Dach mit Photovoltaikanlage
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Photovoltaik-Finanzierung: Lohnt sich ein Solarkredit?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Die Unabhängigkeit bei der Energiebeschaffung wird immer attraktiver. Eine Photovoltaikanlage ist eine sinnvolle Maßnahme, eigenen Strom zu erzeugen. PV-Anlagen sind allerdings mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Wer wenig oder kein Eigenkapital hat, kann eine Photovoltaik-Finanzierung abschließen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Solarkrediten.

Wer auf erneuerbare Energien setzt, wird in Deutschland vom Staat unterstützt. Es gibt eine Reihe von Förderprogrammen, die rückzahlungsfrei sind. Daneben habt ihr die Möglichkeit, einen Solarkredit abzuschließen. Diese Art der Photovoltaik-Finanzierung ist rückzahlungspflichtig. Was genau ein Solarkredit ist, wie er funktioniert und was ihr dabei beachten müsst, erfahrt ihr in diesem Ratgeber.

Was ist ein Solarkredit für die Photovoltaik-Finanzierung?

Ein Solarkredit oder Photovoltaik-Kredit ist ein zweckgebundenes Darlehen, das speziell für Photovoltaik-Anlagen vergeben wird. Es kann sich dabei aber auch um einen herkömmlichen Ratenkredit handeln.

Einer der größten Anbieter ist die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus vergeben Bausparkassen wie die Schwäbisch Hall und Umweltbanken Modernisierungskredite für energetische Sanierungsmaßnahmen.

Bis zu einer bestimmten Investitionssumme werden PV-Anlagen meist komplett über einen Kredit finanziert. Als Sicherheit dienen die Anlage selbst oder die künftigen Erträge aus der Einspeisevergütung. Alternativ fordern Finanzinstitute einen Eintrag ins Grundbuch.

Welche Anbieter vergeben PV-Kredite?

Eine erste Anlaufstelle für einen Solarkredit ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW. Sie hat verschiedene Förderprogramme im Portfolio, die sich für die Photovoltaik-Finanzierungen nutzen lassen. Dazu zählen folgende Kredite:

Hier fassen wir euch die verschiedenen Solarkredite und weitere Zuschüsse ausführlich zusammen: "Photovoltaik-Förderung: Förderprogramme und wie ihr an Fördergelder kommt"

Darüber hinaus bieten viele Banken und Bausparkassen spezielle Kredite für energetische Sanierungen, zu denen auch die Montage einer Photovoltaik-Anlage gehört. Holt euch am besten mehrere Angebote ein und vergleicht die Konditionen. Die Laufzeiten und Zinssätze variieren zum Teil stark.

Wichtig: Sichert euch erst die Photovoltaik-Finanzierung und beginnt dann mit der Montage und Inbetriebnahme.

Wer bekommt einen Photovoltaik-Kredit?

Grundsätzlich hat jeder eine Chance auf einen Solarkredit. Grundvoraussetzung ist, dass ihr volljährig seid. Außerdem prüfen Banken eure Bonität, ein positiver Schufa-Eintrag ist üblicherweise ein Muss. Zudem wünschen sich einige Institute ein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder ein fortlaufendes Einkommen, etwa über die Rente.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich eine PV-Anlage finanzieren lassen?

Mit einem Photovoltaik-Kredit könnt ihr eure Solaranlage in der Regel zu 100 Prozent durch eine Bank finanzieren lassen und monatlich abbezahlen. Ab einem Darlehensbetrag von 50.000 Euro fordern Kreditinstitute meist einen Grundbucheintrag als Sicherheit. Manche Anbieter verlangen einen Mindestbetrag von 2.500 Euro und setzen eine Höchstgrenze von 100.000 Euro fest.

Eine wichtige Bedingung für hiesige Geldgeber ist, dass die PV-Anlage in Deutschland installiert wird. Entscheidet ihr euch für eine regionale Bank, kann es auch sein, dass das Angebot nur für die jeweilige Kommune oder das Bundesland gilt.

Weitere Voraussetzungen, damit ihr einen Solarkredit bekommt, können variieren. Umso relevanter ist es, sich verschiedene Optionen anzuschauen und zu vergleichen. Eine wichtige Rolle spielen häufig die Eigenschaften und die Qualität der Photovoltaik-Anlage. Davon hängen immerhin auch die zukünftigen Erträge aus der Einspeisevergütung ab, die Banken als Sicherheit dient.

Die KfW beispielsweise hat einen detaillierten Anforderungskatalog an ihre Schuldner. So muss der Hersteller unter anderem zusichern, dass die Solarmodule nach Ablauf der Lebensdauer in bestimmter Weise entsorgt werden.

Wie funktioniert ein Solarkredit?

Einen Solarkredit abzuschließen, ist üblicherweise deutlich simpler als einen Baukredit. Verschafft euch zunächst einen Überblick über die benötigte Investitionssumme und euer Solarpotenzial. Solarrechner fragen üblicherweise folgende Faktoren ab:

  • Haushaltsgröße
  • Jährlicher Stromverbrauch
  • Neigung des Daches
  • Nutzbare Dachfläche beziehungsweise Größe der PV-Anlage

Bei den meisten Banken und Bausparkassen könnt ihr einen Online-Antrag stellen. Dafür gebt ihr die Laufzeit und die gewünschte Kreditsumme ein. Prüft das Angebot genau und vergleicht es mit denen anderer Anbieter. Darauf solltet ihr besonders achten:

  • effektiver Jahreszins
  • Laufzeit
  • geforderte Sicherheiten
  • mögliche Gebühren und sonstige Zusatzkosten

Erst wenn der Kreditantrag bestätigt und von beiden Seiten unterschrieben ist, könnt ihr mit der Installation und Inbetriebnahme der PV-Anlage starten.

