruck. Und womöglich muss man in ein Haus einziehen, in dem noch die Handwerker arbeiten.

Unser Tipp: Lasst euch Zeit und plant mit einem großzügigen Zeitpuffer.

4. Hausbau-Tipp: Vertraut auf Experten

Jedes Bauvorhaben, ob Neubau oder Sanierung, ist eine hochkomplexe Aufgabe. Und es gibt immer mehrere Lösungen für eine Aufgabe. Ihr seid zwar die Bauherren, aber es ist eine enorme Hilfe, wenn euch ein Fachmann – ein Bauberater, Gutachter oder Architekt – berät, die Kommunikation mit Handwerkern oder dem Bauträger übernimmt und die Bauausführung überprüft.

Ja, das kostet Geld, aber es ist sehr gut investiert. Denn schon die Anwesenheit des Experten sorgt für mehr Präzision in der Bauausführung. Und wenn es wirklich mal Ärger gibt, weiß euer Berater, wie man souverän damit umgeht.

Unser Tipp: Öffentlich bestellte und vereidigte Bausachverständige sind rar. Fragt bitte rechtzeitig an, denn die Wartezeit bei diesen Experten kann mehrere Monate betragen.

5. Hausbau-Tipp: Termine gut vorbereiten

Gespräche mit der Bank, mit dem Haushersteller, Architekten, Bauleiter oder Handwerker sollten von euch als Bauherren sorgfältig geplant werden. Am besten formuliert ihr alle Punkte und Fragen schriftlich.

In der Vorbereitung können auch strittige Punkte zwischen den Partnern geklärt werden. Außerdem fallen einem die wirklich wichtigen Dinge oft erst ein, wenn das Gespräch schon wieder beendet ist.

Unser Tipp: Auch hier hilft ein digitales Projektmanagement-Tool, um den Überblick über alle offenen Fragen zu behalten. Natürlich kann auch ein Notizbuch oder die Notizen-App eures Handy reichen.

6. Hausbau-Tipp: Rechtzeitig bemustern

200 bis 300 Einzelentscheidungen sind bei einem Hausbau zu treffen, nicht ganz so viele sind es bei einer Sanierung. Wer einmal das Bemusterungszentrum eines großen Hausherstellers besucht hat, weiß, was er dort alles vorfindet: vom Dachziegel über den Verblendklinker bis zum Türdrücker und der Bad-Armatur. Selten ist sofort eindeutig, welches die richtige Wahl ist – und noch seltener sind sich alle Bauherren gleich über alles einig.

Deswegen unser Tipp für Bauherren: frühzeitig mit der Auswahl beginnen, alle Details notieren und mit Fotos dokumentieren. Um schließlich entspannt die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Paar sucht sich Fliesen in einer Musterausstellung aus
Beim Hausbau verlangt jedes Ausstattungsdetail eine Entscheidung – und dafür müssen die Bauherren Zeit einplanen. © Schwörer Haus/Jürgen Lippert

7. Hausbau-Tipp: Auf die Details achten

Steckdosen, Schalter, Türdrücker oder Treppengeländer scheinen auf den ers­ten Blick langweilig – aber man sieht sie jeden Tag und fasst sie sogar mehrmals täglich an. Gerade solche Details, falsch ausgewählt, können sich über Jahre immer wieder als Ärgernis in die Aufmerksamkeit drängen. Oder einem bei der richtigen Auswahl sehr viel Freude bereiten.

Unser Tipp: Schlicht gewinnt. Der kupferfarbene Türgriff oder das grüne Treppengeländer scheinen auf den ersten Blick eine tolle Idee zu sein, nach spätestens ein paar Jahren habt ihr euch aber vielleicht daran satt gesehen. Und Extravaganzen können bei einem Weiterverkauf des Hauses sogar den Preis drücken.

8. Hausbau-Tipp: Lasst dem Partner Raum

Es ist normal, dass auch Menschen, die sich über vieles einig sind, beim Wohnen unterschiedliche Geschmäcker haben. Dem liegen unterschiedliche Bedürfnisse an Komfort, Sicherheit oder Repräsentation zugrunde. Je besser das neue Zuhause diesen Bedürfnissen entspricht, umso wohler fühlt man sich.

Deswegen raten erfahrene Paartherapeuten, dass beide Partner ihre Vorstellungen ins Bauen und Einrichten einbringen – und nicht immer ist ein Kompromiss die richtige Wahl.

Unser Tipp: Jeder sollte einen Bereich haben, in dem er oder sie ganz für sich allein entscheiden kann. Übt euch in Toleranz für die Auswahl eures Partners. Es mag euch vielleicht nicht gefallen, aber hey: Ihr habt ja euren eigenen Wohlfühl-Bereich, den ihr gestalten könnt, wie ihr es möchtet.

9. Hausbau-Tipp: Führt ein Bautagebuch

Je besser ein Bauvorhaben dokumentiert wird, umso leichter lassen sich Verabredungen nachvollziehen, können Fehler moniert und Gewährleistungen eingefordert werden. Das vermeidet auch viel Stress, wenn ihr später einen (Gewährleistungs-)Anspruch durchsetzen wollt.

Einer der wichtigsten Tipps lautet daher: Schaut als Bauherren möglichst täglich auf der Baustelle vorbei, macht Fotos, hebt E-Mails auf und schreibt in kritischen Situationen ein Gesprächs­protokoll. Vielleicht könnt ihr es auch als Blog anlegen – so wie Mona in ihrem Hausbau-Tagebuch auf wohnglück.de.

Unser Tipp: Neue Abmachungen oder Änderungen solltet ihr euch gegenzeichnen lassen.

Baustelle mit Haus im Rohbau
Vom Keller bis zum Dach: Jeder Baufortschritt sollte im Bautagebuch gründlich dokumentiert werden. © Schwörer Haus/Jürgen Lippert

10. Hausbau-Tipp: Gelassen bleiben

Beim Bauen passieren Fehler. Das ist normal und nicht schon ein Grund zur Aufregung. Den Fehler zu benennen und ihn zu beheben ist die Aufgabe des Experten, der die Bauausführung überprüft.

Wichtig ist aber auch, positiv gestimmt zu bleiben. Wer auf der Baustelle jeden Arbeitsschritt hinterfragt oder gar Streitgespräche und damit viel Ärger vom Zaun bricht, bringt nur die Handwerker gegen sich auf. Ein kooperativer Umgang bewirkt da viel mehr. Mit guter Laune arbeitet sich’s einfach besser.

Unser Tipp: Bleibt gelassen und lösungsorientiert. Streit und Schuldzuweisungen verzögern oft den weiteren Hausbau – und wirken schnell demotivierend auf Bauarbeiter und Handwerker. Und das ist ganz sicher nicht in eurem Sinne.

Übrigens: Habt ihr euch schon für eine Bauweise entschieden? Wir haben eine Übersicht über die Vorteile von Fertighaus und Massivhaus erstellt.

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