Tiny House, das mit einem Holzofen beheizt wird
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Bauen | Ratgeber

Tiny-House-Heizung: Wie ihr euer Minihaus am besten heizen könnt

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Ein Tiny House hat rundherum Außenwände. Deshalb ist es im Winter nicht so einfach zu heizen. Dazu steht nur wenig Platz zur Verfügung und die Heizung sollte nicht zu schwer sein. Wir zeigen euch Möglichkeiten, euer Tiny House zu beheizen und nennen die Vorteile, Nachteile und Kosten verschiedener Tiny-House-Heizungen.

Viele Tiny-House-Besitzer und -Interessenten fragen sich, wie sie ihr Tiny House im Winter am besten heizen sollen. Viele Heizungsarten, die für normale Einfamilienhäuser in Frage kommen, sind für ein Tiny House schlicht überdimensioniert oder viel zu teuer.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Welche Heizung also fürs Minihaus? Ein Kaminofen? Elektrisch? Oder mit Gas? Wir stellen euch die verschiedenen Möglichkeiten für eine Heizung im Tiny House vor und nennen Vorteile sowie Nachteile.

Anforderungen an die Tiny-House-Heizung

Ein Tiny House im Winter auf eine angenehme Raumtemperatur zu heizen, das ist eine Herausforderung. Da die Tinys nur Außenwände haben und in der Regel weniger gut gedämmt sind als herkömmliche Häuser, sind die Heizkosten pro Quadratmeter häufig hoch. Dazu kommt, dass die meisten Tiny Houses on Wheels unten belüftet stehen, wodurch es gleich nochmal kälter wird. Viele Tiny-House-Bewohner haben mit eiskalten Fußböden zu kämpfen.

Darüber hinaus darf eine Heizung fürs Tiny House nicht zu schwer sein, wenn das Häuschen regelmäßig bewegt werden soll. Zudem ist der Platz begrenzt, der für eine Heizung und für Heizkörper zur Verfügung steht. Viele wünschen sich auch eine autarke Lösung. Und dann ist vielen auf Nachhaltigkeit achtenden Tiny-House-Bewohnern natürlich noch wichtig, dass sie möglichst umweltfreundlich heizen.

Folgende Anforderungen sollte eine Heizung fürs Tiny House erfüllen:

  • Günstig in der Installation und im Unterhalt.
  • Geringer Platzbedarf.
  • Geringes Gewicht.
  • Wärme sollte schnell zur Verfügung stehen, vor allem wenn man nicht dauerhaft im Tiny House ist.
  • Die Heizung sollte möglichst leise sein.

Viele Tiny-House-Fans unterschätzen die Heizungsfrage. Es empfiehlt sich, dass ihr euch schon vor dem Bau eures Häuschens Gedanken darüber macht, welchen Wärmebedarf ihr habt und welche Anforderungen eure Heizung erfüllen muss, um dann das Haus drumherum zu planen.

Dabei ist zum einen wichtig, wie warm ihr es im Tiny House haben wollt und welche Heizleistung bei der vorhandenen Dämmung dafür notwendig ist.

Euren groben Wärmebedarf könnt ihr am einfachsten online mit einem Wärmebedarfsrechner ermitteln. Ihr bekommt einen Kilowatt-Wert, der euch als Anhaltspunkt dienen kann, welche Leistung eure Heizung bringen muss.

Tiny House mit einem Holzofen heizen

Wenn ihr euer Tiny House mit Holz heizen wollt, dann gibt es generell zwei Möglichkeiten:

  • Holzöfen
  • Pelletöfen

Holzofen – das klingt romantisch, aber in der Handhabung sind Kaminöfen nicht ganz einfach. Beim klassischen Kaminofen werden Holzscheite in die Brennkammer gelegt. Über einen Regler wird die Raumluft angesaugt und in die Brennkammer geleitet. Dadurch erhitzt sich das Brennmaterial weiter, die so gewonnene Wärme wird wiederum als Konvektionswärme (das heißt über die Raumluft) an den Wohnraum abgegeben. Bei Kachel- oder Specksteinöfen erhitzt sich auch das ummantelnde Material, und es entsteht zusätzlich Strahlungswärme. Für ein Tiny House empfiehlt sich ein Ofen mit zwei bis vier Kilowatt Heizleistung.

