Mann schleift Parkettboden mit Bandschleifer ab
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Wohnen | Ratgeber

Parkettboden abschleifen: Diese 7 Anfängerfehler solltet ihr vermeiden

Antonia Eigel

Vorm Parkettboden abschleifen schrecken viele zurück. Lieber werden unliebsame Kratzer einfach ignoriert. Doch irgendwann muss jeder Boden ran. Wir zeigen euch sieben typische Anfängerfehler beim Parkettschleifen und geben Tipps, wie ihr diese vermeidet.

An einen in die Jahre gekommenen Parkettboden kann man wahrlich Geschichten ablesen: Die kleinen Dellen, verursacht von verrückten Stuhlbeinen. Der lange Kratzer vom Schrank verschieben. Oder auch der große Wasserfleck unterm Teppich. Das hat sicherlich jeden Parkettbodenbesitzer schon mal geärgert.

Wer jedoch über aufwendiges Parkettboden abschleifen nachdenkt, für den wird jeder Kratzer ganz schnell zu einer Kleinigkeit, die vielleicht doch nicht so sehr stört. Damit ihr aber noch lange an eurem Holzboden Freude habt, solltet ihr alle 10 bis 15 Jahre den Dellen in eurem Boden zu Leibe rücken und ihn anschließend richtig versiegeln.

Wie das am besten geht? Wir stellen euch sieben Anfängerfehler beim Parkettboden abschleifen vor und geben euch dazu Tipps, worauf ihr achten müsst.

1. Parkettboden vor dem Schleifen nicht richtig vorbereiten

Beim Staubsaugen sind wir für gewöhnlich faul und saugen gerne einfach nur um Sofa und Teppichkanten herum. Beim Parkettboden abschleifen kann sich diese Herangehensweise jedoch fatal auf das Endergebnis auswirken.

Unser Tipp: Um sauber arbeiten zu können, muss euer Parkettboden vor dem Abschleifen richtig vorbereitet werden. Folgende fünf Schritte helfen euch dabei:

  1. Entfernt sämtliche Möbel aus dem Raum.
  2. Wenn möglich entfernt auch alle Sockelleisten. Wird dadurch jedoch die Wand beschädigt, lasst sie lieber dran.
  3. Hervorstehende Nägel versenkt ihr mit einem Hammer.
  4. Lockere Parkettblöcke müssen fixiert werden. Ihr findet sie häufig an Stellen, wo mal Wasserschäden aufgetreten sind oder in der Nähe von Heizkörpern.
  5. Fegt den Boden vollständig ab. Noch sauberer wird er, wenn ihr ihn absaugt.

Ist die Fläche leer geräumt, alle Nägel dem Holzboden gleichgemacht und ist die ganz Fläche von Staubresten befreit? Dann könnt ihr mit dem Abschleifen loslegen.

2. Schleifmaschine zu schnell aufsetzen

Schleifen will geübt sein: Wer keine Erfahrung mit der Schleifmaschine hat, haut sich schnell Dellen und Einkerbungen in den Parkettboden. Gerade bei schwimmend verlegtem Parkett kann das schneller passieren als gedacht, da der Parkett nicht fest mit dem Boden verklebt ist. Die leistungsstarke Schleifmaschine überträgt Schwingungen aufs Parkett, weshalb sich der Holzboden an manchen Stellen leicht abheben kann.

Unser Tipp: Wer jetzt Angst vor der Schleifmaschine hat, sollte die Arbeit lieber einem Profi überlassen. Wer sich die Schleifarbeit dennoch zutraut, für den haben wir folgende Tipps:

  1. Schleifmaschine mit angemessenem Vorschub bewegen und die Schleifwalze langsam mit dem Hebel aufs Parkett ablassen.
  2. Achtet auf einen kontinuierlichen Vorschub, geht nicht zu schnell und nicht zu langsam.
  3. Am Ende eurer Bahn hebt ihr die Schleifwalze wieder an, bevor ihr zum Stillstand kommt.

Das Schleifband sollte niemals zu schnell abgelassen werden und rotieren, wenn ihr auf der Stelle steht. So entstehen ungewollte Einkerbungen oder Dellen. In diesem Video wird euch nochmal anschaulich demonstriert, wie eine Parkettschleifmaschine funktioniert und wie ihr sie über den Parkett bewegen solltet:

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3. Den Parkettboden nur einmal mit der falschen Körnung abschleifen

"So fein wie möglich – so grob wie nötig." Wer dem Rat des Fachmanns nicht folgt, verursacht schnell irreparable Schäden auf seinem sensiblen Parkettboden. Das kann teuer werden. Aber welche Schleifmittelkörnung ist jetzt die Richtige und wie oft muss ich den Boden tatsächlich abschleifen?

