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Gartenbüro: So richtet ihr euch ein Homeoffice im Garten ein

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Das Gartenbüro wird immer beliebter – und das nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Kein Wunder, denn das Arbeiten im Grünen hat viele Vorteile. Wir zeigen euch, welche Möglichkeiten ihr habt, euch ein Homeoffice im Grünen einzurichten und worauf ihr achten müsst.

Arbeiten im Grünen, keine weiten Arbeitswege und doch getrennt vom Trubel im eigenen Haus – das Gartenbüro wird in Corona-Zeiten immer beliebter. Es kann die optimale Lösung sein, wenn ihr im Haus keinen Platz für ein Arbeitszimmer habt, euch aber ein ausreichend großer Garten zur Verfügung steht. Ein Garten eignet sich häufig besser für ein Homeoffice als der Keller.

Wir zeigen euch, was ihr über das Gartenbüro wissen müsst, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, was ihr beachten müsst – und wie viel euch das Homeoffice im Garten kostet.

Was ist ein Gartenbüro?

Gartenbüros liegen im Trend. Und das nicht erst, seitdem bedingt durch die Corona-Pandemie immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Der sogenannte "Garden Office-Trend" ist schon seit 2005 zu beobachten. Seit Ausbruch der Pandemie hat er aber noch einmal ordentlich Auftrieb erhalten – die Google-Suchanfragen sind massiv gestiegen.

Ein Gartenbüro ist eigentlich ein Raum oder ein kleines Haus, das als Büro dient. Im Englischen ist es auch unter dem Kurzwort "Shoffice" (für 'shed' = 'Hütte' und 'office' = 'Büro') bekannt.

Die kleinen Häuschen können entweder aussehen wie ein klassisches Gartenhaus oder eine Bürokabine, die stylisch und modern designt ist. Ausgestattet sind Gartenbüros meist mit Schreibtisch, Computer, Telefon, Bürostuhl und eventuell zusätzlichen Stühlen für Gäste. Das Gartenbüro hat also alles, was auch ein "normales" Arbeitszimmer hat.

Gartenbüros sind vom eigentlichen Wohnhaus in der Regel komplett abgetrennt, was euch die Möglichkeit gibt, dort professionell und in Ruhe zu arbeiten.

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Welche Angebote für Gartenbüros gibt es und was kosten sie?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie ihr zu eurem Gartenbüro kommen könnt. Genauso gibt es verschiedenste Fertiggartenhäuser und Fertiggartenbüros oder Module aus verschiedenen Materialien wie Holz oder Edelstahl. Natürlich unterscheiden sie sich auch in Größe und Ausstattung. Teilweise kommen sie sogar mit einer kleinen Terrasse und abgetrennten Räumen daher.

Das klassische Gartenhaus als Gartenbüro

Zum einen eignen sich schon fertige Gartenhäuser, die ihr dann zu einem Büro umfunktionieren könnt. Ihr solltet auf jeden Fall auf ausreichende Isolierung achten – schließlich wollt ihr ja auch im Winter in eurem Gartenbüro arbeiten können. Daher sollten die Wände mindestens 40 Millimeter dick sein.

Was ihr auch braucht: Licht. Nicht immer haben klassische Gartenhäuser Fenster. Achtet nicht nur auf ausreichende Helligkeit, sondern auch darauf, dass die Fenster doppelt verglast sind, damit ihr auch im Winter nicht friert. Solche Gartenhäuser bekommt ihr schon ab rund 1.500 Euro aufwärts.

Moderne Gartenhäuser, die sich als Büroraum eignen, bietet beispielsweise Cube fx mit seinen modularen Wohnmodellen der "Deluxe Linie" an. Sie bestehen aus Edelstahl, haben doppelt verglaste bodentiefe oder Panoramafenster, eine Vollisolierung und sind wartungsfrei. Sie kosten ab circa 9.000 Euro aufwärts.

Modernes Gartenbüro
Gartenhäuser von Cube fx könnt ihr individuell gestalten und an eure Bedürfnisse anpassen. © epr/Cube fx

Module fürs Gartenbüro

Es gibt auch Anbieter, die spezielle Gartenbüros oder Gartenbüro-Module anbieten. Und das auch in verschiedenen Größen, zum Beispiel mit einer Grundfläche von nur vier Quadratmetern. Diese speziellen "Shoffices" bekommt ihr ab rund 10.500 Euro.

