Frau beim Streichen
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7 Anfängerfehler beim Streichen – und wie ihr sie einfach vermeidet

Antonia Eigel

Nach Möbeln aufbauen ist Streichen die Heimwerkertätigkeit, die wir uns gut und gerne selbst zutrauen. Doch nicht ohne Grund dauert eine Malerausbildung drei Jahre. Wir präsentieren euch sieben häufige Anfängerfehler beim Streichen inklusive Tipps.

Sämtlichen Malermeistern wird bei folgender Statistik vermutlich die Farbwalze aus der Hand fallen, denn 85 Prozent aller befragten Männer und 79 Prozent aller Frauen behaupten: "Ich traue mir zu, meine Wände selber zu streichen." Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handwerkerportals MyHammer von 2018. Das Vertrauen in die eigenen Heimwerkerfähigkeiten ist hoch. Doch nicht umsonst dauert die Ausbildung zum Maler und Lackierer ganze drei Jahre.

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Wir präsentieren euch sieben häufige Anfängerfehler beim Streichen. Obendrauf gibt es dazu aber noch ein paar Tipps, damit ihr in Zukunft für anstehende DIY-Malerarbeiten besser gewappnet seid.

Fehler 1: Bei Werkzeug und Farbe Geld sparen

Ein teurer Umzug, wenig Geld in der Kasse oder einfach nur ein Sparfuchs: Es gibt viele Gründe, beim Renovieren zu günstigeren Materialien zu greifen, um ein paar Euro zu sparen. Wer jedoch bei Wandfarbe und Werkzeug knausert, setzt den Grundstein für viele Fehler beim Streichen.

Das Ergebnis ist selten befriedigend. Selbst dreimal mit weißer Farbe überstreichen reicht bei Billigfarben oft nicht aus, um grelle Farben zu überdecken. Über lästige Fussel, die auf der frisch gestrichenen Wand kleben bleiben, müssen wir gar nicht sprechen. Ihr wisst, was wir meinen.

Unser Tipp: Viele günstige Wandfarben aus dem Baumarkt oder vom Discounter besitzen einen sehr geringen Farbpigment-, aber dafür sehr hohen Füllstoffanteil. Darunter leidet oft die Deckkraft.

Ein Indiz für einen hohen Farbpigmentanteil ist der Preis. Bei einer guten Farbe kostet der Quadrat­meter Anstrich meist zwischen 55 und 85 Cent. Es lohnt sich außerdem, einen Blick auf die Herstellerangaben zu riskieren und auf Farben zu setzen, bei denen auf dem Etikett bei Deckkraft "Klasse 1" angegeben ist. Allerdings halten nicht alle Farben, was die Hersteller versprechen.

Stiftung Warentest hat 33 Wandfarben in Weiß getestet und bewertet. Am besten haben die fünf folgenden Farben abgeschnitten:

  • Düfa Superweiss plus (K414 konservierungsmittelfrei), circa 5,38 Euro/Liter
  • Prisma Edelweiß, circa 4 Euro/Liter
  • Super Nova Premium Brillantweiß (konservierungsmittelfrei), circa 5 Euro/Liter
  • Schöner Wohnen Polarweiss, circa 3,86 Euro/Liter
  • Alpina Alpinaweiß ("Unsere Beste"), circa 5,50 Euro/Liter

In unserer Recherche sind wir außerdem darauf gestoßen, dass Malermeister häufig Farbhersteller wie sto und Brillux empfehlen, um die Liste zu vervollständigen.

Küche renovieren
Günstiges Werkzeug und billige Farbe erschweren den Anstrich. Teurere Farben ersparen euch Arbeit und somit auch Zeit. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 2: Wände unsauber abkleben

Die schönste und wohl befriedigendste Aufgabe nach dem Streichen: das Abziehen der Klebebandstreifen – bis die erste ausgefranste Kante kommt. Ärgerlich! Vor allem dann, wenn ihr eure Wand gerade in einer der dunklen Trendfarben 2020 gestrichen habt, ist das nachträgliche Ausbessern eine nervige Zusatzaufgabe.

Wir haben gleich drei Tipps für euch, wie ihr in Zukunft saubere Kanten hinbekommt:

Tipp 1 – Goldband kaufen: Malermeister schwören auf Goldband* (knapp 10 Euro pro Rolle) statt Kreppband. Zwar etwas teurer, aber es lohnt sich. Es haftet auf fast jedem Untergrund, lässt sich einfach lösen und Kanten werden besonders sauber. Damit es besser klebt, solltet ihr die Untergründe vorher von Staub befreien und das Klebeband fest andrücken, um Hohlräume zu schließen.

Tipp 2 – Ränder vorstreichen: Streicht ihr vorher in der Grundfarbe über die abgeklebten Kanten, verhindert ihr außerdem, dass die dunkle Farbe ausfranst. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man Wände richtig abklebt, geht definitiv nichts mehr schief, oder besser gesagt franst nichts mehr aus. Jetzt gilt: Grundfarbe erst gut trocknen lassen, dann überstreichen, sonst verschmiert die Farbe!

Tipp 3 – Abdeckfolie und Malerkrepp verbinden: Garantiert sauber bleibt es auch auf eurem Fußboden, wenn ihr die dünne Abdeckplane oder -pappe unter den Klebebandstreifen auf der Fußleiste klebt. Wie genau ihr die Abdeckfolie unter dem Malerkrepp anbringt, wird in diesem kurzen Video erklärt:

Fehler 3: Malerkrepp erst entfernen, wenn alles getrocknet ist

Selbst das beste Malerkrepp nützt nichts, wenn die Wandfarbe beim Abziehen bereits durchgetrocknet ist. Wenn ihr das Klebeband zu spät entfernt, bröckelt die Farbe oder sie bleibt am Klebeband hängen und platzt von der Wand ab.

