Solaranlage auf einem Dach
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Solaranlage im eigenen Heim: So nutzt ihr Solarthermie

Claudia Lindenberg

Level: Für Fortgeschrittene

Hier lest ihr die Antworten auf 10 wichtige Fragen zum Thema Solarthermie und findet einfach heraus, welche Solaranlage für euch infrage kommt.

Der Begriff "Solaranlage" wird sowohl für Photovoltaikanlagen als auch für Solarthermieanlagen verwendet. Beides ist richtig, denn das Prinzip ist jeweils identisch: Die Sonnenstrahlen treffen auf die üblicherweise auf dem Hausdach installierte Anlage und die Sonnenenergie wird umgewandelt. Bei Solarthermieanlagen in Wärme, bei Photovoltaikanlagen in Strom. Wir erklären euch, wie Solarthermie funktioniert und welche Solaranlage die passende für euch ist.

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1. Wie funktioniert Solarthermie eigentlich?

Vielleicht habt ihr euch schon einmal gefragt, warum Solaranlagen auf Hausdächern so unterschiedlich aussehen. Der Grund kann ganz einfach sein: Weil es sich sowohl um Solarthermieanlagen als auch um Photovoltaikanlagen handeln kann. Und die dazugehörigen flächigen Bauteile lassen sich mit geübtem Auge unterscheiden. Während die zu Photovoltaikanlagen gehörenden Solarmodule in kleine Flächen unterteilt sind, bilden die Sonnenkollektoren von Solarthermieanlagen eine zusammenhängende Fläche. Es gibt auch Kollektoren in Röhrenform. Fachleute sprechen dann von Vakuumröhrenkollektoren.

Anders als Photovoltaikanlagen erzeugen Solarthermieanlagen keinen Strom, sondern Wärme. Sie entsteht, indem die Sonne auf die Sonnenkollektoren trifft und im Innern eine Wärmeträgerflüssigkeit aufgeheizt wird. Diese Flüssigkeit – mit Wasser verdünntes Frostschutzmittel – wird über eine Pumpe über Rohrleitungen in einen Speicher transportiert. Ein Solarregler sorgt dafür, dass die Wärme dort ankommt, wo ihr sie gerade braucht.

2. Nur Warmwasserbereitung oder eine Kombi mit Heizungsunterstützung?

Wenn ihr euch für eine Solarthermieanlage interessiert, müsst ihr zunächst abwägen, ob ihr sie ausschließlich zur Warmwasserbereitung oder auch für den Betrieb der Heizungsanlage nutzen wollt. Möglich ist beides, wobei die Kosten der Solarthermieanlage natürlich höher sind, wenn ihr eine kombinierte Anlage wählt.

Entscheidet ihr euch für die Warmwasserbereitung, könnt ihr mit der Anlage rund 60 Prozent des Jahresenergiebedarfs für Warmwasser abdecken. Bei einer kombinierten Anlage zur Heizungsunterstützung könnt ihr etwa 30 Prozent eures Heizenergiebedarfs selbst erzeugen. Ihr werdet damit also deutlich unabhängiger von der Entwicklung der Energiepreise.

3. Worin unterscheiden sich Solarthermieanlagen?

Solarthermieanlagen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Nutzung für die Heizungsanlage, sondern sie unterscheiden sich auch über die Art der Solarspeicher. Sie sind häufig als sogenannte bivalente Speicher ausgelegt, die nicht nur über die selbst erzeugte Wärme, sondern bei Bedarf auch mit Heizöl, Gas oder Pellets betrieben werden.

Warmwasserspeicher (Trinkwasser)

In diesem Speicher wird das Wasser konstant auf einer voreingestellten Temperatur (beispielsweise 60 Grad) gehalten. So erhaltet ihr jederzeit sofort Warmwasser im Haus, wenn ihr den Hahn aufdreht.

Pufferspeicher (Heizungswasser)

Mit Wasser gefüllte Pufferspeicher kommen bei Solarthermieanlagen zum Einsatz, die auch die Heizungsanlage unterstützen. Sie dienen dazu, die auf dem Dach erzeugte Wärme zu speichern und sind üblicherweise als Schichtenspeicher konstruiert. Der Name ergibt sich daraus, dass sich aufgrund der schlanken Bauform unten das kalte und oben das warme Wasser ansammelt. Dort wird das Warmwasser bei Bedarf entnommen.

Kombispeicher (Trink- und Heizungswasser)

Diese platzsparenden Speicher dienen als Pufferspeicher für die Heizungsanlage und halten in einem separaten Behälter gleichzeitig Warmwasser bereit.

Vakuumkollektoren in Röhrenform
Vakuumkollektoren in Röhrenform sind zwar teurer, gelten aber als leistungsfähiger. © Getty Images/iStockphoto

Mit der über thermische Solaranlagen gewonnenen Wärme kann übers Jahr gerechnet allerdings nur ein relativ kleiner Teil der benötigten Energie für Warmwasser und Heizung abgedeckt werden: Im Winter, wenn ein besonders hoher Wärmebedarf besteht, liefert die Sonne nur einen kleinen Teil der benötigten Heizwärme; im Sommer hingegen besteht für den Überschuss an Sonnenwärme kein Bedarf.

