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Modernisieren | Ratgeber

Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW

Dirc Kalweit

Die staatliche Förderung von sparsamen Heizungen soll die Energiewende voranbringen. Wir erklären, wie Bauherren und Hausbesitzer an den Zuschuss von BAFA und KfW kommen.

Ihr plant den Einbau einer neuen Heizung und sucht nach der richtigen Förderung? Der Staat unterstützt Bauherren und Hausbesitzer beim Energiesparen mit zinsgünstigen Darlehen und hohen Zuschüssen. Dementsprechend sollen Förderprogramme zur energetischen Sanierung und Heizungserneuerung die Wärmewende im Gebäudebestand voranbringen.

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Die wichtigsten bundesweiten Förderungen sind die Darlehen und Zuschüsse der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für Modernisierer und Bauherren sowie das Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossen Klimapaketes wurden die Förderprogramme für Heizungen komplett überarbeitet. Der Großteil der Fördermaßnahmen liegt jetzt beim BAFA. Den aktuellen Stand, der seit dem 01.01.2020 gilt, haben wir in einem großen Ratgeber-Artikel zum Thema "Klimapaket: Was diese Beschlüsse für Hausbesitzer & Mieter bedeuten" zusammengefasst.

Das Marktanreizprogramm des BAFA

Zuschüsse für die ­Heizungserneuerung auf der Basis von erneuerbaren Energien ­werden vom Bundes­amt für Wirtschaft und Ausfuhrkon­trolle (BAFA) ­vergeben. Bisher gab es diese Investitionszuschüsse in Form von festen Summen. Jetzt wird die Höhe der Förderung als prozentualer Anteil der "förderfähigen Kosten" berechnet.

Als förderfähige Kosten gelten dabei neben dem reinen Kaufpreis der neuen Heizung auch weitere Maßnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung stehen (zum Beispiel die De-Installation der alten Heizung oder eine Schornsteinsanierung). Detaillierte Angaben dazu findet ihr im BAFA-Merkblatt der förderfähigen Kosten.

Hier die Übersicht, welche Heizungen das BAFA seit dem 01.01.2020 im Einzelnen fördert:

BAFA-Förderung für Hybridheizungen

Hybridheizungen kombinieren unterschiedliche Techniken zur Wärmegewinnung ein einem Gerät. Das BAFA fördert zwei Arten von Hybridheizungen:

  1. Erneuerbare-Energien-Hybridheizung: Sie kombiniert ausschließlich Technologie-Komponenten zur Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien (Solar, Biomasse oder Wärmepumpe). Die von der BAFA dafür geforderten technischen Voraussetzungen für die Förderung der EE-Hybridheizung ergeben sich aus den technischen Voraussetzungen der einzelnen Technologie-Komponenten. Bei dieser Form der Hybridheizung stellt das BAFA Fördermittel in Höhe von 35 Prozent der förderfähigen Kosten zu Verfügung.
  2. Gas-Hybridheizung: Die Kombination aus fossilen und erneuerbaren Energien. Die neue Gasheizung muss dabei über eine gemeinsame Steuer- und Regelungstechnik mit einem oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien verbunden sein. Achtung: Für die Gas-Hybridheizung gibt es nur dann Fördergelder, wenn über den regenerativen Wärmeerzeuger mindestens 25 Prozent der Heizlast des versorgten Gebäudes abgedeckt sind. In diesem Fall beträgt die Förderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Gas-Brennwert-/Solar-Kompaktgerät Vitodens 242-F von Viessmann
Gasbrennwertheizungen, die erneuerbare Energien mit einbinden (hier: Modell Vitodens 242-F von Viessmann), werden auch 2020 gefördert. © Viessmann

BAFA-Förderung für Gas-Brennwertheizungen (Renewable Ready)

Neben der oben erwähnten Gas-Hybridheizung gibt es auch noch eine Förderung für "normale" Gasheizungen. Allerdings nur dann, wenn schon hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik für eine künftige, teilweise Nutzung von erneuerbaren Energien mit verbaut ist. Spätestens nach zwei Jahren muss dann aus dieser Gasheizung eine Gas-Hybridheizung werden und zusätzliche Wärme aus erneuerbaren Energien nutzen. Ist das gewährleistet, beträgt die BAFA-Förderung 20 Prozent der förderfähigen Kosten.

