Laminat Arbeitszimmer
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Wohnen | Ratgeber

Bodenbelag im Arbeitszimmer: Parkett, Laminat oder Designboden im Büro?

Uske Berndt

Level: Für Einsteiger

Ihr plant gerade ein neues Arbeitszimmer und seid auf der Suche nach dem passenden Bodenbelag für diesen Raum? Wir erklären euch, welche Vorteile und Nachteile verschiedene Bodenbeläge mit sich bringen.

Im heimischen Arbeitszimmer muss ein Bodenbelag genauso viel aushalten wie im "richtigen" Büro. Hier rollen Stühle an den Schreibtisch und zurück, schwere Regale und Rollcontainer rücken mal hier und mal dorthin.

Parkett, Laminat, Designboden (Vinyl), Kork, Linoleum, Fliesen oder Steinboden: Welcher Bodenbelag im Home Office so viel Stress aushält und welcher nicht, haben wir geprüft. Wir zeigen euch die Vorteile und Nachteile und was die einzelnen Beläge kosten.

Was macht einen guten Boden für Büro und Arbeitszimmer aus?

Folgende Eigenschaften sollte ein Bodenbelag im Büro oder Arbeitszimmer haben:

  • Er sollte super strapazierfähig sein.
  • Kratzfestigkeit ist ein Muss. Stuhlbeine mit und ohne Rollen setzen der Oberfläche zu, ebenso Rollcontainer.
  • Rutschfest darf der Bodenbelag auch gerne sein.
  • Der Bodenbelag muss hart beziehungsweise stabil sein, so dass schwere Möbel keine Druckstellen hinterlassen.
  • Auch im Büro ist eine pflegeleichte Oberfläche wichtig.
  • Gut aussehen soll der Bodenbelag natürlich auch.

Übersicht: Welcher Bodenbelag passt für das Arbeitszimmer?

Hiermit punkten die einzelnen Bodenbeläge:

  • Bodenbelag
  • Preis pro qm
  • Variation
  • Reinigung
  • Fußfreundlichkeit
  • Nutzungsdauer
  • Kratzfestigkeit
  • Gemütlichkeit
  • Aufbauhöhe/Dicke
  • Fliesenboden
  • Ab 5 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 20-30 Jahre
  • Sehr gut
  • Wenig
  • 9-10 mm
  • Steinboden
  • Ab 30 Euro
  • Gut
  • Gut
  • Mittel
  • 50 Jahre
  • Sehr gut
  • Wenig
  • 20-35 mm
  • Parkett
  • Ab 20 Euro
  • Sehr gut
  • Gut
  • Sehr gut
  • 30 Jahre
  • Gut
  • Mittel
  • 10-25 mm
  • Laminat
  • Ab 10 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Gut
  • 10-15 Jahre
  • Gut
  • Mittel
  • 5-14 mm
  • Kork
  • Ab 20 Euro
  • Mittel
  • Gut
  • Sehr gut
  • 15 Jahre
  • Gut
  • Gut
  • 5-6 mm
  • Designerboden
  • Ab 15 Euro
  • Sehr gut
  • Sehr gut
  • Gut
  • 10-15 Jahre
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 4-5 mm
  • Linoleum
  • Ab 20 Euro
  • Mittel
  • Gut
  • Mittel
  • 15-30 Jahre
  • Sehr gut
  • Mittel
  • 2-4 mm
  • Teppich
  • Ab 10 Euro
  • Sehr gut
  • Gut
  • Sehr gut
  • 10 Jahre
  • Mittel
  • Sehr gut
  • 8-10 mm

Worauf legt ihr in eurem Zimmer Wert?

Parkett im Arbeitszimmer

Echtholz ist immer schön, ob als feines Stabparkett oder in Dielenform. Je nach Holzart (Eiche!) und Oberfächenversiegelung ist es auch widerstandsfähig genug für das Arbeitszimmer.

Vorteile von Parkett im Arbeitszimmer

  • Parkett besteht zu 100 Prozent aus Holz, ist also nachhaltig und damit auch toll fürs gute Gewissen.
  • Reines Holz ist wohngesund und schadstofffrei, also prima für die Raumluft.
  • Parkett ist hochwertig und edel. Die Optik: einfach klasse.
  • Parkett hält bei guter Pflege praktisch ewig.
  • Modernes, gut behandeltes Parkett lässt sich sehr leicht reinigen. Nur nicht zu nass wischen, bitte!
  • Zum Auffrischen könnt ihr es einfach abschleifen und neu versiegeln.