Parkettboden mindestens drei Mal abschleifen

Natürlich kommt es ganz auf euren Parkettboden und dessen Beschaffenheit an. Dennoch solltet ihr euch immer den Rat des Fachmanns ins Gedächtnis rufen. Stark abgenutzte Böden benötigen einen gröberen Vorschliff, bei weniger abgenutzten Böden könnt ihr gleich mit einer feineren Schleifmittelkörnung anfangen.

Grundsätzlich empfehlen Experten aber mindestens drei Schleifvorgänge durchzuführen:

  1. Grobschliff/Vorschliff: Mit dem ersten Schliff wird der Parkettboden eben und sauber geschliffen und alle Lackreste entfernt. Habt ihr nicht alles auf einmal erwischt, müsst ihr den Boden nochmal schleifen, setzt die Maschine dazu im 90-Grad-Winkel zum vorherigen Schliff an. Der Körnungsbereich für den Vorschliff sollte zwischen 16 und 40 liegen.
  2. Mittelschliff: Dieser erfolgt erst, wenn alle Unebenheiten beseitigt sind und dient dazu, Schleifspuren vom Vorschliff zu beseitigen. Dafür empfehlen wir euch eine Körnung zwischen 50 und 60. Tauchen Risse und Fugen auf, könnt ihr sie mit einer Mischung aus Fugenkitt und feinem Schleifstaub schließen.
  3. Feinschliff: Der letzte Schliff sorgt für eine besonders glatte Oberfläche. Für den Feinschliff verwendet ihr eine Körnung zwischen 80 und 120.

Unser Tipp: Je höher die Zahl, desto feiner also die Schleifmittelkörnung. Haltet immer die oben beschriebene Reihenfolge beim Parkettboden abschleifen ein, sonst entstehen unschöne Kratzer und eine raue Oberfläche.

So oft könnt ihr euren Parkettboden abschleifen

Manchmal ist der Parkettboden so stark beschädigt, dass drei Schleifvorgänge nicht ausreichen. Ist die Nutzschicht unter der Versiegelung jedoch zu dünn, schleift man schnell zu viel ab und der Parkettboden verliert seine Stabilität.

Wenn sich die Nutzschicht eures Parketts bereits von der Trägerschicht ablöst, solltet ihr vorher prüfen, ob sich die Sanierung überhaupt noch lohnt.

Unser Tipp: Vor dem Abschleifen einmal checken, welcher Parkettboden verlegt wurde. Experten empfehlen folgende Richtwerte zum Abschleifen von Parkettböden:

  • Furnierparkett: 0,5 - 1 mm dünne Nutzschicht (nicht schleifbar)
  • Mehrschichtparkett: 2,5 - 6 mm Nutzschicht (1 - 2 mal schleifbar)
  • Massivparkett: 8 - 22 mm dicke Nutzschicht (4 - 8 mal schleifbar)

Beim Parkettboden abschleifen werden etwa 0,5 mm bis 1 mm von der Oberflächen abgetragen. Ist die Nutzschicht unter der Versiegelung von vorn herein zu dünn, raten wir euch davon ab, die Schleifmaschine über den Boden zu jagen.

4. Die falsche Schleifmaschine verwenden

Ein Mann und eine Frau schleifen einen Parkettboden ab
Den Parkettboden abzuschleifen ist nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Im Zweifel lasst ihr einen Fachmann ran, bevor ihr euch fiese Schmarren in das Parkett schleift. © Getty Images

Einscheibenschleifer, Bandschleifer, Randschleifer: Bei letzterem könnte man den Zweck erraten, bei den anderen wird es schon schwieriger. Die große Auswahl an Schleifgeräten kann schnell überfordern und nicht jede Maschine eignet sich gleich gut für jeden Bereich oder Arbeitsschritt.

Wir geben euch einen Überblick über verschiedene Parkettschleifmaschinen:

Der Klassiker: Die Bandschleifmaschine

Der Bandschleifer eignet sich besonders gut, um große Flächen abzuschleifen, weshalb er bei Profis sehr beliebt ist. Das hohe Gewicht der Maschine bringt einen ordentlichen Druck auf den Holzboden, der jegliche Unebenheiten beseitigen kann, weshalb sie sich sehr gut für den Grobschliff eignet.

Den Schleifwalzendruck könnt ihr in der Regel manuell einstellen. Die Schleifpapierführung ermöglicht es euch dazu, besonders gerade Bahnen abzuschleifen. Achtet beim Bahnen ziehen auch darauf, dass der Versatz der Walze nicht mehr als 85 Prozent der Walzenbreite beträgt. Die nächste Bahn findet dann im Rückwärtsschliff statt.

Randbereiche solltet ihr mit der Maschine jedoch nicht behandeln. Versucht einen Abstand zur Wand von circa einem Meter einzuhalten. Gerade an Randbereichen besteht die Gefahr, zu lange auf einer Stelle zu verweilen und Dellen zu verursachen.