Wichtig: Damit ihr beim Betrieb eines Holzofens im Tiny House nicht erstickt, benötigt der Holzofen in jedem Fall einen Außenluftanschluss.

Vorteile von Holzöfen

  • Holz ist ein ökologischer Brennstoff, mit dem ihr klimaneutral heizen könnt.
  • Mit Holz könnt ihr euer Tiny House autark heizen.
  • Ein Holzofen liefert eine angenehme Wärme.
  • Das sichtbare Feuer hat einen ganz eigenen Reiz.
  • Holzöfen sind relativ günstig in der Anschaffung.
  • Brennholz ist auf die Kilowattstunde Wärme bezogen eher günstig.

Nachteile von Holzöfen

  • Die Wärme lässt sich nur schlecht regulieren.
  • Es wird nur warm, wenn jemand zuhause ist und Holz nachlegen kann. Bei Abwesenheit und starkem Frost kann das zum Problem werden.
  • Wegen der Rauchbelästigung müsst ihr einen Mindestabstand zum nächsten Gebäude von 15 Metern einhalten.
  • Auf Campingplätzen sind offene Feuerstätten nicht erlaubt.
  • Oft sind die Holzöfen für Tiny Houses überdimensioniert und machen schnell eine Sauna aus dem Häuschen. Vor allem in Schlaflofts wird es mit einem Holzofen oft zu warm.
  • Holzöfen sind ziemlich schwer.
  • Ihr müsst Abstände zu brennbaren Materialien einhalten, was die Möblierung des Tiny Houses erschwert.
  • Zum Lagern von Brennholz benötigt ihr zusätzlichen Platz.
  • Die Reinigung ist aufwendig.
  • Der Schornstein kann zum Problem werden, wenn ihr das Tiny House bewegt. In diesem Fall müsste er zwangsläufig häufig abmontiert werden.

Fazit zum Kaminofen

Das Heizen mit einem Kaminofen hat eine Reihe von Nachteilen. Es ist wenig komfortabel und als alleinige Heizung im Tiny House oft nicht geeignet. Das Problem der Fußkälte im Tiny House löst ein Kaminofen nicht. Zudem könnt ihr damit nur einen einzelnen Raum beheizen.

Kaminofen in einem Tiny House
Viele der Tiny Houses des Herstellers Wohnwagon verfügen über einen Holzofen als Heizung. © Wohnwagon

Tiny House mit einem Pelletofen heizen

Eine Alternative für alle, die mit Holz heizen wollen, ist der Pelletofen. Dieser wird nicht mit Holzscheiten, sondern mit Pellets befüllt, die ihr in Säcken kaufen könnt. Der Vorratsbehälter kann mindestens zehn Kilogramm Pellets aufnehmen. Dieser Speicher reicht in der Regel für ein bis zwei Tage.

Mit den Pelletöfen zieht Hightech ins Heizen mit Holz ein: Mikroprozessoren steuern die Geräte. Bei Pellets, die über eine Förderschnecke im Ofen in den Brennraum gelangen, erfolgt die Zündung automatisch. Via Thermostat lässt sich die Raumtemperatur regeln – auf Wunsch sogar aus der Ferne per Mobiltelefon. Der Pelletofen sorgt daher für eine gleichmäßige Wärme – auch wenn ihr euch nicht um ihn kümmert.

Vorteile eines Pelletofens

  • Im Gegensatz zu einem Kaminofen läuft der Pelletofen vollautomatisch – auch wenn ihr nicht zuhause seid.
  • Die Pellets verbrennen mit nur sehr geringen Rückständen. Das macht die Reinigung eines solchen Ofens viel einfacher als bei einem herkömmlichen Kaminofen.
  • Pellets sind günstiger als Erdgas oder Erdöl.
  • Pelletöfen sind eine sehr ökologische, klimaneutrale Art des Heizens.
  • Sie liefern wie Kaminöfen eine angenehme Wärme.

