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Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Die staatliche Förderung von sparsamen Heizungen soll die Energiewende voranbringen. Wir erklären, wie Bauherren und Hausbesitzer an den Zuschuss von BAFA und KfW kommen.

Ihr plant den Einbau einer neuen Heizung und sucht nach der richtigen Förderung? Der Staat unterstützt Bauherren und Hauseigentümer, die ihre Heizung auf erneuerbare Energien umstellen, mit hohen Zuschüssen. Schließlich ist die Energiewende im Gebäudebestand ein zentrales Anliegen der Klimapolitik der Bundesregierung.

Der Staat fördert den Einbau von Heizungen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme (BEG EM). Dazu zählen Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und EE-Hybrid-Heizungen. Die Förderung für Einzelmaßnahmen wird ausschließlich in Form von Investitionszuschüssen gewährt.

Für ihre Abwicklung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständig. Mit der jüngsten Umgestaltung der Förderrichtlinien Ende Juli 2022 wurden die Konditionen erheblich verändert. Anders als früher unterscheidet sich die Höhe der Förderung für die unterschiedlichen Heizungen nun deutlich.

Auch für Heizungen mit Brennstoffzellen gibt es Zuschüsse, allerdings nicht beim BAFA, sondern bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Neben dem Bund haben auch viele Länder und Kommunen sowie Energiedienstleister Programme zur Förderung der neuen Heizung aufgelegt. Die findet ihr am besten über eine Förderdatenbank wie www.foerderdatenbank.de oder www.foerderdata.de.

Im Folgenden erklären wir euch, welche Förderungen es bundesweit für die neue Heizung gibt, wie viel Geld ihr vom Staat bekommen könnt und worauf ihr achten müsst.

Die Förderung der Heizungserneuerung beim BAFA

Zuschüsse für die ­Heizungserneuerung auf der Basis von erneuerbaren Energien ­werden vom Bundes­amt für Wirtschaft und Ausfuhrkon­trolle (BAFA) ­vergeben. Die Höhe der Förderung wird dabei als prozentualer Anteil der "förderfähigen Kosten" berechnet.

Als förderfähige Kosten gelten dabei neben den Kosten für die Anschaffung und Installation der neuen Heizung auch weitere Maßnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung stehen. Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau und die Entsorgung der alten Heizung, aber auch eine Schornsteinsanierung oder der Einbau von Flächenheizkörpern. Detaillierte Angaben dazu findet ihr im BAFA-Merkblatt der förderfähigen Kosten.

Die förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen und damit auch für die Heizungserneuerung sind gedeckelt. Sie betragen maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr.

Die Höhe der Förderung für die neue Heizung beim BAFA

Die Basis-Fördersätze für die neue Heizung liegen ab 15.08.2022 zwischen 10 Prozent (Biomasseheizung) und 25 Prozent (Solarthermie, Wärmepumpe, EE-Hybrid-Heizung, Wärme- oder Gebäudenetzanschluss). Diese Sätze können durch diverse Boni erhöht werden:

  • Ihr wählt als neue Heizung eine Wärmepumpe, für die das Erdreich, Grundwasser oder Abwasser als Wärmequelle erschlossen wird, oder ihr bindet eine solche Wärmepumpe in ein Hybrid-System ein: + 5 Prozent (Effizienz-Bonus, ab 15.08.2022)
  • Ihr entscheidet euch für eine Holzheizung oder eine andere Biomasseanlage, die besonders emissionsarm ist, oder integriert eine solche Heizung in ein Hybrid-System: + 5 Prozent (Innovationsbonus)
  • Die neue Heizung ersetzt eine funktionsfähige alte Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine funktionsfähige mindestens 20 Jahre alte Gasheizung: + 10 Prozent (Austausch-Bonus, für Gasheizungen ab 15.08.2022)

Ein Beispiel: Ihr tauscht die alte Gasheizung gegen eine Erdwärmepumpe. Dann übernimmt der Staat 40 Prozent der Kosten. Bei einem Investitionsvolumen von 35.000 Euro sind das satte 14.000 Euro.

