Korkfußboden Schlafzimmer

Wohnen | Pro/Contra-Liste

Korkboden als Bodenbelag: Vorteile und Nachteile

Uske Berndt

Uske Berndt

Level: Für Anfänger

Ein Korkboden ist eine natürliche Alternative zu andern Bodenbelägen mit vielen positiven Eigenschaften. Es gibt aber auch ein paar kleine Nachteile.

Als Flaschenverschluss ist Kork wohl am berühmtesten. Doch was ist das eigentlich für ein Material? Nichts weiter als die zerkleinerte Rinde der Korkeiche plus möglichst natürliches Bindemittel, also 100 Prozent Natur.

Bei der Herstellung von Korken fällt so genanntes Korkgranulat als Abfallprodukt an. Das Korkgranluat plus Kork aus zweiter Wahl wird gemahlen, mit einem Bindemittel vermischt, zu Blöcken gepresst und dann zu Platten zersägt. Fertig ist der Korkboden.

Korkböden gibt es als homogene (einschichtige) oder teilhomogene (mehrschichtige) Variante. Bei einschichtigen Böden wurde die Platte komplett in einem Stück aus einem Block herausgeschnitten. Mehrschichtig bedeutet, dass hier nur die Unterlage aus Presskork besteht. Darauf klebt als Laufschicht ein zwei bis drei Millimeter dickes Furnier aus Decorkork.

Der Vorteil des einschichtigen Korkbelags: Er kann mehrmals abgeschliffen werden. Beim mehrschichtigen Belag geht das nicht.

Wir haben mal zusammengetragen, welche Vorteile und Nachteile Korkboden hat. Außerdem lest ihr, was er kostet und für welche Zimmer der Boden geeignet ist.

Vorteile von Korkboden als Bodenbelag

Nachwachsender Rohstoff

Kork wird aus der Rinde des Korkbaums gewonnen. Der Baum selbst bleibt nach dem Schälen stehen. Damit ist auch Korkboden unterm Strich nicht nur natürlich, sondern auch umweltfreundlich. Euer ökologischer Fußabdruck wird es euch danken.

Korkboden ist wohngesund

Kork ist grundsätzlich ein natürlicher Bodenbelag. Als Bindemittel für das Granulat dienen bei der Herstellung heutzutage wasserbasierte Polyurethan- oder Acrylatharze. Wer auf jegliche Chemie verzichten will, entscheidet sich für Korkböden ohne synthetische Zusatzstoffe. In diesem Fall werden Naturharze als Bindemittel verwendet.

Prüft aber auch, ob eventuell werkseitig eine Oberflächenbeschichtung verwendet wurde, auf die ihr eventuell verzichten könnt.

Schön warm!

Ja, die isolierende Wirkung von Kork ist berühmt. Das wissen alle zu schätzen, die keine Fußbodenheizung haben. Damit ist der Bodenbelag auch schön fußwarm und liefert dazu noch ein herrlich angenehmes Gefühl unter den Fußsohlen.

Korkboden ist leise

Elastische Böden sind generell recht leise im Auftritt. Kork übertrifft sie alle. Der Bodenbelag schluckt fast alle Geräusche, auch den Trittschall.

Kork als Bodenbelag federt

Auch in diesem Aspekt stellt Korkboden andere elastische Belege noch etwas in den Schatten. Wer hier einmal drüber gelaufen ist, wird das Gefühl nicht vergessen. Wie das federt! Ein Traum für eure Gelenke und die Wirbelsäule.

Schön pflegeleicht

Wie Designboden weist auch Kork Staub und Schmutz ab. Dazu wirkt das Naturmaterial antibakteriell. Beim Reinigen heißt es wie fast überall: Saugen oder fegen und dann feucht wischen. Achtung: Zu nass mag Kork es nicht.

Korkboden ist keine Mimose

Dass flexible Bodenbeläge auch etwas vertragen können, zeigen Designboden und Linoleum. Kork ist auch nicht zimperlich. Schaut einfach auf die Nutzungsklasse, 23 ist für Zuhause ganz schön robust.

Die Oberfläche lässt sich abschleifen

Beim Schleifen arbeitet ihr natürlich nicht so forsch wie bei Parkett. Korboden wird nur sehr fein geschliffen und dann wieder neu geölt oder gewachst. Danach sieht er wieder toll aus.

Renovierer schätzen Kork

Ähnlich wie Designboden ist Korkboden relativ dünn, die Aufbauhöhe beträgt rund 5 Millimeter. So könnt ihr den Belag meist auf den alten Untergrund legen, ohne dass das Ganze hinterher für Schwellen oder Türen zu hoch wird.

Leichte Verlegung

Der Bodenbelag kommt wie Linoleum auch als Bahn, die vollflächig verklebt werden muss. Allerdings gibt es heute Korkboden wie Laminat oder Designboden auch in der beliebten Dielenform. Diese klickt ihr einfach ineinander. Schwimmend verlegte Bodenbeläge ziehen problemlos mit euch um. So sind auch einzelne Platten notfalls ersetzbar.

Nachteile von Korkboden als Bodenbelag

Kürzere Haltbarkeit

Korkboden ist nicht extrem kratzfest oder resistent gegen hohen Druck von oben. Doch kommt es wie bei allen Belägen auch auf die Verarbeitung und Versiegelung an. Im Vergleich zu Parkett hält er nur etwa halb so lange, also 15 Jahre.

Sonnenlicht lieber nicht

Als Holzprodukt ist Kork nicht sehr lichtecht, Natur pur eben. Unter Einfluss von UV-Licht kann sich Korkboden verfärben. Hier ein Tipp, was ihr bei verfärbten Korkböden tun könnt.

Nur mit Fugen, bitte

Ihr könnt nicht alles haben. Kork ist natürlich und flexibel, und so bleibt der Bodenbelag nicht ganz so starr liegen wie seine Kollegen. Korkboden dehnt sich aus, so dass er mitunter mit sichtbaren Fugen verlegt werden muss. Das kann aber ganz schick aussehen.

Kork als Bodenbelag mag keine Pfützen

Kork an sich ist ja wasserundurchlässig, sonst würde das mit den Flaschenkorken ja nicht gehen. Aber was sehen wir da? Der Wein quillt den unteren Teil auf. Und so ähnlich kann das auch bei manchen Bodenbelägen passieren. So richtig klatschnass mag Korkboden es also nicht.

Der Preis liegt im Mittelfeld

Im Vergleich zu Fliesen oder Laminat ist Kork recht teuer. Mit rund 20 Euro pro Quadratmeter liegt der Bodenbelag etwa gleichauf mit Linoleum oder einfachem Mehrschichtparkett. Natürliche Beläge haben eben ihren Preis.

Welche Zimmer könnt ihr mit Korkboden auslegen?

Eigentlich alle. Ihr müsst bei Kork als Bodenbelag nur genau auf die Nutzungsklasse achten. Für Küche und Badezimmer ist das Material nicht die beste Wahl. Da verlegt ihr lieber einen härteren Boden, am besten Fliesen oder Stein.

Fazit: Korkboden als Bodenbelag

Korkboden ist super natürlich, komfortabel, warm und elastisch. Dazu lässt sich der Belag leicht verlegen und pflegen. Keine Frage, der Kork als Bodenbelag ist eine prima Wahl für fast jeden Raum. Nur bei Feuchträumen würden wir nicht unbedingt dazu raten.

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