Nachteile eines Pelletofens

  • Die vollautomatischen Pelletöfen benötigen Strom.
  • Da alle Pelletöfen grundsätzlich für ein Tiny House viel zu leistungsstark sind, muss die Software auf die minimierten Raumvolumina und die eingesetzten Rauchrohre angepasst werden. Nur dann arbeitet der Pelletofen ökonomisch und schadstoffarm.
  • Pelletöfen machen aufgrund ihres Gebläses und der Lüftung Geräusche.
  • Ihr benötigt Platz zur Lagerung der Pellets.
  • Ein Pelletofen ist in der Anschaffung teurer als ein Holzofen.

Fazit zum Pelletofen

Ein Pelletofen ist komfortabel und damit könnt ihr euer Tiny House sehr umweltbewusst heizen. Den Fußboden bekommt ihr damit allerdings nicht warm. Da die automatischen Pelletöfen Strom benötigen, eignet sich diese Art der Heizung nur dann für ein autarkes Leben, wenn ihr den Strom dafür selbst produzieren und speichern könnt. Zudem könnt ihr mit einem Pelletofen nur einen Raum beheizen.

Eine Übersicht über alle Arten, mit Holz zu heizen, findet ihr in unserem Artikel über Holzheizungen.

Pelletofen im Tiny House
Der Hersteller Rolling Tiny House baut Tiny-House-taugliche Pelletöfen in seine Minihäuser ein. © Rolling Tiny House

Tiny House mit Gas heizen

Viele Tiny Houses werden aus Platzgründen oder der Einfachheit halber mit Gas beheizt. Gasheizungen gibt es mit einer Warmwasser-Kombi, sodass ihr die Räume beheizen und auch warmes Wasser bereiten könnt. Das Propangas kommt meist aus der Flasche, außer es liegt eine Gasleitung am Grundstück an oder ihr stellt einen Gastank neben euer Tiny House.

Mit der Gasheizung wird durch Verbrennen die Wärme an einen Wärmeträger übertragen, entweder Wasser oder Luft. Um die Wärme dann in die entsprechenden Räume zu bekommen, benötigt ihr eine sogenannte Umwälzeinrichtung. Mit einer Gasheizung habt ihr eine Art Zentralheizung fürs Tiny House.

Vorteile von Gasheizungen

  • Gasheizungen sind effizient.
  • Sie haben einen hohen Wirkungsgrad.
  • Mit einer Gastherme könnt ihr mehrere Räume beheizen.

Nachteile vom Heizen mit Gas

  • Biogas gibt es noch nicht in Flaschen abgefüllt. Wer mit Gas heizt, heizt also mit fossilen Brennstoffen.
  • Wer weder einen Flüssiggastank neben dem Haus noch einen Stadtgasanschluss hat, der muss häufiger für Nachschub sorgen.
  • Neben der Installation der Therme müsst ihr Leitungen im ganzen Tiny House verlegen.

Mit Gas könnt ihr zwei Arten von Heizungen im Tiny House betreiben:

  • eine Warmluftheizung
  • eine Warmwasserheizung

Warmwasserheizung fürs Tiny House

In Sachen Wärmekomfort ist die Warmwasserheizung die beste Lösung. Die Anschaffungskosten sind allerdings im Vergleich zur Warmluftheizung höher, denn der Installationsaufwand ist größer und ihr benötigt zusätzliche Komponenten wie Wasserrohre, ein Pumpensystem und Heizkörper. Dafür könnt ihr mit dieser Heizung auch den Fußboden erwärmen. Ein Anbieter ist zum Beispiel Alde. Alternativ bietet sich ein sehr kompakter, leichter Gasbrennwertkessel an, wie beispielsweise der Remeha Tzerra.

