Monteur misst Abgaswerte bei einer Heizung
© Arnt Haug

Modernisieren | Ratgeber

Welche Heizung ist die beste? Ein Vergleich von Öl, Gas, Strom und Holz

Claudia Lindenberg

Womit am besten heizen? Gas, Öl, Strom oder Holz? Wir zeigen die Vorteile und Nachteile der vier wichtigsten Heizungsarten und geben eine Übersicht über CO2-Emissionen, Kosten und Effizienz.

Beim Thema Heizung gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Der eine schwört auf Gas, der andere lässt nichts auf Heizöl kommen. Umweltbewusste Hausbesitzer wollen dagegen eher mit Strom oder Holz heizen. Doch welcher Heizungstyp ist nun der beste? Aufgrund der unterschiedlichen Technik ist das schwer zu vergleichen. Wir haben trotzdem einmal eine Gegenüberstellung von Heizungen auf Basis von drei Vergleichswerten gewagt:

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  • den CO2-Emissionen
  • den Kosten pro Kilowattstunde
  • dem Primärenergiefaktor. Hier werden bei unterschiedlichen Energieträgern die Werte in Bezug auf die Effizienz der Bereitstellung, der Versorgungssicherheit und Klimaschädlichkeit verglichen. Dabei gilt: Je kleiner der jeweilige Primärenergiefaktor, desto effizienter ist die entsprechende Energieform.

Im Folgenden findet ihr eine kurze Übersicht der vier wichtigsten Heizungstypen, deren Vorteile und Nachteile sowie die Angaben zu Emissionen, Kosten und Primärenergiefaktor.

Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Heizen mit Heizöl: Fossiler Dauerbrenner

Ab 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Noch aber nutzt etwa jeder vierte deutsche Haushalt Öl zum Heizen; bei neu installierten Heizungen liegt der Marktanteil allerdings bei weniger als zehn Prozent.

Vorteilhaft ist, dass Öl – anders als Erdgas – unabhängig von einem Netzanschluss genutzt werden kann. Nachteilig ist hingegen der Platzbedarf für die Lagerung in großen Tanks – entweder im Keller oder in speziellen Erdtanks im Garten.

Die Verbrauchskosten für Heizöl schwanken stark, die Versorgungssicherheit ist langfristig auch abhängig von politischen Faktoren. Allerdings können Nutzer ihre Heizkosten optimieren, indem sie versuchen, jeweils einen günstigen Zeitpunkt für die Bestellung abzupassen. Die CO2-Bilanz fällt schwächer aus als bei Erdgas, in Kombination mit Solarthermie lässt sich die Ökobilanz jedoch verbessern.

  • Emissionen: 266 Gramm CO2 je Kilowattstunde
  • Kosten: 6,5 Cent pro Kilowattstunde
  • Primärenergiefaktor: 1,1

Heizen mit Erdgas: Mit Abstand die Nummer Eins

Seit den 1980er-Jahren ist der fossile Brennstoff Erdgas als Energieträger in Deutschland immer beliebter geworden. Mittlerweile heizt nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nahezu jeder zweite deutsche Haushalt mit diesem Brennstoff. Bei neuen Heizungen liegt der Marktanteil sogar bei 75 Prozent.

Voraussetzung für die Nutzung ist die Anbindung des Grundstücks an das Gasnetz. Der Hausanschluss schlägt mit rund 2.000 Euro zu Buche. Der Vorteil von Erdgas liegt damit auf der Hand, denn es erfordert keinen Platz für Tanks. Diese sind nur erforderlich, falls mangels Gasanschluss in der Nähe Propangas genutzt wird. Es fällt bei der Verarbeitung von Rohöl an und wird in Flüssiggastanks auf dem Grundstück gelagert.

Verbrennungsregelungssystem InoiDetect von Vaillant
Moderne Gas-Brennwertgeräte gewährleisten eine optimale Energieausbeute. © Vaillant

Gas gilt als sauberer Brennstoff, da es fast ohne Rückstände verbrennt. Je Kilowattstunde beträgt der CO2-Ausstoß rund 200 Gramm. Eine Kombination mit der Nutzung erneuerbarer Energien ist möglich und hilft, die Ökobilanz weiter zu verbessern. Die Preise waren in den vergangenen zehn Jahren relativ stabil und lagen meist zwischen 6 und 7 Cent je Kilowattstunde. Etwa 90 Prozent des Erdgases werden importiert; 40 Prozent davon kommen aus Russland. Die bekannten Erdgasvorräte reichen noch für circa 60 Jahre.

