Frau verlegt Laminat als Bodenbelag
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Laminat: Vorteile und Nachteile des beliebten Bodenbelags

Uske Berndt

Level: Für Einsteiger

Laminat erobert seit Ende der 1980er Jahre Häuser, Wohnungen und auch den Objektbau. Wir erklären euch, was die Vorteile und Nachteile des Bodenbelags sind und für welche Zimmer er sich am besten eignet.

Was ist Laminat?

Bei Laminat gilt das Prinzip: Schicht auf Schicht. Im Prinzip wird bei diesem Bodenbelag eine preiswerte, stabilisierende, aber wenig abriebfeste Unterlage mit einer dekorativen und robusten Deckschicht verklebt.

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Im Kern des Bodenbelags steckt eine Holzfaserplatte. Darunter liegt die Dämmung und darüber das bedruckte Dekorpapier plus Versiegelung beziehungsweise die Nutzschicht. Das Ergebnis sieht aus wie echtes Holz oder wie Stein. Laminat gibt es in unzähligen Farbvarianten, mit und ohne strukturierter Oberfläche. Bei einer strukturierten Oberfläche sieht Laminat nicht nur aus wie Holz, auch die Haptik wird dem Original nachempfunden.

Welche Vorteile Laminat hat – und welche Nachteile – erklären wir euch gerne. Zudem erfahrt ihr, wie viel die einzelnen Varianten kosten und für welche Zimmer dieser Bodenbelag besonders gut geeignet ist.

8 Vorteile von Laminat als Bodenbelag

Der Bodenbelag, der vorgibt, etwas anderes zu sein, als er ist – nämlich Holz oder Fliesen – hat folgende Vorteile.

1. Große Auswahl bei der Optik

Ein großer Vorteil ist die riesige Auswahl bei der Optik: Pinie, Walnuss, Teak, Stein, Eiche weiß oder hellgrau, mit und ohne Poren oder Struktur, Rissen oder Astlöchern – könnt ihr alles haben. Auch 25 Zentimeter breite "Landhausdielen" sind im Angebot.

2. Einfache Verlegung

Laminat könnt ihr mit ein wenig Geschick selbst verlegen – auch in Mietwohnungen. Jeder Hersteller nennt sein Verlege-System etwas anders. Im Prinzip werden die Dielen ineinander geklickt und bilden am Ende einen schwimmend verlegten Bodenbelag. Den könnt ihr beim Auszug wieder mitnehmen. Manche Laminat-Arten werden auf den Untergrund geklebt.

3. Ein Boden, der etwas aushält

Laminat ist robust, selbst Zigarettenglut hinterlässt fast keine Spuren. Die zweistellige Beanspruchungsklasse auf der Packung gibt an, wie viel der Boden erträgt: Für den Wohnbereich steht vorne eine 2, dann eine 1,2 oder 3. Klasse 23 ist also extra widerstandsfähig. Zudem gibt es noch die Abriebklassen 1 bis 5.

4. Laminat ist pflegeleicht

Der Bodenbelag ist von Haus aus antistatisch und schmutzabweisend. Für die Reinigung gilt das Gleiche wie für Parkett: Saugen oder fegen und dann feucht wischen, fertig!

5. Es passt gut über eine Fußbodenheizung

Ein großer Vorteil von Laminat ist, dass es kaum isoliert. Deshalb ist es gut geeignet als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung, denn es lässt die Wärme ungehindert passieren.

6. Es ist ideal für Allergiker und Haustiere

Laminat ist schadstoffarm, robust und pflegeleicht. Alles Pluspunkte, die Bewohner mit Allergien oder Haustieren schätzen. Wenn ihr ein Tier mit sehr scharfen Krallen habt, solltet ihr einen Bodenbelag mit einer hohen Beanspruchungsklasse wählen.

7. Laminat ist lichtecht

UV-Strahlen können dem Material nichts anhaben. Die Farben bleichen nicht aus und bleiben schön wie sie sind.

8. Preiswerter Bodenbelag

Gerade im Vergleich zu Parkett ist Laminat bezahlbar. Für 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter bekommt ihr schon eine ordentliche Qualität. Dickes, hochwertiges Laminat kostet rund 35 Euro pro Quadratmeter.

5 Nachteile von Laminat als Bodenbelag

Natürlich sind wir ehrlich: Laminat als Bodenbelag hat auch einige Nachteile, die dazu führen, dass es nicht für jeden Raum oder Einsatz geeignet ist.

1. Laminat ist trittlaut

Der Belag gilt dank seiner Struktur als "laut", gerade wenn er schwimmend direkt auf dem Estrich verlegt wird. Abhilfe schaffen spezielle Unterlagen, die unter anderem den Trittschall hörbar vermindern. Modernes Laminat enthält bereits eine Dämmschicht für mehr Schallschutz. Allerdings treibt diese auch den Preis in die Höhe.

2. Laminat lässt sich nicht abschleifen

Trotz widerstandsfähiger Versiegelung können im Laufe der Jahre tiefe Kratzer oder Löcher entstehen. Etwa wenn ein größeres Messer oder ein Topf auf den Boden fällt. Abschleifen ist anders als bei Parkett nicht möglich.

Macken können nur mit Hartwachs oder einer farblich passenden Holzpaste provisorisch aufgefüllt werden. Alternativ müsst ihr das Brett austauschen.

Einfaches Laminat hält rund acht bis zehn Jahre, sehr gutes 15. Manche Hersteller geben sogar bis zu 30 Jahre Garantie.

3. Es ist nicht 100 Prozent wasserfest

Laminat ist im Vergleich zu Fliesen nicht hundertprozentig wasserfest und kann an den Fugen aufquellen. Damit eignet es sich weniger für Feuchträume wie Bad oder Küche. Allerdings bieten Hersteller auch Varianten mit einem speziellen Nässeschutz an.

4. Es ist fußkalt ohne Fußbodenheizung

Ohne Fußbodenheizung ist der Belag sehr fußkalt, weil er Wärme schlecht dämmt.

5. Nicht Natur pur

Laminat ist kein Echtholz. Im Kern ist zwar viel Holz enthalten, aber die Nutzschicht gaukelt die Eiche nur vor. Damit stehen die Füße nicht auf unverfälschter Natur. Auch in Sachen Nachhaltigkeit bleibt der Bodenbelag hinter den Qualitäten von Parkett zurück.

Für welche Zimmer eignet sich Laminat?

Im Prinzip könnt ihr Laminat als Bodenbelag in jedem Raum einsetzen – es kommt halt darauf an, wie widerstandsfähig eure jeweilige Auswahl ist.

Besonders gut geeignet ist der Bodenbelag für das Wohnzimmer, das Schlafzimmer und den Flur.

Für Küche und Bad ist Laminat nur bedingt geeignet. In Feuchträumen sind Fliesen generell die bessere Wahl.

Fazit: Laminat als Bodenbelag

Wer sich für Laminat als Bodenbelag entscheidet, kann sich über einen schicken, strapazierfähigen und pflegeleichten Allrounder freuen. Es ist eine preiswerte Alternative zu Parkett – für Bad und Küche aber nur eingeschränkt zu empfehlen.

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