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Modernisieren | Expertentipp

Kellerdecke dämmen: Welches Material eignet sich & was muss ich beachten?

Redaktion

Level: Für Fortgeschrittene

Ist der Keller unbeheizt, dann bekommt man im Erdgeschoss schnell kalte Füße. Eine Kellerdeckendämmung kann das Problem lösen. Lest hier, welche Dämmmaterialien sich dafür eignen und was ihr beachten müsst, wenn ihr eure Kellerdecke selbst dämmen wollt.

Folgende Frage wurde an die Wohnglück-Redaktion herangetragen: "Weil wir in unserem Altbau vom ersten Stock in die Parterre-Wohnung gezogen sind, möchten wir die Kellerdecke dämmen. Die darunter liegenden Kellerräume sind ungeheizt. Ausnahme ist der Heizungsraum und der angrenzende Bügelraum. Die Böden der darüber liegenden Wohnräume sind deshalb unangenehm kalt. Ich wollte zehn Zentimeter starke Styroporplatten an die Decke kleben. In einem Baumarkt bekam ich aber die Info, dass die Platten bei Feuchtigkeitseinbringung (Waschraum mit Trockner) schrumpfen würden. Gibt es für die Dämmung einer Kellerdecke besonderes Dämmmaterial? Und was muss ich sonst bei der Dämmung der Kellerdecke beachten?"

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Die Wohnglück-Experten antworten:

Es ist durchaus sinnvoll und auch möglich, auf der Unterseite der Kellerdecke eine Wärmedämmung anzubringen. Allerdings ist dieses Verfahren bauphysikalisch unvollkommen und nicht ganz korrekt, da wichtige Bauteile dabei nicht in die Wärmedämmung einbezogen werden. Das sind zum Beispiel die Seitenflanken der Kellerdecke, die ringsherum in den umlaufenden Außenwänden aufliegen. An diesen Stellen kann auch nach erfolgter Dämmung der Kellerdecke immer noch Wärme aus den darüber liegenden Räumen in das umgebende Mauerwerk abfließen. Das gleiche gilt für die Stellen, an denen Mauern innerhalb des Kellers stehen, da deren Berührungsflächen ebenfalls ungedämmt bleiben.

Dämmung Kellerdecke
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Extrudiertes Polystyrol zur Dämmung der Kellerdecke

Selbstverständlich kann man eine Kellerdecke mit normalem expandiertem Polystyrol EPS (zum Beispiel Styropor) dämmen. Wir empfehlen jedoch extrudiertes Polystyrol XPS (Styrodur), und zwar aus folgenden Gründen:

  • In Kellerräumen tritt nicht selten eine erhöhte Luftfeuchtigkeit auf. Um sicher zu gehen, dass in die Wärmedämmung keine Feuchtigkeit einzieht, empfiehlt es sich, ein Dämmmaterial einzusetzen, welches aufgrund seiner Struktur sehr viel geschlossener und homogener ist als normales Polystyrol. Das ist bei extrudiertem Polystyrol (Styrodur) der Fall.
  • Dazu kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt: Da Kellerräume besonders in älteren Häusern niedriger sind als Wohnräume, kann eine Deckenverkleidung aus normalem Polystyrol leicht beschädigt werden. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil von extrudiertem Polystyrol (Styrodur), weil es eine sehr viel härtere und festere Oberfläche hat, so dass Eindruckstellen vermieden werden können.

So bringt ihr die Dämmung an der Kellerdecke an

Es empfiehlt sich daher, zehn Zentimeter dicke Platten aus extrudiertem Polystyrol XPS (Styrodur) von unten unter die Decke zu kleben. In einigen Kellern ist allerdings der Abstand der Kellerfenster von der Decke so gering, dass zumindest in diesem Bereich eine geringere Dämmstoff-Dicke eingebaut werden muss.

Die Platten könnt ihr leicht selbst anbringen. Wichtig ist, dass ihr die Platten "pressgestoßen" verklebt und keine Lücken lasst. Sollte es sich aus baulichen Gründen nicht vermeiden lassen, dass Lücken oder Fugen offen bleiben, müsst ihr diese mit Montageschaum schließen.