Nachteile von Parkett im Arbeitszimmer

  • Nur hartes (und damit eher das teurere) Holz ist robust genug für die Stuhlrollen. Tipp: Eine Matte unter dem Drehstuhl verlängert die Lebensdauer des Parketts enorm.
  • Bei sehr hoher Belastung im Büro gibt es doch schneller mal Kratzer und Dellen.
  • Parkett verändert seine Farbe, dunkles Holz bleicht bei Sonne aus. Parkett ist nicht lichtecht.
  • Preis: Echtholz ist relativ teuer: Hochwertiges Eichenparkett kostet mindestens 40 Euro pro Quadratmeter, einfaches Buchen-Mehrschichtparkett gibt es ab 20 Euro.
Arbeitszimmer mit Parkettboden
Parkett ist eine sehr gute Wahl fürs heimische Arbeitszimmer - allerdings keine ganz billige. © Meister

Fazit zu Parkett

Parkett ist fürs heimische Büro ganz gut geeignet. Hier rückt Wohnlichkeit vielleicht eher in den Vordergrund als Widerstandsfähigkeit. Hartholz plus extra Versiegelung hält den Strapazen etwas länger stand. Als Alternative zu Parkett bietet sich Laminat an.

Laminat als Bodenbelag im Arbeitszimmer

Kein Echtholz, nur Hartfaser plus Holzdekor. Aber fast genauso schön. Laminat hält zudem im Home Office eine Menge aus.

Vorteile von Laminat im Arbeitszimmer

  • Laminat ist je nach Beanspruchungsklasse sehr robust. Im "echten" Büro würde man Klasse 31 bis 33 wählen, also für den gewerblichen Bereich.
  • Laminat kommt in zig Farben und Oberflächen daher. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.
  • Zudem lässt es sich leicht reinigen. Das freut die Putzhilfe.
  • Kosten: Der Bodenbelag ist im Vergleich zu Parkett relativ preiswert. Ab rund 15 Euro pro Quadratmeter seid ihr dabei.

Nachteile von Laminat im Arbeitszimmer

  • Ewig kratz- und stoßfest ist Laminat dann doch nicht. Auch gute Ware hält maximal 15 Jahre.
  • Abschleifen ist leider nicht möglich. Macken werden mit farbiger Holzpaste aufgefüllt.
  • Für einen leisen Auftritt ist der Bodenbelag nicht gerade berühmt. Eine gut dämmende Unterlage sorgt für Abhilfe. Modernes Laminat gibt es aber auch schon mit integrierter Trittschalldämmung.
Mann in Arbeitszimmer mit Laminatboden
Laminat im Arbeitszimmer sieht wohnlich aus und ist auch relativ robust. © Getty Images/iStockphoto

Fazit zu Laminat

Wenn ihr eine Variante für die gewerbliche Nutzung wählt, ist Laminat ein rundum guter Bodenbelag für das Arbeitszimmer oder Büro. Es sieht wohnlich aus und kann trotzdem viel ab. Gilt das auch für Korkboden?

Korkboden im Arbeitszimmer

Dieser Bodenbelag ist ein reines Naturprodukt und besteht aus der gepressten Rinde der Korkeiche.

Vorteile von Kork als Bodenbelag

  • Kork ist absolut natürlich, hochwertig und wohngesund.
  • Der Bodenbelag federt, das schont die Gelenke.
  • Kork ist leise, das Material dämpft Geräusche sowie den Trittschall. Eine gute Sache im Großraumbüro.
  • Korkboden ist pflegeleicht, die Oberfläche ist antistatisch und nimmt keinen Schmutz auf
  • Werden die Macken zu viel, könnt ihr den Bodenbelag ganz fein abschleifen.

