Scheitzholzkessel der Firma Brunner
© Brunner

Modernisieren | Ratgeber

Förderung Holzheizung: So kassiert ihr Zuschüsse vom Staat

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr wollt eine Holzheizung installieren? Dann könnt ihr für eine solche Biomasseanlage eventuell zehntausende von Euro an Fördergeldern kassieren. Wir geben euch einen Überblick, was zu welchen Bedingungen gefördert wird und wie hoch die Förderung für eine Holzheizung ist.

Ihr denkt darüber nach, eure alte Heizung rauszuschmeißen und euch eine neue Holzheizung anzuschaffen? Dann erklären wir euch hier, welche Voraussetzungen ihr erfüllen müsst, um in den Genuss der Förderung für eine Holzheizung zu kommen.

Wenn schon eine neue Heizungsanlage, dann wenigstens eine, die die Wärme über regenerative Energien erzeugt. Das ist jedenfalls der Ansatz des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes. Und der findet sich auch in der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) wieder.

Ein besonderer Augenmerk gilt dabei der Förderung von Holzheizungen. Ob sich ein Austausch grundsätzlich lohnt oder ob eventuell ein anderer Heizungstyp eher für euch infrage kommt, das lest ihr in "Alte Heizung austauschen: Für wen es sich lohnt und was es kostet".

Förderung Holzheizung: Diese Fördermaßnahmen gibt es

Grundsätzlich gibt es zwei Stellen, die für die Förderung einer Holzheizung zuständig sind:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Die KfW vergibt einen zinsgünstigen Kredit über maximal 60.000 Euro plus einem Tilgungszuschuss zwischen 35 und 50 Prozent – je nach Heizungstyp und ob ihr noch eine alte Ölheizung austauscht. Der Tilgungszuschuss verringert den Kredit, ihr müsst also weniger zurückzahlen als ihr aufgenommen habt. Bei der KfW fällt das unter die Rubrik "Einzelne energetische Maßnahmen bei bestehenden Immobilien".

Auch die BAFA fördert solche Einzelmaßnahmen. Allerdings gibt es hier nur eine direkte Förderung, keinen Kredit. Im Folgenden listen wir für alle, die ihre alte Heizung gegen eine neue Holzheizung austauschen möchten, die Förderbedingungen und Förderhöhen auf.

Förderung Holzheizung: Diese Holzheizungen fördert die BAFA

Ein paar Holzscheite in einen Kessel schmeißen – das reicht nicht, um an die Fördermittel der BAFA zu kommen. Folgende Voraussetzungen muss die neue Holzheizung erfüllen, damit die Anschaffung von der BAFA bezuschusst wird:

  • Kessel, die Biomassepellets und –hackschnitzel verbrennen
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskessel, die sich zur Verbrennung von Biomassepellets beziehungsweise Hackschnitzeln und Scheitholz eignen
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel

Die BAFA veröffentlicht ausführliche Listen dazu, welche Holzheizungs-Modelle von welchen Firmen förderfähig sind:

Beispiel eines vollautomatischen Holzkessel für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann)
Beispiel eines vollautomatischen Holzkessels für Holzpellets (hier: Vitoligno 300-C von Viessmann) © Viessmann

Technische Mindestanforderungen für die Förderung der Holzheizung

Habt ihr euch für eine bestimmte Art der Holzheizung entschieden, müsst ihr darauf achten, dass diese auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Nur so erhaltet ihr beim Tausch eurer alten Heizung gegen eine Biomasseanlage die maximale Fördersumme in Höhe der 35 Prozent der förderfähigen Kosten (dazu später mehr). Das sind die wichtigsten Bedingungen:

  • Die Nennwärmeleistung muss mindestens 5 kW betragen. Nach oben gibt es keine Grenzen.
  • Es müssen bestimmte Emissionsgrenzwerte eingehalten werden.
  • Der Wirkungsgrad des Kessels muss mindestens 89 Prozent, bei Pelletöfen mit Wassertasche der feuerungstechnische Wirkungsgrad mindestens 90 Prozent betragen.
  • Für die gesamte Heizungsanlage muss ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Hier findet ihr die technischen Anforderungen im Detail.

