Sauna und Fitnessraum im Keller
© Peter Mukherjee/Getty Images

Modernisieren | Expertentipp

Sauna im Keller einrichten - was muss ich beachten?

Redaktion

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Wer in seinen Keller eine Sauna einbauen will, der sollte einiges beachten, um Feuchteschäden und in der Folge Schimmel an der Bausubstanz zu vermeiden. Was, erklärt euch unser Wohnglück-Experte.

Folgende Frage wurde an die Wohnglück-Redaktion herangetragen: "Ich möchte unseren ehemaligen Öllagerraum zu einem Fitnessraum mit Sauna ausbauen. Der Raum liegt mit zwei Seiten überwiegend im Erdreich. Ein kleines neues Fenster ist vorhanden. Der Raum ist absolut trocken. Was muss ich beim Umbau hinsichtlich der Wand- und Fußbodendämmung, des Bodenbelags und der Lüftung beachten?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Der Betrieb einer Sauna im Keller wird zu einer Erhöhung der Raumtemperatur und damit zu einer erheblichen Veränderung des Raumklimas in allen Kellerräumen führen. Grundlage für diese Überlegungen ist ein physikalisches Gesetz, welches besagt: "Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte."

Wenn man davon ausgeht, dass der Rauminhalt von nur einem normalen Kellerraum ungefähr 20 Kubikmeter beträgt, dann werden

  • bei einer Raumtemperatur von 10 Grad Celsius etwa 190 Gramm Wasser gebunden,
  • bei 20 Grad Celsius sind es schon zirka 350 Gramm Wasser
  • und bei einer Raumtemperatur von 25 Grad Grad Celsius bereits zirka 460 Gramm. Das ist fast ein halber Liter!

Bei allen Überlegungen müsst ihr davon ausgehen, dass die Luft durch eine Sauna im Keller nicht nur in einem Raum, sondern im gesamten Keller stark erwärmt wird. Das hat zur Folge, dass in allen Räumen zusammen erhebliche Mengen Wasser in der Raumluft gebunden werden.

Schimmel droht ohne Dämmung und Belüftung

In der Regel verfügen Kellerräume älterer Gebäude über keine Wärmedämmung. Bei neueren Kellern ist sie oft nicht ausreichend. Daher wird sich die verhältnismäßig warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft auf den kalten Oberflächen der umgebenden Bauteile (Fußboden, Decken und Wänden) als Kondenswasser niederschlagen. Das wird, wenn ihr nichts dagegen unternehmt, zu einer langsamen Durchfeuchtung der Putzoberflächen führen, verbunden mit Schimmel- und Fäulnisbildung, Salzausblühungen und Putz-Abplatzungen.

Diese unschönen Vorgänge, welche über einen größeren Zeitraum die gesamte Bausubstanz angreifen können, lassen sich nur durch zwei grundlegende Maßnahmen verhindern:

  • ausreichende Wärmedämmung
  • wirksame Lüftung.

Die richtige Wärmedämmung für einen Keller mit Sauna

Eine ausreichende Wärmedämmung erreicht ihr mit einigen Zentimetern Dämm-Material nicht. Die Dämmstoff-Dicke sollte ein Baufachmann (Architekt oder Bauingenieur) ausrechnen. Sie wird mit Sicherheit in einem Bereich von zwölf bis 15 Zentimetern liegen. Nicht nur Wände und Decken, auch den Fußboden solltet ihr ausreichend wärmedämmen.

Bei allen Überlegungen ist zu beachten, dass aus bauphysikalischen Gründen die gesamte Wärmedämmung mit einer funktionierenden und fachgerecht eingebauten, absolut luftdichten Dampfsperre abgeschlossen werden muss. Nur durch das Anbringen einer Dampfsperre (Spezialfolie) vor der Wärmedämmung auf der Raumseite lässt sich das Eindringen von Luft und Feuchtigkeit in die Wärmedämmung verhindern.