BAFA-Förderung für Biomasseanlagen

Gefördert werden folgende Heizungen, die über Biomasse Wärme erzeugen:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und –hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Die Nennwärmeleistung zur thermischen Nutzung muss dabei mindestens fünf Kilowatt betragen. So die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind, gibt es für Biomasseanlagen einen Zuschuss von 35 Prozent.

Scheitzholzkessel der Firma Brunner
Scheitholzkessel (hier von Brunner) haben eine gute Klimabilanz. © Brunner

BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Das BAFA fördert die Errichtung von effizienten Wärmepumpenanlagen. Auch bei der Nachrüstung gibt es Fördergelder, wenn die Wärmepumpe überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dient.

Der Förderzuschuss der BAFA für Wärmepumpen beträgt 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Ausführliche Infos zu den technischen Voraussetzungen, der Antragstellung und weiteren Details findet ihr in diesem Artikel:

BAFA-Förderung für Solarthermie

Bei der Solarthermie wird (im Unterschied zur Photovoltaik) Sonnenergie in Wärme umgewandelt. Auch die Errichtung oder Erweiterung von Solarkollektoranlagen fördert die BAFA – unter der Voraussetzung, dass die Solarthermieanlage überwiegend zur Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz genutzt wird. Wenn das der Fall ist, gibt es bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten zurück.

Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf
Kombination: Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf © Wolf

Zusätzlicher Zuschuss durch den Austausch einer alten Ölheizung

Bei allen genannten, förderfähigen Heizungen erhöht sich die Summe um weitere 10 Prozent, wenn ihr eine alte Ölheizung durch die neue Heizung ersetzt.

Die BAFA-Zuschüsse für die Heizungserneuerung in der Übersicht

Hier noch einmal die Fördersätze im Überblick:

  • Heizungsart
  • Förderbonus
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizung
  • 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizung
  • 30 Prozent
  • Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready"
  • 20 Prozent
  • Biomasseanlagen
  • 30 Prozent
  • Wärmepumpen
  • 35 Prozent
  • Solarthermie
  • 30 Prozent
  • Zusatzbonus von 10 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung
  • 10 Prozent

Übersicht: Die Heizungs-Fördermittel der BAFA

So stellt ihr den Antrag auf Heizungs-Förderung beim BAFA

Die ­Zuschüsse müsst ihr grundsätzlich immer immer vor Umsetzung der Maßnahme beantragen. Dabei gilt: Mit dem Beginn der Umsetzung ist der Vertragsabschluss mit dem Installationsbetrieb beziehungsweise dessen Beauftragung gemeint. Planungsleistungen dürfen dagegen auch vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Bevor ihr den Antrag stellt, solltet ihr schon Kostenvoranschläge haben für die Leistungen, die gefördert werden sollen. Eine realistische Kostenschätzung ist sehr wichtig, denn nach den geschätzten Kosten, die ihr im Antrag angebt, berechnet sich die Fördersumme. Ein nachträgliche Korrektur ist dabei nicht mehr möglich.

Die förderfähigen Kosten betragen bei Wohngebäuden je Wohneinheit maximal 50.000 Euro (brutto). ACHTUNG: Wenn ihr unter die Austauschpflicht gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) § 10 fallt, gibt es keine Fördermittel!

Den Antrag stellt ihr bei der BAFA über das elektronische Antragsformular

Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung handelt es sich nicht um eine klassische Heizung. Da bei KWK-Anlagen aber neben Strom auch Wärme erzeugt wird, wollen wir die Möglichkeit hier auch aufführen.

