Zwei Handwerker hängen Fenster in die Laibung
© Arnt Haug

Modernisieren | Ratgeber

Haus modernisieren: Was kosten Umbau und Sanierung meines Hauses?

Redaktion

Level: Für Alle

Ihr wollt ein Haus modernisieren und fragt euch, welche Kosten für Umbau und Sanierung auf euch zukommen? Wir stellen 14 Maßnahmen und ihre Preise im Detail vor.

Die Ziele einer Modernisierung oder Sanierung eines älteren Hauses sind klar: Das Haus soll danach schöner, komfortabler, sparsamer und auch umweltverträglicher sein. Doch was kosten Umbau und Sanierung? Wir erklären die ungefähren Kosten anhand eines Beispielhauses.

Unser Beispielhaus, für das wir die einzelnen Kosten erläutern,

  • ist ein Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren mit Satteldach,
  • hat rund 80 ­Quadratmeter Grundfläche,
  • eineinhalb Geschosse,
  • fünf Zimmer und
  • etwa 130 Quadratmeter Wohn­fläche.

Die Preise verstehen sich inklusive Montage und Mehrwertsteuer. Bitte beachten: Die im Folgenden genannten Kosten sind unverbindliche grobe Schätzungen, die je nach Haus, Region und Ausführung stark differieren können.

1. Kosten für Dachdämmung

Die Kosten für die Dachdämmung hängen vom Mate­rial, der Stärke, der Form des Dachs und der Art der ­Dämmung ab. Teuer, aber effektiv ist die Aufsparrendämmung – gerade wenn auch die Eindeckung erneuert wird. Alternativen sind Zwischen- oder Untersparrendämmung. Hier können geübte Heimwerker die Kosten durch Eigen­leistung verringern.

  • Lebensdauer: 20 bis 40 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80
  • Preis (für U-Wert 0,2): ab ca. 50 Euro pro m² für Innendämmung ohne Verkleidung, Aufsparrendämmung bis etwa 200 Euro pro m²
  • Kosten für die Dachdämmung im Beispielhaus: Aufsparrendämmung ca. 20.000 Euro inkl. Unterkonstruktion
Mann auf Dach sägt an einer Dämmplatte aus Mineralwolle
Bei der Dachdämmung gibt es verschiedene Formen der technischen Umsetzung. © Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. Berlin

2. Kosten fürs Dachdecken

Bei den Kosten fürs Dachdecken gilt: Betondachpfannen, Bitumenschindeln oder Stahlpfannen sind die ­preisgünstigsten Lösungen für eine Neueindeckung. Tonziegel sind teurer, wobei die Preisunterschie­de je nach Ziegelform und Deckungsart ebenfalls erheblich differieren können. Regionaltypische Deckungen wie Schiefer- oder Reetdächer sind wesentlich kostenintensiver.

  • Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 30/70
  • Kosten fürs Dachdecken im Beispielhaus: 5.000 bis 12.000 Euro
Zwei Dachdecker auf einem halb gedecketen Dach werfen sich eine Dachpfanne zu
Unterschiedliche Materialien und regionaltypische Deckungen machen einen großen Preisunterschied bei der Eindeckung eines Daches aus. © Ingo Bartussek - Fotolia

3. Kosten für Dachausbau

Je nachdem, wie der neue Raum genutzt werden soll und in welchem Zustand sich das Dachgeschoss vor dem Ausbau befindet, sind mindestens Dämmung und ­Ver­kleidung, Elektro- und Heizungsinstalla­tion sowie neue Fenster nötig. Dachflächen­fenster sind die kostengünstigste Lösung, Gauben sind teurer, schaffen aber mehr Raum mit Stehhöhe. Weitere Kosten für den Dachausbau entstehen, wenn ein Bad eingebaut werden soll.

  • Lebensdauer: 30 bis 40 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: Hängt vom Anteil der einzelnen Gewerke ab
  • Preis: bis zu 1.000 Euro pro m²
  • Kosten für den Dachausbau beim Beispielhaus: 25.000 bis 50.000 Euro und mehr
Dachgeschoss während des Ausbaus mit offenen Sparren und Spanplatten auf dem Dachboden
Aufwändig und bei den Kosten nicht zu unterschätzen: Der Dachausbau. © Jürgen Fälchle - Fotolia

4. Kosten für Fassadendämmung

Die Außendämmung ist wohl die wirkungsvollste Wärmeschutzmaßnahme an der Fassade. Die gebräuchlichste und in der Regel kostengünstigste Form ist hier ein so­genanntes Wärmedämmverbundsystem (WDVS), das unmittelbar auf die Wand geklebt und verputzt oder verkleidet wird. Höhere Kosten für die Fassadendämmung sind für Vorhangfassaden mit ­Dämmung und einer Verkleidung aus Holz, Schiefer oder Metall fällig.

  • Lebensdauer: ca. 40 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80; hinzu kommen zumeist noch weitere Kosten für Einrüstung, Abarbeiten von Labungen, Ecken, Fensteranschlüssen, Dachvorsprüngen oder Sockelmauerwerk
  • Kosten für die Fassadendämmung beim Beispielhaus: 25.000 bis 40.000 Euro
Mann verklebt Fassadendämmung aus Styropor
Die Außendämmung ist eine der wirkungsvollsten Wärmedämmmaßnahmen. © BASF/KUNZ/Augenklick

5. Kosten für Innendämmung der Außenwände

Die Kosten einer Innendämmung der Außenwände sind abhängig vom Material: Mineralwolle und Polyurethan sind günstig, Öko-Dämmstoffe wie Wolle und Flachs sind besonders ­umweltverträglich, aber teurer. Zur fachgerechten Dämmung gehören Dampfbremse und Verkleidung mit Profilbrettern oder Gipskartonplatten.

  • Lebensdauer: 30 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80
  • Preis: 35 bis 60 Euro pro m²
  • Kosten für die Innendämmung der Außenwände am Beispielhaus: 5.000 bis 8.000 Euro
Innendämmung der Außenwände
Die Innendämmung kommt oft bei denkmalgeschützten Gebäuden zum Einsatz. © Sto AG

6. Kosten für Außenanstrich

Kalkfarbe oder Kunststoff-Dispersionsfarbe in Weiß sind am günstigsten, zu emp­feh­len sind die teureren und widerstandsfähigeren Silikatfarben oder Siloxanprodukte. ­

Wichtig: Vor dem Anstrich muss die Fassade überprüft werden. Eventuell lockerer Putz sollte ausgebessert werden, was jedoch zusätzliche Kosten für den Außenanstrich verursacht.

  • Lebensdauer: 5 bis 10 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80
  • Preis: ab ca. 20 Euro pro m²
  • Kosten für den Außenanstrich des Beispielhauses: 3.000 bis 4.000 Euro
Außenanstrich
Beim Außenanstrich dürfen Zusatzkosten wie zum Beispiel die Einrüstung nicht vergessen werden. © sg-hausoptimierung

7. Kosten für Dämmung der Kellerdecke

Die Kosten für diese Maßnahme hängen im Wesentlichen davon ab, welches Material zum Wärmeschutz verwendet wird, wie dick die Dämmschicht sein soll, und letztlich auch davon, wie der Keller aufgeteilt ist.

  • Lebensdauer: keine Angabe
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80
  • Preis: ab ca. 30 Euro pro m²
  • Kosten Beispielhaus: 2.500 bis 4.000 Euro
Mann dämmt eine Kellerdecke
Die Dämmung der Kellerdecke können auch handwerklich geschickte Laien vornehmen. © PETER D. HARTUNG

8. Kosten für neue Heizungsanlage

Der alte Heizkessel wird gegen ein effizientes Brennwertgerät ausgetauscht, eventuell verbunden mit einem Wechsel des Brennstoffs von Öl zu Gas. Wer auf regenerative Energien, zum Beispiel eine Holzpelletheizung oder eine Wärmepumpe, umsteigen will, muss zu Beginn mehr investieren, spart aber langfristig.

Je nach Zustand des alten Systems müssen noch die Installation einer neuen Pumpe, die Dämmung der ­Rohr­leitungen und der Austausch von Heizkörpern in die Kalkulation einfließen.

  • Lebensdauer: 15 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 50/50
  • Kosten für eine neue Heizungsanlage im Beispielhaus: 5.000 bis 14.000 Euro, neuer Brauchwasserspeicher ab ca. 2.000 Euro, neue Heizkörper ab ca. 1.800 Euro
JUnge guckt auf das Display einer neuen Heizungsanlage
Moderne Heizsysteme sparen eine Menge an Energie (und damit auch Kosten) ein. © STIEBEL ELTRON

9. Kosten für Einbau der Solarthermie-Anlage

Solarkollektoren in Kombination mit einem modernen Heizkessel senken die ­Ausgaben für Gas, Öl oder einen anderen Energieträger. Die Kosten für die Solarthermie-Anlage richten sich nach der Art der ­Kollektoren, der Größe der Kollektorfläche, dem Speichervolumen und der Leistungs­fähigkeit der ­Anlage. Essenzielle Frage: Soll die Anlage ausschließlich zur Warmwasser­bereitung oder auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden?

  • Lebensdauer: 20 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: 40/60
  • Preis: Flachkollektoren ab ca. 700 Euro, Röhrenkollektoren ca. 900 Euro pro m²
  • Kosten für die Solarthermie-Anlage im Beispielhaus: 4.000 bis 6.000 Euro zur Warmwasserbereitung, 4.000 bis 11.000 Euro mit Heizungsunterstützung
Solarthermieanlage auf einem Dach
Solarthermie: Nur für Warmwasser oder auch für die Heizung geplant? © BDM/Viessmann

10. Kosten für Elektroinstallation

Für eine neue Elektroinstallation müssen nicht ­unbedingt die Wände aufgestemmt ­werden. ­Fertiginstallationen können heutzutage alter­nativ in Fußleisten oder auch in ­Deckenprofilen verlegt werden. Deutlich aufwendiger ist die Installation eines ­Bus-Systems, das für eine intelligente Haussteuerung nötig ist.

  • Lebensdauer: etwa 30 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 20/80
  • Preis: durchschnittlich 100 bis 130 Euro pro m² inklusive Montage von Schaltern und Steckern
  • Kosten für die Elektroinstallation im Beispielhaus: 8.000 bis 15.000 Euro
Heraushängende Kabel bei einer Elektroinstallation
Bei der Elektroinstallation kann auch über die Verlegung eines Bus-Systems nachgedacht werden. © photo 5000 - Fotolia

11. Kosten für neue Fenster

Die Kosten richten sich unter anderem nach der Zahl, Art und Größe der Fenster sowie der Verglasung. Die Preisunterschiede zwischen Holz- und Kunststoffrahmen betragen etwa 30 Prozent. Falls die Rahmen noch in Ordnung sind, ist eventuell ein Austausch der Verglasung möglich.

  • Lebensdauer: etwa 30 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 30/70
  • Preis: 350 bis 1.000 Euro pro m² inklusive Ausbau und Entsorgung (Altfenster)
  • Kosten für neue Fenster im Beispielhaus: 8.000 bis 20.000 Euro
Zwei Handwerker hängen Fenster in die Laibung
Neue Fenster geben dem Haus ein neues Gesicht. © Arnt Haug

12. Kosten für neue Türen

Bei den Innentüren hängen die Preise vom Material und der Verarbeitung ab, bei der Haustür zusätzlich von Wärmedämmung und Einbruchsicherheit.

  • Lebensdauer: etwa 30 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 40/60
  • Preis Innentür mit Zarge: ab ca. 200 Euro
  • Kosten für neue Türen im Beispielhaus: Innentüren 2.000 bis 5.000 Euro, Außentür 1.500 bis 5.000 Euro
Moderne Eingangstür eine Hauses
Eine neue Tür ist nicht nur die Visitenkarte eines Hauses, sie dient auch effektiv dem Einbruchschutz. © KompoTherm

13. Kosten für ein neues Bad

Standard oder Luxus? Günstigste Variante: Modernisierung mit ­neuen ­Fliesen, ­Sanitärmöbeln, neuer Dusche beziehungs­weise ­Badewanne und kleineren Um­bauten. Teuerste Variante: Komplettsanierung mit hochwertigen Marken­produkten und individueller Gestaltung.

  • Lebensdauer: 15 bis 25 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: ca. 40/60
  • Preis: 900 bis 3.000 Euro pro m² Wohnfläche
  • Kosten für ein neues Bad im Beispielhaus: 9.000 bis 30.000 Euro
Badezimmer im Dachgeschoss unter einer Dachschräge
© Photographee.eu - Fotolia

14. Kosten für Bodenbeläge

Neben dem neuen Material (Laminat, Parkett, Fliesen, Steinplatten, Teppich usw.) ­spielen auch der Untergrund sowie der eventuell zu entfernende Altbelag eine ­wesentliche Rolle.

  • Lebensdauer: 15 bis 30 Jahre
  • Verhältnis Material/Arbeitskosten in Prozent: variiert je nach Material
  • Preis: Verlagskosten ohne Material ab ca. 11 Euro pro m², Fußleisten aus Holz ca. 5,50 Euro je Meter
  • Kosten für Bodenbeläge im Beispielhaus: Nur individuell zu ermitteln, da in der Regel unterschiedliche Belege in verschiedenen Räumen verlegt werden
Mann verlegt einen Holzboden
© Ingo Bartussek - Fotolia

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