Nachteile von Kork im Arbeitszimmer

  • Da Kork zu den elastischen Bodenbelägen gehört, ist er vergleichsweise weniger robust. Er ist nicht sehr kratzfest.
  • Schwere Möbel hinterlassen Druckstellen. Und im Büro sind die Schränke ja ganz schön vollgestopft.
  • Kork bleicht aus, er ist nicht lichtecht.
  • Korkboden dehnt sich mit der Zeit aus und muss mit Fugen verlegt werden.
  • Preis: Wer auf das Geld achten muss, sollte lieber woanders schauen. Je nach Qualität kostet Korkboden zwischen 20 und 70 Euro pro Quadratmeter.

Fazit zu Kork

Wie alle flexiblen Böden ist Kork für eine extrem Beanspruchung nur bedingt geeignet. Es kommt also darauf an, wie viel in eurem Heim-Büro gearbeitet wird, ob ihr beispielsweise Mitarbeiter habt. Auf jeden Fall sollte die Oberfläche schon sehr gut mit Lack geschützt sein. Auf eine stabile Nutzschicht kommt es auch bei Designboden an.

Designboden (PVC, Vinyl) im Arbeitszimmer

Ein Designboden besteht meist aus Vinyl beziehungsweise PVC, heute auch aus Polyurethan. Allesamt alles andere als natürlich. Das ist für euch eher zweitrangig? Nun denn, hier geht es weiter.

Vorteile von Designboden im Arbeitszimmer

  • Die riesige Auswahl beim Dekor.
  • Designböden sind strapazierfähig, eine Nutzungsklasse von 23 ist prima fürs Home Office geeignet.
  • Designboden gilt als schmutzabweisend und sehr pflegeleicht.
  • Falls doch mal was kaputtgeht: Bei schwimmender Verlegung lassen sich einzelne Platten auswechseln.
  • Vinyl ist leise und angenehm beim Auftreten, dazu rutschfest.
  • Guter Designboden ist lichtecht und bleicht nicht aus.
  • Praktisch: Dank der geringen Aufbauhöhe von nur 4 bis 5 Millimetern kann Designboden oft auf den alten Untergrund verlegt werden, ohne dass Probleme mit den Türen entstehen.
  • Der Preis ist gut: Für 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter gibt es schon eine gute Qualität.

Nachteile von Designboden im Arbeitszimmer

  • Generell ist die Oberfläche auf längere Sicht nicht sehr widerstandsfähig gegen Stuhlbeine oder rollende Möbel.
  • Schwere Aktenschränke hinterlassen sichtbare Druckstellen.
  • Abschleifen geht nicht. Die Reparatur kleiner Fehler mit Füllmasse passiert ähnlich wie bei Laminat.

Fazit zu Designboden

Designboden funktioniert schon im Büro. Vor allem wenn ihr alleine dort arbeitet und viel am Schreibtisch sitzt. Unterm Strich ist der Belag ein prima Kompromiss aus schickem Aussehen, Komfort, praktischen Eigenschaften und einem akzeptablen Preis. Und was ist mit Linoleum?

Linoleum: Unverwüstlich und ökologisch wertvoll

Linoleum besteht aus Leinöl, Harz, Holzmehl und Kalkstein, und damit zu rund 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Mit Holz- oder Steindekor kann es Vinyl oder Laminat Konkurrenz machen.

Vorteile von Linoleum im Arbeitszimmer

  • Linoleum ist widerstandsfähig und kratzfest. Rollende Aktenschränke hinterlassen keine Spuren.
  • Standsicherheit garantiert: Die Oberfläche ist rutschhemmend.
  • Linoleum kann große Hitze und Kälte ab. Rauchen im Büro ist ja verpönt. Aber wenn doch, kann ruhig auch mal eine Kippe runterfallen. Da brennt nichts an.
  • Der Bodenbelag ist super pflegeleicht.
  • Toll für Renovierer ist die geringe Aufbauhöhe von rund 3 Millimetern.

Nachteile von Linoleum im Arbeitszimmer

  • Beim Design solltet ihr nicht allzu zimperlich sein. Ein Nachteil von Linoleum ist seine manchmal etwas biedere Optik. Da helfen auch die Steindekore nicht viel.
  • Linoleum ist kein preiswerter Bodenbelag. Platten in der Klick-Variante kosten ab etwa 40 Euro pro Quadratmeter. Als Bahn weniger.

