Begrünter Carport
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Dach begrünen in 7 Schritten: So geht der Gründachaufbau

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Von außen betrachtet besteht ein Gründach vor allem aus Pflanzen. Darunter versteckt sich ein mehrschichtiger Aufbau. Mit dieser Anleitung zum Gründachaufbau könnt ihr euren Carport oder die Garage auch selbst begrünen.

Mülltonnenhäuschen, Garage oder Carport kann jeder Heimwerker leicht selbst mit einem Gründach versehen. Die Anforderungen an euer handwerkliches Geschick halten sich in Grenzen. Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten. Ihr kauft zum Beispiel ein komplettes Set zur Carport-Begrünung oder ihr besorgt die notwendigen Materialien und Pflanzen einzeln. Ihr bekommt sie in gut sortierten Baumärkten oder bei einem Spezialisten für Dachbegrünung im Netz. Und so wird ein Gründach in der Regel aufgebaut:

Gründachaufbau: In 7 Schritten zum grünen Dach

1. Schritt: Wurzelfeste Dachabdichtung

Die vorhandene Dachabdichtung muss nach DIN 13948 wurzelfest sein, sonst könnten die Pflanzen eures Gründachs sie mit der Zeit beschädigen. Ist sie das nicht, ist der erste Schritt eine zusätzliche Wurzelschutzfolie, um das Dach sicher abzudichten.

2. Schritt: Speicherschutzmatte

Es folgt eine Speicherschutzmatte, die die Dachabdichtung vor mechanischen Belastungen schützt und gleichzeitig Feuchtigkeit und Nährstoffe bewahrt.

3. Schritt: Dränschicht

Dann wird eine Dränschicht verlegt. Ihr könnt Schüttgüterdrainage aus Lava oder Bimskies oder auch fertige Kunststoffelemente nutzen. Ihre Vertiefungen speichern Wasser und versorgen die Pflanzen so über einen möglichst langen Zeitraum mit Nährstoffen. Außerdem sorgt die Drainage auch dafür, dass überschüssiges Regenwasser zügig abgeleitet wird. Ein weiterer Effekt der Dränschicht ist die Belüftung des Wurzelraums.

4. Schritt: Ein Vlies als feinporiger Filter

Die kleinen Hohlräume der Drainschicht dürfen nicht verstopfen. Das verhindert die nächste Schicht: Ein Vlies trennt die Drainage von der Vegetationsschicht und dient als feinporiger Filter.

Aufbau Gründachaufbau

5. Schritt: Das Substrat für die Dachbegrünung

Jetzt ist es fast geschafft. Auf das Vlies kommt die Substratschicht. Beim Aufbau eines extensiven Gründachs wird statt Erde häufig ein mineralisches Substrat aus Lava, Bims, Ziegelsplit oder Mineralwolle mit einem geringen Humusanteil verwendet. Das ist leichter und belastet dadurch die Dachkonstruktion weniger. Wie hoch das Substrat aufgefüllt wird, hängt auch mit der zulässigen Dachlast und der Bepflanzung zusammen. Berechnet dazu schon in der Planungsphase, wie viel euer Gründach insgesamt wiegen darf. Eine ganze Reihe von Gründachpflanzen sind mit einer zehn Zentimeter dicken Substratschicht vollkommen zufrieden.

Übrigens: Gründachsubstrat ist bewusst nicht gedüngt. Die Pflanzen sollen auch später nicht gedüngt werden und sich nur auf natürliche Weise mit Nährstoffen versorgen.

6. Schritt: Vegetationsschicht

Jetzt wird's endlich grün. Die Vegetationsschicht ist der Abschluss eures Gründachprojekts. Ihr könnt eine Mischung aus Sedumsprossen und Samen ausbringen oder die Pflanzen direkt einsetzen. Achtet darauf, dass ihr Stauden mit flachen Wurzelballen kauft, um nicht zu tief in die Substratschicht buddeln zu müssen. Für den bequemen Dachgärtner gibt es schon seit einiger Zeit eine klasse Alternative: Fertige Sedummatten. Nach dem Rollrasenprinzip stecken die Pflanzen schon in einer fertigen Matte aus Substrat. Nur noch auslegen, fertig ist das Gründach.

7. Schritt: Wässern

Was nun folgt, ist denkbar einfach: Ihr dürft eurem Dach beim Wachsen zusehen und müsst hin und wieder gießen. Das Wässern ist aber lediglich zu Beginn notwendig. Wenn ihr "nur" gesät habt, müsst ihr noch etwas länger regelmäßig wässern. Habt ihr fertige Pflanzen gesetzt, kommen die schon bald ohne euch zurecht. Hat sich der grüne Teppich erst einmal entwickelt, ist Gießen nicht mehr notwendig. Die Pflege beschränkt sich dann darauf, zweimal im Jahr die lästigen Baumsamen vom Dach zu sammeln und etwas Unkraut zu zupfen. Schließlich soll auf eurem Gründach später kein Ahorn sprießen.

Anlegen eines Gründachs
Wer weiß, wie ein Gründach aufgebaut ist, kann die Dachbegrünung auf Garagen, Schuppen oder Carports auch selbst machen. © BuGG

Experten-Tipps vom Gründach-Profi

Gunter Mann vom Bundesverband GebäudeGrün e.V. erklärt, worauf Hobby-Dach-Gärtner besonders achten müssen:

Statik

Ihr solltet unbeding darauf achten, dass eine ausreichende Statik vorhanden ist, die neben der Schneelast auch die zusätzliche Last des Begrünungsaufbau trägt. Eine dünnere extensive Dachbegrünung wiegt etwa 80 Kilogramm pro Quadratmeter. Je mehr Substrat, desto schwerer. Pro Zentimeter Gründachaufbau kann man mit 13 bis 16 Kilogramm pro Quadratmeter als Faustformel rechnen.

Entwässerung

Die zielgerichtete Entwässerung des Überschusswassers muss auch bei einer Dachbegrünung sichergestellt sein.

Dachzugang

Auf einen sicheren Zugang zum Dach achten. Bei größeren Flachdächern kann eventuell ein schmaler, umlaufender Kiesweg eingeplant werden, von dem aus ihr das Dach leichter pflegen könnt.

Sicherheit

Sicherungsmaßnahmen treffen, damit ihr nicht vom Dach fallt, wenn ihr zur Pflege und Wartung oben seid.

Projektgröße

Bei einem bewohnten Objekt solltet ihr sowohl die Dachabdichtungs- als auch die Dachbegrünungsarbeiten geschulten Fachleuten (Dachdecker und Garten- und Landschaftsbaubetrieb) überlassen. Möchtet ihr einen begehbaren Dachgarten haben, ist die Statik und die Absturzsicherung besonders zu beachten.

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