Solarkredit oder Ratenkredit – was ist besser?

Ihr könnt eine Solaranlage sowohl über einen zweckgebundenen Kredit finanzieren als auch über einen herkömmlichen Ratenkredit. Meist lohnt sich ein Solarkredit eher, da Banken den Umweltgedanken durch attraktive Konditionen belohnen. Noch ein Vorteil eines speziellen Photovoltaik-Darlehens: Bis zu einer bestimmten Summe braucht ihr keine extra Sicherheit. Banken genügen in der Regel die zu finanzierende PV-Anlage oder die Erlöse aus der zukünftigen Einspeisevergütung. Das ist günstiger für euch und reduziert den Aufwand.

Erhalte ich ohne Eigenkapital einen Kredit für eine Photovoltaikanlage?

Da es sich bei einem Solarkredit meist um vergleichsweise geringe Summen handelt, ist in den meisten Fällen kein Eigenkapital notwendig. Allerdings habt ihr bei Banken oft bessere Chancen auf günstige Konditionen, wenn ihr zumindest eine Teilsumme selbst einbringen könnt. 20 Prozent der Investitionssumme sind ein guter Richtwert. Das hat auch den Vorteil, dass ihr schneller schuldenfrei seid und sich die Solaranlage eher amortisiert.

Photovoltaik-Finanzierung: Welche Kosten fallen an?

Wer überlegt, eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach zu installieren, stellt sich natürlich als erstes die Kostenfrage. Immerhin sind Solarmodule, Solardachziegel oder eine PV-Fassade teuer. Lohnt sich das wirklich?

Beispielberechnung Photovoltaik-Finanzierung

  • Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro
  • Laufzeit: 10 Jahre
  • Zinskosten gesamt: 1.990,17 Euro
  • Monatliche Raten: 119 Raten über 100 Euro, 120. Rate über 90,17 Euro
  • Sollzins: 3,72 Prozent
  • Effektivzinssatz: 3,79 Prozent
  • Gesamtinvestition: 11.990,17 Euro

In der nachfolgenden Tabelle schlüsseln wir vereinfacht die monatlichen Kosten für Strom ohne und mit Solaranlage beispielhaft auf:

  • Kosten ohne Solar
  • Kosten mit Solarkredit
  • Stromkosten pro Monat
  • 143 Euro
  • 81 Euro
  • Monatliche Kreditrate
  • 0 Euro
  • 100 Euro
  • EEG Vergütung (gilt über 20 Jahre)
  • 0 Euro
  • -18 Euro
  • Gesamtkosten pro Monat (Jahr 1 bis 10)
  • 143 Euro
  • 163 Euro
  • Gesamtkosten pro Monat (Jahr 11 bis 20)
  • 143 Euro
  • 63 Euro

Annahmen für die Berechnung: PV Anlage mit 4,46 kWp, Autarkiegrad 35%, Jahresstromverbrauch 4.000 kWh, Strompreis 36 ct/kWh, Grundgebühr 100 Euro/Jahr, EEG Einspeisevergütung 6,73 ct/kWh. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ob sich eine PV-Anlage gegenüber Strom ohne Solar wirklich auszahlt, klären wir in diesem Artikel: "Stimmt es, dass Photovoltaik sich nicht lohnt?"

Einen ausführlichen Ratgeber zu den Kosten einer PV-Anlage findet ihr außerdem hier: "Photovoltaikanlage kaufen: Mit diesen Kosten müsst ihr rechnen"

Kann ich einen Solarkredit steuerlich absetzen?

In eine Photovoltaik-Anlage zu finanzieren, kann sich steuerlich auszahlen. So kann man grundsätzlich die laufenden Kosten für den Betrieb der Anlage sowie die Anschaffungs- und Nebenkosten von der Steuer absetzen.

Zu den monatlichen Kosten zählen beispielsweise die Zinsen für den Solarkredit sowie Beiträge für die Photovoltaik-Versicherung und gemietete Stromzähler.

Ihr könnt die Solaranlage über die gesamte Nutzungsdauer steuerlich geltend machen. Wie lange eine PV-Anlage hält, lest ihr hier.

Lohnt sich eine Photovoltaik-Finanzierung?

Grundsätzlich solltet ihr das Für und Wider einer Solaranlage genau abwägen. Lohnt sich die Anschaffung für euch? Als Entscheidungshilfe könnt ihr unsere Ratgeber zu den Vor- und Nachteilen von Solarenergie und von Photovoltaik-Speichern heranziehen. Außerdem kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung von einem Modernisierungsexperten zu holen.

Kommt ihr zu einem klaren Ja, solltet ihr verschiedene Angebote von Banken für die Photovoltaik-Finanzierung einholen. Wer kaum oder kein Eigenkapital für die Investition hat, ist mit einem Solarkredit gut beraten. Ob sich die Fremdfinanzierung der PV-Anlage wirklich lohnt, hängt stark von den Konditionen der Bank ab. Umso wichtiger ist ein Vergleich von Zinslast, Tilgung und Laufzeit.

Informiert euch außerdem über Kosten, Förderung, Funktionsweise und Energieeffizienz von Sonnenhäusern.

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