Solarhaus mit Wärmepumpe und Flachkollektor
© Wolf

Modernisieren | Ratgeber

Förderung von Solarthermieanlagen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Seit Anfang 2020 gibt es für Solarthermieanlagen neue Bedingungen bei der Förderung. Welche das sind, wie hoch die Fördermittel sind und wie ihr die Zuschüsse erhaltet, erfahrt ihr hier.

Solarthermieanlagen könnt ihr zur Warmwasseraufbereitung nutzen. Mit Solarthermieanlagen lässt sich aber auch – jedenfalls teilweise – Wärme für die Heizung gewinnen. Wenn ihr euch eine solche Anlage einbaut, gibt es in beiden Fällen Zuschüsse vom Staat. Welche Gelder ihr einstreichen könnt, welche Bedingungen an die Förderung geknüpft sind und wie ihr den Antrag auf Fördergelder stellt, das erfahrt ihr hier.

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Was ist eine Solarthermieanlage?

Ähnlich wie bei Photovoltaikanlagen wandelt auch eine Solarthermieanlage die Energie des Sonnenlichts um. Allerdings nicht, wie bei der Photovoltaik, in Strom. Sondern in Wärme. Vereinfacht gesagt erhitzt die Sonne eine Flüssigkeit, die dann gespeichert und verteilt wird. Durch diese Prinzip lässt sich ein Teil des benötigten Warmwassers erzeugen. Oder die Wärme wird zusätzlich (oder auch alternativ) für die Heizung genutzt.

Allerdings lässt sich über Solarthermieanlagen nur ein Teil der benötigten Energie gewinnen, die ein Haushalt normalerweise benötigt. Doch in Kombination zum Beispiel mit einer modernen Gas- oder Öl-Brennwertheizung könnt ihr auf jeden Fall einen Teil der fossilen Energieträger einsparen. Ihr sucht noch mehr Infos zur Funktionsweise, Arten und Unterschieden von thermischen Solaranlagen? Dann schaut euch gern diesen Artikel an:

Wie hoch ist die Förderung für eine Solarthermieanlage?

Seit dem 1. Januar 2020 gelten für das Heizen mit erneuerbaren Energien neue Förderbestimmungen. Federführend bei der Vergabe der Zuschüsse ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Im Rahmen des so genannten Marktanreizprogrammes vergibt es die Fördergelder für Heizungsanlagen, die erneuerbare Wärme nutzen.

Bei Solarthermieanlagen beträgt der Fördersatz bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Das gilt sowohl für Bestandsbauten als auch für Neubauten. Als förderfähige Kosten zählen dabei nicht nur die reinen Kosten der Anlage und deren Einbau. Auch die Deinstallation der alten Anlage, die Optimierung des gesamten Heizsystems und vieles mehr fällt darunter. Hier bekommt ihr ein Merkblatt der BAFA zu den förderfähigen Kosten.

Noch ein Detail: Bei anderen Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen (Wärmepumpen, Biomasseanlagen oder Hybridheizungen) gibt es einen zehnprozentigen Zusatzbonus auf die Fördersumme, wenn gleichzeitig eine alte Ölheizung ausgetauscht wird. Bei Solarthermieanlagen erhaltet ihr diesen Bonus nicht – weil sie eben nur einen Teil der benötigten Energie liefern können.

Für welche Solarthermieanlagen gibt es eine Förderung?

Förderfähige Solarthermieanlagen müssen nach den Vorgaben des BAFA:

  • das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark haben
  • einen Kollektorertrag von mindestens 525 kwH/m2 erzeugen

Dient die Solarthermieanlage nur zur Warmwasserbereitung, dann gibt es Zuschüsse, wenn ihr ausschließlich eine Solarthermieanlage errichtet oder diese mit einem weiteren regenerativen Wärmeerzeuger (Biomasseanlage, Wärmepumpe) kombiniert.

Es gibt auch noch die Möglichkeit, die Solarthermieanlage mit einer Gasbrennwertheizung zu kombinieren. Das ist dann eine so genannte Gashybridheizung. Bei dieser Variante muss die Solarthermieanlage auch der Unterstützung der Heizung dienen.

Ihr habt schon eine Solarthermieanlage ins Auge gefasst und wollt wissen, ob diese auch vom BAFA gefördert wird? Hier findet ihr eine Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen.

Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf
Kombination: Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf. © Wolf

Technische Mindestanforderungen für die Förderung von Solarthermieanlagen

Um die Förderung zu erhalten, müssen die Solarthermieanlagen bei ihrem Einsatz bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen. Das wären unter anderem:

Im Gebäudebestand

  • eine Mindest-Bruttokollektorfläche für die unterschiedlichen Kollektorenarten (Flachkollektor, Vakuumröhrenkollektor, Luftkollektor)
  • ein Mindestvolumen beim Pufferspeicher, ebenfalls abhängig von der Art des Kollektors

Bei Neubauten

  • mindestens 20 Quadratmeter Bruttokollektorfläche
  • Pufferspeichervolumen, abhängig von der Art des Kollektors
  • Wohngebäude müssen mindestens drei Wohneinheiten haben
  • bei Einzelhäusern muss es sich um ein Solaraktivhaus mit einem solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent handeln

Eine genaue Aufstellung der technischen Mindestanforderungen findet ihr hier auf der Seite des BAFA.

So beantragt ihr die Förderung bei der BAFA

Vor der Installation müsst ihr die Förderung der Solarthermieanalge auf der Webseite des BAFA beantragen. Das BAFA prüft dann, ob ihr die Antragsvoraussetzungen erfüllt. Bei Solarthermieanlagen müsst ihr eurem Antrag noch diverse Nachweise beifügen.

Wenn ihr alle Voraussetzungen erfüllt, bekommt ihr von der BAFA einen Zuwendungsbescheid. Dann habt ihr zwölf Monate Zeit, die Solarthermieanlage einzubauen. Das ist der so genannte Bewilligungszeitraum. Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes müsst ihr wiederum belegen, dass ihr die Fördergelder auch wirklich für den Einbau der Anlage verwendet habt.

Alternative Förderung durch die KfW

Neben dem BAFA vergibt auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Fördermittel. Allerdings nicht in Form von direkten Zuschüssen, sondern als Kredit im Rahmen des Programms 167 der KfW.

Über dieses Programm bekommt ihr für die Heizungserneuerung eine maximale Kreditsumme über 50.000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 0,78 Prozent. Ihr könnt die Fördermittel kombinieren, also bei Bedarf die Zuschüsse des BAFA durch den Kredit der KfW ergänzen.

Solarregler WRSol von Weishaupt
Über Solarregler (hier: Modell WRSol von Weishaupt) lassen sich die Erträge der Sonne überwachen und steuern. © Max Weishaupt GmbH - Fotostudio

Fazit: Lohnt sich für mich die Förderung einer Solarthermieanlage?

Ob sich für euch der Einbau und die damit verbundene Förderung einer Solarthermieanlage lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Solarthermie kann nur ergänzend zur Heizung eingesetzt werden. Ihr benötigt also zwingend noch eine "Hauptheizung".

Ob diese mit erneuerbaren Energien betrieben wird oder doch konventionell mit Öl oder Gas, wie sich das auf die Heizkosten auswirkt, wann sich das amortisiert und ob euer Gebäude dafür überhaupt geschaffen ist – das kann euch seriös nur ein Energieberater beantworten. Der kennt sich auch mit regionalen Fördertöpfen aus, die ihr gegebenenfalls noch anzapfen könnt und begleitet euch durch das gesamte Prozedere, von der Antragstellung bis zur Inbetriebnahme.

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