Wärmepumpe von Stiebel Eltron vor einer halb sanierten Fassade
© Stiebel Eltron/© Marcus Pietrek 2016

Modernisieren | Ratgeber

Förderung von Wärmepumpen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Andreas Förstel

Alte Heizung gegen neue Wärmepumpe tauschen? Dafür stellt der deutsche Staat diverse Fördermittel zur Verfügung. Wir sagen euch, welche Förderung von Wärmepumpen es gibt und wer sie bekommt.

Wärmepumpen zählen bei den erneuerbaren Energien zu den wichtigsten Heizsystemen. Um den Umstieg voranzutreiben, gibt es sowohl bei Neubauten als auch beim Austausch von alten Heizungen gegen neue Wärmepumpen Zuschüsse vom Staat. Welche das sind, wie hoch die Förderung von Wärmepumpen ist und wie ihr sie bekommt, das erfahrt ihr hier.

Um Fördergelder für den Einbau einer Wärmepumpe einzustreichen gibt es drei potentielle Quellen:

  1. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
  2. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  3. Regionale Fördertöpfe

Die Fördermittel sind hier ganz unterschiedlich, ebenso die Antragswege. Wir erklären euch ausführlich, wie ihr die jeweiligen Fördergelder beantragt und erhaltet.

1. BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Im Rahmen des von der Bundesregierung verabschiedeten Klimapaketes wurde auch die Förderung von erneuerbaren Energien (und dazu gehören Wärmepumpen) neu geregelt. Seit dem 01.01.2020 gelten beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Förderbedingungen aus dem angepassten "Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt".

Die Grundvoraussetzungen für die BAFA-Förderung von Wärmepumpen

Gefördert wird laut BAFA "die Errichtung von effizienten Wärmepumpenanlagen einschließlich der Nachrüstung bivalenter Systeme, wenn sie überwiegend der Warmwasserbereitung und/oder Raumheizung von Gebäuden oder der Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz dienen".

Fragt sich nur: Welche "effizienten Wärmepumpenanlagen" sind denn nun förderfähig? Die Liste der förderfähigen Wärmepumpenanlagen findet ihr hier.

BAFA-Fördermittel aus dem Marktanreizprogramm

Für Neubauten gilt: Bei Wärmepumpenanlagen werden 35 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet, sofern sie die entsprechenden technischen Mindestanforderungen erfüllen. Außerdem müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Einbau mindestens eines Wärmemengenzählers
  • Bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen der Einbau eines Stromzählers
  • Bei gasbetriebenen Wärmepumpen der Einbau eines Gaszählers
  • Außerdem müssen folgende Jahresarbeitszahlen eingehalten werden:
    • Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Wohngebäuden: 3,8
    • Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden: 4,0
    • Luft/Wasser-Wärmepumpen: 3,5
    • Gasbetriebene Wärmepumpen in Wohngebäuden: 1,25
    • Gasbetriebene Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden: 1,3
  • Erforderlich ist auch die Durchführung des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
  • Anpassung der Heizkurve an das entsprechende Gebäude
  • Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden abgeschlossen werden und die Bohrfirma nach DVGW zertifiziert sein.

Bei Bestandsbauten beträgt die Förderung bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Das bestehende Heizungs- beziehungsweise Kühlsystem, das dadurch unterstützt oder ersetzt wird, muss zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits seit mehr als zwei Jahren in Betrieb sein. Dazu kommen noch folgen Bestimmungen, die zu erfüllen sind:

  • Wärmepumpenanlagen im Neubau müssen eine höhere Jahresarbeitszahl oder eine verbesserte Systemeffizienz aufweisen:
    • Jahresarbeitszahlen: Elektrisch betriebene Wärmepumpe: 4,5. Gasbetriebene Wärmepumpe: 1,5
    • Verbesserte Systemeffizienz: Zusätzliche Anlagenteile oder Sonderbauformen tragen zur Reduzierung des Strombedarfs und der Netzlast während der kalten Witterung bei.
  • Nach einem Betriebsjahr müsst ihr einen Qualitätscheck der Wärmepumpenanlage vertraglich nachweisen.
  • Als Wärmeverteilsystem müssen Flächenheizungen eingesetzt werden.

Als förderfähige Kosten gelten dabei neben den reinen Investitionskosten unter anderem auch Kosten der Installation, der Einstellung und der Inbetriebnahme Hier findet ihr eine Liste der förderfähigen Kosten.

Wichtig: Tauscht ihr eine alte Ölheizung durch eine Wärmepumpe aus, so erhöhen sich die Fördermittel um 10 auf jeweils 45 Prozent.