Die Vorteile einer Warmwasserheizung sind:

  • ein besseres Raumklima und Wärmeklima
  • die Wasserheizung macht keine Geräusche

Sie muss allerdings regelmäßig entlüftet werden und das System muss zu hundert Prozent dicht gehalten werden. Bei längerer Abwesenheit kann Frost zum Problem werden.

Warmluftzentralheizung fürs Tiny House

Dieses Heizungskonzept erwärmt den Innenraum durch warme Luftströmungen, die an unterschiedlichen Stellen im Inneren durch die Warmluftdüsen austreten. Kombigeräte erwärmen neben der Warmluft auch das Warmwasser zum Duschen, für die Küche und am Waschbecken im Bad. Die Kombigeräte enthalten einen Warmwasserspeicher. Ein Anbieter für Tiny-House-taugliche Heizungen ist beispielsweise Truma.

Die Vorteile einer Luftheizung sind:

  • schnellere Aufheizzeit
  • einfachere Installation
  • geringere Kosten
  • geringeres Gewicht

Allerdings macht der Ventilator Geräusche, die viele vor allem nachts als störend empfinden. Diese Art der Heizung wirbelt auch viel Staub auf.

Fazit Gasheizung im Tiny House

Mit Gas könnt ihr alle Räume eures Tiny Houses heizen und gleichzeitig Warmwasser bereiten, auch eine Fußbodenheizung ist möglich. Allerdings ist Gas ein fossiler Brennstoff und ohne Gasanschluss müsst ihr regelmäßig für Gasflaschen-Nachschub sorgen. Die Betriebskosten sind verhältnismäßig günstig, werden aber in Zukunft steigen.

Heizungsanlagen, die mit Flüssiggas betrieben werden, müssen von einem Prüfer abgenommen und regelmäßig gewartet werden. Prüft also vor dem Einbau, ob die gewünschte Gasheizung für eure Art des Tiny Houses zugelassen ist. Für mobile Tiny Houses gibt es da nämlich Beschränkungen.

In diesem Video berichtet eine Tiny-House-Bewohnerin von ihren Erfahrungen mit einer gasbetriebenen Warmwasserheizung:

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Tiny House mit Infrarotheizung heizen

Infrarotheizungen funktionieren mit Strom. Sie erzeugen daraus Wärmewellen, die nicht die Luft, sondern Möbel, Decken und Wände oder Personen direkt erwärmen. Da eine Infrarotheizung beispielsweise den Boden direkt erhitzt, statt über den Umweg durch die Luft, wird der Raum direkt warm. Der Fachmann spricht hier von "Strahlungswärme".

Entscheidend für Raumtemperatur und Wirkungsgrad ist das, was an Strahlung auf welche Oberflächen auftrifft und von dort als Wärme in den Raum reflektiert wird. Gebäude beziehungsweise Räume, deren Wände aus massivem Holz bestehen, sind zum Beispiel nahezu ideal für den Einsatz von Infrarotheizungen, da sie trocken sind und über eine hohe, natürliche Wärmedämmwirkung verfügen.

Infrarotheizungen in Form von Paneelen werden an die Decke oder an der Wand montiert.

Vorteile von Infrarotheizungen

  • Geringe Installationskosten.
  • Geringe Kosten für die Wartung (kein Schornsteinfeger nötig).
  • Wenig Platzbedarf und geringes Gewicht.
  • Infrarotheizungen können sehr schnell die Temperatur im Raum verändern.
  • Sie liefern eine Wärme, die meist als behaglich empfunden wird.
  • Sie erzeugen ein gesundes Raumklima, denn es entstehen keinerlei Luftverwirbelungen.
  • Große Designvielfalt. Sie können zugleich Spiegel oder Wandbild sein.

Nachteile von Infrarotheizungen

  • Hohe Betriebskosten: Da Strom teuer ist und auch in Zukunft wohl immer teurer werden wird, sind die Betriebskosten einer Infrarotheizung ziemlich hoch.
  • Geringe Energieeffizienz: Um ein Zimmer mit Strom auf eine bestimmte Temperatur zu bekommen, ist immer mehr Energie notwendig als mit jeder anderen Heizungsform.
  • Wie umweltfreundlich eine solche Heizung ist, hängt davon ab, ob der verwendete Strom aus regenerativen Quellen stammt oder nicht.

