Einzelmaßnahme bei der Sanierung: Mann baut Haustür ein
© iStock/Getty Images/Martin Prescott

Modernisieren | Ratgeber

Dämmung, Lüftung, neue Fenster: Fördermittel für Einzelmaßnahmen bei der Sanierung

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Es muss nicht immer gleich die Komplettsanierung sein. Auch mit Einzelmaßnahmen bei der Sanierung eines Hauses lässt sich Energie sparen. Und auch diese Arbeiten wie zum Beispiel die Fassadendämmung oder der Fenstertausch werden vom Staat finanziell gefördert.

Um die energetischen Vorgaben eines KfW-Effizienzhauses zu erreichen, sind oft umfassende Sanierungsarbeiten notwendig. Dafür gibt es zwar Fördermittel der KfW. So ein Aufwand kommt aber nicht für jeden in Frage. Manchen Bauherren oder mancher Bauherrin reicht auch eine Einzelmaßnahme bei der Sanierung – wie zum Beispiel die Dämmung des Dachs oder die Sanierung der Fenster.

In solchen Fällen erhaltet ihr seit Anfang 2021 im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Fördermittel für Einzelmaßnahmen. Wir zeigen euch, welche das sind, wie hoch sie ausfallen und wie ihr sie beantragt.

Von wem bekomme ich Fördermittel für eine Einzelmaßnahme bei der Sanierung?

Für die Vergabe der Fördermittel für Einzelmaßnahmen waren bis zum 28. Juli 2022 zwei staatliche Stellen zuständig: Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gab es Kredite mit Tilgungszuschüssen, beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) direkte Investitionszuschüsse.

Das wurde mit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geändert: Seit Ende Juli 2022 werden Einzelmaßnahmen nur noch durch direkte Investitionszuschüsse gefördert. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Welche Sanierungsmaßnahmen sind wirklich ein Muss? Erfahrt hier mehr: "Energetische Sanierung: Welche Maßnahmen lohnen sich?"

Für diese Einzelmaßnahmen bei der Sanierung bekommt ihr Fördergeld

Ihr wollt eure Fassade, das Dach oder eine Kellerdecke beziehungsweise Geschossdecke dämmen? Oder eure alten Fenster austauschen? Dann könnt ihr euch einen Teil der Kosten über den BAFA-Zuschuss wieder reinholen. Doch klären wir erst einmal, welche Einzelmaßnahmen überhaupt förderfähig sind. Dazu zählen:

  • die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken
  • die Erneuerung der Fenster und Außentüren
  • die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage
  • der Einbau von Smart Efficiency Home
  • der Einbau von sommerlichem Wärmeschutz
  • die Optimierung oder Erneuerung bestehender Heizungsanlagen
  • der Erstanschluss an Nah- oder Fernwärme
Dämmung
Voraussetzungen für die Förderung ist, dass die Sanierungsmaßnahmen von einem Fachunternehmen durchgeführt werden. © Ingo Bartussek /Stock Adobe

Diese Voraussetzungen müsst ihr für die Förderung erfüllen

Um die Fördergelder für Einzelmaßnahmen in der Sanierung zu erhalten, gelten dazu noch folgende Bedingungen:

  • Der Bau­antrag oder die Bau­anzeige des Wohn­gebäudes liegt zum Zeit­punkt des Antrags mindestens fünf Jahre zurück.
  • Bei den Sanierungsarbeiten müsst ihr einen Experten für Energieeffizienz (Energieberater) einschalten. Das gilt für alle Maßnahmen mit Ausnahme der Heizungserneuerung.
  • Die Sanierung muss ein Fachunternehmen des Bauhandwerks ausführen.
  • Den Antrag auf Förderung müsst ihr vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten stellen.

Tipp: Schaltet möglichst früh einen Energieberater bei euren Planungen ein (das müsst ihr sowieso in fast allen Fällen tun, um die Fördermittel zu erhalten). Er berät euch, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind und bestätigt auch die korrekte Durchführung der Sanierungsarbeiten. Außerdem kennt er die Möglichkeiten, unterschiedliche Fördermittel miteinander zu kombinieren. So könnt ihr unter Umständen noch mehr Fördergelder kassieren.

