Scheitzholzkessel der Firma Brunner
© Brunner

Modernisieren | Ratgeber

Förderung für Holzheizungen: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Ihr wollt eine Holzheizung installieren? Seit Anfang 2020 gelten dabei ganz neue Bedingungen für die Förderung einer solchen Biomasseanlage. Wir geben euch einen Überblick, was zu welchen Bedingungen gefördert wird und wie hoch die Fördermittel sind.

Ihr tragt euch mit dem Gedanken, eine neue Holzheizung anzuschaffen? Dann erklären wir euch hier, welche Voraussetzungen ihr dabei erfüllen müsst, um in den Genuss einer finanziellen Förderung zu kommen.

Wenn schon eine neue Heizungsanlage, dann wenigstens eine, die die Wärme über regenerative Energien erzeugt. Das ist jedenfalls der Ansatz des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes. Dementsprechend gelten seit dem 01.01.2020 neue Förderbedingungen für Heizungsanlagen. Federführend ist hierbei das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

So hoch ist die Förderung für eine Holzheizung

Holzheizungen, die ihre Wärme aus Pellets, Hackschnitzeln oder Holzscheiten gewinnen, zählen zu den Biomasseanlagen. Die BAFA fördert den Kauf und die Installation solcher Anlagen mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese bestehen nicht nur aus dem Kauf der Anlage. Dazu gehören auch viele Maßnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung stehen. Hier findet ihr ein Merkblatt der BAFA, was alles zu den förderfähigen Kosten zählt.

Übrigens: Tauscht ihr eure alte Ölheizung gegen eine neue Biomasseanlage aus, dann kommt auf die Förderung noch mal ein zusätzlicher Bonus von 10 Prozent.

Welche Holzheizungen werden gefördert?

Ihr seid auf der Suche nach der passenden Holzheizung? Folgende Arten von Biomasseanlagen werden von der BAFA gefördert:

  • Kessel, die Biomassepellets und –hackschnitzel verbrennen
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel, die sich zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz eignen
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Die BAFA veröffentlicht ausführliche Listen dazu, welche Firmen mit welchen Holzheizungs-Modellen förderfähig sind:

Beispiel eines vollautomatischen Holzkessel für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann)
Beispiel eines vollautomatischen Holzkessel für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann). © Viessmann

Technische Mindestanforderungen für die Förderung

Habt ihr euch für eine bestimmte Art der Holzheizung entschieden, müsst ihr darauf achten, dass diese auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Nur so erhaltet ihr beim Tausch eurer alten Heizung gegen eine Biomasseanlage die maximale Fördersumme in Höhe der 35 Prozent. Das sind die wichtigsten Bedingungen:

  • Die Nennwärmeleistung muss mindestens 5 kW betragen. Nach oben gibt es keine Grenzen.
  • Es müssen bestimmte Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.
  • Der Wirkungsgrad des Kessels muss mindestens 89 Prozent, bei Pelletöfen mit Wassertasche muss der feuerungstechnische Wirkungsgrad mindestens 90 Prozent betragen.
  • Für die gesamte Heizungsanlage muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Hier findet ihr die technischen Anforderungen im Detail.

Förderung von Biomasseanlagen im Neubau

Beim Neubau gelten für die Förderung von Holzheizungen noch zusätzliche technische Bestimmungen. Förderfähig sind laut BAFA Anlagen mit Brennwertnutzung oder Partikelabscheidung. Ob das für euch in Frage kommt, klärt ihr am besten mit dem Heizungsmonteur eures Vertrauens oder einem Energieberater.

BAFA-Liste der förderfähigen Biomasseanlagen mit Brennwertnutzung oder Partikelabscheidung (PDF)

So beantragt ihr die Förderung bei der BAFA

Den Antrag auf Fördergelder müsst ihr stellen, bevor ihr mit dem Einbau der Anlage beginnt. Den Antrag selbst könnt ihr problemos online über die BAFA-Webseite stellen. Die Fördersumme bemisst sich nach den von euch eingeschätzten Kosten. Ihr solltet daher eine möglichst detaillierte Kostenaufstellung haben, denn eine Erhöhung dieser Summe ist nachträglich nicht möglich.

Nach Erhalt des Bewilligungsbescheides könnt ihr dann mit dem Einbau der Anlage anfangen. Nach Abschluss der Arbeiten sendet ihr oder der Heizungsmonteur die erforderlichen Unterlagen an die BAFA. Die überweist nach einer Prüfung dann die Fördergelder.

Sowohl beim Antrag als auch bei der Umsetzung verlangt die BAFA nicht zwingend die Unterstützung durch einen Energieberater. Der kann im Zweifelsfall aber nicht nur bei Antragstellung und Umsetzung behilflich sein. Er hat auch Tipps für weitere, begleitende Maßnahmen zur Energieeinsparung, die im Zusammenhang mit dem Einbau einer Holzheizung sinnvoll sein können – und kennt weitere Fördertöpfe wie zum Beispiel das Programm 167 der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Hier erhaltet ihr einen Förderkredit (maximal 50.000 Euro, 0,78 Prozent effektiver Jahreszins) speziell für die Heizungserneuerung. Aber auch regionale Förderprogramme kommen unter Umständen in Frage. Überlegt euch also, ob ihr bei der Planung nicht lieber doch einen Energieberater mit ins Boot holt.

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