Übrigens: Für Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, gibt es ab 15.08.2022 keine Förderung mehr, auch nicht für Hybrid-Heizungen, in die fossile Wärmeerzeuger eingebunden sind.

BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Nach Einschätzung der Bundesregierung übernehmen Wärmepumpen eine Schlüsselrolle in der Energiewende im Gebäude. Entsprechend hoch und differenziert ist die Förderung. Das BAFA fördert den Einbau von Wärmepumpen, wenn die Wärmepumpe überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dient.

Die Basis-Förderung des BAFA für Wärmepumpen beträgt 25 Prozent der förderfähigen Kosten. Wenn als Wärmequelle das Erdreich, das Grundwasser oder Abwasser erschlossen wird, gibt es sogar 30 Prozent. Dann kommt ein Effizienzbonus in Höhe von 5 Prozentpunkten auf die Basis-Förderung oben drauf.

Ausführliche Infos zu den technischen Voraussetzungen, der Antragstellung und weiteren Details findet ihr in diesem Artikel:

Förderung von Wärmepumpen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

BAFA-Förderung für Biomasseheizungen

Gefördert werden folgende Heizungen, die über Biomasse Wärme erzeugen:

  • Kessel zur Verbrennung von Biomassepellets und –hackschnitzeln
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Die Nennwärmeleistung zur thermischen Nutzung muss dabei mindestens fünf Kilowatt betragen. So die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind, gibt es für Biomasseanlagen einen Zuschuss von 10 Prozent.

Wenn die Holzheizung oder Pelletheizung besonders klimaschonend ist und einen Emissionsgrenzwert für Feinstaub von maximal 2,5 mg/m³ einhält, belohnt der Staat das mit dem sogenannten Innovationsbonus. Die Förderung einer solche Heizung erhöht sich dann um
10 Prozentpunkte auf 20 Prozent.

Förderung von Holzheizungen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Scheitzholzkessel der Firma Brunner
Scheitholzkessel (hier von Brunner) haben eine gute Klimabilanz. © Brunner

BAFA-Förderung für Solarthermie

Bei der Solarthermie wird (im Unterschied zur Photovoltaik) Sonnenergie in Wärme umgewandelt. Auch die Errichtung oder Erweiterung von Solarkollektoranlagen fördert die BAFA – unter der Voraussetzung, dass ihr die Solarthermieanlage überwiegend zur Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung, der Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz nutzt. Wenn das der Fall ist, gibt es bis zu 25 Prozent der förderfähigen Kosten zurück.

Doch Vorsicht: Eine Solarthermieanlage alleine kann in der Regel nicht den gesamten Energiebedarf des Gebäudes decken. Deshalb wird diese Technologie gerne in Hybrid-Heizungen mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert. Wenn das für euch eine Option ist, solltet ihr im Blick haben, dass es ab 15.08.2022 keine Förderung mehr für Hybrid-Heizungen gibt, in die fossile Wärmeerzeuger eingebunden sind.

Förderung von Solarthermieanlagen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf
Hybridheizungen, die eine Gasheizung mit einbinden (im Bild die Kombi eines Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren) werden NICHT mehr gefördert. © Wolf

BAFA-Förderung für Hybrid-Heizungen

Hybridheizungen kombinieren unterschiedliche Techniken zur Wärmegewinnung in einem Gerät. Die BAFA-Förderung gibt es ausschließlich für Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen: Sie kombinieren ausschließlich Technologie-Komponenten zur Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien (Solarthermie, Biomasse oder Wärmepumpe). Die von der BAFA geforderten technischen Voraussetzungen für die Förderung der EE-Hybridheizung ergeben sich aus den technischen Voraussetzungen der einzelnen Technologie-Komponenten. Der Basis-Fördersatz für EE-Hybrid-Heizungen beträgt 25 Prozent. Wenn eine Biomasseanlage Teil der EE-Hybrid-Heizung ist, fällt die Förderung geringer aus. Dann gibt der Staat nur 20 Prozent dazu.

