Haus mit Solaranlage auf dem Dach
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Modernisieren | Ratgeber

Kosten von Solarthermie: Solarthermieanlage kaufen oder nicht?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Solarthermische Anlagen gewinnen Wärme aus Sonnenlicht. Mit einer Solaranlage könnt ihr Heizkosten sparen. Zunächst muss die Anlage aber erst einmal finanziert werden. Wir erklären, worauf ihr in puncto Kosten achten müsst und wie ihr mit Fördermitteln sparen könnt.

"Lohnt sich das denn?" Diese Frage stellt ihr euch sicherlich, wenn ihr über die Anschaffung einer Solarthermieanlage nachdenkt. Denn auch wenn ihr übers Jahr gesehen Heizkosten einspart: Erst einmal müsst ihr mehrere Tausend Euro für eine Solaranlage hinblättern. Und das ist nicht die einzige Frage, mit der ihr euch beschäftigen solltet. Solarthermieanlage kaufen oder nicht? Wir erklären, welche Kosten beim Kauf einer Anlage für Solarthermie anfallen und wie ihr mit Fördermitteln sparen könnt.

Was kostet eine Anlage für Solarthermie?

Die Kosten einer Anlage für Solarthermie hängen von verschiedenen Faktoren ab: Wie viel Wärme soll sie erzeugen, wie groß ist euer Warmwasser- und Heizbedarf? Welche Kollektoren sollen es sein und welche Art von Solarspeicher?

Die Solarkollektoren übernehmen die wichtigste Aufgabe der Solarthermie-Anlage. Sie fangen das Licht der Sonne auf und gewinnen daraus thermische Energie. Zur Wahl stehen Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Während Flachkollektoren mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis oft die Vorzugsvariante sind, gewinnen die teureren Vakuumröhrenkollektoren bei gleicher Fläche mehr Wärme. Sie lohnen sich immer dann, wenn die Solarthermieanlage hohe Temperaturen benötigt oder Ausrichtung und Neigung des Daches nicht optimal sind.

Die Kosten für die Solarkollektoren liegen zwischen 250 und 400 Euro pro Quadratmeter für Flachkollektoren. Für Vakuumröhrenkollektoren müsst ihr mit 500 bis 600 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Vakuumkollektoren in Röhrenform
Vakuumkollektoren in Röhrenform sind zwar teurer, gelten aber als leistungsfähiger. © Getty Images/iStockphoto

Eine weitere wichtige Komponente ist der Solarspeicher. Dieser nimmt die thermische Energie auf, wenn sie zur Verfügung steht und gibt sie bei Bedarf zeitversetzt wieder ab. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet man dabei Brauchwasser- und Pufferspeicher. Während Brauchwasserspeicher den doppelten Tagesbedarf an Trinkwasser bevorraten, sind Pufferspeicher mit Heizungswasser gefüllt. Sie sind deutlich größer und können daher auch mehr Energie speichern.

Brauchwasserspeicher für typische Einfamilienhäuser kosten zwischen 600 und 800 Euro. Für einen Pufferspeicher müsst ihr mit rund 1.200 bis 1.500 Euro rechnen. Kombispeicher mit Frischwasserstation zur Trinkwassererwärmung und zur Heizungsunterstützung kosten rund 2.500 bis 3.000 Euro.

Solarthermieanlage für Warmwasser oder auch für die Heizung?

Für eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung, die auf einen Vierpersonenhaushalt ausgelegt ist, solltet ihr rund 5.000 Euro inklusive Montage einplanen. Diese Kosten für die Solarthermie verteilen sich etwa zu gleichen Teilen auf vier bis sechs Quadratmeter Solarkollektoren, den Solarspeicher und die Montage.

Wollt ihr nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizungsanlage an eine Solarthermieanlage anschließen, verdoppeln sich die Kosten in etwa. Beim Vierpersonenhaushalt und einer Kollektorfläche von rund 16 Quadratmetern wären das also rund 10.000 Euro einschließlich Montage. Das liegt daran, dass ihr einen größeren Solarspeicher und mehr Kollektorfläche braucht. Das verteuert auch die Montage.

Vereinfacht könnt ihr auch als Näherungswert mit 500 bis 750 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche rechnen. Dabei gilt: Pro Person im Haushalt sind ein bis 1,5 Quadratmeter erforderlich, wenn es nur um die Warmwasserbereitung geht. Mit Heizungsunterstützung verdreifacht sich die Fläche auf vier bis sechs Quadratmeter.

Welche Betriebskosten fallen bei Solaranlagen an?

Die Betriebskosten einer Solarthermieanlage sind relativ gering – lediglich die Umwälzpumpe und die Regelung benötigt eine gewisse Menge an Strom. Insgesamt müsst ihr bei den Betriebskosten mit etwa 30 Euro im Jahr rechnen.

Kosten für Solarthermie: Wie hoch sind die Wartungskosten?

Zu den Betriebskosten kommen noch die Wartungskosten. Eine Solarthermieanlage sollte regelmäßig gewartet werden. Im Wesentlichen geht es dabei um die Überprüfung des Frost- und Korrosionsschutzes der Solarflüssigkeit. Aber auch eine Sichtprüfung der Kollektoren und deren Anschlüsse sowie der Wärmedämmung und gegebenenfalls eine Entlüftung des Solarkreises ist Bestandteil der Wartungsarbeiten. Sie sollten alle zwei Jahre, möglichst jeweils im Herbst, durchgeführt werden.

