Scheitzholzkessel der Firma Brunner
© Brunner

Modernisieren | Ratgeber

Förderung Holzheizung: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr wollt eine Holzheizung installieren? Dann könnt ihr für eine solche Biomasseanlage eventuell zehntausende von Euro an Fördergeldern kassieren. Wir geben euch einen Überblick, was zu welchen Bedingungen gefördert wird und wie hoch die Förderung für eine Holzheizung ist.

Ihr denkt darüber nach, eure alte Heizung rauszuschmeißen und euch eine neue Holzheizung anzuschaffen? Dann erklären wir euch hier, welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst, um in den Genuss der Förderung für eine Holzheizung zu kommen.

Wenn schon eine neue Heizungsanlage, dann wenigstens eine, die die Wärme über regenerative Energien erzeugt. Das ist jedenfalls der Ansatz des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes. Deshalb ist die Heizungserneuerung ein Schwerpunkt in der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG).

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Förderung von Holzheizungen. Im Einfamilienhausbereich sind vor allem Pelletheizungen interessant, als Solisten oder auch in einer Hybridheizung kombiniert mit einem weiteren Wärmeerzeuger. Ob sich ein Austausch grundsätzlich lohnt oder ob eventuell ein anderer Heizungstyp eher für euch infrage kommt, das lest ihr in "Alte Heizung austauschen: Für wen es sich lohnt und was es kostet".

Welche Fördermaßnahmen für Holzheizungen gibt es?

Seit dem 28. Juli 2022 werden Einzelmaßnahmen wie die Heizungserneuerung nur noch in Form von nicht zurück zahlbaren Investitionszuschüssen gefördert. Die vergibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Im Folgenden listen wir für alle, die ihre alte Heizung gegen eine neue Holzheizung austauschen möchten, die Förderbedingungen und Förderhöhen auf.

Für welche Holzheizungen bekomme ich vom BAFA eine Förderung?

Ein paar Holzscheite in einen Kessel schmeißen – das reicht nicht, um an die Fördermittel des BAFA zu kommen. Folgende Voraussetzungen muss die neue Holzheizung erfüllen, damit die Anschaffung von der BAFA bezuschusst wird:

  • Kessel, die Biomassepellets und -hackschnitzel verbrennen
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel, die sich zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz eignen
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Das BAFA veröffentlicht ausführliche und regelmäßig aktualisierte Listen dazu, welche Holzheizungs-Modelle von welchen Firmen förderfähig sind:

Wissenswertes rund um die Holzheizung findet ihr in diesem Ratgeber: Das müsst ihr über Pelletöfen, Kaminöfen und Hackschnitzelheizungen wissen

Beispiel eines vollautomatischen Holzkessel für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann)
Beispiel eines vollautomatischen Holzkessels für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann) © Viessmann

Welche technischen Mindestanforderungen gelten für die Förderung der Holzheizung?

Habt ihr euch für eine Pelletheizung oder eine andere Holzheizung entschieden, müsst ihr darauf achten, dass diese auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Nur so erhaltet ihr den Förderzuschuss. Das sind die wichtigsten Bedingungen:

  • Die Nennwärmeleistung muss mindestens 5 Kilowatt betragen. Nach oben gibt es keine Grenzen.
  • Es müssen bestimmte Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.
  • Der Wirkungsgrad des Kessels muss mindestens 89 Prozent betragen. Bei Pelletöfen mit Wassertasche muss der feuerungstechnische Wirkungsgrad bei mindestens 90 Prozent liegen.
  • Bei einzelnen Holzheizungen muss ein Pufferspeicher-Nachweis erbracht werden. Für Hackschnitzelkessel muss er mindestens 30 Liter/Kilowatt umfassen, für Scheitholzvergaserkessel mindestens 55 Liter/Kilowatt.
  • Für die gesamte Heizungsanlage muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Hier findet ihr die technischen Anforderungen vom BAFA im Detail.

Wie hoch ist die Förderung für Holzheizungen vom BAFA?

Holzheizungen wie eine Pelletheizung, ein Scheitholzkessel oder auch Pelletöfen mit Wassertasche zählen zu den Biomasseanlagen. Das BAFA fördert den Kauf und die Installation solcher Anlagen pauschal mit 10 Prozent der förderfähigen Kosten (seit 15. August 2022). Dabei dürfen diese förderfähigen Kosten maximal 60.000 Euro betragen.

Allerdings bestehen sie nicht nur aus den Kosten für Anschaffung und Einbau der Anlage. Dazu gehören auch viele Maßnahmen und sogar Umbauten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Holzheizung stehen. Hier findet ihr ein Merkblatt des BAFA, was alles zu den förderfähigen Kosten zählt.