Zusätzlicher Zuschuss durch den Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein zentrales Element in der Klimapolitik. Im Gebäudebereich heißt das: Weg von Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Den Austausch der Wärmeerzeuger kurbelt die Bundesregierung mit einem Bonus an: Wer eine funktionsfähige alte Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine funktionsfähige mindestens 20 Jahre alte Gasheizung durch eine Heizung mit erneuerbaren Energien ersetzt, bekommt einen Austausch-Bonus in Höhe von 10 Prozent. Bedingung ist, dass die neue Heizung ganz ohne fossile Brennstoffe betrieben wird.

Die BAFA-Zuschüsse für die Heizungserneuerung in der Übersicht

Hier noch einmal die ab 15.08.2022 gültigen Basis-Fördersätze und die jeweils möglichen Boni im Überblick:

  • Heizungsart
  • Basis-Fördersatz
  • Effizienz-Bonus
  • Innovationsbonus
  • Austausch-Bonus
  • Wärmepumpe
  • 25 Prozent
  • 5 Prozent
  • 10 Prozent
  • Biomasseheizung
  • 10 Prozent
  • 5 Prozent
  • 10 Prozent
  • Solarthermieanlage
  • 25 Prozent
  • EE-Hybrid-Heizung
  • 25 Prozent
  • 5 Prozent
  • 10 Prozent
  • EE-Hybrid-Heizung mit Biomasseheizung
  • 20 Prozent
  • 5 Prozent
  • 5 Prozent
  • 10 Prozent
  • Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz
  • 25 Prozent
  • 10 Prozent

Übersicht: Die Heizungs-Fördermittel der BAFA

So stellt ihr den Antrag auf Heizungs-Förderung beim BAFA

Die ­Zuschüsse müsst ihr grundsätzlich immer vor Umsetzung der Maßnahme beantragen. Dabei gilt: Mit dem Beginn der Umsetzung ist der Vertragsabschluss mit dem Installationsbetrieb beziehungsweise dessen Beauftragung gemeint. Planungsleistungen dürfen dagegen auch vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Bevor ihr den Antrag stellt, solltet ihr schon Kostenvoranschläge haben für die Leistungen, die gefördert werden sollen. Eine realistische Kostenschätzung ist sehr wichtig, denn nach den geschätzten Kosten, die ihr im Antrag angebt, berechnet sich die Fördersumme. Ein nachträgliche Korrektur ist dabei nicht mehr möglich.

Den Antrag stellt ihr beim BAFA über ein elektronisches Antragsformular. Alle Informationen dazu findet ihr in diesem Merkblatt des BAFA.

Die Förderung der Heizungserneuerung durch die KfW

Bei der KfW gibt es Kredite mit Zinsvergünstigung und Tilgungszuschuss für Sanierungen zum Effizienzhaus. Wenn ihr bei einer solchen Sanierung eine neue Heizung mit erneuerbaren Energien einbaut, ist das natürlich Teil der Förderung. Dann kommt für euch der KfW-Kredit 261 in Frage.

Für Einzelmaßnahmen gibt es bei der KfW keine Förderung. Eine Ausnahme ist ein KfW-Zuschuss für den Einbau von stationären Brennstoffzellensystemen mit einer Leistung von 0,25 kW bis 5 kW in Wohngebäuden. Bedingung ist, dass die Brennstoffzelle in die Wärme- und Stromversorgung des Gebäudes eingebunden wird. Der Zuschuss richtet sich nach der elektrischen Leistung des Brennstoffzellensystems und beträgt zwischen 8.450 und 34.300 Euro.

Förderung der Brennstoffzellenheizung: Hier geht es zur KfW-Seite mit allen Förderinfos.

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