Die Kosten für Instandhaltung und Wartung hängen vom Aufwand ab. Pro Wartung liegen die Kosten bei etwa 100 Euro. Macht also 50 Euro im Jahr. Vorteilhaft ist es, wenn die Wartung des Heizkessels mit der Wartung der Solaranlage an einem Termin durchgeführt werden kann.

Ab und an kann auch eine Reinigung der Solarkollektoren notwendig sein. Diese bringen nur dann ihren höchsten Ertrag, wenn sie nicht durch Verschmutzung daran gehindert werden. Die Kosten hierfür liegen ähnlich hoch wie bei Photovoltaikanlagen. Ihr solltet mit rund 2,50 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Da die Hersteller oft bis zu 20 Jahre Garantie auf ihre Solaranlagen gewährleisten, habt ihr in dieser Zeit keine extra Kosten für Reparaturen zu befürchten.

Ab wann rechnet sich die Anschaffung einer Solarthermieanlage?

Eine Solarthermieanlage hat eine Lebensdauer von mindestens 25, oft aber 30 Jahren. Nach wie vielen Jahren ihr die Kosten für die Anschaffung wieder hereinholt, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Das liegt daran, dass nicht bekannt ist wie sich die Energiepreise entwickeln.

Im Schnitt lohnen sich Solarthermieanlagen zur Warmwassererzeugung aber nach etwa 15 Jahren.

Solaranlagen, die Warmwasser produzieren und die Heizung unterstützen, rechnen sich nach etwa 20 Jahren.

Die exakte Zeit, ab wann sich eine Solarthermieanlage rechnet, ist je nach Region und Voraussetzungen vor Ort unterschiedlich. So spart ihr in einer sonnenreichen Region mit optimalen Bedingungen am Haus (Dachausrichtung, kein Schatten, Dachneigung) mehr, bei weniger günstigen Rahmenbedingungen weniger.

Ob sich eine Solarthermieanlage lohnt, hängt auch davon ab, wie viel warmes Wasser ihr benötigt. Ab einer benötigten Warmwassermenge von etwa 40 Kubikmeter pro Jahr und Haushalt ist eine Solarthermieanlage sinnvoll. Das ist meist der Fall, wenn mindestens drei Personen im Haushalt leben. Für kleine Haushalte (ein bis zwei Personen) mit geringem Warmwasserbedarf ist eine Solarthermie-Anlage eher unwirtschaftlich.

Vor allem Haushalte mit einem erhöhten Warmwasserbedarf, beispielsweise mit einem Schwimmbad, können von einer Solarthermie-Anlage profitieren. Wichtig ist aber, dass die Warmwasserleitungen wegen der Verluste entlang der Leitungen nicht zu lang sind.

Kosten für Solarthermie: Welche Fördermittel gibt es für Solarthermieanlagen?

Da die Nutzung erneuerbarer Energien politisch gewünscht ist, könnt ihr von mehreren Fördermöglichkeiten profitieren, die eure Anlage schneller rentabel machen:

  • Förderung für eine Solarthermie-Anlage gibt es aktuell im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG), die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt wird. Ihr könnt mit 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten rechnen. Förderung gibt es unter folgenden Bedingungen: Die Kosten müssen die Bagatellgrenze von 2.000 Euro übersteigen. Außerdem muss die Solarthermieanlage zwingend in der "Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen" des BAFA aufgeführt sein. Und der Förderantrag ist unbedingt vor Baubeginn beim BAFA einzureichen. Als Baubeginn gilt dabei bereits die schriftliche Auftragsvergabe beziehungsweise der Abschluss eines Liefervertrages.
  • Wenn ihr die Förderung von 30 Prozent auf 35 Prozent erhöhen wollt, könnt ihr das mit Hilfe eines individuellen Sanierungsfahrplans (ISFP) eines vom BAFA dafür zertifizierten Energieberater tun. Den ISFP-Bonus könnt ihr in Anspruch nehmen, wenn die neue Solarthermie-Anlage zuvor in diesem Fahrplan als Maßnahme zur energetischen Sanierung berücksichtigt wurde. Ihr erhaltet dann dann bis zu 21.000 Euro als Förderung.
  • Wenn euch das Kapital zur Anschaffung einer Solarthermie-Anlage fehlt, dann bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit dem Kredit KfW 262 inklusive Tilgungszuschuss eine Alternative zur Zuschuss-Förderung des BAFA. Neben einem Kredit bis zu 60.000 Euro könnt ihr einen Tilgungszuschuss bis zu 30 Prozent der Kreditsumme erhalten. Auch hier ist eine erhöhte Förderung möglich, wenn die Installation der Solarthermieanlage zuvor in einem ISFP empfohlen wurde.
  • Neben der Förderung für Solarthermie auf Bundesebene könnt ihr auch regionale und lokale Förderangebote nutzen. Viele Bundesländer, Städte und Gemeinden aber auch private Energieversorger fördern die Installation von Solarthermie.

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