Eine Infrarotkabine in einem riesigen Bad mit Whirpool und Blick auf einen See.
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Wärmekabine: Vorteile, Nachteile & Kosten von Infrarotkabinen

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Vielleicht kennt ihr die wohltuende Wärme einer Infrarotkabine schon aus einem Wellnessurlaub. Sie täglich zu Hause nutzen zu können, wäre ein Traum, oder? Es spricht viel dafür, ihn euch zu erfüllen. Lest selbst!

Wärme aus Infrarotstrahlung wird von vielen Menschen als besonders angenehm empfunden. Gerade, wenn ihr Probleme mit eurem Rücken oder den Gelenken habt. Aber dafür jedes Mal in eine Wellnessanlage zu fahren, ist aus den verschiedensten Gründen nicht optimal. Wie wäre es also, eine eigene Wärmekabine in der Wohnung zu haben? Dann könntet ihr regelmäßig ein entspanntes Wärmebad nehmen und eurer Gesundheit etwas Gutes tun.

Aber vor einem Kauf gilt es, die Vorteile und Nachteile zu recherchieren. Wir haben das mal für euch übernommen.

Was ist eine Wärmekabine?

Wärmekabine, Infrarotkabine oder Rotlichtkabine? Ihr fragt euch, wo der Unterschied ist? Es gibt keinen. Die Begriffe werden in der Regel synonym verwendet.

Gemeint sind Holzkabinen mit Sitzbänken oder Liegen, die nicht mit einem Saunaofen, sondern mit Infrarotmodulen ausgestattet sind. Die Infrarotstrahler erwärmen dabei nicht in erster Linie die Umgebungstemperatur, sondern direkt euren Körper. Die Wärmestrahlen sind denen der Sonne ganz ähnlich und fühlen sich auch so an.

Da dieser Effekt schon bei relativ niedrigen Temperaturen erreicht wird, vertragen auch ältere Menschen den Aufenthalt in Wärmekabinen sehr gut. Neben vielen anderen Vorteilen, haben die kleinen Schwitzhütten für ein bis vier Personen aber auch ein paar Nachteile.

Eine Infrarotkabine in einem Wohnzimmer
Eine Wärmekabine könnt ihr auch in eurem Wohnzimmer aufstellen. Um Platz zu sparen, lässt sich die S1 Infrarot von Klafs sogar einfahren. © Klafs

Die Vorteile einer Wärmekabine

1. Moderate Wärme

In einer Sauna geht es ums Schwitzen. In einer Infrarotkabine wollt ihr Wärme tanken. Die verbauten Strahler geben Infrarotstrahlen ab, die direkt eure Haut erwärmen. Von dort wird die Energie über das Blut wohltuend im ganzen Körper verteilt. Diese eher trockene Hitze wird von vielen als besonders angenehm empfunden. Wer sich also – gerade an kalten, nassen Wintertagen – zu Hause regelmäßig eine Extraportion Wärme gönnen möchte, ohne zu zerfließen, liegt mit dem Kauf einer Wärmekabine genau richtig.

Je nach Typ kommt ihr auch in einer Wärmekabine etwas ins Schwitzen. Aber längst nicht so stark wie in einer finnischen Sauna.

2. Auch für Kinder und ältere Menschen geeignet

Die große Hitze einer finnischen Sauna kann Kreislaufprobleme verursachen. Viele ältere Menschen verzichten daher auf eine Saunanutzung, obwohl ihnen die Wärme bei diversen Gesundheitsproblemen helfen könnte. Da eine Infrarotsauna mit sehr viel geringeren Temperaturen arbeitet, kann sie eine gute Alternative sein. Kinder oder Ältere können dabei mit ganz niedrigen Temperaturen anfangen und sich langsam an ihre Wohlfühltemperatur herantasten.

Mann und ein kleiner Junge in einer Infrarotkabine
Die sanfte Wärme eignet sich auch für Kinder und Menschen, die die große Hitze einer Sauna nicht gut vertragen. © Klafs

3. Lindert Schmerzen und stärkt das Immunsystem

Wärmekabinen eignen sich besonders bei Problemen des Bewegungsapparats. So hilft die Tiefenwärme zum Beispiel dabei, Muskelverspannungen zu lösen. Auch bei Gelenkschmerzen, Kopf- und Rückenschmerzen und Rheuma lindert die Wärme die Beschwerden. Wer regelmäßig seine private Infrarotkabine nutzt, stärkt außerdem sein Immunsystem und verbessert das Hautbild.

