Vinylfußboden Küche
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Designboden: Das sind die Vorteile und Nachteile von Vinyl als Bodenbelag

Uske Berndt

Uske Berndt

Level: Für Alle

Designboden ist einer der beliebtesten Bodenbeläge. Was unterscheidet ihn von herkömmlichen PVC, warum wird er manchmal Vinyboden genannt und welche Vorteile und Nachteile hat das Material?

PVC, Vinyl oder Designboden: Diese Begriffe landen häufig in einem Topf. Leider ist das nicht so einfach, obwohl es einige Überschneidungen gibt. Klären wir zuerst, was denn nun was ist:

PVC heißt der klassische, bunt bedruckte Kunststoffboden von der Rolle. Früher steckte das Polyvinylchlorid (PVC) häufig voller schädlicher Weichmacher und litt zunehmend unter einem schlechten Ruf. Deshalb verkaufen die Hersteller ihre Ware heute meist unter dem Begriff Vinylboden. Die darin verwendeten Weichmacher sind weitgehend unbedenklich - sofern die Ware in Europa hergestellt und zertifiziert wurde.

Vinyl gibt es allerdings noch in anderer Form, und zwar als Platte oder Diele. Der Aufbau ähnelt dem von Laminat: Im Kern steckt eine dünne Hartfaserplatte (HDF), darüber kommt Vinyl sowie eine Dekorschicht plus Versiegelung. Dank des vielseitigen Designs kommt dieser Bodenbelag heute gerne als Designboden auf den Markt.

Designboden hat sich weiterentwickelt. Mittlerweile halten die Hersteller neben Vinyl noch andere Kunststoffoberflächen parat. Zum Beispiel Polyurethan (PU), PET oder Polypropylen (PP) – ganz ohne schädliche Weichmacher oder Lösungsmittel.

Wir reden hier nun also von Vinyl- und Designboden und zeigen euch, welche Vorteile die Bodenbeläge haben und welche Nachteile. Zudem erfahrt ihr die Preiskategorie und für welche Zimmer beide Varianten geeignet sind.

Vorteile von Vinyl- und Designböden

Riesige Designauswahl

Wer sich eine extra große Auswahl in Sachen Optik wünscht, liegt bei Designboden richtig. Holzdielen oder Steinoptik, Beton, schwarz-weißes Schachbrett oder knallig bunte Muster: beim Dekor gibt es keine Grenzen.

Besonders leicht zu verlegen

Vinylboden kauft ihr in zwei Meter breiten Bahnen, die auf dem Untergrund verklebt werden. Designboden kommt in handlichen Fliesen oder Dielen daher. Diese werden wie Laminat einfach ineinander geklickt. Ohne es zu kleben. So einen schwimmend verlegten Belag nehmt ihr beim Auszug wieder mit. Prima: Einzelne Platten sind ersetzbar.

Gelenkschonend

Im Gegensatz zu hartem Laminat geben Vinyl- und Designboden beim Gehen etwas nach. Das heißt, der Bodenbelag ist ähnlich wie Kork elastisch. Dieses Federn schont eure Gelenke, ihr werdet es merken.

Fußwarm, leise und sicher

Unter den Füßen fühlen sich die heutigen Kunststoffböden ziemlich fußwarm und rundum gut an, aber das hängt auch von der gewählten Struktur ab. Trittschall wie bei Laminat gibt es bei Designboden nicht. Das Auftreten passiert leise – und sicher: Auf diesem Bodenbelag rutscht ihr nicht aus.

Der Bodenbelag ist extra pflegeleicht

Vinyl- und Designboden sind antistatisch und weisen Schmutz ab. Für die Reinigung gilt das Gleiche wie für Laminat: saugen oder fegen und dann feucht wischen, fertig!

Die Farben bleiben schön

UV-Strahlen, also Sonnenlicht, können gutem Designboden nichts anhaben. Die Dekorschicht ist lichtecht, also bleichen die Farben nicht aus und bleiben wie sie sind.

Perfekt für Renovierer

Nur vier bis fünf Millimeter dünn ist Vinyl- bzw. Designboden. Ein Merkmal, das vor allem bei der Renovierung wichtig wird. Denn wegen der geringen Aufbauhöhe kann der Belag meist auf den alten Untergrund gelegt werden, ohne dass ihr Stress mit den Türen, Fußleisten oder Schwellen bekommt.

Preisgünstig

Vinyl-Meterware kostet rund 12 Euro pro Quadratmeter. Mehrschicht-Designboden ist ähnlich preiswert wie Laminat, vielleicht etwas teurer. Ab zirka 15 Euro seid ihr dabei, für 20 Euro gibt es schon eine gute Qualität.

Nachteile von Vinyl- und Designböden

Künstlich und damit nicht nachhaltig

Viele stören sich an der Tatsache, dass es sich hier um einen künstlichen Bodenbelag handelt. Kunststoff bleibt Kunststoff, egal ob Vinyl oder Polyurethan.

Vorsicht, Macken!

Dauerhaft kratzfest sind weder Vinyl- noch Designboden. Auch hinterlassen schwere Möbel häufig sichtbare Druckstellen. Und wenn ein spitzes Messer oder ein schwerer Kochtopf auf den Boden fällt, bleibt das nicht ohne Folgen.

Kunststoffboden lässt sich nicht abschleifen

Vinyl als Bodenbelag hält nicht ewig, man rechnet mit einer Nutzungsdauer von maximal 10 bis 15 Jahren. Leider ist Abschleifen wie bei Parkett oder Kork nicht möglich. Die Macken könnt ihr wie bei Laminat mit Hartwachs oder einer farblich passenden Paste auffüllen. Alternativ tauscht ihr bei Designboden die Diele oder die Platte aus.

Vinylboden ist nicht besonders wohngesund

Zwar sind die schädlichen Weichmacher der alten PVC-Böden heute weitgehend passé. Das gilt aber nicht immer. Schaut beim Kauf genau, ob die Kunststoffböden zertifiziert sind, etwa mit dem Siegel "Blauer Engel" oder "natureplus". Vinyl- oder Designboden aus der EU gilt als unbedenklich. Mehr dazu in unserem Artikel "Gibt es auch schadstoffarme Vinylböden?".

Nässe mag der Belag nicht so gerne

Elastische Böden sind eher nicht die erste Wahl für Feuchträume. Allerdings verbessert sich der Nässeschutz der modernen Designböden immer mehr, geeignete Varianten sind gekennzeichnet.

Für welche Räume sich Vinyl- und Designboden eignet

Alle! Das Design zeigt sich ja vielseitig genug. Es kommt halt darauf an, wie widerstandsfähig euer Lieblingsboden sein soll. Für Küche und Badezimmer funktionieren Vinyl- oder Designboden nur bedingt, in viel genutzten Feuchträumen verlegt ihr vielleicht doch lieber Fliesen.

Fazit: Vinyl- und Designboden als Bodenbelag

Vor allem Designboden hat mehr Vorteile als Nachteile und wird zu Recht immer beliebter. Schließlich ist er gleichzeitig schick, komfortabel und bezahlbar. Für Badezimmer und Küche würden wir den Belag allerdings nur mit Einschränkungen empfehlen.

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