Fazit zu Infrarotheizungen

Infrarotheizungen sind die wohl einfachste Art und Weise, ein Tiny House zu heizen. Ihr benötigt für ihren Betrieb lediglich Strom. Damit sind sie allerdings für autarke Lösungen nicht geeignet. Infrarotheizungen müssen auch nicht gewartet werden. Bei schlecht gedämmten Tiny Houses können die Betriebskosten allerdings relativ hoch werden.

Ein Beispiel zu den entstehenden Betriebskosten: Um einen 15 Quadratmeter großen Raum zu beheizen, benötigt ihr eine Infrarotheizung mit etwa 600 Watt. Wird diese Heizung eine Stunde lang betrieben, dann verbraucht sie 0,6 Kilowattstunden Strom. Geht man nun davon aus, dass täglich acht Stunden lang geheizt wird und das an 180 Tagen im Jahr, dann entstehen bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30,91 Cent pro Kilowattstunde jährlich Kosten in Höhe von 267 Euro.

Mehr Infos zu Infrarotheizungen und ihren Kosten findet ihr in unserem Beitrag über Infrarotheizungen und wann sie sich lohnen.

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach hat, der könnte auf die Idee kommen, die Infrarotheizung mit selbst produziertem Strom zu betreiben. Das wäre zweifelsohne eine sehr ökologische Art zu heizen. Das Problem ist nur, dass der Strom ausgerechnet dann, wenn man ihn benötigt – nämlich an trüben, kalten Tagen – nicht ausreichend zur Verfügung steht. Ihr braucht also noch einen Stromspeicher. Der wiederum ist noch recht teuer und schmälert so den Kostenvorteil bei Anschaffung und Installation einer Infrarotheizung. Und er benötigt weiteren Platz im Tiny House.

Dazu kommt, dass die Dachfläche eines Tiny Houses aller Wahrscheinlichkeit nicht reicht, um den Energiebedarf für eine Vollheizung zu decken.

Infrarotheizung an der Decke eines Tiny Houses
Die Zimmerei Prommersberger baut in ihre Tiny Houses Infrarotheizungen an der Decke ein. © Zimmerei Prommersberger

Tiny House mit elektrischer Fußbodenheizung heizen

Eine weitere Möglichkeit, das Tiny House mit Strom zu beheizen, ist eine elektrische Fußbodenheizung.

Fußbodenheizungen gehören zu den Flächenheizungen. Wenn ihr euren Boden elektrisch heizen wollt, habt ihr mittlerweile eine große Auswahl unterschiedlicher Systeme:

  • Heizmatten, auch Dünnbettheizung oder Fliesenheizung genannt
  • Heizfolien, auch Carbonheizfolie oder Heizfilm
  • Heizgewebe auf Glasfaserbasis

Vorteile von elektrischen Fußbodenheizungen

  • Angenehme Wärme.
  • Preiswert in der Anschaffung: Pro Quadratmeter kosten Heizfolien zwischen 20 und 50 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Thermostate, Trafos und die Arbeitsstunden für die Installation der Elektrik. Denn dafür müsst ihr nach VDE DIN 100 einen Fachmann beauftragen.
  • Eine Elektro-Fußbodenheizung spart Platz.
  • Gut zum Nachrüsten und fürs Tiny House geeignet, weil sie eine geringe Aufbauhöhe haben.
  • Geringe Aufwärmzeit.
  • Gut für Asthmatiker.

Nachteile von elektrischen Fußbodenheizungen

  • Teuer bei den Betriebskosten: Für die Fußbodenheizung in einem zehn Quadratmeter großen Raum müsst ihr mit rund 300 Euro Stromkosten im Jahr rechnen.
  • Nicht für alle Bodenbeläge gleich gut geeignet.
  • Deckt nicht immer die Heizlast, vor allem wenn die Grundfläche klein ist und mit Möbeln zugestellt wird.
  • Möglicher Wärmeverlust über den Boden, wenn der nicht gedämmt ist.

Alternative für warme Füße: Heizteppich

Wer nur an bestimmte Stellen im Tiny House Wert auf einen warmen Fußboden legt und sich für eine andere Art der Heizung entscheidet, für den kommt vielleicht eine Teppichheizung in Frage. Solche Teppichheizmatten könnt ihr auf 40, 50 oder 60 Grad Celsius einstellen. Gumminoppen auf der Unterseite verhindern, dass die Matte hin- und her rutscht, zum Beispiel auf Fliesen- oder Dielenböden. Einen kleine Haken gibt es bei der Teppichheizung allerdings: Die Matte ist nicht wasserdicht, euren Tee solltet ihr also besser nicht darüber verschütten.

Beheizter Filzteppich für den Arbeitsplatz
Wärmt von unten: Der beheizte Teppich von casa pura sorgt für warme Füße. © Casa Pura

Fazit zu elektrischen Fußbodenheizungen

Für elektrische Fußbodenheizungen gilt das gleiche wie für Infrarotheizungen: Sie benötigen wenig Platz, können aber im Dauerbetrieb hohe Stromkosten verursachen. Für autarke Lösungen sind sie meist nicht geeignet und nicht immer reicht die Bodenfläche im Tiny House aus, um das Häuschen wirklich warm zu bekommen.

Andere Elektroheizungen fürs Tiny House

Neben Infrarotpaneelen und elektrischen Fußbodenheizungen gibt es noch weitere strombetriebene Heizungen, die fürs Tiny House in Frage kommen:

  • Flächenheizungen an der Decke oder an der Wand. Von Future Carbon gibt es beispielsweise eine elektrisch beheizbare Trockenbauplatte. Die Carbo e-Wall wird wie eine Gipskartonplatte verbaut und verbraucht so keinen Platz im Minihaus. Solche Wandheizungen haben den Vorteil, dass sie Schimmel im Tiny House vorbeugen können. Mehr dazu lest ihr in unseren Artikel über Deckenheizungen und Wandheizungen.
  • Elektroradiatoren. Sie sehen aus wie herkömmliche Heizkörper. Dank Stromanschluss könnt ihr sie jedoch flexibel überall dort einsetzen, wo eine Steckdose in der Nähe ist. Um die Wärme zu speichern sind Radiatoren meist mit Öl oder Wasser gefüllt. Die Flüssigkeit wird mit Strom erhitzt. Danach gibt der Radiator Konvektionswärme an den umgebenden Raum ab. Elektroradiatoren können als Zusatzheizung sinnvoll sein, haben aber einen hohen Stromverbrauch und sind deshalb als alleinige, elektrische Heizungsanlage im Betrieb zu teuer.
Tiny House von Pixel Home
Dieses Tiny House von Pixel Home wird mit Carbo e-Wall-Trockenbauplatten sowie Carbo e-Now Heizvlieselementen als Vollheizung beheizt. © PixelHome GmbH

Fazit: Welches ist die beste Heizung fürs Tiny House?

Jede der vorgestellten Heizungen fürs Tiny House hat Vorteile und Nachteile. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es schlicht nicht. Ihr müsst also für euch beurteilen, was euch wichtig ist, welches Budget zur Verfügung steht und welche Heizung für euch passt.

Wenn ihr euch nicht gerade für eine gasbetriebene Warmwasserheizung als Zentralheizung für euer Tiny House entscheidet, kann es sinnvoll sein, zwei Heizungsarten zu kombinieren. Zum Beispiel den Holzofen mit einer Infrarotheizung als Backup oder einer Infrarot-Spiegelheizung im Badezimmer. Oder die elektrische Fußbodenheizung mit dem Pelletofen. Im Zweifel kann euch ein Energieberater weiterhelfen.

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