Die gesamte Wärmedämmung muss ohne Luftzwischenraum, ohne Konterlattung, lückenlos und pressgestoßen direkt auf dem Untergrund befestigt werden.

Für den Fußboden empfehlen wir folgenden Aufbau:

  1. Auf dem sauberen Estrich wird eine Dampfsperr-Folie ausgelegt, deren Nähte ihr verkleben müsst. An den umgebenden Wänden müsst ihr die Folie wannenartig hochziehen und befestigen.
  2. Dann verlegt ihr lose (schwimmend) Platten aus extrudiertem Polystyrol XPS (zum Beispiel Styrodur), die mindestens zehn Zentimeter dick sein müssen. Die Platten müsst ihr fugenversetzt und ohne Lücken pressgestoßen einbauen. Normales, einfaches, expandiertes Polystyrol EPS (zum Beispiel Styropor) ist für diesen Zweck wegen geringerer Druckfestigkeit nicht geeignet. Wenn ihr anstelle der genannten Polystyrol-Platten Polyurethanschaum-Platten verwendet, dann könnt ihr die erforderliche Dämmstoff-Dicke auf sechs Zentimeter reduzieren.
  3. Als Träger des eigentlichen Fußbodenbelages verlegt ihr anschließend ebenfalls lose (schwimmend) Trockenbau-Estrichelemente aus Gipsfaserplatten. Auf diesen Elementen könnt ihr danach Fliesen verkleben.

Durch die vorgeschlagenen Wärmedämm-Maßnahmen wird sich das Niveau des Kellerfußbodens je nach verwendetem Dämm-Material um zehn bis vierzehn Zentimeter erhöhen. Das lässt sich aber leider nicht vermeiden, wenn ihr im Keller eine Sauna einrichten wollt.

Die richtige Be- und Entlüftung für einen Keller mit Sauna

Genau so wichtig wie eine ausreichende Wärmedämmung ist eine wirksame Be- und Entlüftung. Der Betrieb eines Luftentfeuchters ist nicht ausreichend. Wollt ihr Feuchtigkeitsschäden vermeiden, dann müsst ihr die entstandene Feuchtigkeit aus allen Kellerräumen entfernen.

Das kann nur dadurch geschehen, dass ihr nach dem Gebrauch der Sauna dafür sorgt, dass kalte trockene Außenluft in die Kellerräume hinein und die warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft nach außen gelangen kann. Das wird nur mit Durchzug möglich sein, wenn ihr ausreichend viele und große Fenster und Türen während längerer Zeit öffnen könnt. Möglicherweise wird es erforderlich sein, dass ihr noch zusätzliche Fenster oder entsprechende Öffnungen schafft.

Der Einbau von Ventilatoren hat nur dann einen Sinn, wenn in gleicher Weise durch entsprechende Gebläse Frischluft von außen zugeführt wird.

Die richtige Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 55 Prozent liegen. Diesen Wert könnt ihr mit einem Hygrometer überprüfen. Diese Luftfeuchtigkeits-Messer erhaltet ihr relativ preiswert beim Optiker oder im Versandhandel. Beachtet jedoch, dass nur elektronische Geräte zuverlässig arbeiten. Eine Untersuchung der Zeitschrift "test" hat ergeben, dass man sich auf die Angaben von Zeigerinstrumenten nur dann verlassen kann, wenn sie geeicht sind (Gebrauchsanweisung beachten!).

Zum Schluss noch einmal ein ganz wichtiger Hinweis: Da durch den Betrieb der Sauna die Raumtemperatur im gesamten Keller auf ein Niveau ansteigen wird, das erheblich höher liegt als es für Kellerräume normal ist (+8° bis +10°C), müssen alle Kellerräume, praktisch der gesamte Keller, ausreichend und wirksam be- und entlüftet werden, wenn ihr Feuchtigkeitsschäden vermeiden wollt.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger oder nutzt unser Kontaktformular und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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