  • Emissionen: 202 Gramm CO2 je Kilowattstunde
  • Kosten: rund 6 Cent pro Kilowattstunde
  • Primärenergiefaktor: 1,1

Heizen mit Strom: Effizient nur mit Wärmepumpe

Strom als Energieträger ist zwar praktisch, da keine Lagerflächen und keine Heizungsanlage im Keller erforderlich sind. Zum Heizen ist normaler Haushaltsstrom mit inzwischen rund 30 Cent je Kilowattstunde allerdings sehr teuer.

Auch um die Energiebilanz steht es nicht zum Besten: So liegt der CO2-Ausstoß beim aktuellen Strommix noch immer deutlich über dem von Gas und Öl. Der Grund sind die hohen Verluste, die bei der Stromproduktion im Kraftwerk anfallen. Positiver fällt die Bewertung von Strom als Energieträger aus, wenn er über eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach produziert wird.

Auch normaler Strom aus dem Netz kann allerdings als Energieträger für die Heizung effizient und klimafreundlich sein, wenn er für eine Wärmepumpe eingesetzt wird. Diese nutzen zusätzlich Umweltwärme und können mit einer Kilowattstunde Strom rund vier Kilowattstunden Heizwärme erzeugen. Je Kilowattstunde Heizwärme liegen sowohl der Preis als auch die CO2-Emissionen dann nur bei einem Viertel der in der Tabelle unten genannten Werte. Für Heizstrom gibt es zudem oft preisgünstige Sondertarife.

Reine Stromheizungen bieten sich nur für bestimmte Raumsituationen an – etwa bei selten genutzten Räumen oder da, wo nur mit großem Aufwand ein wasserführender Heizkörper samt Leitungen installiert werden könnte.

  • Emissionen: 537 Gramm CO2 je Kilowattstunde
  • Kosten: 20 bis 25 Cent pro Kilowattstunde (Tarif Heizstrom)
  • Primärenergiefaktor: 1,8 (aus nicht erneuerbaren Quellen)

Heizen mit Holz: Wenig CO2, viel Feinstaub

Heizungsanlagen, die mit dem nachhaltigen Energieträger Holz betrieben werden, sind besonders interessant für alle, die Wert auf einen möglichst geringen CO2-Ausstoß legen. Bei der Verbrennung wird exakt so viel CO2 freigesetzt, wie es auch bei der natürlichen Zersetzung der Fall wäre, sprich: Holz ist CO2-neutral.

Beispiel eines vollautomatischen Holzkessel für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann)
Beispiel eines vollautomatischen Holzkessels für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann) © Viessmann

Schadstofffrei ist der Energieträger – sei es in Form von Holzscheiten, Pellets oder Hackschnitzeln – jedoch nicht. Neben Stickstoffoxid und Kohlenmonoxid wird auch Feinstaub freigesetzt – diese Emissionen sind deutlich höher als bei Gas- und Ölheizungen.

Wie Öl erfordert auch Holz Lagerfläche: Pellets und Hackschnitzel werden in Silos gelagert, Holzscheite üblicherweise an einem geschützten Platz auf dem Grundstück. Pelletsilos für eine Heizungsanlage mit 15 bis 20 Kilowatt erfordern etwa 14 bis 18 Kubikmeter Raum.

  • Emissionen: 23 Gramm CO2 je Kilowattstunde
  • Kosten: knapp 5 Cent pro Kilowattstunde (Pellets)
  • Primärenergiefaktor: 0,2

Fazit: Welche Heizung ist am besten?

Den perfekten Energieträger für jedes Haus pauschal zu benennen, gelingt nicht. Gas, Öl, Strom und Holz stehen zur Wahl – die Sonne kann über Solarkollektoren bei allen Systemen ergänzend regenerative Wärme beisteuern.

Jeder Energieträger bietet Vor- und Nachteile – etwa in puncto Investitionen, Verbrauchskosten, Komfort, Raumbedarf und nicht zuletzt auch bei der Umweltbilanz. Der Blick auf die CO2-Bilanz ist dabei wichtig, aber nicht der einzige Aspekt. Auch weitere Emissionen (zum Beispiel Feinstaub) und der Primärenergiefaktor sind zu beachten.

Welcher Energieträger infrage kommt, hängt nicht zuletzt auch immer stark von den örtlichen Gegebenheiten ab. Dabei geht es zum Beispiel um folgende Fragen: Ist das Haus bereits ans Erdgasnetz angeschlossen? Ist ein Öltank vorhanden? Gibt es Platz für ein Pelletlager? Eignet sich der Altbau für eine Wärmepumpe?

Setzt euch, bevor ihr euch für den Einbau einer neuen Heizung entscheidet, also auf jeden Fall mit einem Experten (Schorsteinfeger, Heizungsbauer oder Energieberater) zusammen.

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