Förderung Holzheizung: So viel Geld gibt es von der BAFA

Holzheizungen wie eine Pelletheizung, ein Scheitholzkessel oder auch Pelletöfen mit Wassertasche zählen zu den Biomasseanlagen. Die BAFA fördert den Kauf und die Installation solcher Anlagen pauschal mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese förderfähigen Kosten liegen bei maximal 60.000 Euro. Sie bestehen nicht nur aus dem Kauf der Anlage. Dazu gehören auch viele Maßnahmen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Holzheizung stehen. Hier findet ihr ein Merkblatt der BAFA, was alles zu den förderfähigen Kosten zählt.

Diese 35 Prozent erhöhen sich unter folgenden Voraussetzungen noch um weitere Prozentpunkte:

  • Gleichzeitiger Austausch einer alten Ölheizung: + 10 Prozent (alte Ölheizung raus, neue Holzheizung rein. Gilt nur für Bestandsbauten)
  • Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): + 5 Prozent (der iSFP wird im Rahmen einer Energieberatung erstellt)
  • Innovationsbonus: + 5 Prozent (für besonders emissionsarme Holzheizungen)

Maximal könnt ihr also Fördermittel in Höhe von 55 Prozent erhalten. Macht bei einer Höchstsumme von 60.000 Euro stolze 33.000 Euro an Fördermitteln.

Hier noch mal die Fördermittel und Förderhöhen in der tabellarischen Übersicht:

  • Mindestförderung
  • Öl-Austauschprämie
  • iSFP-Bonus
  • Innovationsbonus
  • maximale Förderung
  • 35 % maximal 21.000 Euro
  • 10 % maximal + 6.000 Euro
  • 5 % maximal + 3.000 Euro
  • 5 % maximal + 3.000 Euro
  • 55 % = maximal 33.000 Euro

Übersicht der Förderung für Holzheizungen

Förderung von Biomasseanlagen im Neubau

Auch beim Neubau fördert die BAFA Holzheizungen mit 35 Prozent. Doch beim Neubau gelten für die Förderung von Holzheizungen noch zusätzliche technische Bestimmungen. Förderfähig sind laut BAFA Anlagen mit Brennwertnutzung oder Partikelabscheidung. Ob das für euch in Frage kommt, klärt ihr am besten mit dem Heizungsmonteur eures Vertrauens oder einem Energieberater.

BAFA-Förderung für Holzheizung beantragen

Den Antrag auf Fördergelder müsst ihr stellen, bevor ihr mit dem Einbau der Anlage beginnt. Den Antrag selbst könnt ihr problemos online über die BAFA-Webseite stellen. Die Fördersumme bemisst sich nach den von euch eingeschätzten Kosten. Ihr solltet daher eine möglichst detaillierte Kostenaufstellung haben, denn eine Erhöhung dieser Summe ist nachträglich nicht möglich.

Nach Erhalt des Bewilligungsbescheides könnt ihr dann mit dem Einbau der Anlage anfangen. Nach Abschluss der Arbeiten sendet ihr oder der Heizungsmonteur die erforderlichen Unterlagen an die BAFA. Die überweist nach einer Prüfung dann die Fördergelder.

Sowohl beim Antrag als auch bei der Umsetzung verlangt die BAFA nicht zwingend die Unterstützung durch einen Energieberater. Der kann im Zweifelsfall aber nicht nur bei Antragstellung und Umsetzung behilflich sein. Er hat auch Tipps für weitere, begleitende Maßnahmen zur Energieeinsparung, die im Zusammenhang mit dem Einbau einer Holzheizung sinnvoll sein können.

Holzheizung: Das müsst ihr über Pelletöfen, Kaminöfen und Hackschnitzelheizungen wissen

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