Trittschall durch Laufen in Stöckelschuhen
© Getty Images/iStockphoto

Bauen | Ratgeber

Trittschalldämmung: Geeignete Materialien, Kosten und Tipps zum Verlegen

Uske Berndt

Level: Für Alle

Leiser Auftritt: Warum Bodenbeläge wie Laminat, Parkett und Vinylboden eine Trittschalldämmung benötigen, wie sie verlegt wird und was die Schalldämmung kostet.

Wenn in der Wohnung jeder Schritt zu hören ist, wenn jeder Hüpfer den Boden in Schwingungen versetzt, liegen irgendwann in der Etage darunter die Nerven blank. Trittschall überträgt sich auf die Bauteile und zieht fast ungebremst auch in die Stockwerke darunter.

Harte Bodenbeläge wie Laminat, Vinyl oder Parkett gelten als besonders laut, vor allem wenn sie ohne Verkleben direkt auf dem Estrich oder einem Fliesenboden liegen, also schwimmend verlegt wurden. Trittschall beziehungsweise dessen Minderung ist eine Herausforderung. Wir erklären euch, welche Materialien sich zur Trittschalldämmung eignen und woran ihr gute Trittschalldämmungen erkennt. Und natürlich, mit welchen Kosten ihr dafür rechnen müsst.

Was ist Trittschall und Gehschall?

Unter Trittschall versteht man den Schall, der beim Benutzen des Fußbodens in darunterliegenden beziehungsweise angrenzenden Räumen als Körperschall wahrgenommen wird. Körperschall ist Schall, der sich in einem Festkörper ausbreitet.

Als Gehschall wird der an den Raum abgestrahlte Anteil der entstehenden Geräusche bezeichnet. Gehschall ist also Luftschall und kein Körperschall. Trittschall wird in der Regel auch als Luftschall wahrgenommen, da er nach der Übertragung als Körperschall durch Wände und Decken als Luftschall abgestrahlt wird.

Materialien zur Trittschalldämmung

Was hilft nun gegen den nervigen Lärm? Am besten spezielle Trittschall-Unterlagen, die den Auftritt hörbar leiser machen. Wie stark die Unterlage den Trittschall vermindert, wird über den ISLam-Wert angegeben. In einem Merkblatt der europäischen Laminatbodenhersteller heißt es, dass der ISLam-Wert von Verlegeunterlagen zur Trittschalldämmung mindestens 14 dB betragen sollte. Für erhöhte Anforderungen sollte der ISLam-Wert mindestens 18 dB betragen.

Eine gute Trittschalldämmung mindert die Übertragung der Schallwellen und minimiert den Lärm. Je nach verwendetem Material hat die Dämmschicht aber noch weitere Vorteile: Sie trägt zur Druckstabilität des Bodenbelags bei und einige Materialien punkten darüber hinaus mit wärmedämmenden Eigenschaften. Dies ist allerdings ein Nachteil, wenn die Trittschalldämmung über einer Fußbodenheizung verlegt werden soll.

Es gibt die Unterlagen in verschiedenen Qualitäten. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, wie gut es wirkt, also wie viel Dezibel (dB) absorbiert werden. Üblich sind Werte um die 20 dB. Bei der Gehschalldämmung geben die Hersteller Prozentwerte an. Eine Dämmung kann zum Beispiel sechs oder gar 30 Prozent des Gehschalls schlucken.

Handelsübliche Trittschalldämmung ist meist zwischen zwei und fünf Millimeter dünn. Sie macht sich also im Aufbau kaum bemerkbar. Es gibt allerdings auch 15 Millimeter starke Ware. Je dicker, desto eher gleicht die Trittschalldämmung natürlich Unebenheiten des Bodens aus.

Eine Unterlage macht Parkett oder Laminat hörbar leiser. © Logoclic

Schaumstoff als Trittschalldämmung

Polyethylen- oder Polyurethan (PU)-Schaum kommt üblicherweise von der Rolle, und zwar in unterschiedlichen Qualitäten. Leider wird der Kunststoff weder ökologisch hergestellt noch lässt er sich umweltfreundlich entsorgen. Dafür überzeugen PU-Matten bei der Trittschalldämmung mit Spitzenwerten von 22 Dezibel und mehr. Beispiel: Eine 3 Millimeter starke PU-Dämmung erreicht eine Trittschallreduzierung von 20 db sowie eine Gehschallreduzierung von 31 Prozent.

Dämmplatten aus Polystyrolschaum dämmen den Trittschall noch besser als PE-Schaum, sie sind aber nicht geeignet, wenn ihr eine Fußbodenheizung habt.

Holzfaserplatten als Schalldämmung

Holzfaserplatten sind nachhaltig, können gut Unebenheiten im Untergrund ausgleichen und liefern hervorragende Werte bei der Wärmedämmung. Beispiel: Die 5 Millimeter starken Ökotex Parquet-Felt Platten, die es bei Amazon gibt*, schaffen eine Trittschallverbesserung von 19 dB sowie eine Gehschallverbesserung von bis zu 6 Prozent.

Hanffilz als Trittschalldämmung

Das Material besteht zu 100 Prozent aus Hanffasern und ist baubiologisch einwandfrei. Mit 20 Millimeter starken Hanffilz-Platten kann eine Trittschallminderung von 30 dB erreicht werden. Allerdings ist diese Trittschalldämmung vom Aufbau her dann recht dick. Dafür hat das Material auch gute Wärmedämmeigenschaften. Die Platten sind zudem leicht zuzuschneiden. Hersteller bieten zum Beispiel Rollware in Stärken von 3 bis 15 Millimeter an. Es können mehrere Lagen übereinandergelegt werden.