Männer liefern neue Fenster auf einem Transporter an
Auch der Einbau neuer Fenster gehört zu den geförderten Einzelmaßnahmen. © Arnt Haug

BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen: Investitionszuschuss

Um die Förderung für eine Einzelmaßnahme in der Sanierung erhalten zu können, müsst Ihr ein paar Voraussetzungen erfüllen: Ihr müsst mindestens 2.000 Euro (bei der Heizungsoptimierung
300 Euro) in die Sanierung investieren. Das maximale förderfähige Volumen beträgt 60.000 Euro.

Der Fördersatz hängt dann von der jeweiligen Einzelmaßnahme in der Sanierung ab. Ab 15. August 2022 gelten folgende Fördersätze:

  • 10 Prozent: Einbau einer Biomasse-Heizung
  • 15 Prozent: Dämmung der Gebäudehülle, Austausch von Fenstern und Haustüren, sommerlicher Wärmeschutz, Einbau einer Lüftungsanlage, Smart Efficiency Home, Heizungsoptimierung
  • 20 Prozent: Einbau einer EE-Hybridheizung mit Biomasseheizung
  • 25 Prozent: Luft-Wasser-Wärmepumpe, EE-Hybrid-Heizung, Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz, innovative Heizungstechnik
  • 30 Prozent: effiziente Wärmepumpe, für die das Erdreich, Grundwasser oder Abwasser als Wärmequelle erschlossen wird, sowie EE-Hybrid-Heizung mit einer effizienten Wärmepumpe

Der Fördersatz für die Einzelmaßnahme in der Sanierung kann durch zwei Boni erhöht werden:

  • Wer seine alte funktionsfähige Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine funktionsfähige, mindestens 20 Jahre alte Gasheizung durch eine neue Heizung ersetzt, bekommt einen Austausch-Bonus in Höhe von 10 Prozent. Bedingung ist, dass das Haus anschließend nicht mehr mit fossilen Brennstoffen beheizt wird.
  • Wenn eine Einzelmaßnahme umgesetzt wird, die in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) empfohlen wurde, gibt es den sogenannten iSFP-Bonus in Höhe von 5 Prozent oben drauf. Achtung: Für die Heizungserneuerung wird der iSFP-Bonus allerdings nicht gewährt!

Übrigens: Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik (außer Heizung) müsst ihr zwingend einen Energieeffizienz-Experten einschalten. Geht es um Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik) und die Heizungsoptimierung, so ist das nicht unbedingt erforderlich, wird aber empfohlen. Und: Die energetische Fachplanung und Baubegleitung wird mit einem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent gefördert.

Hier das allgemeine Merkblatt der BAFA für die Beantragung der Zuschüsse zu Einzelmaßnahmen

Wie bekomme ich die Fördermittel für die Einzelmaßnahmen?

Hier seht ihr auf einen Blick, wie ihr vorgehen müsst:

  • Investitionszuschuss (BAFA)
  • Schritt 1
  • Energieberater suchen und beauftragen
  • Schritt 2
  • Zuschuss über die BAFA beantragen
  • Schritt 3
  • Sanierung beginnen, Identität nachweisen
  • Schritt 4
  • Nach Abschluss der Sanierung: Investitionszuschuss erhalten

Förderung für Einzelmaßnahmen bei einer Sanierung: Antragsverfahren für den Investitionszuschuss

Lohnt sich eine Einzelmaßnahme als Sanierung?

Ob sich eine einzelne Sanierungsmaßnahme wie zum Beispiel die Dämmung des Dachbodens oder der Austausch von Fenstern lohnt, kann nur der Fachmann vor Ort beantworten. Bei einer energetischen Sanierung greifen viele Faktoren ineinander. Deshalb müsst ihr in den meisten Fällen auch einen Energieberater mit einschalten, um die Fördermittel zu erhalten.

Fragt ihr einen Dachdecker, rät der euch, das Dach als Einzelmaßnahme zu dämmen. Der Maurer plädiert unbedingt für eine Fassadendämmung. Und der Heizungsmonteur schwört auf die neue Heiztechnik. Das kann sich unter Umständen lohnen. Manchmal reicht eine einzelne Sanierungsmaßnahme, um einen Einspareffekt zu erzielen. Ob das aber auch bei euch der Fall ist? Bevor ihr in die konkrete Umsetzung geht, fragt einen Energieberater – damit seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Wenn schon sanieren, dann auch richtig? Hier findet ihr die Infos über die Fördermittel bei einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus:

Das wird dich auch interessieren