Das BAFA fördert kleine Anlagen zur Kraft-­Wärme-Kopplung (Mini-KWK) bis 20 Kilowatt elektrischer Leistung in Bestandsgebäuden (Bauantrag vor dem 1.1.2009) mit Investitionszuschüssen. Hierbei gilt: Die Höhe der Förderung ist nach der ­elektrischen Leistung der Anlagen ­gestaffelt; im kleineren Leistungsbereich steigt der Zuschuss schneller an. Beispiele (nach elektrischer Leistung):

  • 1 kW: 1.900 Euro Zuschuss
  • 4 kW: 2.800 Euro Zuschuss
  • 10 kW: 3.400 Euro Zuschuss
  • 20 kW: 3.500 Euro Zuschuss

Zudem können besonders energieeffiziente Mini-KWK-­Anlagen zusätzlich zur Basisförderung einen Wärme- beziehungsweise Stromeffizienzbonus erhalten. Der Wärme­effizienzbonus beträgt 25 Prozent der Basisförderung; er wird für Anlagen gewährt, die mit einem (zweiten) Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet und an ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem angeschlossen sind.

Den Stromeffi­zienzbonus gibt es für Anlagen mit besonders hohem elek­trischem Wirkungsgrad; er beträgt 60 Prozent der Basisförderung. Die Förderung erhalten grundsätzlich nur sehr ­effiziente ­Anlagen, die die Anforderungen der EU-KWK-Richtlinie für Kleinstanlagen deutlich übertreffen.

Zuschuss für Kraft-Wärme-Kopplung: Hier geht es zur BAFA-Seite mit allen Förder-Infos und dem Förderverfahren.

Die (reduzierte) Förderung durch die KfW

Neben dem BAFA gibt es auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Fördertöpfe für die Heizungserneuerung. Allerdings nur noch in viel geringerem Umfang.

KfW-Förderkredite

Gab es bis Ende 2019 bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau noch spezielle Zuschuss-Programme bei der Heizungserneuerung, so vergibt die KfW jetzt nur noch Förderkredite zu folgenden Konditionen:

  • 0,78 % effektivem Jahreszins
  • bis zu 50.000 Euro Kreditbetrag

Der Kredit gilt für alle, die ihre Heizungsanlage in Wohn­gebäuden auf erneuer­bare Energien umstellen wollen. Auch für den Kauf von saniertem Wohn­raum mit neuer Heizungsanlage ist die Beantragung eines KfW-Kredites möglich. Die KfW weist ausdrücklich darauf hin, das der Kredit auch als Ergänzung zu den BAFA-Zuschüssen beantragt werden kann.

KfW-Zuschuss für die Brennstoffzellenheizung

Dabei wird der Einbau von Brennstoffzellensystemen (Programm 433) mit einer Leistung von 0,25 kW bis 5 kW in Wohngebäuden gefördert, wenn die Brennstoffzelle in die Wärme- und Stromversorgung des Gebäudes eingebunden wird. Wobei die Förderung bei Neubauten und energetischen Sanierungen möglich ist. Abhängig von der elektrischen Leistung des eingebauten Brenn­stoff­zellen­systems könnt ihr Zuschüsse zwischen 7.050 und 28.200 Euro bekommen.

Dabei richtet sich die Höhe des Zuschuss nach

  • der Leistungs­klasse der Brenn­stoffzelle und
  • der Höhe ihrer förder­fähigen Gesamt­kosten.

Der Zuschuss für die Leistungskasse der Brennstoffzelle setzt sich zusammen aus

  • einem Fest­betrag von 5.700 Euro und
  • einem leistungs­abhängigen Betrag von 450 Euro je angefangene 100 Watt elektrische Leistung.

Es werden maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Die Förderung ist mit den Zulagen aus dem KWK-Gesetz kumulierbar.

Förderung der Brennstoffzellenheizung: Hier geht es zur KfW-Seite mit allen Förderinfos.

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