Schiffscontainerhaus
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Bauen | Ratgeber

Container-Haus: Der einfachste Weg zum Tiny House?

Eva Dorothée Schmid

Immer mehr Menschen wünschen sich ein Tiny House oder zumindest ein Minihaus, das nicht so viel kostet und nicht so viele Ressourcen verschwendet. Ein Container-Haus ist eine relativ einfache Möglichkeit, zu so einem Haus zu kommen.

Früher hatten Container-Häuser kein besonders gutes Image. Inzwischen treffen sie, nicht zuletzt wegen der Tiny House-Bewegung, den Nerv der Zeit. Ein Container-Haus ist beweglich, stapelbar, frei kombinierbar und günstig. Für viele ist es eine Alternative zum klassischen Einfamilienhaus, die noch bezahlbar ist. Andere schätzen diesen Haustyp als Ferienhaus oder Anbau.

Was ist ein Container-Haus?

Drei Arten Tiny House Grafik

Der Begriff Container-Haus wird für unterschiedliche Arten von Häusern verwendet. In erster Linie bezeichnet er Häuser, die aus umgebauten Schiffscontainern bestehen. Mehr zu diesen Upcycling-Häusern lest ihr in unserem Artikel "Schiffscontainer-Haus: So baut ihr Seecontainer zu einem Tiny House um". Für diese Art von Häuser interessieren sich im Zuge des Tiny House Movements immer mehr Menschen, denn sie sind eine relativ günstige Möglichkeit, schnell zu einem Tiny House zu kommen.

Allerdings ist es nicht so einfach, einen Seecontainer wohntauglich und genehmigungsfähig zu machen. Das liegt unter anderem an der Konstruktionsweise: Als geschlossene Kiste ist ein Frachtcontainer sehr stabil. Aber sobald man für Fenster und Türen Löcher hineinschneidet, wird er instabil. Eine Alternative zu Schiffscontainern sind mittlerweile Baustellencontainer geworden. Sie haben ein Stahlskelett und daher eine stabile Statik.

Schiffscontainer-Haus von Your Boxx
Dieses Container-Haus namens "Your Boxx" wurde aus einem Seecontainer gefertigt. © Constantin Meyer/Häger & Söhne GmbH

Modulhaus als Container-Haus

Immer häufiger aber stößt man auf Container-Häuser, deren Optik zwar an die der Schiffscontainer-Häuser angelehnt ist, die aber nicht aus Containern gefertigt sind. Eigentlich sind das Modulhäuser, sie werden aber häufig auch Wohncontainer oder Container-Haus genannt.

Diese Häuser können die gleichen Maße haben wie standardisierte Frachtcontainer. Ein 20-Fuß-Seecontainer ist im Inneren 5,90 Meter lang und 2,35 Meter breit. Die Höhe beträgt 2,39 Meter. Damit ergibt sich eine Wohnfläche von knapp 14 Quadratmetern. Ein 40-Fuß-Container hat eine Größe von 12,03 Metern mal 2,35 Metern. Er ist ebenfalls 2,39 Meter hoch. Somit ergibt sich hier eine nutzbare Wohnfläche von gut 28 Quadratmetern. Wenn Modulhaus-Container diese Maße haben, dann hat das den Vorteil, dass man sie einfach und vor allem preisgünstig mit einem Lkw von einem Ort zum anderen transportieren kann.

Es gibt aber auch Modulhaus-Container mit anderen Maßen. Sie gleichen einem Fertighaus mit würfel- oder quaderförmigen Einzelelementen, die man kombinieren kann.

In diesem Artikel soll es um die Vorteile und Kosten von Container-Häusern gehen, die nicht aus gebrauchten Seecontainern gefertigt wurden.

Vorteile eines Container- oder Modulhauses

Während Modulbauten der ersten Generation noch als Containerbauten bekannt waren und häufig nur temporär genutzt wurden, hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, die auch aus architektonischer Sicht mit klassischen Fertighäusern mithalten können. Darüber hinaus haben Modulhäuser folgende Vorteile:

  1. Schnelle Verfügbarkeit: Einer der größten Vorteile von Containerhäusern ist ihre sofortige Verfügbarkeit. Nach Auftragserteilung müsst ihr in der Regel nur wenige Wochen auf euer neues Haus warten. Anders als bei einem klassischen Hausbau entfallen damit die Unwägbarkeiten während der Bauphase.
  2. Flexibilität: Ein An- oder Umbau zur Vergrößerung des Hauses ist kein großes Problem. Ändert sich eure Lebenssituation, dann könnt ihr das Containerhaus relativ einfach erweitern – sei es auf der gleichen Ebene oder indem ihr die Containermodule einfach stapelt.
  3. Günstiges Fundament: In der Regel ist für Modulhäuser ein einfaches Punktfundament oder ein Streifenfundament ausreichend. Das bedeutet: Es fallen weniger Kosten für Erdarbeiten an.
  4. Transportabel: Wenn ihr umziehen müsst, dann könnt ihr das Containerhaus per Lastwagen zu einem neuen Grundstück transportieren lassen und dort wieder aufstellen.
  5. Preis: Ein Modulhaus ist oft günstiger als vergleichbare Immobilien in Fertig- oder gar Massivbauweise, da diese mit höheren Produktions- und Transportkosten verbunden sind.
Minihaus wird vom Anbieter am Kran geliefert
Ein Container-Haus wie das "SmartHouse" kann einfach transportiert werden. © Smart House GmbH

Für wen eignet sich ein Container-Haus?

Container-Häuser eignen sich für den gewerblichen Einsatz als Büro-, Arbeits- oder Lagerfläche als auch für Privatnutzer, etwa als Ferienhaus oder Gartenhaus oder als privates Home-Office. Auch als Studenten-Wohnungen kommen Container-Häuser zum Einsatz.

Sie sind vor allem dann eine gute Wahl, wenn ihr temporär Bedarf an zusätzlicher Wohn- oder Arbeitsfläche habt, etwa bei einem Umbau oder als Pavillon für eine Ausstellung oder Installation. Auch der Einsatz als Kleingartenhaus ist denkbar, das beispielsweise als Ferienhauscontainer für Gäste oder als Freizeit- und Hobbyraum für den jugendlichen Nachwuchs genutzt werden kann.

Wer minimalistisch leben kann und will, für den eignet sich ein Container-Haus oder Modulhaus aber auch zum dauerhaften Leben, als eine Art Tiny House. Es ist dabei flexibler als beispielsweise ein Tiny House on Wheels, weil ihr es erweitern könnt, solltet ihr mit jemandem zusammenziehen wollen oder eine Familie gründen.

Container-Haus als Hausanbau

Wer in einem klassischen Einfamilienhaus wohnt und mehr Platz benötigt, der könnte ein Container-Haus auch als Hausanbau wählen. Dies ist oft die günstigste Art und Weise, den vorhandenen Wohnraum schnell zu erweitern.

Was kostet ein Container-Haus?

Wer sich ein Container-Haus aus gebrauchten Schiffscontainern selbst baut, der kann bei einfacher Ausstattung mit 10.000 Euro hinkommen. Fertig ausgestattete Seecontainer-Häuser bekommt ihr ab 15.000 Euro.

Wer einen richtigen Wohncontainer kaufen will, muss mit Kosten oft zwischen 1.600 und über 2.600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dabei gilt: Je größer das gesamte Container-Haus wird, je mehr Wohncontainer also miteinander verbunden werden, desto günstiger wird der Preis pro Quadratmeter. Aufwendig gestaltete Fassaden, eine bessere Wärmedämmung oder andere Sonderwünsche erhöhen den Preis naturgemäß.

Kleine Fertig-Modul-Containerhäuser sind ab 60.000 Euro zu haben. Nach oben hin sind hinsichtlich der Anzahl der Container und der Innenausstattung keine Grenzen gesetzt.

Allerdings solltet ihr bedenken, dass auch bei Wohncontainern Transportkosten anfallen. Die genaue Höhe richtet sich nach der Menge der zu transportierenden Raumcontainer und der Entfernung. Die Kosten werden bei der Angebotserstellung separat ausgewiesen.

Wer baut Container-Häuser?

Ihr denkt darüber nach, ein Container-Haus zu kaufen? Es gibt mittlerweile eine große Anzahl von Anbietern, die Modulhäuser anbieten. Hier eine kleine Auswahl:

Noch mehr Anbieter von Minihäusern findet ihr in unserem Artikel: Minihaus-Anbieter: Hier gibt's kleine Häuser unter 100 Quadratmeter.

FlyingSpace bei der Besucher Tiny House-Ausstellung Weinstadt
Ein echtes Profi-Minihaus: Das FlyingSpace von SchwörerHaus. © Stadt Weinstadt

Was muss ich beim Bau eines Container-Hauses beachten?

Wie für alle andere Gebäude auch, benötigt ihr für den Bau beziehungsweise die Aufstellung eines Container-Hauses eine Baugenehmigung. Allerdings können Gebäude mit weniger als 50 Quadratmeter Grundfläche je nach Bundesland mit einem vereinfachten Bauantrag genehmigt werden.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland für die meisten Grundstücke Bebauungspläne, die etwa die Optik des Hauses hinsichtlich Fassadengestaltung, Höhe, Dachform, Dachneigung oder Dacheindeckung vorschreiben. Wenn der Bebauungsplan ein Satteldach fordert, dann werdet ihr für ein Container-Haus wohl eher keine Baugenehmigung bekommen. Vor dem Kauf solltet ihr das in jedem Fall mit der zuständigen Baubehörde abklären. Eine Bauvoranfrage könnte sich für euch lohnen.

Damit das Ortsbild durch den Bau eines Mini-Hauses nicht beeinträchtigt wird, legen einige Gemeinden zusätzlich in einer Ortsgestaltungssatzung fest, welche Farben und Materialien für die Fassade verwendet werden oder welche Fenster eingesetzt werden dürfen. Auch das müsst ihr bei der Planung eures Modulhauses berücksichtigen.

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