Frau lackiert Heizkörper
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Modernisieren | Ratgeber

Heizkörper streichen: So geht's richtig

Eva Dorothée Schmid

Eure Heizkörper sehen vergilbt und unschön aus? Dann ist es Zeit, sie neu zu lackieren. Wir erklären euch, welche Lacke und Malerutensilien sich zum Streichen der Heizkörper eignen und wie ihr Schritt für Schritt zum perfekten Heizkörperanstrich kommt.

Heizkörper vergilben und sehen nach einigen Jahren nicht mehr schön aus. Vor allem ältere Modelle leiden unter dem stetigen Einfluss der Wärme und verfärben sich zunehmend. Spätestens wenn an manchen Stellen der Heizungslack abplatzt und Roststellen sichtbar werden, ist es Zeit, die Heizkörper neu zu streichen.

Mit etwas handwerklichem Geschick ist das kein Hexenwerk. Wir erklären euch, welchen Lack ihr fürs Heizkörper streichen braucht, welches Werkzeug und wie ihr Schritt für Schritt vorgehen müsst, damit der Anstrich gelingt.

Warum und wann sollte man Heizkörper neu streichen?

Wenn der Lack abgeplatzt ist, ist der Heizkörper nicht mehr vor Korrosion geschützt. Deshalb solltet ihr spätesten dann, wenn die Farbe abblättert oder Blasen bildet, eure Heizkörper streichen, um sie vor Feuchtigkeit und Korrosion zu schützen. Darüber hinaus sieht ein alter Heizkörper vor frisch gestrichenen Wänden einfach unästhetisch aus.

Heizkörper solltet ihr nur bei abgedrehter Heizung neu lackieren, denn sonst trocknet der Lack zu schnell. Das Thermostat muss ganz heruntergedreht werden, weshalb sich der tiefste Winter nicht gerade zum Heizkörper streichen anbietet.

Heizkörperlack: Welche Farbe ist geeignet?

Wenn ihr euren Heizkörper neu streichen wollt, dann solltet ihr dafür auf jeden Fall Speziallack verwenden. Heizkörperlack ist besonders hitzebeständig und kann den hohen Temperaturen während der Heizperiode standhalten. Normaler Lack kann die Leistung des Heizkörpers im schlimmsten Fall mindern. Er verfärbt sich aufgrund der Hitze, zudem geben manche Lacke durch die hohen Temperaturen auch schädliche Dämpfe ab.

Heizkörperlack ist neben Weiß, Beige oder Hellgrau auch in zahlreichen weiteren Farben erhältlich und kann im Fachhandel auch nach Wunsch angemischt werden. Gedeckte Farbtöne haben den Vorteil, dass sie länger ansehnlich bleiben. Inzwischen gibt es auch Heizkörperlacke mit Spezialeffekten, zum Beispiel einem Aluminium-Effekt.

Es gibt zwei Arten von Heizkörperlack:

  • Acrylharzlack: Er ist wasserbasiert und damit umweltverträglicher und geruchsärmer. Darüber hinaus ist er länger farbecht und vergilbt langsamer. Acrylharzlack trocknet besonders schnell und ist einfach zu verarbeiten.
  • Alkydharzlack: Alkydharzlacke trocknen langsamer, überzeugen aber durch einen hohen Glanzgrad und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie enthalten Lösungsmittel, sind aber besonders strapazierfähig.

Egal für welchen Lack ihr euch entscheidet, er sollte in jedem Fall die DIN 55900-2 erfüllen. Und um eure Heizkörper möglichst kostengünstig zu lackieren, solltet ihr auf die Verbrauchsangaben pro Quadratmeter achten.

Lila gestrichener Heizkörper vor blauer Wand
Mit farbig gestrichenen Heizkörpern könnt ihr auch farbliche Akzente in der Wohnung setzen - Mieter sollten aber vorher den Vermieter um sein Einverständnis bitten. © Getty Images/iStockphoto

Pinsel oder Spraydose zum Lackieren der Heizung?

Welche Malerutensilien ihr benötigt, hängt von der Art eures Heizkörpers ab. Um bei verwinkelten Glieder- und Röhrenheizkörpern die zahlreichen kleinen Zwischenräume zu erreichen, braucht ihr einen speziellen Eckpinsel mit einem langen Stiel. Habt ihr dagegen einen modernen Plattenheizkörper mit Einkerbungen, dann werdet ihr mit einem herkömmlichen Pinsel mit kurzem, geradem Stiel gut arbeiten können. Bei Heizkörpern mit einer durchgehenden, glatten Oberfläche empfiehlt sich eine Lackrolle mit kurzflorigen Polyesterfasern.

Der Lackierpinsel sollte Kunststoffborsten haben, wenn ihr Acryllack verwendet. Bei Alkydharzlack ist es besser, ihr wählt einen Lackierpinsel mit Naturborsten.

Lackieren mit Sprühdose

Alternativ könnt ihr eure Heizkörper auch mit einer Spraydose lackieren. Dafür solltet ihr aber einigermaßen erfahren im Umgang mit Spraylacken sein. Ist das der Fall, geht das Lackieren mit Sprühlack deutlich schneller. Allerdings müsst ihr die umliegenden Wände und den Boden besonders sorgfältig mit Abdeckfolie schützen. Und ihr solltet während der Arbeit die Fenster geschlossen lassen, damit sich der Sprühnebel nicht weiter ausbreitet. Auch eine Atemschutzmaske ist beim Aufsprühen der Heizkörperlacke empfehlenswert.