Diese 10 Prozent erhöhen sich unter folgenden Voraussetzungen noch um weitere Prozentpunkte:

  • + 10 Prozent Austauschbonus: Die Holzheizung ersetzt eine funktionsfähige alte Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder eine funktionsfähige, mindestens 20 Jahre alte Gasheizung (seit 15. August 2022).
  • + 5 Prozent Innovationsbonus: Die Holzheizung ist besonders emissionsarm und hält einen Feinstaubgrenzwert von maximal 2,5 mg/m³ ein.

Der Austauschbonus und der Innovationsbonus können kumuliert werden. Maximal könnt ihr also einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent erhalten. Macht bei einer Höchstsumme von 60.000 Euro stolze 15.000 Euro an Fördermitteln. Ergänzt ihr die Holzheizung noch durch Solarthermie und schafft so eine Erneuerbare-Energien-Heizung (EE-Hybrid), dann beträgt der Basis-Fördersatz sogar 20 Prozent.

Hier noch mal die Fördermittel und Förderhöhen in der tabellarischen Übersicht:

  • Heizsystem
  • Basis-Fördersatz
  • zusätzliche Förderung beim Heizungstausch
  • zusätzlicher Innovationsbonus
  • maximaler Fördersatz
  • Pelletheizung
  • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 5 Prozent (maximal 3.000 Euro)
  • = 25 Prozent (maximal 15.000 Euro)
  • EE-Hybrid (Pellets + Solar)
  • 20 Prozent (maximal 12.000 Euro)
    • 10 Prozent (maximal 6.000 Euro)
    • 5 Prozent (maximal 3.000 Euro)
  • = 35 Prozent (maximal 21.000 Euro)

Fördersätze für Holzheizungen / Stand: September 2022

Welche Förderung gibt es für Holzheizungen in Hybrid-Systemen?

Pelletheizungen und andere Biomasseheizungen sind gern gesehene Partner in Hybrid-Systemen. Denn im Zusammenspiel mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe können sie die Spitzenlast übernehmen. Auch für solche EE-Hybride gibt es Fördermittel. Der Basis-Fördersatz für EE-Hybride mit Biomasseheizung beträgt 20 Prozent.

Der Zuschuss kann sich unter bestimmten Bedingungen durch Boni erhöhen:

  • + 5 Prozent Innovationsbonus: Die Holzheizung ist besonders emissionsarm.
  • + 5 Prozent Effizienz-Bonus: Die Holzheizung wird mit einer besonders effizienten Wärmepumpe, die Erdwärme, Grundwasser oder Abwasser als Wärmequelle nutzt, kombiniert.
  • + 10 Prozent Austauschbonus: Die EE-Hybrid-Heizung ersetzt eine alte Öl- oder Gasheizung.

Der Basis-Fördersatz und die Boni können sich auf maximal 40 Prozent summieren. Bei einer Investitionssumme von 60.000 Euro kommt ihr also auf bis zu 24.000 Euro Fördergeld.

Werden Holzheizungen im Neubau gefördert?

Im Neubau gibt es keine Förderung für die Heizungserneuerung oder andere Einzelmaßnahmen. Der Staat unterstützt ausschließlich den Neubau von KfW-Effizienzhäusern, und zwar in Form von Krediten mit Zinsvergünstigungen und Tilgungszuschüssen. Sie werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt.

Wie kann ich die BAFA-Förderung für Holzheizung beantragen?

Den Antrag auf Fördergelder müsst ihr beim BAFA stellen, bevor ihr mit dem Einbau der Anlage beginnt. Den Antrag selbst könnt ihr problemlos online über die BAFA-Webseite stellen. Die Fördersumme bemisst sich nach den von euch eingeschätzten Kosten. Daher solltet ihr eine möglichst detaillierte Kostenaufstellung haben, denn eine Anpassung dieser Summe ist nachträglich nicht möglich.

Nach Erhalt des Bewilligungsbescheides könnt ihr dann ein Fachunternehmen beauftragen und mit dem Einbau der Anlage anfangen. Nach Abschluss der Arbeiten sendet ihr die erforderlichen Unterlagen an das BAFA. Die Behörde überweist nach einer Prüfung die Fördergelder.

Sowohl beim Antrag als auch bei der Umsetzung verlangt das BAFA nicht zwingend die Unterstützung durch einen Energieberater. Der kann im Zweifelsfall aber nicht nur bei Antragstellung und Umsetzung behilflich sein. Er hat auch Tipps für weitere begleitende Maßnahmen zur Energieeinsparung, die im Zusammenhang mit dem Einbau einer Holzheizung sinnvoll sein können.

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