Frau reinigt Heizkörper
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Heizkörper reinigen: Die besten Tricks fürs Heizung putzen

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Eure Heizkörper sind von innen völlig staubig? Dann solltet ihr schleunigst zum Putzlappen greifen. Wir zeigen euch, mit welchen Tricks ihr eure Heizkörper richtig reinigt und dadurch sogar Geld sparen könnt.

Heizkörper sind echte Staub- und Schmutzfänger. Ungeahnte Mengen an Wollmäusen wachsen in ihrem Inneren heran, die man beim Putzen gerne mal übersieht. Warum es aber wichtig ist, alle Heizkörper regelmäßig von Staub zu befreien und wie ihr sie richtig reinigen könnt, erfahrt in unserem Ratgeber.

Warum sollte man einen Heizkörper reinigen?

Heizkörper sind tatsächlich während der Heizperiode, wenn sie voll im Einsatz sind, die größten Staubfänger. Denn dann steigt der Staub mit der warmen Heizungsluft auf und fällt mit der kalten Luft wieder herab. So sammelt sich immer mehr Staub in und auf der Heizung an, ein ewiger Kreislauf. Und das kann Auswirkungen auf Geldbeutel und Gesundheit haben:

  • Verminderte Heizleistung: Eine dicke Staubschicht auf der Heizung kann die Heizleistung um bis zu 30 Prozent mindern. Wer regelmäßig putzt, kann so also auch die Heizkostenrechnung senken.
  • Gesundheitsrisiko für Allergiker: Durch die trockene Heizungsluft wird besonders viel Staub aufgewirbelt. Das kann Hals- und Nasenschleimhäute reizen. Besonders Hausstauballergiker können darunter leiden.

Wer Heizkosten sparen und etwas für seine Gesundheit tun will, sollte also regelmäßig zum Putzlappen greifen.

Wann und wie oft sollte man die Heizkörper reinigen?

Mindestens einmal im Jahr solltet ihr die komplette Reinigung eurer Heizkörper angehen, am besten vor Beginn der Heizsaison. Habt ihr den Zeitpunkt verpasst, könnt ihr sie natürlich auch während der Heizperiode noch reinigen. In den Sommermonaten, wenn die Heizung nicht läuft, reicht es in der Regel aus, wenn ihr den oberflächlichen Staub mit einem Staubtuch oder einem feuchten Lampen abwischt.

Das braucht ihr zum Heizkörper reinigen

Bevor ihr mit dem Putzen anfangt, dreht die Heizung aus und lasst sie vollständig abkühlen, damit ihr euch nicht am Heizkörper verbrennt. In der Zwischenzeit könnt ihr ihn schon mal freiräumen, damit ihr überall gut herankommt. Legt euch auch alle notwendigen Putzsachen bereit:

Für hartnäckige Verschmutzungen könnt ihr folgende Mittel verwenden:

  • Backofenreiniger
  • milde Badreiniger

Tipp: Legt ein altes feuchtes Bettlaken oder mehrere Lappen unter der Heizung aus. So bleibt Staub, der beim Reinigen aus dem Heizkörper herausfällt, darauf liegen und verteilt sich nicht wieder im Raum.

Heizungsgitter abnehmen und reinigen

Ob ihr das Heizungsgitter abnehmen könnt oder nicht, hängt ganz von der Art eures Heizkörpers ab. Rippen- und Röhrenheizkörper besitzen meist keine abnehmbaren Bauteile, Plattenheizkörper hingegen schon.

Das Heizungsgitter kann sich beim Abmontieren sehr leicht verbiegen, wenn ihr es nicht richtig macht. Für gewöhnlich sind die Gitter jeweils links und rechts unter den Seitenteilen der Heizung eingeklemmt. Damit ihr das Gitter leicht abnehmen könnt, müsst ihr vorher zumindest eines der Seitenteile öffnen. Sie sind mit Clips oder Verschlüssen befestigt. Auf der Seite des Ventils ist das oft nicht möglich, da es fest verbaut ist.