Egal für welche Variante ihr euch entscheidet, wichtig ist, dass ihr den Lack so dünn wie möglich auftragt, um die Wärmeleitfähigkeit des Heizkörpers nicht zu beeinträchtigen.

Heizkörper streichen in sieben Schritten

Wir erklären euch Schritt für Schritt, wie ihr vorgehen müsst, um beim Streichen eurer Heizkörper ein optimales Ergebnis zu erzielen.

1. Rost entfernen

Durch Korrosion kann es am Heizkörper mit der Zeit zu undichten Stellen und Leckagen kommen. Bevor ihr eure Heizkörper neu lackiert, solltet ihr sie auf rostige Stellen überprüfen. Stark rostige Stellen auf keinen Fall einfach überstreichen, sondern von einem Fachmann beurteilen lassen. Gegebenenfalls muss der Heizkörper ausgetauscht werden, wenn die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigt ist.

Kleinere Roststellen könnt ihr mit Schleifpapier mittlerer Körnung und einem handelsüblichen Exzenter- oder Winkelschleifer bis auf das Metall abtragen.

2. Lose Lackteile entfernen

Auf losem Lack hält der neue Anstrich nur schlecht. Neben Rost müsst ihr auch abblätternden Lack gründlich entfernen. Dafür eignet sich eine Drahtbürste. Die Übergänge zwischen abgeblätterter und vorhandener Farbschicht schleift ihr im Anschluss ab, damit sie später nicht sichtbar sind.

Abschleifen von Rost vor dem Heizung streichen
Den Rost sowie Blasen könnt ihr mit einer Drahtbürste (hier als Aufsatz) vor dem Neuanstrich abschleifen. © Getty Images/iStockphoto

3. Oberfläche anrauen

Damit der neue Lack gut haftet, solltet ihr die alte Oberfläche vor dem Auftragen des neuen Lacks mit einem feinkörnigen Schleifpapier flächendeckend anschleifen und damit aufzurauen. Entfernt den alten Lack dabei aber nicht vollständig.

Alternativ könnt ihr auch zu einer Lauge greifen, allerdings nur, wenn die Heizkörper keine sichtbaren Beschädigungen haben. Die Flüssigkeiten sind im Fachhandel erhältlich. Beim Auftragen solltet ihr geeignete Schutzkleidung tragen. Nach der Einwirkzeit müsst ihr die Mittel mit viel Wasser abwaschen. Vergesst nicht, den Boden und die Wände dabei mit Folien und Tüchern zu schützen.

4. Reinigen der Heizkörper

Zu lackierende Flächen müssen sauber und staubfrei sein. Deshalb solltet ihr nicht vergessen, den Heizkörper nach dem Anrauen der Oberfläche gründlich zu reinigen. Dafür reichen ein Schwamm und gewöhnlicher Haushaltsreiniger.

5. Ventile abkleben

Bevor ihr zum Lack greift, müsst ihr noch die Teile mit Malerkrepp abkleben, die keine neue Farbe erhalten sollen: Ventile, Thermostate, Anschlusstellen. Wer mit Sprühlack arbeitet, sollte auch die Wand und den Boden unter dem Heizkörper großflächig mit Folie schützen.

6. Grundieren

Je nach Zustand der Oberfläche solltet ihr den Heizkörper vor dem eigentlichen Lackieren grundieren. Vor allem bei Rost empfiehlt sich ein Rostschutzgrund. Es gibt aber auch Heizkörperlack, der zugleich als Grundierung wie als Deckfarbe geeignet ist und mit dem ihr selbst fest sitzenden Restrost überstreichen könnt.

7. Lackieren

Jetzt ist der Heizkörper bereit für den Neuanstrich. Am besten ihr beginnt an den schlecht erreichbaren Halterungen, Anschluss- und Ventilstellen. Diese lackiert ihr mit dem Pinsel. Danach könnt ihr je nach Typ des Heizkörpers entweder auf die Lackrolle umsteigen oder mit einem speziellen Heizkörperpinsel weiterarbeiten. Es ist empfehlenswert, von oben nach unten zu streichen. So bemerkt ihr störende Lacknasen und bekommt eine glatte Oberfläche.

Ganz wichtig: Je dünner die Lackschicht, desto besser. In den meisten Fällen ist es empfehlenswert, nicht nur eine, sondern zwei dünne Lackschichten aufzutragen. Nach dem ersten Durchgang solltet ihr einige Stunden warten, bis die erste Lackschicht gut getrocknet ist.

Vor dem zweiten Anstrich solltet ihr die Oberfläche mit Schleifpapier wieder leicht aufrauen. Dadurch haftet auch die zweite Lackschicht optimal auf dem Heizkörper.

Mehr Tipps zum Selberstreichen und Lackieren findet ihr in unseren Artikeln "Fliesen streichen: Wie geht das und wie haltbar ist Fliesenfarbe?" und "Wie streiche ich am besten die Untersichtschalung meines Daches?"

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