Die Sanften: Einscheibenschleifer und Exzenterschleifer

Der Einscheibenschleifer kommt zum Einsatz, wenn ihr mit Vor-, Mittel- und Feinschliff durch seid. Mit ihm könnt ihr letzte Schleifspuren entfernen und später sogar den Parkettboden polieren.

Exzenterschleifer sind kleinere Handgeräte, die sich ausschließlich für den Fein- und Zwischenschliff von Randbereichen eignen und um letzte Unebenheiten zu entfernen. Dafür benötigt ihr eine feine Körnung, empfohlen werden Schleifpapiere ab 120 oder höher.

Die Außenseiter: Der Rand- oder Deltaschleifer

Der handliche Randschleifer hat Power und eignet sich, wie der Name verrät, für alle Randbereiche und für Ecken. Doch Vorsicht: Wer keinen gut trainierten Rücken hat, wird am nächsten Tag eventuell einen fiesen Muskelkater haben.

Deltaschleifer erkennt ihr an der dreieckigen Schleifplatte. Die Form ermöglicht es euch, auch in die hintersten Winkel zu gelangen und die Bereiche um Heizungsrohre richtig abzuschleifen.

5. Parkettboden in die falsche Richtung abschleifen

Gerade oder diagonal? Oder beides? Tatsächlich streiten sich hier die Geister, welche Richtung denn nun die Richtige ist. Die Verlegerichtung von Parkettböden, Lichteinfall sowie die verschiedenen Holzarten verlangen oftmals eine individuelle Behandlung.

Wir haben die Meinungen verschiedener Profis in puncto Schleifrichtung miteinander verglichen und zusammengefasst, worin sich die meisten einig sind:

  • Mosaikparkett, Würfelmuster, Stabparkett oder (mehrfaches) Fischgrätmuster sowie Tafelparkett und Kassettenmuster werden im 15 bis 45 Grad-Winkel zur Holzfaserrichtung geschliffen (alle Schleifgänge bei Vor- und Feinschliff).
  • Beim Schleifen immer links im Raum beginnen.
  • Der Rückwärtsschliff erfolgt in der gleichen Spur wie der Vorwärtsschliff, dabei immer überlappend schleifen.
  • Sind nach dem ersten Schliff nicht alle Überstände und Verschmutzungen entfernt, erfolgt der nächste Schliff mit gleicher Körnung im 90-Grad-Winkel.
  • Der Mittelschliff erfolgt ebenfalls im 90-Grad-Winkel zum Vorschliff.
  • Stabparkett, das in Längsrichtung verlegt wird, solltet beim letzten Schleifgang längs zur Holzfaserrichtung geschliffen werden.
  • Beim Feinschliff wird in Faserrichtung zur Lichtquelle hingearbeitet.

Wenn ihr euch trotzdem unsicher seid, in welche Richtung ihr euren Boden jetzt abschleifen müsst, überlasst die Aufgabe lieber dem Fachmann. Das kostet zwar etwas Geld, ihr könnt euch am Ende jedoch sicher sein, dass das Ergebnis anständig wird.

6. Abgeschliffenen Parkettboden nach dem Abschleifen nicht richtig pflegen

Holz ist im Rohzustand ein empfindliches Naturmaterial. Wer den Boden nach dem Abschleifen nicht richtig behandelt und pflegt, hat nicht lange Freude an ihm. Aber welche Pflege ist jetzt die Richtige?

Auch hier müsst ihr wieder individuell entscheiden. Welche Pflegemittel es für Parkettböden gibt, erfahrt ihr in folgendem Artikel:

7. Schleifstaub in der Wohnung lagern

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Holz kann brennen, so viel ist klar. Doch wusstet ihr, dass feiner Schleifstaub in Verbindung mit Luft und Feuer auch ganz schön schnell explodieren kann? Je feiner der Schleifstaub desto größer die Explosionsgefahr. Ihr solltet ihn deshalb nicht unnötig lange Zuhause lagern, sondern die Gefahrenquelle umgehend entsorgen.

So entsorgt ihr Schleifstaub richtig

In der Regel könnt ihr Schleifstäube von unbehandeltem Holz oder von Parkettböden, die mit wasserbasiertem Lack behandelt wurden, einfach über den Hausmüll entsorgen.

Bei besonders großen Mengen Schleifstaub informiert euch bei eurem Recyclinghof vor Ort, wie ihr ihn fachgerecht entsorgt. Hier gibt es regionale Unterschiede. Auf deren Websites findet ihr häufig ein Abfall-ABC, das euch nähere Informationen zur Schleifstaub-Entsorgung liefert.

In den meisten Fällen könnt ihr dort auch zusätzliche Müllsäcke kaufen, die ihr Zuhause neben eure Restmülltonne stellen könnt, die dann (in einigen Fällen kostenpflichtig) von der Müllabfuhr abgeholt und entsorgt werden.

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