Dachdecker arbeitet auf dem Dach
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Bauen | Ratgeber

Dach eindecken: Materialien und Kosten für die Dacheindeckung

Lisa Gutknecht

Ob Neubau oder Sanierung: Am Dach eindecken kommt wohl kein Hausbesitzer vorbei. Die Dacheindeckung mit Ziegeln, Schiefer oder Metall soll nicht nur optisch gefallen, sondern vor allem langlebig und energieeffizient sein. Alles über die wichtigsten Materialien – mit Eigenschaften und Preisen.

Der Wert eines Hauses bemisst sich unter anderem an der Qualität und Haltbarkeit des Daches. Je solider die Dacheindeckung, desto länger lebt ihr unbeschwert in euren vier Wänden oder könnt den Bestandsbau zu einem guten Preis weiter verkaufen.

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Natürlich hält kein Dach äußeren Einflüssen ewig stand. Irgendwann ist eine Sanierung fällig. Um bei der Modernisierung oder einem Neubau eine gute Entscheidung zu treffen, solltet ihr euch für das richtige Material zum Dach eindecken entscheiden.

Dach eindecken: Materialien, Lebensdauer, Preise

Prinzipiell habt ihr bei fast allen Dachformen die freie Wahl. Das Material zur Dacheindeckung sollte euch optisch gefallen oder den baurechtlichen Vorgaben entsprechen. Eine wichtige Voraussetzung, die euch viel Ärger und Kosten ersparen kann, ist die vorherige Überprüfung eures Daches durch einen Statiker. Denn das Gewicht von Dachziegeln, Grünpflanzen oder Schieferplatten muss zur Tragkraft des Dachstuhls passen.

Darüber hinaus lohnt sich immer auch ein Blick auf die Lebensdauer und den Preis einzelner Materialien zur Dacheindeckung. Hier sollte das Verhältnis stimmen. Daneben ist der Wartungsaufwand nicht zu unterschätzen. So ist ein Reetdach weit weniger funktional als ein Ziegeldach.

Die folgende Tabelle verschafft euch einen ersten Überblick über die wichtigsten Materialien zum Dach eindecken – mit durchschnittlichen Kosten, Haltbarkeit und Regeldachneigung:

Dacheindeckung: Materialien im Überblick

  • Material
  • Lebensdauer
  • Regeldachneigung
  • Kosten pro Quadratmeter
  • Dachziegel
  • 60 bis 80 Jahre
  • ab 22 Grad
  • 25 bis 50 Euro
  • Dachsteine, Betonziegel
  • 30 bis 60 Jahre
  • ab 22 Grad
  • 15 bis 25 Euro
  • Schiefer
  • 90 bis 100 Jahre
  • ab 22 Grad
  • 60 bis 90 Euro
  • Aluminium
  • bis 90 Jahre
  • 3 bis 35 Grad
  • 25 bis 30 Euro
  • Kupfer
  • bis 80 Jahre
  • 3 bis 35 Grad
  • 90 bis 100 Euro
  • Titanzink
  • bis 75 Jahre
  • 3 bis 35 Grad
  • 20 bis 50 Euro
  • Solardachziegel
  • bis 30 Jahre
  • 30 Grad
  • 200 bis 400 Euro
  • Reet
  • 30 bis 50 Jahre
  • ab 25 Grad
  • 25 bis 40 Euro
  • Gründach
  • 40 Jahre
  • 5 bis 15 Grad
  • 20 bis 80 Euro

1. Dachziegel

Dachziegel finden nicht nur bei historischen Bauwerken Verwendung. Sie verleihen auch modernen Häusern Charme. Ziegel sind leicht, in vielfältigen Formen und Farbvarianten erhältlich sowie witterungsbeständig. Gepresst und gebrannt aus einer Ton-Lehm-Mischung, gilt das Naturprodukt als besonders langlebig. Kein Wunder, dass bereits vor Jahrtausenden Dächer damit eingedeckt wurden.

Je nach Region werden in Deutschland unterschiedliche Dachziegel bevorzugt verwendet. Zu den bekanntesten zählen Biberschwanzziegel, Hohlziegel, Flachdachziegel und Falzziegel mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen.

Dach mit Biberschwanzziegeln
Biberschwanzdachziegel werden in besonderen Mustern eingedeckt, die typisch für diese Ziegelart ist. © Getty Images/iStockphoto

2. Dachsteine oder Betonziegel

Dachsteine oder Betonziegel sind eine günstige Alternative zu klassischen Dachziegeln. Optisch erkennt der Laie kaum einen Unterschied. Dachsteine sind aber deutlich schwerer als die leichten Ziegel. Rund zwei Kilogramm bringt ein Stein aus Beton mehr auf die Waage. Voraussetzung für die Dacheindeckung mit Betonziegeln ist, dass der Dachstuhl die Last tragen kann.

Ein Vorteil von robusten Dachsteinen: Sie liegen fester auf und sind besonders sturm- und frostsicher. Allerdings sind sie weniger langlebig als Dachziegel.

Dachdecker mit Maßband auf Dach mit Dachsteinen
Dachsteine sind optisch kaum von Dachziegeln zu unterscheiden, sind aber deutlich schwerer. © Getty Images

3. Schiefer

Schieferdächer sind besonders witterungs- und sturmresistent. Der Grund: Die Platten aus dem robusten Naturgestein werden auf eine Holzunterkonstruktion genagelt oder geklammert. Die typische Optik ist ein seidenmattes, glänzendes Grau. Inzwischen gibt es aber auch weitere Farbnuancen, die Gebäuden noch mehr Individualität verleihen.

Schiefer ist mit bis zu 90 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise kostspielig. Günstiger und leichter, aber ähnlich langlebig ist Kunstschiefer mit circa 50 Euro pro Quadratmeter.

Schieferdach mit Erker
Schieferdächer gelten als besonders langlebig und sturmsicher. © Getty Images/iStockphoto

4. Aluminium, Kupfer, Zink

Metalle eignen sich als Material zum Eindecken für jede beliebige Dachform. Aluminium, Kupfer und Zink sind extrem leicht und einfach zu verarbeiten. Das lässt viel Spielraum für architektonische Details. So sind Kombinationen verschiedener Metalle zum Verkleiden von Gauben, Erkern oder Dachrändern denkbar.

Besonders günstig und langlebig ist Aluminium. Dafür lässt die Wärmedämmleistung zu wünschen übrig und ein zusätzlicher Korrosionsschutz ist notwendig.

Kupfer zum Dach eindecken hat den Vorteil, dass sich das Metall auch für komplizierte Anschlüsse eignet und der Wartungsaufwand sehr gering ist. Über die Jahre erhält Kupfer seine typische grünliche Patina, die Hausbesitzern optisch natürlich zusagen muss.

Titanzink überzeugt durch seine Formbarkeit. Von der geschwungenen Kuppel bis zum imposanten Dachüberstand ist nahezu jedes Detail mit dem korrosionsbeständigen Werkstoff realisierbar.

Haus mit Zinkdach
Formbares Zink lässt viel Spielraum für architektonische Details. © Getty Images/iStockphoto

5. Solardachziegel

Wer einen positiven Beitrag zur Klimawende leisten will, setzt heute auf die Gewinnung von Solarenergie. Als Alternative zu herkömmlichen Photovoltaikanlagen bieten immer mehr Hersteller Solardachziegel an. Dabei ist die Technik in die Oberfläche integriert. Das ist optisch besonders elegant, dafür aber störanfälliger und kostspieliger.

Eine weitere Lösung mit weniger Wartungsaufwand sind Indach-Anlagen. Sie bestehen aus größeren, zusammenhängenden Modulen, die in die Dachfläche eingelassen werden.

Solardachziegel mit aufgeklebten Solarzellen
In den Anfängen der Solardachziegel wurden die Solarzellen auf die Oberfläche geklebt, heute ist die Technik integriert und kaum erkennbar. © Getty Images/iStockphoto

6. Reet

Reetdächer haben vor allem in Küstenregionen eine lange Tradition. Reet ist ein Schilfrohr, das getrocknet und zum Eindecken von Dächern auf einer wärmegedämmten Unterkonstruktionen ausgerollt wird. Das Material ist besonders atmungsaktiv und witterungsbeständig. Es reguliert die Feuchtigkeit im Gebäude und verbessert die Wärmedämmung.

Großer Nachteil von Reetdächern ist der hohe Wartungsaufwand. Außerdem ist Reet nicht feuerfest. Zu beachten sind daher besondere Bau- und Brandschutzbestimmungen wie beispielsweise die Pflicht, einen Blitzschutz zu installieren.

Reetdach im Anschnitt
Reetdächer kennt man vor allem aus dem Norden Deutschlands. © Getty Images/iStockphoto

7. Gründach

Mit Gräsern und Blumen bepflanzte Dächer machen nicht nur optisch viel her. Gründächer haben weitere Vorteile: Sie tragen zur besseren Feuchtigkeitsregulierung sowie zur Wärmedämmung bei. Außerdem verbessern sie das Mikroklima vor Ort und filtern Schadstoffe aus der Umgebungsluft.

Je flacher das Dach, desto leichter gelingt die Begrünung mit Gräsern, Moosen und Sukkulenten. Nicht zu unterschätzen ist das Gewicht der Pflanzen. Beim Modernisieren hin zu einem Gründach kann eine Verstärkung des Tragwerks notwendig sein.

Gründach mit Bepflanzung
Ein Gründach rundet jedes Ökohaus perfekt ab. © Getty Images/iStockphoto

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