Weil das Gartenbüro immer beliebter wird, gibt es natürlich auch immer mehr Angebote. So fertigt zum Beispiel der britische Hersteller Koto anspruchsvolle Holzfertighäuser und Work Pods, die höchsten Designansprüchen gerecht werden. Allerdings haben die modernen Gartenhäuschen auch ihren Preis. Ab rund 29.000 Euro gibt es die Häuschen von Koto.

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Pods zum Arbeiten im Garten

Der Studypod des norwegischen Herstellers Livit kommt ebenfalls in sehr modernem Design daher. Das praktische am Studypod: Ihr könnt ihn überall in eurem Garten aufstellen. Die Kabine lässt sich auch mit Rädern ausstatten und so könnt ihr sie – je nach Bedarf – immer an die richtige Stelle rollen. Im Studypod befinden sich bereits Lampen, ein Lichtschalter und eine Steckdose. In der Grundausführung ohne Ausstattung kostet der Studypod 11.900 Euro zuzüglich Steuern.

Wie ihr euer Gartenbüro einrichten könnt, dazu geben wir Tipps und Hinweise in unserem Artikel "Arbeitsplatz einrichten".

Studypod von Livit
Der Studypod des norwegischen Herstellers Livit kann sogar mit Rädern ausgestattet und so im Garten verschoben werden. © Livit

Ihr könnt euch euer Gartenbüro auch nach Maß ganz nach euren Wünschen zimmern lassen. Das bietet zum Beispiel der deutsche Anbieter "Gartenhausfabrik" an.

Natürlich können sich erfahren Heimwerker das Gartenbüro auch selber bauen. Im Internet findet ihr dazu zahlreiche Tipps und Baupläne.

Alternativ könnt ihr auch ein Tiny House als Homeoffice nutzen.

Was müsst ihr baurechtlich beachten?

Ob ihr einen Bauantrag für euer Gartenbüro braucht, hängt von den Vorschriften in eurem Bundesland ab. Für ein gewöhnliches Gartenhäuschen, das zum Beispiel als Geräteschuppen dient, braucht ihr in der Regel keinen Bauantrag zu stellen.

Allerdings handelt es sich bei einem Gartenbüro um einen Aufenthaltsraum und der wird baurechtlich als Erweiterung des Wohnraums gesehen. Es kann auch sein, dass ihr euer Gartenbüro verfahrensfrei aufbauen könnt, allerdings nur an bestimmten Stellen im Garten. In jedem Fall müsst ihr das Gartenbüro mit ausreichendem Abstand zur Grundstücksgrenze errichten, in der Regel sind das drei Meter.

Ihr könnt allerdings einen Ausnahme- oder Befreiungsantrag bei der zuständigen örtlichen Baubehörde stellen. Das geht zum Beispiel dann, wenn der Nachbar eurem Vorhaben schriftlich zustimmt oder selbst nahe an der Grenze gebaut hat.

Es kann noch andere Gründe geben, die eurem Gartenbüro einen Strich durch die Rechnung machen. Diese können in Bebauungsplänen der Gemeinde liegen, im Nachbarschutz oder wenn dafür geschützte Bäume zu Schaden kommen.

Besonders bei Reihenhäusern oder nach Muster bebauten Siedlungen kann es schwierig werden mit dem Gartenbüro. Am besten ihr erkundigt euch bei eurer Gemeinde, was zulässig ist, bevor ihr euer Gartenbüro errichtet. So vermeidet ihr unnötige Bußgelder.

Frau arbeitet auf der Terrasse
Wer keine Möglichkeit hat, ein eigenes Häuschen aufzustellen, der kann sich auch mit dem Laptop auf die Terrasse setzen – so gibt es das Gartenbüro-Feeling ganz einfach. © Getty Images

Welche Leitungen braucht ihr für euer Gartenbüro?

Ein vollumfängliches Gartenbüro braucht mehrere Anschlüsse:

  • Strom für Licht und elektrische Geräte wie Computer, Telefon, Kaffeemaschine und ähnliches
  • Wasseranschluss
  • Internet- und Telefonanschluss

Wie ihr am besten zu Strom, Internet und Co. kommt, hängt davon ab, wo euer Gartenbüro steht. Strom könnt ihr in der Regel mit Hilfe eines Erdkabels vom Haupthaus in euer Büro legen.

WLAN bekommt ihr mithilfe eines oder mehrerer Repeater, welche das WLAN-Signal verstärken. Eine Alternative ist es, ein LAN-Kabel vom Haupthaus unterirdisch bis zum Gartenbüro zu verlegen. Im Häuschen könnt ihr das dann wieder mit einem WLAN-Router verbinden. Am sinnvollsten ist es, wenn ihr das gemeinsam mit dem Stromkabel verlegt – so müsst ihr nur einmal den Garten umgraben.

Ob ihr einen Wasseranschluss oder sogar eine eigene Toilette in eurem Gartenbüro braucht, entscheidet natürlich jeder für sich. Wenn ihr einen Wasseranschluss wollt, solltet ihr den direkt bei der Planung des Gartenbüros mitdenken. Eine Nachrüstung mit einem Wasseranschluss ist weit aufwendiger – und dementsprechend teurer.

Ob ihr für einen Wasseranschluss in eurem Gartenbüro eine Genehmigung braucht, hängt wieder von den örtlichen Vorschriften ab. Für eine Toilette oder ein Spülbecken mit Abwasseranschluss müsst ihr zudem die Abwassergebühren im Auge behalten. Wie gesagt: Fragt vorsichtshalber beim örtlichen Bauamt nach.

In der Regel braucht ihr für euer Gartenbüro auch ein geeignetes Fundament, auf das ihr aufbauen könnt. Außerdem solltet ihr das Häuschen gut isolieren und eine Heizmöglichkeit haben.

Da reicht aber in den meisten Fällen ein elektrisch betriebener Heizlüfter oder eine Infrarotheizung aus – zumindest, wenn das Häuschen gut isoliert ist und die Wärme nicht sofort wieder entweicht. Wenn das Gartenbüro sehr nah an eurem Wohnhaus steht, dann ist unter Umständen sogar ein Anschluss an die Zentralheizung möglich.

Welche steuerlichen Vorteile bietet ein Gartenbüro?

Wie ein Arbeitszimmer könnt ihr auch ein Gartenbüro von der Steuer absetzen. Ihr könnt alle Kosten als Betriebsausgaben geltend machen und das Gartenbüro selbst auch abschreiben. Allerdings, weil es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut handelt, nur über 16 Jahre, jedes Jahr mit 6,25 Prozent. Wer selbstständig ist, der spart sich außerdem die Umsatzsteuer.

Damit das Gartenbüro als Büro vom Finanzamt gewertet wird und vollkommen absetzbar ist, muss es bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Es muss freistehen und vollkommen als Büro genutzt werden. Ihr solltet nicht in einem Teil eure Gartengeräte aufbewahren oder dort eine Schlafgelegenheit für Gäste einrichten.
  • Das Büro sollte nicht zu klein sein. Empfohlen wird eine Größe ab zehn Quadratmetern.
  • Euer Gartenbüro muss ganzjährig als Büro nutzbar sein. Also braucht ihr eine Heizung, Fenster mit Isolierverglasung und eine gewisse Wandstärke.

Vorteile des Gartenbüros

Nicht umsonst werden Gartenbüros immer beliebter. Denn das Arbeiten im eigenen Garten hat viele Vorteile:

  • Ihr spart euch den Arbeitsweg und dabei nicht nur Zeit, sondern auch Kosten, Stress und eine mögliche Virus-Infektion.
  • Arbeiten im Grünen – ihr habt immer einen schönen Blick in die Natur, wenn ihr im Gartenbüro arbeitet.
  • Ihr seid zwar auf eurem Grundstück, aber doch räumlich und akustisch vom Haupthaus getrennt. So könnt ihr in Ruhe arbeiten und habt einen Rückzugsort.
  • Ihr könnt euer Gartenbüro steuerlich geltend machen.
  • Die Miete für ein gesondertes Büro oder einen Coworking-Space entfällt. Ihr habt lediglich die einmaligen Anschaffungskosten sowie die regelmäßigen Kosten für Strom, Internet und Abwasser.
  • Wenn euer Gartenbüro groß genug ist, dann könnt ihr dort sogar Kunden oder Kollegen empfangen – in schöner Umgebung macht das durchaus was her.

Nachteile eines Gartenbüros

Doch einige Nachteile hat ein Gartenbüro auch:

  • Ihr müsst baurechtliche Vorschriften beachten. Möglicherweise kommt ein Gartenbüro für euch nicht in Frage – auch wenn ihr einen Garten habt.
  • Die Anschaffungskosten sind durchaus hoch – je nachdem, für welches Gartenbüro ihr euch entscheidet. Ein gewisses Budget solltet ihr für das Häuschen und die Ausstattung schon haben.
  • Je nachdem, wo sich das Gartenbüro befindet, kann es mit Strom, Internet oder Abwasser kompliziert werden.

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