Wasserführender Kamin in einem Wohnzimmer (Modell: Logastyle 32 von Buderus)
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Wasserführender Kaminofen: So unterstützt euer Holzofen die Heizung

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Schön, so ein Holzofen. Aber doch schade, dass die meiste Energie nutzlos verpufft. Mit einem wasserführenden Kaminofen schlagt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Lagerfeuerromantik bleibt und zusätzlich könnt ihr die Wärme für eure Heizungsanlage nutzen.

Ein wasserführender Kaminofen spendet neben wohligem Kaminfeuer auch zusätzliche Energie für die Heizung und zur Erwärmung des Brauchwassers. Wie das funktioniert, was es kostet und welche Vorteile & Nachteile ein Kamin mit Wassertasche hat, das erfahrt ihr hier.

Was ist ein wasserführender Kaminofen?

Ein normaler Kaminofen erhitzt ausschließlich den Raum, in dem er steht, durch die Strahlungswärme, die bei der Verbrennung des Holzes entsteht. Das wird oft als raumseitige Heizleistung bezeichnet. Dagegen nutzt ein wasserführender Kaminofen einen Teil der Energie, um damit zusätzlich auch das Brauch- und Heizungswasser zu erwärmen.

Das Modell Logastyle Figura von Buderus.
Das Modell Logastyle Figura von Buderus kann raumluftunabhängig oder raumluftabhängig betrieben werden. © Buderus

Wie funktioniert ein wasserführender Kaminofen?

Möglich macht die Erwärmung des Brauch- oder Heizungswasser über den Kaminofen eine so genannte Wassertasche (oder auch Wärmetauscher). Über sie wird Wasser im Ofen erwärmt. Diese fließt dann in einen Pufferspeicher. Über diesen Pufferspeicher wiederum kommt das Wasser in den Heiz- und/oder Brauchwasserkreislauf. Das hat den Vorteil, dass das warme Wasser auch dann genutzt werden kann, wenn der Ofen aus ist.

Umgekehrt fließt das warme Wasser in den Speicher und wird dort vorgehalten, auch wenn der Kamin brennt, die Heizung aber aus bleibt. Der Pufferspeicher dient also als Wärmeregulativ. Das ist wichtig, denn die Heizleistung eines wasserführenden Kaminofens lässt sich sonst nur sehr schlecht regeln. Wasserführende Kamine gibt es für Scheitholz oder Pellets.

Was muss ich beim Kauf eines Kamins mit Wassertasche beachten?

Vor dem Einbau eines wasserführenden Ofens müsst ihr unbedingt euren Schornsteinfeger zu Rate ziehen. Denn die Installation eines solchen Gerätes ist an bestimmte Bedingungen und Grundfragen geknüpft:

Leistung des Ofens: Ein wasserführender Kamin hat wie beschrieben eine doppelte Funktion: Er heizt den Raum, in dem er steht, und erwärmt gleichzeitig das Heizungs- und Brauchwasser. Damit das auch funktioniert, muss die Leistung desHolzofens entsprechend ausgelegt sein. Die wird in Kilowatt angegeben und berechnet sich nach verschiedenen Faktoren wie Raumgröße, Isolierung des Gebäudes und Heizgewohnheiten. Als Faustregel gilt bei gut isolierten Gebäuden eine Ofenleistung von 0,05 bis 0,08 Kilowatt pro Quadratmeter. Ist das Haus schlecht isoliert, steigen die Werte auch schon mal auf das Doppelte.

Es gibt auch die Möglichkeit, einen wasserführenden Kaminofen als Zentralheizung zu nutzen, zum Beispiel bei einem Niedrigenergiehaus. Dann müsst ihr aber wesentlich strengere Abgaswerte einhalten und die Leistung des Ofens ganz genau an Haus und Heizgewohnheiten anpassen.

Zuluft/Abluft: Wichtig für einen geregelten Verbrennungsprozess ist die Zuluft und Abluft. Um unabhängig von der Raumluft zu sein, gibt es die Möglichkeit, den Ofen über einen Außenanschluss mit frischer Luft zu versorgen. Die meisten wasserführenden Kaminöfen haben einen solchen (optionalen) Außenluftanschluss. Achtet auch darauf, wie sich die Luftzufuhr regeln lässt (manuell/automatisch). Darüber hinaus benötigt ein wasserführender Kamin einen hitzeresistenten Abgasanschluss.

Pufferspeicher & Co.: Der Pufferspeicher ist nur eines von vielen Zusatz-Elementen, die den wasserführenden Kaminofen erst betriebsfähig machen. Dazu kommen zum Beispiel noch die gesamte Regeltechnik und viele weitere Komponenten, um den wasserführenden Kaminofen in das bestehende Heizungssystem einzubinden. Bedenkt das beim Kauf beziehungsweise beim Preisvergleich.

Installation: Neben dem Schornsteinfeger müsst ihr auch einen Heizungs-Fachmann hinzuziehen. Das liegt zum einen am Anschluss an das bestehende Heizsystem. Zum anderen kann ein Kaminofen nicht an das gleiche Schornsteinrohr angeschlossen werden, das die bestehende Heizung nutzt. Ihr müsst euch vor der Installation also zwingend mit zwei Experten beraten.