Fazit zu Linoleum

Wenn ihr einen weitgehend natürlichen Bodenbelag fürs Büro sucht, der gleichzeitig unverwüstlich ist, ist Linoleum eine gute Wahl. Schön ist ja auch relativ. Wer auf gutes Aussehen großen Wert legt, schaut sich vielleicht lieber einen passenden Teppichboden an.

Teppichboden im Büro

Wolle, Sisal oder Synthetik – Teppich liegt auch heute noch in vielen Arbeitszimmern. Der Bodenbelag kann mehr ab, als ihr denkt.

Vorteile von Teppich im Arbeitszimmer

  • Wohnlich ist der Belag allemal.
  • Die Auswahl an Farben und Mustern ist riesig.
  • Die Fasern schlucken Schall.
  • Reine Wolle sorgt für ein angenehmes Raumklima und nimmt wenig Schmutz auf.
  • Wer gerne barfuß am Schreibtisch sitzt, wird sich freuen.

Nachteile von Teppich im Arbeitszimmer

  • Teppich als Bodenbelag ist für mobile Möbel dauerhaft nicht gemacht. Unterm Schreibtischstuhl hilft eine Schutzmatte.
  • Staubsaugen ist schnell erledigt, aber Flecken sind schwerer zu entfernen.
  • Teppichboden sollte regelmäßig gründlich gereinigt werden. Einen Nasssauger leiht ihr euch im Baumarkt aus. Reinigungsmittel gibt es dort auch.
  • Die Bürokatze sollte sich benehmen können. Teppichboden und Tierkrallen sind keine gute Kombination.
  • Einfacher Teppich ist zwar preiswert, Synthetikware kostet ab 10 Euro. Doch eine gute, widerstandsfähige Qualität kostet schnell 25 Euro und mehr.

Fazit zu Teppich

Teppichboden passt schon fürs Büro. Allerdings solltet ihr nach einer guten Qualität für hohe bis sehr hohe Beanspruchung schauen, also Nutzungsklasse 23 oder gar 32.

Fliesen und Stein als Bodenbelag fürs Arbeitszimmer

Was für Küche und Bad super ist, kann so falsch im Büro nicht sein. Fliesen oder Stein funktioniert überall dort, wo viel gearbeitet wird.

Vorteile von Fliesen und Steinböden

  • Stein und Fliesen machen fast alles mit. Beim Fliesenkauf fürs Büro achtet ihr bitte auf eine eher hohe Abriebklasse (3-4).
  • Das Design von Fliesen lässt in seiner Vielfalt keine Wünsche offen. Feine Holzoptik gefällig? Oder Sandstein?
  • Besonders Naturstein hält ewig und sieht zudem sehr schick und edel aus.
  • Die Oberfläche lässt sich sehr gut reinigen.
  • Fliesen sind preiswert, es gibt sie schon ab 5 Euro

Nachteile von Steinböden im Arbeitszimmer

  • Fliesen und Stein haben vor allem den Nachteil, dass sie etwas fußkalt sind. Aber wer arbeitet schon barfuß im Büro?
  • Fliesen und Stein sind sehr harte Bodenbeläge, leise können andere besser.
  • Naturstein ist ein teures Unterfangen, 30 bis 90 Euro müsst ihr allein schon für das Material investieren. Dazu kommen die Kosten für den Fliesenleger.
Büroetage mit Fliesen
Fliesen im Büro wirken modern und sind pflegeleicht. © fotogestoeber - stock.adobe.com

Fazit zu Fliesen und Stein

Fliesen punkten als strapazierfähiger und pflegeleichter Bodenbelag fürs Büro, dieser Belag ist halt etwas lauter. Stein ist natürlich und besonders edel, aber auch sehr teuer.

Unsere Empfehlung für den Bodenbelag im Büro

Im Arbeitszimmer geht es hoch her, da ist ein kratzfester und harter Bodenbelag von Vorteil. Robustes Laminat, Parkett oder Fliesen beziehungsweise Stein sind geeignete Materialien, aber auch praktisch unzerstörbares Linoleum solltet ihr in Erwägung ziehen.

Kork und Designböden gehen auch, allerdings solltet ihr hier auf eine besonders widerstandsfähige Deckschicht achten.

Ihr braucht noch Inspiration für die Einrichtung eures Arbeitszimmers? Dann lest unseren Artikel "Ideen für den Arbeitsplatz zu Hause".

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