Aufsparrendämmung eines Daches
© SAINT GOBAIN ISOVER

Modernisieren | Ratgeber

Aufsparrendämmung: Vorteile, Nachteile & Kosten

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Wer sich für eine Aufsparrendämmung entscheidet, der hat die effizienteste Art der Dachdämmung gewählt. Allerdings hat das auch seinen Preis. Für wen sich die Aufdachdämmung eignet, was sie kostet und welche Dämmstoffe ihr verwenden könnt, lest ihr hier.

Die Aufsparrendämmung ist die Luxus-Variante der Dachdämmung und effizienter als alle anderen. Der Dämmstoff wird bei dieser Methode der Dachdämmung außen angebracht. Das hat zwar viele Vorteile, lohnt sich aber nicht für jeden. Wir zeigen euch, welche Nachteile diese Dachdämmung hat, für wen sie sich eignet und was sie kostet.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Allgemeines zur Dachdämmung

Ein gedämmtes Dach hat viele Vorteile. Nicht nur hält eine Dämmung die Hitze im Sommer draußen sowie die Wärme im Winter im Inneren des Hauses und erhöht so den Wohlfühlfaktor. Durch eine Dämmung spart ihr auch Heizkosten – bis zu 30 Prozent geringer kann die Heizrechnung so am Ende des Jahres ausfallen. Und wer Energie spart, der tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Genau deshalb habt ihr seit 2002 auch gar nicht mehr die Wahl, ob ihr euer Dach dämmt oder nicht. Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet euch dazu, entweder das Dach oder die oberste Geschossdecke (wenn der Dachstuhl nicht beheizt wird) zu dämmen. Wer die Vorschrift ignoriert, der muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Für Dach und oberste Geschossdecke sieht das GEG einen maximalen U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin vor.

Alles, was ihr über die Dachdämmung wissen müsst, lest ihr hier in unserem großen Übersichtsartikel.

Was ist eine Aufsparrendämmung?

Eine Möglichkeit, das Dach zu dämmen, ist die sogenannte Aufsparrendämmung. Ein Dachstuhl besteht aus sogenannten Sparren aus Holz, die das eigentliche Dach tragen. Je nachdem, ob der Dämmstoff auf, zwischen oder unter den Sparren angebracht wird, spricht man von Aufsparrendämmung, Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung.

Bei der Aufsparrendämmung wird die Dämmung auf den Sparren befestigt. Sie wird auch Aufdachdämmung genannt.

Je nachdem, für welchen Dämmstoff ihr euch entscheidet, kann zunächst eine Schalung auf den Sparren befestigt werden. Auf diese werden dann die Dämmplatten verlegt. Es gibt auch spezielle Dämmplatten, die direkt auf die Sparren gelegt werden können, ohne dass eine Schalung notwendig wird. Auf der Unterseite der Dachdämmung sollte eine Dampfbremse angebracht werden, damit die Konstruktion nicht feucht wird. Das würde die Dämmwirkung beeinträchtigen. Die Dämmung wird von einem Unterdach von oben geschützt. Durch diese Konstruktion wird sie auch winddicht. Danach wird das Dach über diesem Unterdach gedeckt.

Wer die Dämmwirkung noch steigern möchte, der kann zusätzlich noch eine Dämmung zwischen den Sparren anbringen. Die lässt sich auch gut mit einer Einblasdämmung realisieren.

Dachdämmung von außen (Aufsparrendämmung)
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Für wen eignet sich die Aufdachdämmung?

Eine Aufsparrendämmung hat viele Vorteile und eignet sich grundsätzlich bei Steildächern (Dächer mit einer Neigung von über fünf Grad). Sie ist zwar die effizienteste Variante der Dachdämmung – aber auch sehr aufwendig. Deshalb lohnt sie sich nicht für jeden.

Wenn ihr neu baut und die Architektur einfach ist, dann macht eine Aufsparrendämmung Sinn. Ebenfalls lohnt sich die Aufsparrendämmung dann, wenn ihr euer Haus sanieren und das Dach neu eindecken lasst. Dämmung und Eindeckung des Dachs gehen so Hand in Hand.

Wer bei einer Sanierung nicht zusätzlich auf ein neu eingedecktes Dach setzt, für den lohnt sich die Aufsparrendämmung nicht, da das Dach bei dieser Art der Dämmung notwendigerweise neu eingedeckt werden muss.

Welcher Dämmstoff eignet sich für die Aufsparrendämmung?

Für die Aufsparrendämmung eignen sich mehrere Dämmstoffe. Zum einen herkömmliche Hartschaumstoffe wie EPS oder XPS. Auch Mineralwolle ist als Dämmstoff auf den Sparren geeignet. Und wer lieber ökologische Dämmstoffe einsetzt, der kann bei der Aufsparrendämmung Holzfaserplatten verwenden.

Allerdings müssen die Dämmstoffe, je nachdem, wie hoch ihre Wärmeleitfähigkeit ist, eine bestimmte Dicke aufweisen, um den vom GEG vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin am Dach zu erzielen. Weil Hartschaumstoffe eine geringere Wärmeleitfähigkeit haben als Holzfaserplatten, gelingt mit ihnen als Dämmstoff auch die Umsetzung einer dünneren Dämmschicht, um den Grenzwert zu erreichen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass ihr auf hohe Qualität des Dämmstoffs achtet. Da die Dämmung eine Außendämmung ist, ist sie auch der Witterung mehr ausgesetzt als eine Innendämmung. Wenn die Dämmplatten Schäden erleiden, dann leidet auch die Dämmwirkung.