Lässt sich ein wasserführender Kamin nachrüsten?

Grundsätzlich ist die Nachrüstung eines bestehenden Kamins als wasserführende Variante möglich. Dafür gibt es unterschiedliche Wassertaschen oder so genannte Register. Technisch gesehen ist eine solche Nachrüstung aber nicht nur aufwändig, sondern auch ineffektiv. Denn ein nachgerüstetes Modell kann einfach nicht denselben Wirkungsgrad erzielen wie ein Ofen, der von vornherein als wasserführende Variante ausgelegt ist.

Darüber hinaus ist der Aufwand auch nicht viel geringer. Ihr benötigt nämlich auch bei der Nachrüstung eine Genehmigung vom Schornsteinfeger. Der muss prüfen, ob der Schornsteinzug dafür auch ausgelegt ist.

Wasserführender Kaminofe für die Verbrennung von Scheitholz und Holzbrikett (Modell Logastyle 31 von Buderus).
Der kompakte Gussofen Logastyle 31 von Buderus eignet sich für die Verbrennung von Scheitholz und Holzbrikett und hat eine Nennwärmeleistung von 7 kW. © Buderus

Wasserführender Holzofen: Die Vorteile und Nachteile

Die Energie des Ofens nicht nur für ein schönes Feuer, sondern auch für die Heizung zu nutzen, ist einer der zentralen Vorteile dieses Systems. Dazu kommen noch:

  • Große Auswahl: Speckstein, Naturstein, Kacheln – die Modellpalette ist riesig.
  • Nachhaltiges Heizen: Holz als nachwachsender Rohstoff verbessert die CO2-Bilanz. Gleichzeitig spart ihr durch die Heizungsunterstützung (fossile) Energiekosten.
  • Komfortable Bedienung: Bei wasserführenden Kaminöfen, die mit Pellets arbeiten, müsst ihr nur den Vorratsbehälter auffüllen und die Asche entsorgen. Alles andere passiert automatisch. Bei der Scheitholz-Variante erfolgt das Nachlegen per Hand.

Energieeffizienz ist eine gute Sache. Allerdings müsst ihr dafür auch ein paar Nachteile in Kauf nehmen:

Eingeschränkter Sommerbetrieb: Die Erwärmung von Brauchwasser funktioniert über einen wasserführenden Kaminofen nur dann, wenn der auch beheizt wird. Das ist im Sommer in der Regel nicht der Fall. Da aber sowieso ein Pufferspeicher vorhanden ist, lohnt sich eventuell auch die zusätzliche Energiegewinnung über Solarthermie.

Hoher Planungaufwand: Wie beschrieben könnt ihr nicht so ohne weiteres einen wasserführenden Kamin installieren. Der Schornsteinfeger muss zwingend gefragt werden, und ohne einen Heizungsmonteur geht es auch nicht.

Installationskosten: Die Kosten für den Ofen an sich sind die eine Sache. Dazu kommen aber noch der Pufferspeicher, der Anschluss an die Heizung und der damit verbundene Lohn für den Heizungsmonteur.

Was kostet ein wasserführender Kaminofen?

Die Preise für einen wasserführenden Kamin richten sich nach der Leistung, dem Material und der (technischen) Ausrüstung. Hier ein grober Überblick:

  • Einzelner Kaminofen, untere Leistungsklasse: ab ca. 500 Euro
  • Einzelner Kaminofen, Leistung von 5 kW bis 10 kW: zwischen ca. 1.000 und 2.000 Euro
  • Pufferspeicher (1.000 Liter): ab ca. 650 Euro
  • Kaminofen-Set (inklusive Installationszubehör): ab ca. 2.700 Euro

Billig ist ein wasserführender Kamin also nicht. Allerdings könnt ihr die Kosten senken, denn es gibt für den Kauf Fördermittel von staatlicher Seite. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt für einen Pelletofen mit Wassertasche bis zu 35 Prozent der so genannten "förderfähigen Kosten". Was man darunter genau versteht, welche technischen Voraussetzungen der Ofen haben muss und wie ihr sogar bis zu 45 Prozent an Förderung kassiert, dass erfahrt ihr in diesem Artikel:

Fazit: Für wen lohnt sich ein wasserführender Kamin?

Mal eben so einen wasserführenden Kamin einbauen, das wird sich für die meisten Besitzer von Bestandsbauten nicht lohnen. Bis sich die Kosten amortisiert haben, müsst ihr schon eine Menge Holz verbrennen.

Wer sich aber grundsätzlich Gedanken über die Sanierung seiner Heizung macht oder neu baut, für den ist diese Variante der unterstützenden Heizung durchaus interessant. Gerade weil hier ein Pufferspeicher zum Einsatz kommt, denn der würde auch bei der Einbindung von Solarthermie benötigt. Es lohnt sich also, in solchen Fällen einmal mit einem Energieberater über die komplette energetische Ausrichtung der Heizungsanlage zu sprechen.

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