Habt ihr einen konkreten medizinischen Grund, warum ihr euch auf die Suche nach einer passenden Wärmekabine macht, solltet ihr vorher mit eurem Arzt sprechen. Denn auf dem Markt gibt es Kabinen mit unterschiedlichen Infrarotquellen. Während mittelwellige und langwellige Strahlung (IR-C-Strahlung und IR-B-Strahlung) nur die oberen Hautschichten erreichen, dringt die kurzwellige IR-A-Strahlung bis in die Unterhaut vor. Wenn ihr wisst, welche Strahlungsart die richtige für euch ist, könnt ihr euch gezielter umsehen. Denn die Auswahl hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

Tipp: Die Firma Wellnesspartner bietet eine herstellerunabhängige, individuelle Kaufberatung an.

4. Geringe Betriebskosten und kurzer Vorlauf

Bis eine Sauna auf Betriebstemperatur ist, dauert es seine Zeit. Und je heißer ihr es mögt, desto mehr Strom verbraucht ein Saunagang. Die Vorlaufzeit einer Infrarotkabine ist mit etwa zehn Minuten viel geringer.

Außerdem verbrauchen die Infrarotmodule weniger Strom als ein elektrischer Saunaofen. Ein weiteres Plus in Sachen Betriebskosten ist die andere Nutzungsart. Während ihr beim Saunieren mehrere Gänge mit Ruhepausen macht, schaltet ihr die Wärmekabine in der Regel nur gezielt für eine einmalige Nutzung an. So kommt ihr für eine Anwendung im Schnitt auf 1,5 bis 2,5 Kilowattstunden und zahlt etwa 15 bis 30 Cent. Eine Sauna-Anwendung liegt da mit zwei bis vier Euro (7 bis 9 Kilowattstunden) deutlich drüber.

5. Eingebaute Extras

Farben, Düfte und meditative Klänge. Neben der Wärme lässt sich eine Infrarotkabine mit einigen Extras ausstatten. So soll eine Innenbeleuchtung, deren Farbe sich wechseln lässt, nicht nur nett anzusehen sein. Glaubt man den Lehrsätzen der Farblichttherapie, haben sie auch eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Weniger umstritten ist das wohl bei meditativer Musik, die sich über eine Bluetooth-Option oder per USB-Anschluss in eure Wärmekabine bringen lässt. Einige Hersteller bieten sogar Ionisatoren an. Sie versprühen dezente Düfte, die auch gegen Schimmel, Schadstoffe und unangenehme Gerüche wirken sollen.

6. Auch in Wohnräumen geeignet

Eine Infrarotkabine könnt ihr im Prinzip in jedem Wohnraum aufstellen. Sie benötigt weniger Platz als eine Sauna. Optisch passt die Kabine wohl am ehesten ins Bad oder in einen Fitnessraum. Auch der Anschluss ans Stromnetz ist unkompliziert. Ihr braucht nur eine 230-Volt-Steckdose in der Nähe, schon kann es losgehen.

Eine von außen weiße Infrarotkabine in einem Fitnessraum.
Wärmekabinen müssen nicht immer alpin daherkommen. Das Modell Movito von Röger passt mit seiner hellen Oberfläche gut in jedes Bad oder in euren Fitnessraum. © Röger

Die Nachteile einer Wärmekabine

1. Weniger Schwitzen

Wer es gerade mag, dass einem in der Sauna nach wenigen Minuten der Schweiß in salzigen Rinnsalen über den Rücken rinnt, könnte von einer Infrarotkabine enttäuscht sein. Die Wärme ist sehr viel geringer und regt die Poren nur sehr verhalten zum Schwitzen an. Besonders dann, wenn ihr ein Wärmebad im unteren Temperaturbereich (20-40 Grad) genießt.

2. Weniger Rituale

Saunieren ist für viele ein lieb gewonnenes Ritual. Man stellt sich auf mehrere Gänge ein, genießt den beißenden Duft eines frischen Aufgusses und taucht nach dem Schwitzen in eiskaltes Wasser. Ein Wärmebad in einer Infrarotkabine beschränkt sich dagegen eher auf eine einmalige Anwendung. Auch kaltes Abduschen gehört nicht unbedingt dazu.

3. Größerer Reinigungsaufwand

Aufgrund der geringeren Temperaturen breiten sich Bakterien und Gerüche schneller aus als in einer Sauna, die regelmäßig stark erhitzt wird. Am besten benutzt ihr immer ein Handtuch als Unterlage. Mit scharfen Reinigungsmitteln schädigt ihr das Holz. Besser ist es, wenn ihr die Flächen regelmäßig mit einer leichten Seifenlauge abwischt.