Diese harten Dämmplatten haben eine ganz glatte Oberfläche. Ihr könnt sie anschließend mit einer Dispersionsfarbe streichen. Wenn ihr wollt, dass sie besser aussehen, dann könnt ihr die Oberfläche satt mit einer Füllfarbe streichen und die noch feuchte Farbe mit einer Strukturwalze bearbeiten.

Dämmung von Heizungsräumen

In Räumen, in denen sich eine Heizung oder das Heizöllager befinden, dürft ihr nur unbrennbare Dämmstoffe verwenden wie beispielsweise Kalzium-Silikat-Platten oder Mineralwolle-Platten. Einige Hersteller haben spezielle Mineralwolle-Platten für die Wärmedämmung von Kellerdecken entwickelt (zum Beispiel Rockwoll Planarock). Diese Dämmstoffe könnt ihr ebenfalls einfach an die Decke kleben. Nur wenn der Untergrund nicht fest genug ist, müsst ihr die Platten zusätzlich mit Tellerdübeln sichern.

Wie dämmen bei Leitungen und Rohren an der Kellerdecke?

Ein Problem beim Anbringen von Dämmmaterial sind Leitungen und Rohre unter der Kellerdecke. Wenn man elektrische Leitungen nicht entfernen und neu verlegen kann oder möchte, besteht die Möglichkeit, schmale Rinnen in das Dämm-Material zu schneiden, welche die Leitungen aufnehmen. Allerdings sollte die Tiefe dieser Rinnen nicht größer als ein Drittel der Dämmstoffdicke sein. Größere Aussparungen im Dämmmaterial führen zu Wärme- oder Kältebrücken.

Schwieriger gestaltet sich die Wärmedämmung wenn ihr dickere Gas-, Wasser- und Abwasser-Rohre integrieren müsst. Hier kann man oftmals nur Kästen um diese Rohre bauen und sie mit Dämm-Material ausfüllen. Dazu könnt ihr Montageschaum oder Mineralwolle-Flocken verwenden. Dabei solltet ihr jedoch beachten, dass sich ausgehärteter Montageschaum nur schwer wieder entfernen lässt, wenn ihr zum Beispiel eine Leitung reparieren müsst. Dieses Problem gibt es bei Mineralwolle-Flocken nicht. Allerdings müssen die Flocken sehr sorgfältig verarbeitet werden. Jeder Hohlraum muss vollständig ausgestopft werden, damit keine Lücken offen bleiben.

Probleme beim Dämmen von Kellerdecken in alten Häusern

Beim Verkleben von Dämmmaterial unter Kellerdecken kann es in alten Häusern zu Problemen kommen. Decken und Wände sind in der Regel nur gekalkt, in vielen Fällen mehrmals. Diese Schichten neigen zum Abblättern. Wenn die vorhandenen gekalkten Flächen zusätzlich mit Dispersionsfarbe (Binderfarbe) renoviert wurden, ist ein Untergrund entstanden, der eine ungenügende Festigkeit aufweist. Schon bei der geringsten Belastung platzen die Anstrichschichten ab.

Wenn ihr auf einem solchen Untergrund Dämmplatten verkleben wollt, dann müsst ihr zunächst die vorhandenen Kalk- und Anstrichschichten mit einem Spachtel abstoßen und die Fläche anschließend mit einer Drahtbürste abreiben. Danach sollte der Untergrund mit einem Tiefgrund gefestigt werden. Nach einer Trockenzeit von einigen Tagen könnt ihr dann das Dämmmaterial verkleben.

Wenn ihr bei den beschriebenen Vorarbeiten feststellt, dass auch der darunter liegende Putz morsch ist, empfiehlt es sich, die Dämmplatten zusätzlich mit Tellerdübeln zu sichern. Diese Dübel werden auch bei der Wärmedämmung von Fassaden verwendet. Ihr erhaltet sie im Farben-Großhandel (Maler-Einkaufsgenossenschaft).

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger oder nutzt unser Kontaktformular und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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