Lange Heizungsgitter könnt ihr am besten in Dusche, Badewanne oder in einem Eimer sauber machen. Verwendet dazu ein Mikrofasertuch, Wasser und etwas Seife oder Spülmittel, wenn ihr auch Fettrückstände lösen wollt. Schmutz in den Ritzen könnt ihr entweder mit einem Staubwedel oder kleinen Borstenpinsel herausbekommen oder mit dem Staubsauger absaugen. Spült das Gitter abschließend nochmal mit klarem Wasser ab und lasst es gut trocknen, bevor ihr es wieder montiert.

Heizkörper von außen reinigen

Um einen Heizkörper von außen sauber zu bekommen, reichen in der Regel etwas Wasser und ein Mikrofasertuch aus. Bei Rippen- und Röhrenheizkörper könnt ihr zu einem weiteren Hilfsmittel greifen. Hier entfernt ihr Staub und Schmutz am besten mit einer Heizkörperbürste aus Lammfell. Die weichen Bürstenköpfe schiebt ihr zwischen die Rippen, dabei nimmt das weiche Material alle Fusseln auf.

Thermostat reinigen in 5 Schritten

Auch in den Lamellen des Thermostatkopfs kann sich eine Menge Staub ansammeln. Damit ihr das Thermostat richtig reinigen könnt, müsst ihr es vorher abmontieren:

  1. Thermostat auf Stufe 5 stellen. Dann lässt es sich einfacher abschrauben.
  2. Schraubring im Uhrzeigersinn mit einer Zange lösen.
  3. Heizungsthermostat abnehmen.
  4. Thermostatkopf unter fliesendem Wasser abwaschen und mit einem Handtuch abtrocknen.
  5. Thermostatkopf wieder (auf Stufe 5 gedreht) anschrauben.

Habt ihr ein moderneres Funkthermostat an eurer Heizung, lest euch die mitgelieferte Montageanleitung nochmal durch, damit ihr es richtig abmontieren könnt.

Frau saugt Staub mit Staubsauger hinter der Heizung
Mit dem richtigen Aufsatz könnt ihr auch den Staub hinter der Heizung mit einem Staubsauger entfernen. © Getty Images/iStockphoto

Heizkörper innen reinigen: So geht's

Die aufwendigste Aufgabe besteht darin, den Heizkörper von innen zu reinigen. Das solltet ihr tun, wenn ihr Plattenheizkörper habt, in denen lamellenartige Konvektionsbleche verbaut sind. Ihr könnt sie mit verschiedenen Methoden reinigen:

  • Staubsauger: Zunächst könnt ihr versuchen, mit einem Staubsauger mit schmalem Aufsatz den Staub von oben aus der Heizung herauszusaugen. Dabei werdet ihr vermutlich aber nicht alles erwischen. Dann könnt ihr zum Fön-Trick greifen.
  • Fön: Einmal kräftig mit dem Fön von oben durch die Lamellen durchblasen hilft, um die großen Wollmäuse aus der Heizung herauszubekommen. Tipp: Wenn ihr es noch nicht getan habt, legt jetzt ein feuchtes Laken oder einen Lappen unter die Heizung.
  • Heizkörperbürste: Mit einer speziellen Heizkörperbürste könnt ihr die Bereiche reinigen, bei denen Staubsauger und Fön versagt haben. Die Bürsten besitzen meist einen langen biegbaren Griff, sodass ihr die Bürste vollständig in die Lamellen schieben könnt. Dafür nehmt ihr am besten das Heizungsgitter ab, wenn ihr das noch nicht getan habt. Ihr kommt mit so einer Heizkörperbürste auch gut an die Rückseite der Heizung. Radiatoren- oder Heizkörperbürsten gibt es mit Kunststoff- oder Ziegenhaarborsten. Natürliche oder tierische Borsten haben den Vorteil, dass sie Schmutz besser festhalten sollen als solche aus Kunststoff. Die lange Spirale ist im besten Fall mit einem Kunststoffmantel überzogen, damit sie nicht den Heizungslack beschädigt.
  • Dampfreiniger: Auch mit einem Dampfreinigungsgerät könnt ihr die Heizung wieder blitzeblank bekommen. Doch hier ist Vorsicht geboten: Kommt Feuchtigkeit auf die Tapete, löst die sich möglicherweise von der Wand ab oder bekommt Dellen. Bei Rippen- und Röhrenheizkörpern solltet ihr dann eine schützende Pappe hinter den Heizkörper schieben und auch auf dem Boden auslegen, damit er nicht aufquillt. Die aufwendige Reinigung ist in der Regel aber nicht notwendig. Falls doch, könnt ihr diese Aufgabe auch einem Profi überlassen.
Heizkörper von innen reinigen
Mit einer Heizkörperbürste könnt ihr schwer zugängliche Zwischenräume in der Heizung von Staub befreien. © Getty Images/iStockphoto