Thermische Solaranlagen sind deshalb in aller Regel nur eine Ergänzung zu einem zentralen Wärmeerzeuger, also zum Beispiel einer Gas- oder Öl-Brennwertheizung und werden oft im Paket mit solchen Heizsystemen angeboten und installiert.

4. Wie viel Kollektorfläche ist erforderlich?

Pi mal Daumen müsst ihr für eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung ein bis eineinhalb Quadratmeter Kollektorfläche pro Haushaltsmitglied einplanen. Für eine vierköpfige Familie wären das also vier bis sechs Quadratmeter. Soll auch die Heizungsanlage mit Warmwasser versorgt werden, verdreifacht sich die Fläche pro Person in etwa – das wären bei einem Vierpersonenhaushalt also rund 16 Quadratmeter.

5. Wie groß sollte die Solarthermieanlage sein?

Um die Auslegung der Anlage zu schätzen, solltet ihr euren Wasserverbrauch in etwa kennen – und falls ihr auch die Heizungsunterstützung plant, euren Heizbedarf. Für den Wasserverbrauch könnt ihr etwa 20 bis 60 Liter pro Haushaltsmitglied und Tag schätzen – je nachdem, ob ihr viel oder weniger Wasser verbraucht. Aus diesen Werten ergibt sich auch die erforderliche Größe des Solarspeichers: Er sollte bei einem Vierpersonenhaushalt rund 300 Liter fassen.

Plant ihr auch die Heizungsunterstützung, müsst ihr ein Speichervolumen von etwa 1.000 Litern einkalkulieren. Der Heizbedarf kann sehr unterschiedlich ausfallen – je nach energetischem Standard eures Hauses. Hilfreich ist hier der Blick in den Verbrauchs- oder Bedarfsausweis für euer Haus, falls ihr nicht bereits Unterlagen von eurem Energieversorger über euren bisherigen Verbrauch habt.

Anhand dieser Größen könnt ihr mit einem Fachbetrieb eure Anlage planen. Empfehlenswert ist übrigens ein Wirkungsgrad von rund 50 Prozent für die Warmwasserbereitung. Das bedeutet, dass ihr rund die Hälfte eures Warmwasserbedarfs selbst erzeugt. Höhere Werte sehen Fachleute als eher unwirtschaftlich an.

6. Wer bietet Solarthermieanlagen an?

Zu den Unternehmen, die Solarthermieanlagen anbieten, gehören unter anderem Consolar, Haier Solarthermie, Stiebel Eltron und Solarfocus. Mit welchen Kosten ihr rechnen müsst, lest ihr in unserem Beitrag: "Solaranlage kaufen: Lohnt sich Solarthermie?"

7. Welche Voraussetzungen vor Ort sind wichtig?

Wie bei Photovoltaikanlagen ist es auch bei Solarthermieanlagen wichtig, dass möglichst viel Sonne die Anlage auf dem Dach erreicht. Optimal ist es,

  • wenn kein Schatten aufs Dach fällt,
  • das Dach eine Neigung von mehr als zehn Grad aufweist und
  • nach Süden ausgerichtet ist.

Dann könnt ihr mit der bestmöglichen Leistung der Anlage rechnen. Aber auch bei etwas ungünstigeren Bedingungen könnt ihr eine Solarthermieanlage betreiben. Sie erzeugt dann maximal fünf bis zehn Prozent weniger Wärme.

Auch die Region spielt eine Rolle für den Wärmeertrag: Auch hier gilt das gleiche wie bei Photovoltaikanlagen – je weiter südlich ihr wohnt, desto effizienter arbeitet eure Anlage in der Regel aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung.

8. Wie lange halten Solarthermieanlagen?

Je nach Wartung und Qualität der Anlage beträgt die Lebensdauer von Solarthermieanlagen bis zu 30 Jahre, vielfach geben die Hersteller der Sonnenkollektoren rund 20 bis 30 Jahre Garantie auf diese wesentlichen Bauteile der Anlage.

9. Ist eine Genehmigung für eine Solarthermieanlage erforderlich?

In der Regel braucht ihr keine Genehmigung für eine Solarthermieanlage auf eurem Hausdach. Handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, kann es jedoch sein, dass ihr die Anlage nicht installieren dürft. In diesem Fall solltet ihr euch sicherheitshalber bei eurem zuständigen Bauamt erkundigen.

10. Muss ein Fachbetrieb die Solarthermieanlage installieren?

Wenn ihr handwerklich äußerst geschickt seid, könnt ihr euch selbst an die Installation heranwagen. Alle anderen sollten lieber einen Fachbetrieb mit der Montage und dem Anschluss beauftragen – allein schon, weil auch Arbeiten auf dem Dach erforderlich sind. Diese sind ohne Sicherung und Übung gefährlich.

Unser abschließender Tipp: Mit unserem praktischen Tool Eigenheim Manager behaltet ihr euren häuslichen Energie-Verbrauch immer genau im Blick. Schaut doch mal vorbei!

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