Solarhaus mit Wärmepumpe und Flachkollektor
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Modernisieren | Ratgeber

Förderung von Solarthermieanlagen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr plant den Einbau einer Solarthermieanlage und sucht dafür noch die richtige Förderung? Welche Fördermittel es gibt, wie hoch sie sind und wie ihr die Zuschüsse erhaltet, das erfahrt ihr hier.

Solarthermieanlagen könnt ihr zur Warmwasseraufbereitung nutzen. Mit Solarthermieanlagen lässt sich aber auch – jedenfalls teilweise – Wärme für die Heizung gewinnen. Wenn ihr euch eine solche Anlage einbaut, gibt es in beiden Fällen Zuschüsse vom Staat. Welche Gelder ihr 2022 einstreichen könnt, welche Bedingungen an die Förderung für eine Solarthermieanlage geknüpft sind und wie ihr den Antrag auf Fördergelder stellt, das erfahrt ihr hier.

Was ist eine Solarthermieanlage?

Ähnlich wie bei Photovoltaikanlagen wandelt auch eine Solarthermieanlage die Energie des Sonnenlichts um. Allerdings nicht in Strom, sondern in Wärme. Vereinfacht gesagt erhitzt die Sonne eine Flüssigkeit, die dann gespeichert und verteilt wird. Durch dieses Prinzip lässt sich ein Teil des benötigten Warmwassers erzeugen. Oder die Wärme wird zusätzlich (oder auch alternativ) für die Heizung genutzt.

Allerdings lässt sich über Solarthermieanlagen nur ein Teil der Energie gewinnen, die ein Haushalt normalerweise benötigt. Doch in Kombination zum Beispiel mit einer modernen Gas- oder Öl-Brennwertheizung könnt ihr auf jeden Fall einen Teil der fossilen Energieträger einsparen. Ihr sucht noch mehr Infos zu Funktionsweise, Arten und Unterschieden von thermischen Solaranlagen? Dann schaut euch gern diesen Artikel an: Solaranlage im eigenen Heim: So nutzt ihr Solarthermie

Welche Förderung gibt es für eine Solarthermieanlage?

Früher richtete sich die Förderung für eine Solarthermieanlage nach der Kollektorfläche. Im Rahmen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wurde das geändert.

Jetzt werden Solarthermieanlagen entweder durch zinsgünstigen Kredite (von der KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau) oder direkte Zuschüsse (über das BAFA = Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert. Neben diesen staatlichen Fördermittel gibt es auch diverse regionale Fördertöpfe in den Ländern und Kommunen. Auch Energieanbieter haben teilweise Förderprogramme für Solarthermieanlagen aufgelegt.

Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf
Kombination: Gas-Brennwertkessel mit Solarkollektoren von Wolf. © Wolf

Solarthermieanlage nachrüsten im Altbau: Förderung durch das BAFA

Rüstet ihr euer Haus mit einer Solarthermieanlage nach, dann könnt ihr hier im Rahmen der definierten Einzelmaßnahmen der erwähnten BEG eine Förderung erhalten. Hier wäre es ein direkter Zuschuss durch das BAFA.

Die Höhe des Zuschusses beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Diesen Zuschuss müsst ihr nicht zurückzahlen.

Als förderfähige Kosten zählen dabei nicht nur die reinen Kosten der Solarthermieanlage und deren Einbau. Auch die Deinstallation der alten Anlage, die Optimierung des gesamten Heizsystems und vieles mehr fällt darunter. Hier bekommt ihr ein Merkblatt der BAFA zu den förderfähigen Kosten.

Übrigens: Der Fördersatz von 30 Prozent erhöht sich um weitere fünf Prozent, wenn der Einbau der Solarthermieanlage im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ausgeführt wird. Die maximale Fördersumme des BAFA beträgt 21.000 Euro.

Das sind die weiteren Förderbedingungen des BAFA:

  • die Kosten für die Installation müssen über 2.000 Euro liegen
  • die Solarthermieanlage muss in der "Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen" des BAFA aufgeführt sein
  • den Antrag auf Förderung durch das BAFA müsst ihr vor der Installation beim BAFA einreichen. Maßgeblich ist hier die schriftliche Auftragsvergabe beziehungsweise der Abschluss eines Liefervertrages

So beantragt ihr die Förderung für Solarthermie bei der BAFA

Vor der Installation müsst ihr die Förderung der Solarthermieanlage auf der Webseite des BAFA beantragen. Das BAFA prüft dann, ob ihr die Antragsvoraussetzungen erfüllt. Bei Solarthermieanlagen müsst ihr eurem Antrag noch diverse Nachweise beifügen.

Wenn ihr alle Voraussetzungen erfüllt, bekommt ihr von der BAFA einen Zuwendungsbescheid. Dann habt ihr zwölf Monate Zeit, die Solarthermieanlage einzubauen. Das ist der so genannte Bewilligungszeitraum. Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes müsst ihr wiederum belegen, dass ihr die Fördergelder auch wirklich für den Einbau der Anlage verwendet habt.

Alternative Förderung einer Solarthermieanlage durch die KfW

Neben dem BAFA vergibt auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Fördermittel. Allerdings nicht in Form von direkten Zuschüssen, sondern als Kredit plus Tilgungszuschüssen. Dieser Tilgungszuschuss verringert die Darlehenssumme, ihr müsst ihn nicht zurückzahlen.

Die KfW fördert den Einbau von Solarthermieanlagen im Rahmen folgender Programme:

Wohngebäude Kredit (261, 262)

Wer sein Haus oder seine Wohnung energieeffizient baut oder saniert, erhält dafür:

  • bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohn­einheit für Sanierung, Neubau oder Kauf eines Effizienzhauses
  • bis zu 60.000 Euro Kredit je Wohn­einheit für Einzelmaßnahmen
  • zwischen 12,5 Prozent und 50 Prozent an Tilgungszuschuss

Alle Details zum Programm 261, 262 bei der KfW

Wohngebäude Zuschuss (461)

Für Komplettsanierung und Kauf eines frisch sanierten Effizienzhauses gibt es:

  • 75.000 Euro je Wohneinheit an Sanierungszuschuss
  • bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit an Bauzuschuss

Alle Details zum Programm 461 bei der KfW

So beantragt ihr die Förderung für Solarthermie bei der KfW

Den Kreditantrag stellt ihr nicht direkt bei der KfW, sondern über Finanzierungspartner. Das können zum Beispiel Banken oder Sparkassen, aber auch Kreditvermittler oder Bausparkassen sein. Hier findet ihr KfW-Finanzierungspartner

Fazit: Lohnt sich für mich die Förderung einer Solarthermieanlage?

Ob sich für euch der Einbau und die damit verbundene Förderung einer Solarthermieanlage lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Solarthermie kann nur ergänzend zur Heizung eingesetzt werden. Ihr benötigt also zwingend noch eine "Hauptheizung".

Ob diese mit erneuerbaren Energien betrieben wird oder doch konventionell mit Öl oder Gas, wie sich das auf die Heizkosten auswirkt, wann sich das amortisiert und ob euer Gebäude dafür überhaupt geschaffen ist – das kann euch seriös nur ein Energieberater beantworten.

Der kennt sich auch mit regionalen Fördertöpfen aus, die ihr gegebenenfalls noch anzapfen könnt und begleitet euch durch das gesamte Prozedere, von der Antragstellung bis zur Inbetriebnahme. Teilweise sind die Fördermaßnahmen auch an die Bedingung gekoppelt, einen solchen Energieeffizienz-Experten mit einzubinden. Es lohnt sich also auf jeden Fall, eine solchen Profi mit ins Boot zu holen, zumal seine Arbeit auch gefördert wird.

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