Unser Tipp: Entfernt das Malerkrepp rechtzeitig – sprich, wenn die Wand noch nicht komplett trocken ist. Klebeband-Experte Tesa empfiehlt, den Klebestreifen in einem 45- bis 90-Grad-Winkel zur Wand von der Farbkante weg abzuziehen, wenn die Farbe noch feucht ist. So entsteht eine saubere Kante.

Fehler 4: Ecken nur mit dem Pinsel streichen

Wer bereits selbst Malerarbeiten durchgeführt hat, weiß, dass man Ecken am besten mit einem Pinsel vorstreicht, bevor man mit der großen Farbwalze an die Wand geht. So landet auch im letzten Winkel Farbe und später nichts an der Decke. So weit, so gut.

Lasst ihr die vorgepinselten Ecken jedoch zu lange antrocknen, tauchen am Ende, gerade bei glatten Wänden, unschöne Ränder auf. Pinsel und Walze erzeugen unterschiedliche Oberflächenstrukturen, die dann natürlich sichtbar werden und die ihr kaum noch weg bekommt.

Unser Tipp: Damit euch dieser Anfängerfehler nicht mehr unterläuft, entfernt vorher Staub und Schmutz mit einer Bürste aus den Ecken. Ihr könnt sie weiterhin mit einem Pinsel bearbeiten. Anschließend empfehlen wir euch, unbedingt mit einer kleinen Walze darüber zu gehen. Das schafft eine gleichmäßige Oberflächenstruktur.

Frau streicht Ecken von Wand
Werden die Ränder nur mit einem Pinsel vorgestrichen, entstehen am Ende unschöne Ränder. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 5: Farbrollen trocken in die Farbe tunken

Den Mythos, dass die Wand fleckig wird, wenn man die Rolle vorher nass macht, müssen wir hier widerlegen. Triefend nass sollte die Farbwalze natürlich nicht sein, sonst verwässert die Farbe. Aber sie stattdessen trocken in den Farbeimer zu stecken, ist genauso falsch. Denn dann saugt sich die Rolle nicht komplett mit Farbe voll und die Wand wird komisch fleckig.

Unser Tipp: Eine Farbrolle, die nicht zu nass und nicht zu trocken ist, führt zum besten Farbergebnis an der Wand. Deshalb die Rolle unbedingt vorher leicht anfeuchten, bevor ihr sie in den Farbeimer tunkt. Am besten schlagt ihr die nasse Rolle dann einmal kurz in ein altes Handtuch ein und wringt sie aus, bis sie nicht mehr tropft.

Bevor ihr mit der Farbe an die Wand geht, solltet ihr sie außerdem richtig auf einem Abstreifgitter (ab 2 Euro im Baumarkt erhältlich) abrollen. So verhindert ihr, dass sie an manchen Stellen zu dick aufgetragen wird.

Fehler 6: Beim Streichen durchlüften

Beim Streichen entsteht meist eine tropisch feuchte Luft. Zwischendurch mal das Fenster aufreißen und richtig lüften, um die Luftfeuchtigkeit wieder zu senken und den Farbgeruch zu vertreiben, klingt da nach einer guten Idee. Das kann euch allerdings schnell die komplette Streicharbeit versauen: Durch den Luftzug trocknet die Wandfarbe unterschiedlich schnell – es entstehen unschöne Streifen, die man je nach Lichteinfall deutlich sieht. Und selbst erfahrene Maler können bei so einem Durchzug kein streifenfreies Farbbild erzielen.

Unser Tipp: Haltet die Fenster beim Streichen unbedingt geschlossen, bis ihr mit der gesamten Wandfläche fertig seid. Später solltet ihr jedoch stoßlüften, um die feuchte Luft gegen frische auszutauschen. So können eure Wände schneller durchtrocknen und die Feuchtigkeit bleibt nicht in den Wänden sitzen, um Schimmel einen Nährboden zu bieten.

Fehler 7: Werkzeug und Farbrollen nicht sauber auswaschen

Ja, es ist vielleicht die lästigste Aufgabe und dann kommt sie auch noch zum Schluss – das Reinigen der Farbrollen. So lästig, dass man die Arbeit gerne auf den nächsten oder übernächsten Tag verschiebt. Doch dann ist es oft schon zu spät: Die Farbe ist angetrocknet und die Walze vermutlich reif für die Tonne.

Tipp 1 – wenn die Faulheit siegt: Wickelt eure benutzten Farbrollen zumindest luftdicht in Folie ein. Das verhindert den Trocknungsprozess, die Walze bleibt vakuumverpackt länger feucht und ihr könnt sie später richtig reinigen oder weiter verwenden.

Oder aber ihr reinigt eure Farbrolle im Schnelldurchgang mit dieser günstigen Auswaschhilfe für drei Euro zum Selberbauen in nur 30 Sekunden. Ein toller Lifehack! Einzige Voraussetzung: Ihr benötigt einen Akkuschrauber oder eine Bohrmaschine.

Tipp 2 – Beim Reinigen Wasser sparen: Pinsel solltet ihr vorm Saubermachen einmal richtig ausstreichen. Benutzte Farbrollen reinigt ihr in einem mit Wasser gefüllten Eimer vor, statt unter dem laufenden Wasserhahn. Das spart Ressourcen. Alpina Farbexperten empfehlen, die Rollen zusätzlich mit Seife zu säubern.

Besonders dunkle Farben solltet ihr vorher gründlich im Eimer ausspülen und nicht in der weißen Duschwanne, da sie sich sonst verfärben könnte.

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