Heizkörper reinigen in Bad und Küche

Bei Heizkörpern in Küche und Bad ist der Pflegeaufwand etwas größer. Denn dort sind die Heizkörper einer deutlich höheren Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Beim Kochen entstehen dazu fettige Dämpfe, die sich auf den Heizkörpern absetzen und Staubpartikel in eine klebrige Schicht verwandeln. Verwendet hier am besten milde Badreiniger, einfaches Spülmittel oder Backofenspray* (Anzeige), um schmierige Rückstände zu entfernen. Auch in einer Raucherwohnung könnt ihr Nikotinablagerungen auf der Heizung mit dem Spray behandeln.

Wenn ihr chemische Reiniger verwendet, ist es wichtig, dass ihr die Heizkörper vorsichtig reinigt und danach gründlich mit Wasser abspült. Rückstände können möglicherweise in Verbindung mit Wärme den Lack angreifen.

Vergilbte Heizkörper reinigen oder streichen?

Mit der Zeit kann der Lack auf der Heizung nicht nur vergilben, er kann auch an einigen Stellen abplatzen. Das sieht nicht nur unschön aus, der Heizkörper ist dann auch nicht mehr richtig vor Korrosion geschützt.

Wollt ihr nur kleine abgeplatzte Stellen ausbessern, könnt ihr das mit einem Heizkörper-Lackstift* (Anzeige) tun. Hat der Heizkörperlack keinerlei Macken und ist lediglich vergilbt, versucht euer Glück zunächst mit einem Lackreiniger und einem Tuch. Feine Schleifpartikel im Reiniger tragen die vergilbte Schicht leicht ab und der Lack sieht im besten Fall wieder aus wie neu.

Der Heizkörper ist nach der Reinigung immer noch vergilbt? Dann hilft es nur, den Heizkörper vollständig mit einem geeigneten Heizkörperlack auf Acryl- oder Alkydharzlackbasis zu überstreichen. Damit unter der neuen Lackschicht kein Staub eingeschlossen wird, solltet ihr ihn einmal wie oben beschrieben gründlich reinigen. Wie ihr einen Heizkörper richtig lackiert, welche Materialien ihr dazu benötigt und welche Pinsel sich dazu am besten eignen, lest ihr in unserem Ratgeber: Heizkörper streichen & lackieren: So geht's richtig.

Abschließender Tipp: Wenn ihr gerade schon dabei seid, könnt ihr gleich auch noch eure Heizung entlüften. Denn ist zu viel Luft im Heizsystem, mindert das die Heizleistung und ihr müsst deutlich mehr heizen, wodurch eure Heizkosten steigen. Auch wenn die Heizung gluckert und knackt, kann es sich lohnen, der Ursache auf den Grund zu gehen:

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