Aufsparrendämmung aus Holzfaserplatten
Die Aufsparrendämmung ist so effizient, weil sie das komplette Dach bedeckt. © tdx/Verband Holzfaserdämmstoffe

Was sind die Vorteile der Aufsparrendämmung?

Die Aufsparrendämmung gilt als effizienteste Dachdämmung und hat viele Vorteile.

Wärmebrücken haben keine Chance

Besonders energieeffizient ist die Dämmung, weil sie Wärmebrücken keine Chance gibt. So kann die Wärme aus dem Inneren des Hauses auch nicht über sie entweichen. Weil der Dämmstoff das Dach auf einer eigenen Ebene bedeckt, können quasi keine undichten Übergänge entstehen. Deshalb ist die Dämmwirkung bei dieser Art der Dachdämmung auch höher als bei allen anderen Möglichkeiten.

Viel Platz im Dachgeschoss

Weil die Aufsparrendämmung außen angebracht wird, nimmt sie keinen Wohnraum im Dachgeschoss weg. Durch die Untersparrendämmung wird der Platz zum Beispiel verringert. Außerdem bleibt das Dachgeschoss auch während der Bauarbeiten bewohnbar, weil die Arbeiten komplett draußen stattfinden und so kein Dreck im Inneren entsteht.

Holz des Dachstuhls bleibt sichtbar

Ein Dachstuhl kann sehr dekorativ sein. Bei der Aufsparrendämmung bleibt die Konstruktion des Dachstuhls sichtbar, weil die Dämmung außerhalb angebracht wird. So könnt ihr das Holz auch in die Raumgestaltung einbringen.

Dachstuhl liegt im warmen Bereich

Ein weiterer Vorteil der Aufsparrendämmung ist, dass der Dachstuhl unter ihr ist, also konstant im warmen Bereich des Gebäudes. So ist er – anders bei anderen Varianten der Dachdämmung – Temperaturschwankungen nicht ungeschützt ausgesetzt. Wenn Holz vielen Temperaturschwankungen unterliegt, dann kann es anfangen zu knacken. Diese Gefahr vermeidet ihr durch eine Aufsparrendämmung.

Guter sommerlicher Hitzeschutz

Weil die Sparren unterhalb der Dämmung liegen, sind sie im Sommer auch vor großer Hitze geschützt. Das verbessert den sommerlichen Wärmeschutz des Hauses.

Zellulosehaufen auf Zeitungsseiten
Wer die Effizienz seiner Aufsparrendämmung noch erhöhen will, der kann mit ihr eine Einblasdämmung zwischen den Sparren kombinieren – zum Beispiel umweltfreundlich aus Zellulose.

Was sind die Nachteile der Aufsparrendämmung?

Nicht alles an der Dämmung auf den Sparren ist von Vorteil. Ihr solltet auch einige Nachteile beachten.

Hohe Kosten

Die Aufsparrendämmung ist aufwendig und kann – anders als Unter- oder Zwischensparrendämmung – nicht von einem geübten Heimwerker angebracht werden. Wenn ihr euch für die Aufsparrendämmung entscheidet, dann müsst ihr einen Profi beauftragen. Weil der Aufwand und damit auch die Kosten so hoch sind, macht diese Dämmung nur bei Neubauten oder einer Neueindeckung des Daches Sinn. Die Kosten sind im Vergleich zur Zwischensparrendämmung mindestens um das Dreifache höher.

Nicht jeder Dämmstoff eignet sich

Für die Aufsparrendämmung eignen sich in erster Linie konventionelle Dämmstoffe. Weil die Dämmung der Witterung standhalten muss, sind widerstandsfähige Hartschaumdämmstoffe gut geeignet. Ein weiterer Faktor, der die Wahl des Dämmstoffs einschränkt, ist die Dicke der Dämmschicht. Denn eine Dämmschicht, die dicker als 30 Zentimeter ist, würde den gesamten Dachaufbau zusätzlich erhöhen. Da die ökologischen Dämmstoffe, die für die Aufsparrendämmung in Frage kommen, eine recht hohe Wärmeleitfähigkeit haben, muss die Schicht umso dicker sein, um erforderliche Grenzwerte zu erreichen.

Aufsparrendämmung aus Holzfaserplatten wird verlegt
Holzfaserplatten eignen sich als organischer Dämmstoff auch für die Aufsparrendämmung. © tdx/Verband Holzfaserdämmstoffe

Wie hoch sind die Kosten einer Aufsparrendämmung?

Aufsparrendämmungen sind das Luxus-Modell unter den Dachdämmungen und mit großem Abstand am teuersten. Wie teuer, hängt natürlich von vielen Faktoren wie dem gewählten Dämmstoff, der Architektur des Daches, der Region, dem Stundenlohn der Handwerker ab. Generell müsst ihr bei der Aufsparrendämmung mit 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus entstehen hier daher Kosten zwischen 18.000 und 30.000 Euro.

Dabei müsst ihr für die Dämmung rund 70 bis 120 Euro pro Quadratmeter und für die Dacheindeckung rund 80 bis 130 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Die hohen Kosten für die Aufsparrendämmung amortisieren sich allerdings nach rund 20 Jahren, weil ihr dadurch einen großen Teil an Heizkosten sparen könnt. Da die Aufsparrendämmung die effizienteste Dachdämmung ist, könnt ihr durch sie auch mehr Heizkosten sparen als bei anderen Dämmvarianten.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, die Aufsparrendämmung durch einen Zuschuss oder einen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern zu lassen. Dann muss sie aber einen U-Wert von höchstens 0,14 Watt pro Quadratmeter und Kelvin erzielen.

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