4. Wärmekabinen können gesundheitsschädlich sein

Wärmekabinen, die mit mittelwelligen oder langwelligen Infrarotstrahlen betrieben werden, sind ungefährlich. Sie haben sogar einen gesundheitsfördernden Effekt: Sie lindern Beschwerden des Bewegungsapparats, stärken das Immunsystem und können bei regelmäßiger Nutzung die Heilung von Hauterkrankungen unterstützen.

Kurzwellige Infrarotstrahlen müssen dagegen vorsichtig eingesetzt werden. Da sie viel tiefer in die Haut dringen, wirken sie auch intensiver. Hartnäckige Muskelverspannungen können nur mit kurzwelliger Strahlung therapiert werden.

Sogenannte Tiefenstrahler oder Punktstrahler (IR-A-Strahlung) bergen allerdings auch ein Risiko. Ist die Anwendung zu lang, kann es zu Verbrennungen der Haut kommen. Erkundigt euch vor dem Kauf bei eurem Arzt, welcher Strahler für euch geeignet ist. Vielleicht ist auch eine Kombination aus mehreren Strahlertypen oder Strahler mit regelbarer Stärke (zum Beispiel Medistrahler mit Intensitätssteuerung) sinnvoll. So könnt ihr eure Infrarotkabine nicht nur zu medizinischen Zwecken, sondern auch zur reinen Entspannung nutzen.

Blick in das Innere einer Wärmekabine mit Rückenlehne und Infrarotmodul
Die bequeme Rückenlehne des Modells Movito von Röger dient auch als Abstandhalter, damit die Infrarotstrahlen optimal wirken und die erzeugte Hitze nicht zu stark ist. © Röger

Das kostet eine Wärmekabine

Der Preis einer Wärmekabine richtet sich nach einer großen Zahl von Faktoren:

  • dem Strahlertyp (Flächenstrahler, Vollspektrumstrahler, Medistrahler, Punktstrahler, Dualstrahler)
  • der Menge der eingesetzten Strahler
  • dem Material des Strahlers (Magnesium, Keramik, Carbon, Quarzsand)
  • dem Material der Kabine (meistens unbehandeltes oder behandeltes Holz)
  • der Größe der Kabine (für ein, zwei, drei oder mehrere Personen)
  • ob nur Sitzbänke oder auch Liegen vorgesehen sind
  • nach integrierten Extras (Ionisatoren, Bluetooth-Option, Beleuchtung für Farbtherapie)

Ihr könnt euch schon denken, dass die Spannbreite angesichts der möglichen Varianten riesig ist. Ganz einfache Wärmekabinen bekommt ihr ab 600 Euro. Im oberen Bereich des Kostenspektrums müsst ihr mit mehreren Tausend Euro rechnen. Etwas sparen könnt ihr, wenn ihr die Kabine selbst aufbaut.

Übrigens: Eine Kabine ist kein Muss. Ihr könnt einen einfachen Infrarotstrahler auch an einer Wand in eurem Bad oder direkt in der Dusche einbauen. Dort geht dann zwar die Restwärme verloren, die euer Körper und das Holz reflektiert und in einer Kabine für ein rundum warmes Gefühl sorgt, aber wenn ihr gezielt Verspannungen in Nacken oder Rücken therapieren wollt, fahrt ihr mit dieser Alternative auch nicht schlecht.

Eine Dampfbaddusche mit integriertem Infrarotmodul.
Infrarotmodule lassen sich auch in Duschen oder Dampfbadduschen einbauen – wie bei dem Modell Lissabon von Repabad. © Repabad GmbH

Für wen eignet sich eine Wärmekabine?

Die regelmäßige Nutzung einer Wärmekabine hat besonders für Menschen mit Muskel- und Gelenkproblemen eine wohltuende und – je nach Strahlerart – auch therapeutische Wirkung. Um Hautschäden durch zu lange Anwendungen oder unpassende Strahlertypen vorzubeugen, ist es besser, vor einem Kauf euren Arzt zu fragen.

Die Kosten variieren stark nach Größe und Ausstattung. Anders als eine Sauna, kann eine Infrarotkabine problemlos in jedem Wohnraum aufgestellt werden. Auch die Betriebskosten sind sehr günstig. Da auch das lange Vorheizen wegfällt, ist es einfacher, die regelmäßige Nutzung einer Wärmekabine in den Alltag zu integrieren.

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