Kork zur Trittschalldämmung

Kork ist ebenfalls ein reines Naturprodukt, sehr effektiv und punktet mit einer guten Wärmedämmung – ideal für fußkalte Wohnungen. Diese beliebte Trittschalldämmung kommt von der Rolle oder als Platte ins Haus. Beispiel: Einfaches, 4 Millimeter starkes Rollenkork sorgt für eine Trittschalldämmung von 17 dB sowie eine Gehschallverbesserung von 6 Prozent.

Kork zur Trittschalldämmung
Kork ist ein natürliches Material zur Trittschalldämmung. © Getty Images/iStockphoto

Schalldämmung mit Glaswolle

Dämmplatten aus Glaswolle sind 10 bis 12 Millimeter dick, sehr robust und elastisch. Ihr Wärme- und Trittschalldämmungs-Leistung ist top, allerdings kommen sie eher weniger für den Hausgebrauch beziehungsweise die nachträgliche Verlegung in Frage. Denn: Sie kommen in der Regel unter den Fließestrich.

Welche Trittschalldämmung für welchen Boden?

In ihrer Dämmwirkung und auch im Preis unterscheiden sich die Materialien nur minimal. Deutliche Unterschiede gibt es bei der Gehschallreduzierung. Kunststoff schneidet je nach Ausführung am besten ab. Für welches Material ihr euch entscheidet, hängt auch davon ab, ob der Boden uneben ist und diese Unebenheiten durch die Trittschalldämmung ausgeglichen werden müssen. Außerdem hängt sie davon ab, wie stark die Wärmedämmung sein soll, vor allem, wenn eine Fußbodenheizung verbaut wurde. Dann müsst ihr Materialien wie PE-Schaum wählen, die die Wärme gut durchlassen.

Für das Verlegen unter Parkett ist jede Trittschalldämmung geeignet. Es hängt davon ab, wie hart der Parkettboden ist. Je härter das Holz, desto dicker sollte auch die Unterlage sein, um Geräusche wirksam zu dämmen.

Für Laminat eignen sich sich Polystyrol-Platten mit einer Stärke von 5 Millimetern besonders gut. Aber auch eine Schalldämmung mit Kork oder Holzfasern ist möglich.

Für Vinylböden ist eine dünne Dämmung, also beispielsweise PE-Schaum oder Folie, meist ausreichend.

Was kostet eine Trittschalldämmung?

Was die Trittschalldämmung am Ende kostet, hängt stark von der Stärke beziehungsweise dem Format des jeweiligen Materials ab. Mit 2 bis 15 Euro pro Quadratmeter seid ihr dabei. Die verschiedenen Materialien unterscheiden sich im Preis nur unwesentlich.

Trittschalldämmung verlegen

Installieren lässt sich eine Trittschalldämmung entweder unter dem Estrich oder direkt unter dem neuen Bodenbelag.

Habt ihr eine Fußbodenheizung? Wenn ja, dann ist nur PE-Folie als Trittschalldämmung geeignet. Zudem benötigt ihr eine Dampfsperre. Im Idealfall übernimmt die PE-Dämmunterlage diese Aufgabe gleich mit. Sie verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit über den Untergrund in den Laminatboden oder das Parkett.

Ist in eurer Trittschalldämmung keine Dampfsperre enthalten, verlegt ihr sie extra. So eine Folie bekommt ihr dort, wo es die Trittschalldämmung gibt oder beim Händler für Laminat beziehungsweise Designboden.

Im zweiten Schritt rollt ihr die Trittschalldämmung bahnenweise aus. An der Längsseite geht es los, und dann arbeitet ihr euch parallel vor. Die Bahnen werden Stoß an Stoß verlegt. Schön sorgfältig, denn jede Fuge wird zur Schallbrücke. Klebeband hält die Längsstöße am Ende zusammen. Platten verlegt ihr ähnlich, die Prozedur dauert nur etwas länger.

2 in 1: Bodenbelag mit integrierter Schalldämmung

Wer einen Arbeitsgang sparen möchte, greift zu Laminat, Mehrschichtparkett oder Vinylboden mit integrierter Trittschalldämmung. Das heißt, jede Diele oder Platte enthält als unterste Lage schon eine Dämmschicht, zum Beispiel Kork. So einen Bodenbelag verlegt ihr dann wie andere Dielen auch schwimmend. Fertig.

Ihr müsst allerdings damit rechnen, dass die Schalldämmwerte bei der 2-in-1-Variante etwas schlechter ausfallen können. Denn bei einer extra Unterlage zur Schalldämmung entsteht ein Zwischenraum, der den Schall zusätzlich mindert.

Die zusätzliche Trittschalldämmung gibt es natürlich nicht geschenkt. Bodenbeläge mit integrierter Trittschalldämmung sind teuer als solche ohne.

Ein Beispiel: Ein Designboden von Meister in Holzoptik kostet mit Trittschalldämmung 33,95 Euro pro Quadratmeter, ohne 29,95 Euro. Ihr zahlt also für die integrierte Trittschalldämmung vier Euro mehr pro Quadratmeter.

Eine extra Trittschalldämmung kostet ähnlich viel, macht aber mehr Arbeit. Dafür mindert sie den Schall stärker.

*Dieser Beitrag wurde um sogenannte Affiliate-Links ergänzt. Dadurch bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK