Badezimmer mit Holzboden und Fliesenboden
© Getty Images

Modernisieren | Ratgeber

Bodenbelag im Badezimmer: Das sind die Alternativen zu Fliesen

Uske Berndt

Level: Für Anfänger

Ihr plant ein neues Badezimmer oder wollt modernisieren? Die klassischen Fliesen findet ihr zu kühl und unwohnlich? Wir zeigen euch, welche anderen Bodenbeläge eine gute Alternative fürs Bad sind.

In keinem anderen Raum im Haus hantieren die Bewohner mehr mit Wasser als im Badezimmer. Logisch also, dass die im Bad verwendeten Materialien vor allem Nässe und Feuchtigkeit gut vertragen müssen. Das gilt in erster Linie für den Boden – die Wahl des richtigen Bodenbelags im Badezimmer ist also extrem wichtig.

Fliesen sind der Klassiker fürs Badezimmer. Aber wie sieht es mit Steinboden, Parkett, Laminat, Designboden (Vinyl) oder gar Kork und Linoleum aus? Kann man die ebenfalls in Feuchträumen verwenden? Wir zeigen, wie gut sich die Bodenbeläge fürs Bad eignen, nennen die Vorteile und Nachteile und geben einen Hinweis auf die Kosten.

Was macht einen guten Boden im Badezimmer aus?

Bevor wir uns den Vorteilen und Nachteilen der Bodenbeläge widmen, beschäftigen wir uns mit der Frage, was einen guten Badezimmerfußboden überhaupt ausmacht.

  • Der Belag sollte wasserfest sein und darf nicht aufquellen.
  • Rutschfestigkeit ist wichtig. Wo Wasser steht, kann es schnell zu Unfällen kommen.
  • Der Bodenbelag im Badezimmer sollte barfuß-freundlich sein. Wir wollen ein angenehmes Gefühl, wenn wir mit nackten Füßen über den Boden gehen.
  • Der Boden im Bad sollte Schimmelbildung verhindern – oder zumindest nicht fördern.
  • Pfützen dürfen keine dauerhaften Flecken hinterlassen.
  • Staub und Dreck müssen schnell verschwinden.
  • Und schick sollte der Boden dann auch noch sein und uns viele Jahre lang gefallen.

Überblick: Welcher Bodenbelag passt ins Badezimmer?

Hier seht ihr auf einen Blick, was jeder einzelne Bodenbelag im Bad kann:

  • Bodenbelag
  • Preis pro qm
  • Variation
  • Reinigung
  • Fußfreundlichkeit
  • Nutzungsdauer
  • Kratzfestigkeit
  • Gemütlichkeit
  • Aufbauhöhe/Dicke
  • Fliesenboden
  • Ab 5 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 20-30 Jahre
  • Sehr gut
  • Wenig
  • 9-10 mm
  • Steinboden
  • Ab 30 Euro
  • Gut
  • Gut
  • Mittel
  • 50 Jahre
  • Sehr gut
  • Wenig
  • 20-35 mm
  • Parkett
  • Ab 20 Euro
  • Sehr gut
  • Gut
  • Sehr gut
  • 30 Jahre
  • Gut
  • Mittel
  • 10-25 mm
  • Laminat
  • Ab 10 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Gut
  • 10-15 Jahre
  • Gut
  • Mittel
  • 5-14 mm
  • Kork
  • Ab 20 Euro
  • Mittel
  • Gut
  • Sehr gut
  • 15 Jahre
  • Gut
  • Gut
  • 5-6 mm
  • Designerboden
  • Ab 15 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Gut
  • 10-15 Jahre
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 4-5 mm
  • Linoleum
  • Ab 20 Euro
  • Mittel
  • Gut
  • Mittel
  • 15-30 Jahre
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 2-4 mm

Vergleich: Fußbodenbeläge

Perfekt: Fliesen im Badezimmer

Nicht umsonst werden Schwimmbäder gefliest. Fliesen im Badezimmer sind meist erste Wahl, nicht nur weil sie sehr günstig sind.

Vorteile von Fliesen im Bad

  • Fliesen sind widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, das ist einer ihrer größten Vorteile.
  • Bei Qualität, Format und Design gibt es eine riesige Auswahl. Farbige Mosaike oder großformatige Fliesen in hellgrauer Betonoptik. Sehr edel!
  • Fliesen sind sehr langlebig und gut zu reinigen. Neutralreiniger plus etwas Essig reichen aus.
  • Kosten: Fliesenboden fürs Bad gibt es bereits für wenig Geld – ab vier, fünf Euro pro Quadratmeter.

Nachteile von Fliesen im Bad

  • Fliesen sind hart und fußkalt, es sei denn, man hat eine Fußbodenheizung. Und im Zweifel helfen auch kuschelige Badvorleger.
  • Wasser und Fliesen ergeben mitunter eine rutschige Kombination. Wer sich in seinem Bad nicht unfreiwillig hinlegen möchte, sollte auf eine gute Rutschfestigkeit achten (Rutschhemmungsklassen R 9 bis R 13). Ansonsten kann man Fliesen auch nachträglich rutschfest machen.

Fazit zu Fliesen

Fliesen sind der Klassiker für Feuchträume und damit perfekt fürs Badezimmer. Der Austausch kann allerdings recht mühsam und kostenintensiv sein. Daher solltet ihr vielleicht nicht unbedingt dem aktuellen Muster- oder Farbtrend folgen, den ihr in wenigen Jahren bereut.

Badezimmer, fensterlos, Dusche, Waschbecken
Fliesen im Bad sind der Klassiker. © Getty Images / Westend61

Steinboden im Badezimmer: Reizvoller Luxus

Ein Marmorbad hat nicht jeder. Naturstein steht für das Unverwechselbare, so ein Bodenbelag ist ein Unikat.

Vorteile von Steinboden im Badezimmer

  • Stein ist ein absolut natürlicher Bodenbelag.
  • Steinböden sind sehr widerstandsfähig. Wasser kann beispielsweise einem Granitboden nichts anhaben, auch nicht auf Dauer.
  • Stein ist sehr langlebig. Daran erfreuen sich noch eure Enkel.

Nachteile von Steinboden im Bad

  • Der größte Nachteil von Steinböden ist sicher ihr Preis: Das Material kostet 30 bis ca. 90 Euro pro Quadratmeter, dazu kommt die Verlegung. Ein klarer Nachteil für kleine Budgets.
  • Vorsicht bei hartem Wasser: Auf weichem Stein wie Marmor können Kalkflecken zurückbleiben.
  • Manche Steinarten wie Marmor oder Kalkstein mögen keine Säuren, Essigwasser ist also tabu. Stattdessen solltet ihr für eine gründliche Reinigung und Pflege Naturstein-Politur mit Wachs verwenden.
  • Naturstein als Bodenbelag lässt sich nur schwer wieder entfernen. Ihr solltet euch also bei der Auswahl ganz sicher sein.

Fazit zu Steinboden

Naturstein ist als Bodenbelag im Badezimmer eine feine aber mitunter pflegeaufwendige und etwas kostspielige Wahl. Für alle, die vielleicht nicht selbst putzen müssen.

Steinboden Badezimmer
Natursteinboden im Badezimmer wirkt sehr edel. © Getty Images

Echt Holz: Parkett im Badezimmer

Parkett ist reines Holz – plus Wachs oder Lack. Sonst nichts. Perfekt für Menschen, die auch im Bad Wert legen auf natürliche Materialien.

Vorteile von Parkett im Bad

  • Parkett im Bad ist super wohnlich, fühlt sich angenehm und warm unter den Füßen an.
  • Dank der offenen Poren reguliert Parkett die Feuchtigkeit in der Raumluft. Allerdings schwindet dieser Effekt, wenn die Oberfläche gegen Nässe geschützt ist.
  • Parkett lässt sich mehrmals abschleifen, neu wachsen oder lackieren und sieht dann aus wie neu.
  • Insgesamt hält der Bodenbelag bei entsprechender Pflege Jahrzehnte lang.

Nachteile von Parkett im Badezimmer

  • Im Bad gibt es auch mal Pfützen, und stehendes Wasser mag Parkett als Bodenbelag im Badezimmer nicht. Das Holz kann aufquellen und dauerhafte Flecken bekommen, da hilft dann nur noch Abschleifen. Deshalb benötigt Parkett in Feuchträumen eine gute Versiegelung – und die verschließt die Poren.
  • Die Fugen zwischen den Dielen müssen mit einem geeigneten Dichtmaterial verklebt werden, um den Abfluss von Wasser in tiefere Schichten zu verhindern.
  • Echtholz geht ins Geld. Einfaches Parkett gibt es für 20 Euro, gutes Eichenparkett kostet mindestens 40 Euro pro Quadratmeter.

Fazit zu Parkett im Badezimmer

Parkett im Badezimmer ist wunderschön und natürlich, aber nicht unbedingt der beste Bodenbelag. An die Qualitäten von Fliesen kommt es nicht heran.

Parkett Badezimmer
Sehr wohnlich: Ein Bad mit freistehender Badewanne und Parkett-Boden. © HARO

Laminat als Bodenbelag im Bad

Als Bodenbelag im Badezimmer kommt auch Laminat ins Spiel. Der größte Konkurrent zu Parkett – was die Optik betrifft.

Vorteile von Laminat im Badezimmer

  • Laminat ist nicht nur in Holzoptik, sondern auch in unzähligen anderen Designs erhältlich. Wie wäre es mit Kieselsteinen? Oder einem Muscheldesign?
  • Im Vergleich zu Parkett ist Laminat preiswert. Für rund 15 Euro pro Quadratmeter bekommt ihr schon eine gute Qualität.
  • Laminat gibt es in verschiedenen Beanspruchungsklassen. 21 oder 22 dürfte für das Bad ausreichen.
  • Je nach Oberflächenstruktur fühlt sich Laminat unter den Füßen angenehm an.
  • Der Bodenbelag ist sehr pflegeleicht: saugen und feucht wischen. Fertig!

Nachteile von Laminat im Bad

  • Schon bei kleineren Schäden (Löcher) oder an den Fugen kann Feuchtigkeit eindringen und das Laminat aufquellen.
  • Leider laut: Häufig entstehen beim Auftreten unangenehme Geräusche, es sei denn, ihr sorgt für eine gute Trittschalldämmung. Die gibt es zum Glück oft inklusive.

Fazit zu Laminat im Badezimmer

Mit robuster Oberfläche und guter Versiegelung für Feuchträume ist Laminat zwar für Badezimmer geeignet, aber dennoch kein perfekter Bodenbelag.

Laminat Modernes Bad
Für Badezimmer gibt es Laminat, das mit einem Nässeschutz versehen ist. © Getty Images/iStockphoto

Kork als Alternative?

Was die Rinde der Korkeiche hergibt, taugt auch als Fußboden. Entweder als Bahn von der Rolle oder in Plattenform zum einfachen Verlegen.

Vorteile von Korkboden im Badezimmer

  • Kork ist natürlich.
  • Der Bodenbelag federt, was beim Gehen sehr angenehm ist.
  • Das Material dämpft Schall, isoliert und fühlt sich herrlich warm an unter den Füßen.
  • Korkboden ist ähnlich pflegeleicht wie Laminat oder Vinyl.

Nachteile von Korkboden im Bad

  • Wenn Kork nass wird, dann quillt das Material auf. Wenn man ihn ins Bad legen will, dann muss er mit Wasserlack versiegelt werden, zudem ist ein spezieller Kantenschutz notwendig. Und dann ist der Belag schon nicht mehr so natürlich.
  • Kork ist anfällig für Fäulnis und Schimmel.
  • Weil Kork so gut dämmt, kann man ihn nicht in Bädern mit Fußbodenheizung einsetzen.
  • Kork ist nicht lichtecht. Im Bad ohne Fenster ist das aber nicht so relevant.
  • Korkboden ist relativ teuer. Die Preise liegen bei 20 bis 70 Euro pro Quadratmeter.

Fazit zu Korkboden im Badezimmer

Korkboden ist für Feuchträume nicht ideal. Fürs Bad eignet sich ausschließlich verklebter Korkboden, der versiegelt wurde. Durch die Fugen in Korkparkett im Klick-System kann Wasser eindringen. Es ist deshalb nicht fürs Badezimmer geeignet.

Designboden (Vinyl/PVC) im Badezimmer

Designboden besteht aus Kunststoff plus Dekorschicht. Ein weitgehend künstlicher Bodenbelag, der aber immer beliebter wird. Kein Wunder, bei den Vorteilen.

Vorteile von Designboden im Bad

  • Designboden gibt es in einer riesigen Auswahl. Praktisch jede Optik ist möglich, auch die von Materialien, die sich sonst nicht fürs Badezimmer eignen würden.
  • Designboden ist elastisch und damit gelenkschonend.
  • Vinyl fühlt sich gut und warm an unter den Fußsohlen.
  • Der Bodenbelag gilt als rutschfest.
  • Dank seiner geringen Aufbauhöhe von 4 bis 5 Millimetern punktet Designboden bei der Badmodernisierung. Oft könnt ihr die Platten einfach auf den alten Boden legen.
  • Preislich ok: Designboden kostet 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Nachteile von Designboden im Badezimmer

  • Fast der einzige Nachteil von Designboden im Bad ist seine nicht ganz perfekte Wasserfestigkeit. Es gibt aber heute Varianten, die für die Nutzung bei Nässe freigegeben sind.
  • Der Bodenbelag ist nichts für Liebhaber natürlicher Böden.
  • Schwere Möbel können Dellen hinterlassen. Vielleicht im Badezimmer nicht ganz so wichtig.

Fazit zu Designboden im Badezimmer

Designboden ist im Badezimmer okay, wenn die Nutzer beim Planschen ein wenig aufpassen und wenn man im Feuchtraum Vinyl als Vollmaterial wählt, das vollverklebt wird. Vinyl auf sogenannten HDF-Trägern ist weniger geeignet, da es durch die Feuchtigkeit aufquellen kann.

Gegen die Vorteile von Fliesen oder Stein kommt der Bodenbelag jedoch nicht an. Tipp: Hat euer Gäste-WC keine Dusche, geht Designboden klar.

Vinyl Badezimmer
Ein Vinylboden kann das Badezimmer zum echten Hingucker machen. © Parador

Linoleum im Badezimmer?

Linoleum als Bodenbelag besteht zu rund 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen: Leinöl, Harz, Holzmehl und Kalkstein. Oft mit Dekorschicht, etwa in Marmor.

Vorteile von Linoleum im Badezimmer

  • Linoleum ist rutschfest.
  • Der Bodenbelag widersteht auch größeren Temperaturschwankungen.
  • Tipp für Renovierer: Die Aufbauhöhe von rund 3 Millimetern ist ziemlich gering.
  • Linoleum ist antibakteriell. Eine gute Eigenschaft fürs Bad, wo die Feuchtigkeit einen herrlichen Nährboden für allerlei Lebendiges bietet.
  • Linoleum ist elastisch und schont die Gelenke.
  • Der Bodenbelag erzeugt ein besonders ruhiges Ambiente, da es nur wenige Fugen gibt.
  • Preislich liegt Linoleum im Mittelfeld. Bahnware kostet je nach Stärke und Design zwischen 15 und 50 Euro pro Quadratmeter. Das teurere Klick-Linoleum ist fürs Badezimmer nicht geeignet.

Nachteile von Linoleum im Bad

  • Dringt Wasser ein, dann quillt Linoleum auf. Dann wellt es sich und wird auch nach dem Trocknen nie wieder völlig glatt. Deshalb muss Linoleum im Badezimmer immer vollflächig verklebt werden.
  • Der Belag bietet weniger Design-Optionen als etwa Vinylboden.

Fazit zu Linoleum im Badezimmer

Linoleum hat viele Vorteile, aber für das Badezimmer gibt es bessere und schönere Bodenbeläge. Soll es dennoch dieser Bodenbelag sein, dann ist die vollflächige Verklebung und Verfugung wichtig, damit kein Wasser zwischen den Fugen in den Boden versickern kann. Ganz besonders sorgfältig muss Linoleum in Bereichen wie Dusche oder Badewannen, wo es schnell zu stehendem Wasser kommen kann, verlegt werden.

Fazit: Der beste Bodenbelag fürs Badezimmer

Im Badezimmer sind Fliesen immer noch die beste Alternative, zumal auch der Preis sehr attraktiv ist. Stein überzeugt ebenfalls, allerdings nicht jede Sorte.

Parkett, Laminat und Designboden benötigen einen sehr zuverlässigen Nässeschutz und bei ihrer Verlegung muss einiges beachtet werden, damit sie den dauerhaften Kontakt mit Wasser aushalten.

Linoleum und Kork mögen es gar nicht feucht und machen als Bodenbelag im Badezimmer unterm Strich keine so gute Figur.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK