Home Office im Keller
© Getty Images/iStockphoto

Wohnen | Expertentipp

Stimmt es, dass man den Keller nicht als Büro nutzen sollte?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Home Office im Keller? Was naheliegt, könnte unter Umständen gesundheitsgefährdend sein. Wir erklären warum und sagen euch, wann ihr in eurem Keller bedenkenlos arbeiten könnt und wann nicht.

Wer sich in seinem Zuhause ein Arbeitszimmer oder einen Arbeitsplatz einrichten muss, der könnte auf die Idee kommen, dass der Keller ein geeigneter Platz dafür ist. Doch es gibt Stimmen, die sagen, ein Büro im Keller könne ungesund sein. Stimmt das?

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Die Antwort lautet: Unter Umständen kann das dauerhafte Arbeiten im Keller tatsächlich gesundheitsschädlich sein. Und zwar dann, wenn dort eine hohe Radonbelastung herrscht.

Warum das so ist und wie ihr herausfindet, ob euer Keller mit dem radioaktiven Gas belastet ist, das erklären wir hier.

Warum Radon gefährlich ist und wo es vorkommt

Die Warnung davor, das Homeoffice dauerhaft im Keller einzurichten, kommt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Das BfS empfiehlt, einen Arbeitsplatz im Keller nur dann einzurichten, wenn ihr dort zuvor die Radonbelastung überprüft habt.

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas. Es kommt natürlicherweise im Gestein und Boden vor, insbesondere in erzhaltigen Bodenschichten. Wenn das Gas aus den obersten Bodenschichten in Keller gelangt, dann kann es für Menschen gesundheitsgefährdend werden. Radon in Gebäuden stellt nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar.

Das Risiko einer Radonbelastung ist in Deutschland sehr ungleichmäßig verteilt. Gebiete mit hoher natürlicher Radonbelastung sind das Erzgebirge, der Bayerische Wald und der Voralpenraum.

Radonmessungen in Gebäuden zeigen allerdings, dass auch abseits dieser Gebiete gesundheitlich bedenkliche Radonkonzentrationen in Gebäuden auftreten können. Letztlich kommt es immer auch darauf an, wie dicht ein Keller ist.

Karte Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft
Je dunkelroter, desto höher ist die Radonkonzentration in der Bodenluft. Über die Belastung einzelner Gebäude, sagt die Karte allerdings nichts aus. Diese kann nur eine Messung zeigen. © Bundesamt für Strahlenschutz

Keller auf Radon überprüfen

Die Bundesländer haben Radonvorsorgegebiete ausgewiesen, in denen besondere Vorsicht notwendig ist. Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Radonbelastung: Die unterschätzte Gefahr im Haus".

Klarheit verschafft am Ende aber nur eine Messung. Die gängigste Methode sind Kernspurdetektoren. Das sind kleine Döschen, die sich jeder bei einem Labor besorgen kann. Sie werden für drei Monate, mitunter auch für ein Jahr, aufgestellt und später eingeschickt. Eine solche Messung kostet zwischen 30 und 50 Euro.

Ergibt die Messung unkritische Werte, dann könnt ihr euer Büro oder Homeoffice getrost im Keller einrichten. Beachtet zuvor gegebenenfalls unsere Tipps zum Umbau und Ausbau eines Kellerraums. Sind die Werte hoch, dann solltet ihr generell über eine Radonsanierung nachdenken und den Keller besser abdichten, weil das radioaktive Gas sich auch im restlichen Gebäude ausbreiten kann.

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