So beantragt ihr die BAFA-Förderung

Seit dem 01.01.2020 gilt ein neues Antragsverfahren. Die Fördermittel für den Einbau der Wärmepumpe müsst ihr noch vor dem Beginn des Vorhabens online über das BAFA beantragen. Das gesamte Antragsverfahren ist rein elektronisch, alle notwendigen Angaben müsst ihr auf der BAFA-Website eintragen.

Wichtig: Holt euch vorher einen Kostenvoranschlag ein. Denn die Summe der im Antrag angegebenen Kosten ist Grundlage für den Förderbescheid. Diese Summe kann im weiteren Verlauf des Antragsverfahrens nicht nach oben korrigiert werden.

Die Antragstellung kann auch von Bekannten, vom Fachunternehmer oder anderen Bevollmächtigten durchgeführt werden. Dazu muss mit dem Antrag eine ausgefüllte Vollmacht hochgeladen werden.

Wärmepumpe aussen mit Innenmodul Compress 7000i AW von Bosch
Tauscht ihr eine alte Ölheizung gegen eine moderne Wärmepumpe aus, so könnt ihr bis zu 45 Prozent der Kosten erstattet bekommen. © Bosch

2. KfW-Förderung für Wärmepumpen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Rahmen ihre Programms "Energieeffizient sanieren" alle, die ihre Heizungsanlage in Wohngebäuden auf erneuerbare Energien umstellen. Die Fördermittel werden dabei über den so genannten Ergänzungskredit (Programm 167) bereitgestellt. Das sind die Rahmenbedingungen:

KfW-Ergänzungskredit (Programm 167)

Die Grundvoraussetzungen für den KfW-Ergänzungskredit: Die alte Heizungsanlage ist seit mindestens zwei Jahren in Betrieb.

Ist das der Fall, umfasst der Ergänzungskredit folgende Optionen:

  • Die maximale Kreditsumme beträgt 50.000 Euro.
  • Über den Ergänzungskredit könnt ihr Wärme­pumpen mit einer Nennwärme­leistung bis 100 kW finanzieren.
  • Die Laufzeit beträgt vier bis zehn Jahren.
  • Das Besondere: In den ersten ein bis zwei Jahren müsst ihr keine Tilgung zahlen.
  • Der effektive Jahreszins lag im November 2019 bei 0,78 Prozent.

So beantragt ihr den KfW-Ergänzungskredit

  1. Lasst euch von einem Experten für Energieeffizienz beraten. Plant eventuell andere Fördermöglichkeiten als Kombi mit ein.
  2. Findet einen Finanzierungspartner (Sparkasse oder Bausparkasse oder Baufinanzierungs-Vermittler). Dieser stellt den Kreditantrag bei der KfW.
  3. Schließt einen Kredit­vertrag mit dem Finanzierungs­partner ab. Sobald ihr die Zusage für die Förderung bekommt, könnt ihr mit dem Heizungstausch beginnen.
  4. Ihr habt die Wärmepumpe noch nicht komplett finanziert? Dann lasst durch den Energieberater prüfen, ob ihr nicht auch noch zusätzlich Zuschüsse von der BAFA erhalten könnt.

Unser zusätzlicher Lesetipp: Auf der KfW-Website findet ihr alle Informationen zum Programm 167.

Die Logos der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

3. Regionale Fördertöpfe

Neben den bundesweiten Programmen von BAFA und KfW gibt es auch Förderungen auf regionaler Ebene. So vergeben einige Landesbanken zinsgünstige Kredite für energetische Sanierungen, was teilweise auch das heizen mit erneuerbaren Energien umfasst. Die Fördermöglichkeiten reichen dabei bis runter auf kommunale Ebene.

Eine gute Übersicht und Such-Datenbank für regionale Fördertöpfe findet ihr hier unter aktion-pro-eigenheim.de.

Fazit: So kommt ihr erfolgreich an die Wärmepumpen-Förderung

Unterschiedlichste Ansprechpartner mit verschiedenen Programmen und differenzierten, teils sehr detaillierten Anforderungen – gar nicht so leicht, sich im Dschungel der Fördermittel für die Wärmepumpe zurecht zu finden. Wenn ihr einen ersten Überblick haben wollt, empfehlen wir euch den Online-Förderrechner Wärmepumpe.

Für eine genaue Kalkulation setzt euch am besten mit einem Energieberater in Verbindung (das müsst ihr bei der KfW-Förderung sowieso tun). Er kann euch am besten sagen, mit welchen Fördersummen ihr rechnen könnt, wie ihr diese gegebenenfalls kombiniert, was das für Investitionskosten bedeutet und wann sich das alles amortisiert.

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